1878
Der Kongress zu Berlin – Schlusssitzung am 13. Juli 1878
Auf dem Berliner Kongress wird die politische Situation
auf dem Balkan nach dem Frieden von San Stefano neu geregelt.
Reichsgesetzblatt mit dem Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie
Otto von Bismarck
setzt nach zwei Anschlägen
auf Kaiser Wilhelm I.
das Sozialistengesetz durch.
«Modus vivendi», Karikatur von Wilhelm Scholz zum Kulturkampf: Der Papst und der Reichskanzler fordern sich gegenseitig zum Fußkuss auf. Bildunterschrift: Pontifex: „Nun bitte, genieren Sie sich nicht!“ Kanzler Bismarck: „Bitte gleichfalls!“, aus dem Kladderadatsch, Nr. 14/15 (18. März 1878)
Mit Leo XIII. als Papst wird der Kulturkampf informell beendet.
1878 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 1326/27 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1870/71 (10./11. September)
Baha'i-Kalender 34/35 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender 1283/84 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung 2421/22 (südlicher Buddhismus); 2420/21 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus

Jahr des Erde-Tigers 戊寅 (am Beginn des Jahres Feuer-Büffel 丁丑)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1240/41 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 4211/12 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 1256/57 (um den 21. März)
Islamischer Kalender 1294/1295/96 (4./5. Januar // 25./26. Dezember)
Japanischer Kalender Meiji 11 (明治11年);

Kōki 2538

Jüdischer Kalender 5638/39 (27./28. September)
Koptischer Kalender 1594/95 (10./11. September)
Malayalam-Kalender 1053/54
Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1293/94 (1. März)
Seleukidische Ära Babylon: 2188/89 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2189/90 (Jahreswechsel Oktober)

Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1934/35 (April)

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Balkan/Osmanisches ReichBearbeiten

 
In diesem Haus wurde 1878 der Frieden von San Stefano unterzeichnet.
 
Bulgarien; Grenzen nach dem Frieden von San Stefano und dem Berliner Kongress
 
Europa 1878, nach dem Berliner Kongress und der politischen und territorialen Neuordnung des Balkans

Deutsches ReichBearbeiten

 
Max Hödel
 
Karl Eduard Nobiling

Weitere Ereignisse in EuropaBearbeiten

 
König Umberto I. von Italien
 
Giovanni Passannante

AmerikaBearbeiten

AfrikaBearbeiten

ArktisBearbeiten

AsienBearbeiten

 
Die eingenommene Bergfestung Ali Masjid

OzeanienBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Panorama der Weltausstellung

Wissenschaft und TechnikBearbeiten

 
Serienfotografie eines galoppierenden Pferdes von Eadweard Muybridge
 
Gedenkstein an die tiefste Erdbohrung des 19. Jahrhunderts in Deutschland

KulturBearbeiten

Bildende KunstBearbeiten

 
Caillebotte: Beschneite Dächer (vorbereitende Skizze für Verschneite Dächer, Öl auf Leinwand)
  • Nach zwei im Sommer gemalten Motiven mit der Place St.-Augustin, die eine Stadtansicht auf Straßenniveau abbilden, geht Gustave Caillebotte mit den Ansichten der Rue Halévy dazu über, den Blick des Betrachters – vom Fenster eines oberen Stockwerkes aus – in die Straße hinunter zu lenken. Zudem zeigt Caillebotte in den Bildern der Rue Halévy erstmals einen Blick auf die Dächer von Paris. Im Dezember beginnt Caillebotte mit seiner Arbeit an dem Gemälde Verschneite Dächer, das er vermutlich Anfang des folgenden Jahres fertigstellt.

Musik und TheaterBearbeiten

 
Plakat zur Uraufführung

SonstigesBearbeiten

 
Nadel der Kleopatra in London, von der Themse aus gesehen
  • 12. September: In London wird am Ufer der Themse ein ägyptischer Obelisk aufgestellt, einer der Nadeln der Kleopatra. Den Obelisken hatte Muhammad Ali Pascha im Jahr 1819 Großbritannien geschenkt, doch die Transportkosten wollte jahrzehntelang niemand tragen.

ReligionBearbeiten

 
Gekrönter Papst Leo XIII.

KatastrophenBearbeiten

 
Zerstörtes Haus in Wallingford
 
Zeitgenössische Darstellung des Unglücks der Princess Alice
  • 3. September: Der britische Ausflugsdampfer Princess Alice kollidiert auf der Themse mit einem Kohlenfrachter und sinkt in vier Minuten. 640 Menschen sterben. Es handelt sich um das bis heute schwerste Schifffahrtsunglück in britischen Inlandgewässern.
  • 31. Oktober: In Stockholm kommt es zu einem Großbrand in der Schrotmühle Eldkvarn im Stadtteil Kungsholmen. Die Zerstörung durch das Feuer schafft Platz für den 1911 beginnenden Bau des Rathauses Stockholms stadshus an diesem Ort.
  • 18. Dezember: Der französische Passagierdampfer Byzantin kollidiert bei orkanartigem Wetter am Eingang der Dardanellen mit dem britischen Dampfschiff Rinaldo und kentert. Etwa 150 Menschen sterben.

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

Natur und UmweltBearbeiten

  • 13. August: Im Nordwesten von Virginia werden zufällig die Luray Caverns entdeckt. Die drei Entdecker verheimlichen zunächst den Fund des Höhlensystems und erwerben den Grund und Boden preiswert in einer laufenden Zwangsversteigerung. Ihr Kauf wird später nach Erkennen des wahren Werts annulliert.

SportBearbeiten

GeborenBearbeiten

JanuarBearbeiten

 
Ferenc Molnár, 1941
 
Theodor Arldt, 1927
  • 10. Januar: Samuel C. Bradford, englischer Bibliothekar († 1948)
  • 10. Januar: Johann Lemmerz, deutscher Konstrukteur und Unternehmer († 1952)
  • 10. Januar: August Adriaan Pulle, niederländischer Botaniker († 1955)
  • 11. Januar: Theodoros Pangalos, griechischer General und Politiker († 1952)
  • 12. Januar: Ferenc Molnár, ungarischer Schriftsteller und Journalist († 1952)
  • 13. Januar: Sydney Arnold, britischer Politiker († 1945)
  • 17. Januar: Oscar Apfel, US-amerikanischer Schauspieler, Stummfilmregisseur, Drehbuchautor und Produzent († 1938)
  • 17. Januar: Emil Helfferich, deutscher Südostasienkaufmann († 1972)
  • 17. Januar: Gustav Neckel, deutscher Altgermanist († 1940)
  • 18. Januar: Agostino Gemelli, italienischer Priester und Mediziner († 1959)
  • 18. Januar: Thomas Edward Campbell, US-amerikanischer Politiker († 1944)
  • 19. Januar: Herbert Chapman, englischer Fußballspieler und Trainer († 1934)
  • 20. Januar: Theodor Arldt, deutscher Naturwissenschaftler, Historiker und Schriftsteller († 1960)
  • 21. Januar: Egon Friedell, österreichischer Schriftsteller und Schauspieler († 1938)
 
Rudolf Alexander Schröder um 1924

FebruarBearbeiten

 
André Citroën
  • 05. Februar: André Citroën, französischer Automobilkonstrukteur († 1935)
  • 07. Februar: Magnus Freiherr von Braun, deutscher Politiker, Reichsminister, Vater von Wernher, Siegmund und Magnus von Braun († 1972)
  • 08. Februar: Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph († 1965)
  • 08. Februar: Willem Hesselink, niederländischer Fußballspieler († 1973)
  • 10. Februar: Albin Frehse, deutscher Hornist und Professor († 1973)
  • 10. Februar: Katayama Hiroko, japanische Lyrikerin und Übersetzerin († 1957)
  • 10. Februar: Zdeněk Nejedlý, tschechischer Historiker, Literaturkritiker und Musikwissenschaftler († 1962)
  • 10. Februar: Otto Pippel, deutscher Maler († 1960)
  • 14. Februar: Hans Ledwinka, österreichischer Autokonstrukteur († 1967)
  • 14. Februar: Hirota Kōki, japanischer Premierminister († 1948)
  • 15. Februar: Arnold Ræstad, norwegischer Historiker und 1921 Außenminister († 1945)
  • 18. Februar: Ada Sara Adler, dänische Klassische Philologin und Bibliothekarin († 1946)
  • 18. Februar: Regino E. Boti, kubanischer Schriftsteller († 1958)
  • 18. Februar: Hans Mühlhofer, deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Rezitator († 1932)
  • 20. Februar: Gustav Rau, deutscher Hürdenläufer
  • 21. Februar: Franz Aubell, österreichischer Geodät († 1954)
  • 22. Februar: Hiram Abrams, US-amerikanischer Unternehmer und erste Präsident des Filmverleihs United Artists († 1926)
  • 22. Februar: Walter Ritz, Schweizer Mathematiker († 1909)
  • 23. Februar: Kasimir Malewitsch, ukrainischer Maler der „futuristischen“ Malerei († 1935)
  • 23. Februar: Otto Schubert, deutscher Architekt und Hochschullehrer († 1968)
  • 26. Februar: Gustav Heinrich Angenheister, deutscher Geophysiker († 1945)
  • 27. Februar: Alvan T. Fuller, US-amerikanischer Politiker († 1958)
  • 28. Februar: Stephan Angeloff, bulgarischer Wissenschaftler († 1964)
  • 28. Februar: Pierre Fatou, französischer Mathematiker († 1929)
  • 28. Februar: Artur Kapp, estnischer Komponist († 1952)

MärzBearbeiten

 
Reza Schah Pahlavi

AprilBearbeiten

 
Lionel Barrymore, 1947

MaiBearbeiten

 
Gustav Stresemann, 1925
  • 10. Mai: Gustav Stresemann, deutscher Außenminister und Friedensnobelpreisträger († 1929)
  • 12. Mai: Martha Abicht, deutsche Kindergärtnerin († 1941)
  • 16. Mai: Eduard Biermann, deutscher Nationalökonom († 1937)
  • 12. Mai: Massimo Bontempelli, italienischer Schriftsteller († 1960)
  • 12. Mai: Ernst Thrasolt, deutscher Priester, Dichter, Pazifist und Judenretter († 1945)
  • 21. Mai: Glenn Curtiss, US-amerikanischer Rennfahrer, Luftfahrtpionier, Pilot und Unternehmer († 1930)
  • 24. Mai: José Dolores Alfonseca, dominikanischer Politiker († 1933)
  • 25. Mai: Wolfgang Gaede, deutscher Physiker, Pionier der Vakuumtechnik († 1945)
  • 25. Mai: Bill Robinson, US-amerikanischer Steptänzer († 1949)
  • 26. Mai: Chris Lebeau, niederländischer Künstler und Anarchist († 1945)
  • 30. Mai: Raymond Smith Dugan, US-amerikanischer Astronom († 1940)
  • 30. Mai: Hermine Körner, deutsche Schauspielerin, Regisseurin, Theaterleiterin († 1960)
  • 30. Mai: Walter Otto, deutscher Althistoriker († 1941)

JuniBearbeiten

 
Ludwig Dürr (um 1900)
  • 04. Juni: Ludwig Dürr, deutscher Luftschiff-Konstrukteur († 1956)
  • 05. Juni: Jacob Dahl, färöischer Propst und Bibelübersetzer († 1944)
  • 05. Juni: Pancho Villa, mexikanischer Freiheitskämpfer, Volksheld, Gouverneur und General († 1923)
  • 11. Juni: Herbert Kund, deutscher Offizier und Afrikareisender († nach 1925)
  • 12. Juni: Hans Aniol, deutscher Schwimmer und Wasserballspieler († 1945)
  • 12. Juni: James Oliver Curwood, US-amerikanischer Schriftsteller († 1927)
  • 16. Juni: Fritz Behn, deutscher Bildhauer († 1970)
  • 19. Juni: Edmond Jaloux, französischer Schriftsteller und Literaturkritiker († 1949)
  • 21. Juni: Robert Debes, deutscher Professor für Betriebswirtschaftslehre († 1962)
  • 21. Juni: Robert Jackson Emerson, britischer Bildhauer, Maler und Medailleur († 1944)
  • 25. Juni: Jean Gallon, französischer Komponist und Kompositionslehrer († 1959)
 
Marie Elisabeth Lüders, 1932

JuliBearbeiten

AugustBearbeiten

 
Alfred Döblin, um 1930

SeptemberBearbeiten

 
Dorothea Douglass

OktoberBearbeiten

 
Miguel Llobet, 1905

NovemberBearbeiten

 
Carlos Saavedra Lamas
 
Lise Meitner, um 1946
 
Gustav Radbruch vor 1921
  • 21. November: Gustav Radbruch, deutscher Rechtsgelehrter und Politiker († 1949)
  • 21. November: Clara Westhoff, deutsche Bildhauerin († 1954)
  • 23. November: Ernest J. King, US-amerikanischer Admiral im Zweiten Weltkrieg († 1956)
  • 23. November: Holcombe Ward, US-amerikanischer Tennisspieler († 1967)
  • 24. November: Heinrich Allina, österreichischer Politiker und Publizist († 1953)
  • 25. November: Georg Kaiser, deutscher Dramatiker der expressionistischen Generation († 1945)

DezemberBearbeiten

  • 01. Dezember: George Sidney Arundale, englisch-indischer Freimaurer und Theosoph († 1945)
  • 01. Dezember: Lorenz Rogger, Schweizer Katholischer Geistlicher und Pädagoge († 1954)
  • 01. Dezember: Bruno Tanzmann, deutscher Schriftsteller und Verleger († 1939)
  • 04. Dezember: Michail Romanow, Großfürst von Russland († 1918)
  • 06. Dezember: Andō Kō, japanische Violinistin († 1963)
  • 08. Dezember: Hansi Arnstaedt, deutsche Theater- und Filmschauspielerin († 1945)
  • 08. Dezember: Eugene Cook Bingham, US-amerikanischer Chemiker und Pionier der modernen Rheologie († 1945)
  • 09. Dezember: John Holloway, irischer Leichtathlet († 1950)
  • 09. Dezember: Georges Malfait, französischer Leichtathlet († 1946)
  • 10. Dezember: Edmond Closset, französischer Autorennfahrer († unbekannt)
  • 15. Dezember: Hans Carossa, deutscher Lyriker und Autor († 1956)
  • 15. Dezember: Albert Colomb, französischer Automobilrennfahrer († 1941)
  • 18. Dezember: Josef Stalin, Diktator der Sowjetunion 1927–1953 († 1953)
  • 18. Dezember: Gerhard Bohlmann, deutscher Schriftsteller und Journalist († 1944)
  • 21. Dezember: Jan Łukasiewicz, polnischer Philosoph, Mathematiker und Logiker († 1956)
  • 21. Dezember: Hugo Peitsch, deutscher Kunstturner († 1951)
  • 23. Dezember, Micheil Zereteli, georgischer Historiker und Diplomat († 1965)
  • 24. Dezember: Gustav von Bergmann, deutscher Internist und Medizinprofessor († 1955)
  • 25. Dezember: Joseph Schenck, US-amerikanischer Filmproduzent († 1961)
  • 30. Dezember: William Aberhart, kanadischer Politiker und Prediger († 1943)
  • 30. Dezember: Erwin Guido Kolbenheyer, österreichischer Autor, Dramatiker und Lyriker († 1962)

Genaues Geburtsdatum unbekanntBearbeiten

GestorbenBearbeiten

Erstes QuartalBearbeiten

  • 08. Januar: Henry Wilson, US-amerikanischer Komponist (* 1828)
 
Viktor Emanuel II.
 
Papst Pius IX.

Zweites QuartalBearbeiten

 
Georg V. von Hannover

Drittes QuartalBearbeiten

Viertes QuartalBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: 1878 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien