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Stephen Hawking

britischer theoretischer Physiker
Stephen Hawking bei der NASA
Signatur von Stephen Hawking, 1966[1]

Stephen William Hawking, CH, CBE, FRS (* 8. Januar 1942 in Oxford, England; † 14. März 2018 in Cambridge, England) war ein britischer theoretischer Physiker und Astrophysiker. Von 1979 bis 2009 war er Inhaber des renommierten Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge. Stephen Hawking lieferte bedeutende Arbeiten zur Kosmologie, zur allgemeinen Relativitätstheorie und zu Schwarzen Löchern.

1963 wurde bei Hawking Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert, eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Mediziner prophezeiten ihm, nur noch wenige Jahre zu leben. Allerdings handelte es sich vermutlich um eine chronisch juvenile ALS, die durch einen extrem langen Krankheitsverlauf gekennzeichnet war. Seit 1968 war er auf einen Rollstuhl angewiesen. Im Rahmen der Grunderkrankung (konsekutive progressive Bulbärparalyse) und der Behandlung einer schweren Lungenentzündung verlor er 1985 die Fähigkeit zu sprechen. Für die verbale Kommunikation nutzte er seitdem einen Sprachcomputer.

Durch seine populärwissenschaftlichen Bücher über moderne Physik und umfangreiche mediale Berichterstattung wurde er auch einem breiten Publikum außerhalb der Fachwelt bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werdegang

Familiärer Hintergrund

Stephen Hawking war der Sohn des Tropenmediziners Frank Hawking und der Wirtschaftswissenschaftlerin Isobel Hawking (geb. Walker). Sein Vater entstammte einer Familie von Großbauern in Yorkshire, sein Großvater John Hawking hatte den Großteil seines Vermögens im Rahmen einer Landwirtschaftskrise zu Beginn des 20. Jahrhunderts verloren. Robert Hawking, der Vater von Frank, und dessen Frau konnten sein Medizinstudium nur mit Hilfe der Einnahmen einer kleinen Schule in Boroughbridge finanzieren und er selbst bekam einige Stipendien und Preise, mit denen er sich finanzierte und auch seinen Eltern etwas Geld zurückgeben konnte. 1937 befand er sich auf einer Forschungsreise in Afrika am Kongo. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs kehrte er nach England zurück, um sich dem Militär anzuschließen. Seine spätere Frau war die Tochter eines praktischen Arztes und eines von acht Kindern der Familie. Sie durfte trotz der finanziellen Engpässe der Familie studieren und arbeitete nach dem Studium als Finanzinspektorin und später als Sekretärin. Vor der Geburt ihres Sohnes zogen Frank und Isobel vorübergehend aus dem Londoner Stadtgebiet (Stadtteil Highgate) nach Oxford, um der Bedrohung durch die deutsche Bombardierung der Hauptstadt im Zweiten Weltkrieg zu entgehen. 18 Monate nach Stephen wurde dessen Schwester Mary geboren; seine zweite Schwester Phillippa kam auf die Welt, als er fünf Jahre alt war. Stephen Hawking wuchs im Norden Londons auf. 1950 zog die Familie erneut um, diesmal nach St Albans nördlich von London.

Ausbildung und Karriere

Ab 1953 besuchte Hawking die St Albans School. Der Wunsch des Vaters war, dass er Medizin studieren sollte, um in seine Fußstapfen als Arzt zu treten. Hawking konzentrierte sich daher in Leistungskursen auf Drängen seines Vaters auf Chemie und belegte Mathematik nur als Nebenfach. Noch vor dem Schulabschluss nahm er probeweise an einer Aufnahmeprüfung für die Universität Oxford teil, die er mit Auszeichnung bestand und die ihm überraschend ein Studien-Stipendium einbrachte.

Stephen Hawking erwarb 1962 seinen Bachelor-Abschluss an der Universität Oxford. Wenig später wechselte er zu Trinity Hall an der Universität Cambridge, wo er seine Promotion über theoretische Astronomie und Kosmologie begann und 1966 bei Dennis Sciama promovierte (Ph.D.)[2] mit der Dissertation Properties of expanding universes.[3] Da ihm die für die Aufnahme in Cambridge notwendige Examensnote fehlte, trat er zu einer mündlichen Prüfung an, die er mit Bestnote bestand. Nach seiner Doktorarbeit wurde er Research Fellow und später Professorial Fellow am Gonville and Caius College der Universität Cambridge. Anfangs war er im Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics (DAMTP) in Cambridge, ab 1968 im Institut für Astronomie und ab 1973 wieder am DAMTP. 1974 war er Sherman Fairchild Scholar am Caltech, wo er mit Kip Thorne zusammenarbeitete. 1975 wurde er Reader in Cambridge und 1977 Professor für Gravitationsphysik. Von 1979[4] bis 2009[5] war er Lucasian Professor. Ab 2009 war er Dennis Stanton Avery and Sally Tsui Wong-Avery Director of Research am DAMTP.[6]

Wissenschaftliche Arbeit

Berühmt wurde er in den 1960er Jahren durch den Beweis der notwendigen Existenz von Singularitäten in der allgemeinen Relativitätstheorie unter sehr allgemeinen Voraussetzungen (gemeinsam mit Roger Penrose, siehe Singularitäten-Theorem). Für diese Arbeit erhielt er 1966 den angesehenen Adams Prize der Universität Cambridge. 1974 entwickelte er das Konzept der „Hawking-Strahlung“, nach der Schwarze Löcher in der Quantenfeldtheorie (je nach der Masse des Schwarzen Lochs mehr oder weniger schnell) zerstrahlen. Er versuchte damals, das 1973 von Jacob Bekenstein eingeführte Konzept der Entropie Schwarzer Löcher quantenmechanisch zu verstehen und fand zu seiner eigenen Überraschung, dass Schwarzen Löchern eine Strahlung zugeordnet werden konnte; eine seiner bedeutendsten Entdeckungen.

In den 1980er Jahren entwickelte Hawking[7] mit James Hartle einen Zugang zur Quantengravitation und deren Kosmologie über eine euklidische Pfadintegralformulierung. Dabei wird in der mathematischen Pfadintegralformulierung, ursprünglich von Richard Feynman für die Quantenfeldtheorie entwickelt, über alle möglichen Konfigurationen von Raum-Zeiten („Pfade“) summiert, was durch Integrale über die Metrik-Tensorfelder, die nach der allgemeinen Relativitätstheorie die Raum-Zeiten festlegen, dargestellt wird. Um die Integrale mathematisch behandeln zu können, wird ein auch in der Quantenfeldtheorie üblicher Trick angewandt, die Wick-Rotation: Das Pfadintegral wird zu imaginären Werten der Zeit fortgesetzt, so dass die Metriken, über die summiert wird, eine Signatur wie bei der Metrik eines euklidischen Raumes statt des Vorzeichens des Minkowski-Raums wie in der allgemeinen Relativitätstheorie bekommen. Hartle und Hawking schlugen vor, in den Pfadintegralen nur geschlossene Raumzeiten ohne dreidimensionale Ränder zu berücksichtigen (kompakte euklidische Metriken), da diese die dominanten Beiträge liefern würden. Sie nannten dies ihren no boundary proposal („ohne Grenzen“ oder „ohne Rand“) und sahen darin eine natürliche Formulierung für Probleme der Quantenkosmologie („Die Randbedingung des Universums besteht darin, dass es keinen Rand hat“).[8] Neben dem Vorschlag von Hawking und Hartle sind auch andere Möglichkeiten diskutiert worden, insbesondere die Tunnellösung von Alexander Vilenkin (1982), der Entstehung eines Universums aus dem Nichts. Ursprünglich favorisierte Hawking aufgrund seiner Theorie geschlossene Universen, in den 1990er Jahren zeigte er aber mit Neil Turok, dass auch offene inflationäre Universen als Lösung im no boundary proposal möglich sind. Der euklidische Pfadintegral-Zugang zur Quantenkosmologie ist wegen des Übergangs von Minkowski-Metriken, wie sie eigentlich in der Natur realisiert sind, zu euklidischen Metriken außerhalb der Hawking-Schule, die konsequent daran festgehalten hat, umstritten.

Auf der 17. „General Relativity“ Konferenz in Dublin 2004 kündigte Hawking an, das Problem des Informationsverlusts Schwarzer Löcher gelöst zu haben, was jedoch auf Kritik stieß. Das Problem besteht darin, dass Schwarze Löcher, die nur durch wenige Quantenzahlen beschrieben werden, aber Materie (Informationen) „verschlucken“ und nur, wie Hawking gezeigt hatte, thermisch strahlen (die einzige „Information“ dabei ist ihre Temperatur und Entropie, die proportional zu ihrer Oberfläche ist), Informationen vernichten, oder anders ausgedrückt in der Quantenmechanik zu einer „nicht unitären“, die Wahrscheinlichkeiten nicht erhaltenden Zeitentwicklung führen. Die Frage ist dann, ob es nicht doch einen Ausweg gibt, der die Informationen erhält. John Preskill hatte mit Hawking 1997 eine Wette abgeschlossen (die neben Hawking auch Kip Thorne hielt), dass es in der Quantengravitation einen solchen Ausweg gibt, Hawking hatte dagegen gehalten. In seiner Rede auf dem Kongress wechselte Hawking seinen Standpunkt und meinte, dass Informationen doch erhalten bleiben, was er mit einer Pfadintegral-Formulierung der Quantengravitation in nichttrivialen Topologien bewiesen zu haben glaubte.[9]

Das Problem spielt eine wichtige Rolle in der Quantengravitation und war dort seit der Formulierung des Problems durch Hawking 1975[10] Gegenstand kontroverser Debatten. Gegner von Hawking waren zum Beispiel Leonard Susskind[11] und Gerardus ’t Hooft, die im Gegensatz zu Hawking für eine Gültigkeit der Quantenmechanik auch im Bereich Schwarzer Löcher eintraten. Susskind veröffentlichte darüber sogar ein Buch (The Black Hole War: My battle with Stephen Hawking to make the world safe for quantum mechanics, 2008). Es besteht nach wie vor kein Konsens über die Lösung des Problems. Der bekannte Gravitationstheoretiker Kip Thorne beispielsweise weigerte sich im Gegensatz zu Hawking, den Verlust der Wette anzuerkennen.

Populärwissenschaftliche Schriften und Rezeption

1981 nahm Hawking an einer Kosmologietagung im Vatikan teil, auf der er sein Konzept vorstellte, laut dem das Universum keine Grenzen haben solle. In diesem Vortrag stellte er das All zugleich als ein Phänomen dar, das einfach vorhanden ist und dementsprechend keines Schöpfergottes bedarf.

„Wenn das Universum einen Anfang hatte, können wir von der Annahme ausgehen, dass es durch einen Schöpfer geschaffen worden sei. Doch wenn das Universum wirklich völlig in sich selbst abgeschlossen ist, wenn es wirklich keine Grenze und keinen Rand hat, dann hätte es auch weder einen Anfang noch ein Ende; es würde einfach sein. Wo wäre dann noch Raum für einen Schöpfer?“[12]

1988 erschien mit Eine kurze Geschichte der Zeit das erste populärwissenschaftliche Buch Hawkings, in dem er die Theorien zur Entstehung des Universums, zur Quantenmechanik und zu Schwarzen Löchern darstellt. Das Buch wurde weltweit ein Bestseller und verkaufte sich in Millionenauflage. Als wissenschaftlicher Autor schrieb Hawking zudem weitere erfolgreiche populärwissenschaftliche Werke.

Im April 2010 äußerte sich Stephen Hawking über mögliche Risiken, die die Suche nach außerirdischem Leben für die Menschheit haben könnte.[13][14][15] Hawking sah jedoch die Notwendigkeit, den Weltraum zu besiedeln.[16][17][18]

Im September 2010 sagte Hawking, dass für die Entstehung des Universums kein Gott notwendig gewesen war. Es sei unnötig, zur Erklärung die Hand Gottes ins Spiel zu bringen. Die Times zitierte aus seinem neuen Buch The Grand Design (dt. Der große Entwurf – Eine neue Erklärung des Universums):

„Weil es ein Gesetz wie das der Schwerkraft gibt, kann und wird sich ein Universum selber aus dem Nichts erschaffen. […] Spontane Schöpfung ist der Grund, warum es statt des Nichts doch etwas gibt, warum das Universum existiert, warum wir existieren.[19]

2016 äußerte Hawking bei einer Vortragsreihe für die BBC, dass die Menschheit vor großen Gefahren stehe, die langfristig ihre Existenz stark gefährdeten. So hätten sowohl gentechnisch veränderte Viren, Atomkriege und die globale Erwärmung das Potenzial, die Menschheit in absehbarer Zeit auszulöschen. Über lange Zeiträume von tausenden Jahren betrachtet sei dies sogar fast sicher. Die größte Gefahr für die Menschheit sei die Menschheit selbst. In diesem Zusammenhang erneuerte er seine Forderung, weitere Himmelskörper im Sonnensystem zu besiedeln, um das Aussterben der Menschen zu verhindern. Diese Kolonien könnten aber frühestens in einem Jahrhundert unabhängig von der Erde existieren, deshalb sollte die Menschheit in diesem Zeitraum besonders vorsichtig sein.[20]

Privatleben

Während seines Studiums in Oxford begannen die ersten Anzeichen für seine Erkrankung, die sich während seiner Studienzeit 1963 bis 1965 in Cambridge verstärkten. Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) begann, sein Nervensystem zu zerstören. Mediziner prophezeiten ihm, nur noch wenige Jahre zu leben.[21] Seine geistigen Fähigkeiten waren davon allerdings nicht betroffen. Die Diagnose veränderte sein Leben und bewirkte einen Motivationsschub. Hawking begann 1965 seine Doktorarbeit bei Dennis Sciama und heiratete Jane Wilde, mit der er drei Kinder bekam, darunter Lucy Hawking.[22] Weil seine Hand zu dieser Zeit schon Lähmungserscheinungen zeigte, wurde seine Dissertation von unterschiedlichen Helfern geschrieben. Seit 1968 war er zur Fortbewegung auf den Rollstuhl angewiesen.

 
Hawking bei einem Parabelflug, 2007

Bei einem Besuch des Forschungszentrums CERN in Genf erlitt Hawking 1985 eine Lungenentzündung, die in seinem Zustand lebensbedrohlich war. Es kam zu einer Atemnot, die nur durch einen Luftröhrenschnitt überwunden werden konnte. Seitdem hatte Hawking infolge seiner Grunderkrankung auch seine Sprechfähigkeit verloren. Für die verbale Kommunikation nutzte er seitdem einen Sprachcomputer.[23] 1990 erfolgte die Scheidung von seiner Ehefrau Jane. Danach lebte Hawking mit seiner Pflegerin Elaine Mason zusammen, die er 1995 heiratete. Sie begleitete ihn während seiner Lehr- und Forschungstätigkeit sowie auf Forschungsreisen. 2006 ließen sie sich scheiden.[24][25] Im Oktober 2008 empfing ihn Papst Benedikt XVI. im Vatikan.[26][27]

Tod und Bestattung

Stephen Hawking starb am 14. März 2018 im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in Cambridge.[28] Am 31. März fand in der Kirche St. Mary the Great im Zentrum von Cambridge eine private Trauerfeier mit etwa 500 Gästen statt, zu der in erster Linie Familienmitglieder, Freunde und Kollegen eingeladen wurden. Eine große Menschenmenge wohnte vor der Kirche dem Gottesdienst bei. Sechs Kollegen Hawkings vom Gonville and Caius College trugen den Sarg in die Kirche, die Glocke schlug für jedes Lebensjahr Hawkings einmal.[29] Nach der Trauerfeier wurde Hawkings Leichnam zur Einäscherung gebracht.

Am 15. Juni 2018 wurde die Asche Hawkings im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes in der Westminster Abbey in London beigesetzt.[28] Sein Grab liegt zwischen den Gräbern Sir Isaac Newtons und Charles Darwins. Mit seiner Beisetzung in der Westminster Abbey erhielt Hawking "die höchste Ehre, die einem berühmten Wissenschaftler auf der Insel zuteil werden kann".[30] 25000 Briten hatten sich zuvor an einer Lotterie beteiligt, mit deren Hilfe die 1000 Besucherplätze in der Westminster Abbey vergeben wurden.[31] Die letzten Naturwissenschaftler, die vor Hawking mit einer Beisetzung in der Westminster Abbey geehrt wurden, waren 1937 Ernest Rutherford und 1940 Joseph John Thomson gewesen.[32]

Sprachcomputer (DECtalk DTC01)

 
Gehäuse von Hawkings Sprachcomputer, 1999, Science Museum London

Nach seiner Lungenentzündung im Jahr 1985 konnte Hawking nicht mehr sprechen.[33] Zur Verständigung zog er eine Augenbraue hoch, wenn jemand auf den richtigen Buchstaben auf einer Tafel gedeutet hatte. Danach benutzte er einen Sprachcomputer. Mit einem Taster in der Hand konnte er aus einer Liste von Begriffen von einem Bildschirm wählen, die dann an einen Sprachgenerator geschickt wurden. So brachte er es auf bis zu fünfzehn Wörter in der Minute, bis seine Finger zu schwach dafür waren.

 
Hawking im Mai 2006 während einer Pressekonferenz in der Bibliothèque nationale de France

Danach nutzte Hawking einen mit dem Sprachcomputer verbundenen Infrarotsensor in seiner Brille. Der Sensor sendete einen Infrarotstrahl aus, der unterschiedlich reflektiert wurde, je nachdem, ob Hawking seinen rechten Wangenmuskel anspannte. Dadurch wurde der Schalter ausgelöst und eine Auswahl auf dem Bildschirm bestätigt.

Rezeption in der Populärkultur

In der Folge Angriff der Borg – Teil 1 der US-Science-Fiction-Fernsehserie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert (Erstausstrahlung 21. Juni 1993) wirkte Hawking auf eigene Bitte als Schauspieler mit. Er stellte als einzige Person im Star-Trek-Universum sich selbst dar, wobei er in der knapp 3-minütigen Eröffnungsszene, einer Holodecksimulation, zusammen mit Data (Brent Spiner), Isaac Newton (John Neville) und Albert Einstein (Jim Norton) pokert – und gewinnt. Als er die Kulissen des Maschinenraums mit dem Warpkern im Zentrum besichtigte, soll er sinngemäß gesagt haben: „Ich arbeite daran“. Bereits zwei Jahre zuvor, in der Episode Odan, der Sonderbotschafter, trägt eine Transportfähre der Enterprise den Namen Hawking. Hawking hatte in mehreren Folgen der Zeichentrickserien Die Simpsons[34] und Futurama[35] Gastauftritte und lieh auch für diese die Stimme seines Sprachcomputers. Zudem hatte Hawking in den Fernsehserien Cosmo und Wanda, Dilbert, The Big Bang Theory und bei der Show Monty Python Live (mostly) (Juli 2014) Gastauftritte.

Er wurde im Londoner Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds verewigt.

In dem Song Keep Talking der Gruppe Pink Floyd auf dem Album The Division Bell spricht Stephen Hawking mit seinem Sprachcomputer unter anderem den einleitenden Satz “For millions of years mankind lived just like the animals. Then something happened which unleashed the power of our imagination. We learned to talk.” (deutsch: „Millionen Jahre lebten die Menschen wie die Tiere. Dann passierte etwas, das die Kraft unserer Vorstellung entfesselte. Wir lernten zu sprechen.“). Ursprünglich hatte Hawking die auf dem Album verwendeten Zeilen für einen Werbespot im britischen Fernsehen eingesprochen. Auf Pink Floyds Album The Endless River ist in dem Titel Talkin’ Hawkin’ ebenfalls Hawkings Sprachcomputer mit demselben Text zu hören[36].
Ein weiterer Musiktitel, in dem Hawking auftritt, ist A Glorious Dawn mit Carl Sagan, der als Single und Video 2009 erschien. Im Rahmen eines Projektes ließ Jack White 2016 die Vinyl-Ausgabe dieser Single in der Stratosphäre abspielen.[37][38]

In den Büchern der Hyperion-Saga von Dan Simmons werden Raumschiffe mit dem sogenannten Hawking-Antrieb auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigt. Eines der Schiffe trägt den Namen HS Stephen Hawking.

Unter dem Titel Hawking – Die Suche nach dem Anfang der Zeit gibt es eine TV-Biografie (GB 2004) mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle. Sie befasst sich mit den Jahren seines Studiums in Oxford – mit der Zeit also, als die ersten Symptome seiner Erkrankung auftauchten und er seine Doktorarbeit begann (1962–1965). The Theory of Everything (dt. Die Entdeckung der Unendlichkeit) aus dem Jahr 2014 ist eine weitere Biografie über diesen Zeitraum, die sich auf die Beziehung zu seiner damaligen Frau Jane Hawking konzentriert. Hawking wird darin von Eddie Redmayne gespielt, der für seine Darstellung Hawkings mit dem Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Drama und dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.

2004 veröffentlichte der Nerdcore-Rapper MC Hawking sein Album A Brief History of Rhyme: MC Hawking’s Greatest Hits, trotz des Titels sein Debüt- und gleichzeitig einziges Album. Die fiktive Geschichte behauptet, dass Stephen Hawking ein Doppelleben als Rapper führt. Der Sprechgesang imitiert Hawkings Sprachcomputer.

Im September 2013 erschien ein Dokumentarfilm über sein Leben mit dem Titel Hawking – A brief history of mine (dt. Hawking – Die bemerkenswerte Geschichte eines wundervollen Genies), an dem Hawking als Drehbuchautor mitgewirkt hat.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Schriften (Auswahl)

Filme und Serien

  • 1991 drehte Errol Morris die US-amerikanisch-japanische Dokumentation Eine kurze Geschichte der Zeit (A Brief History of Time) nach dem gleichnamigen Buch von Hawking.
  • Eine sechsteilige Fernsehreihe des US-amerikanischen Public Broadcasting Service (PBS), Stephen Hawking’s Universe (300 Minuten insgesamt), 1997. Die Titel der einzelnen Teile lauten:
    • 1: Seeing is Believing (Sehen ist Glauben)
    • 2: The Big Bang (Am Anfang von Raum und Zeit)
    • 3: Cosmic Alchemy (Kosmische Alchemie)
    • 4: On the Dark Side (Der Joker: Dunkle Materie)
    • 5: Black Holes and Beyond (Schwarze Löcher und noch darüber hinaus)
    • 6: An Answer to Everything (Eine Antwort auf alles)
Diese Serie sollte nicht verwechselt werden mit der 3-teiligen Reihe des Discovery Channel von 2010 Into the Universe with Stephen Hawking, die in Großbritannien allerdings unter dem Titel Stephen Hawking’s Universe ausgestrahlt wurde (deutscher TV-Titel: Stephen Hawking: Geheimnisse des Universums).

Literatur

  • Hubert Mania (Hrsg.): Das große Stephen-Hawking-Lesebuch. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-498-04488-5.
  • Michael White, John Gribbin: Stephen Hawking – Die Biographie. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-499-19992-0.
  • Rüdiger Vaas: Hawkings neues Universum – Wie es zum Urknall kam. Kosmos, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-11378-3.
  • Rüdiger Vaas: Einfach Hawking! Geniale Gedanken schwerelos verständlich. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-440-15624-7.
  • Gary Gibbons, Paul Shellard, Stuart Rankin (Hrsg.): The future of theoretical physics and cosmology – celebrating Stephen Hawking’s 60th birthday. Cambridge University Press 2003, 2009 ISBN 0-521-82081-2 (Konferenz zu Hawkings 60. Geburtstag in Cambridge, darin von Hawking: Sixty Years in a nutshell. Publikationsverzeichnis).
  • Paul Parsons, Gail Dixon, John Gribbin (Vorwort): Stephen Hawking im 3-Minuten-Takt. Sein Leben, sein Werk, sein Einfluss. (Originaltitel: 3-Minute Stephen Hawking, übersetzt von Carl Freytag), Springer, Berlin 2013, ISBN 978-3-642-33003-2.
  • Jane Hawking: Die Liebe hat elf Dimensionen. Mein Leben mit Stephen Hawking. (Originaltitel: Travelling to Infinity. Übersetzt von Ralf Pannowitsch und Christiane Wagler), Piper, München/Zürich 2013, ISBN 978-3-492-05559-8.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stephen Hawking: roperties of expanding universes (doctoral thesis). Cambridge University, abgerufen im 15. Juni 2018 (englisch).
  2. Stephen Hawking im Mathematics Genealogy Project (englisch) Vorlage:MathGenealogyProject/Wartung/id verwendet
  3. Stephen Hawking: Properties of Expanding Universes. University of Cambridge, 1966, OCLC 62793673.
  4. Kevin C. Knox: From Newton to Hawking. Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-521-66310-5, S. 426 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Stephen Hawking gibt Lehrstuhl auf. In: derStandard.at. 30. September 2009, abgerufen am 30. September 2009.
  6. Biographie. Bei: hawking.org.
  7. Zuerst in einem Vortrag auf einer Konferenz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Vatikan 1982. Hartle und Hawking veröffentlichten ihre Arbeit unter dem Titel Wave function of the universe. In: Physical Review D. Band 12, 1983, S. 2960.
  8. Hawking in: Hawking, Penrose: Raum und Zeit. rororo, 1998, S. 111.
  9. Hawking: Information loss in black holes. In: Physical Review. Band 72, 2005, S. 084013
  10. Hawking: Particle creation by black holes. In: Communications in Mathematical Physics. Band 43, 1975, S. 199; Breakdown of predictability in gravitational collapse. In: Physical Review D. Band 14, 1976, S. 2416.
  11. Leonard Susskind: 20 years of debate with Stephen. In: Gibbons, Shellard, Rankin: The future of theoretical physics. Cambridge University Press, 2003.
  12. Zitiert aus: Stephen Hawking: Eine kurze Geschichte der Zeit. Kap. 8.
  13. Riskante Kontakte: Stephen Hawking warnt vor Aliens. In: Handelsblatt.com. HB London, 26. April 2010, abgerufen am 3. Oktober 2010.
  14. Jonathan Leake: Don’t talk to aliens, warns Stephen Hawking. The Sunday Times, 25. April 2010, abgerufen am 3. Oktober 2010 (englisch).
  15. CNN Larry King live: Stephen Hawking’s Warning on Space Aliens. CNN, 30. April 2010, abgerufen am 3. Oktober 2010 (englisch, Transkription von TV-Beitrag).
  16. Stephen Hawking: Mensch muss zum Überleben den Weltraum besiedeln. (Memento vom 24. Dezember 2012 im Internet Archive). AFP über Google News, 9. August 2010, abgerufen am 26. August 2010.
  17. Stephen Hawking: mankind must move to outer space within a century. Bei: telegraph.co.uk. 9. August 2010.
  18. Timothy Bancroft-Hinchey: Stephen Hawking: Colonize Space or Die. But How? PRAVDA.Ru, 10. August 2010, abgerufen am 4. Oktober 2010 (englisch).
  19. Physiker Hawking: Kein Gott nötig für Universum. In: Focus Online. Focus, 2. September 2010, abgerufen am 3. Oktober 2010.
  20. Prof Stephen Hawking: disaster on planet Earth is a near certainty. In: The Daily Telegraph. 19. Januar 2016, abgerufen am 19. Januar 2016.
  21. Stephen Hawking: Ein Genie geht in Rente. In: Spiegel Online. 24. Oktober 2008, abgerufen am 3. Oktober 2010.
  22. Joan Smith: Books: Stephen Hawking: the man who mistook his wife for a nurse. The Independent, 15. August 1999.
  23. Video heute journal: Das Leben, das Universum und der Rest (7. September 2010, 3:06 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 3. Oktober 2010 (offline).
  24. Stephen Hawking to divorce second wife. Bei: dailymail.co.uk. 19. Oktober 2006.
  25. David Sapsted: Hawking and second wife agree to divorce. Bei: Telegraph.co.uk. 20. Oktober 2006.
  26. Egbert Nießler: Der Papst und der Professor. Hamburger Abendblatt, 1. November 2008, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  27. Pope meets with Stephen Hawking. The China Post, 2. November 2008, abgerufen am 4. Oktober 2010 (englisch).
  28. a b SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Germany: Stephen Hawking beigesetzt. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  29. Trauerfeier für Astrophysiker: Cambridge nimmt Abschied von Stephen Hawking, in: Spiegel Online, 2. April 2018 (Zugriff am 17. Juni 2018) online
  30. Sebastian Borger, Stephen Hawking: Eine Stimme verschwindet im Schwarzen Loch, Luzerner Zeitung vom 15. Juni 2018 (Zugriff am 17. Juni 2018) online
  31. Sebastian Borger, Stephen Hawking: Eine Stimme verschwindet im Schwarzen Loch, Luzerner Zeitung vom 15. Juni 2018 (Zugriff am 17. Juni 2018) online
  32. Westminster Abbey: Stephen Hawking beigesetzt, in: Spiegel Online, 15. Juni 2018 (Zugriff am 17. Juni 2018) online
  33. Stephen Hawking: Ein Genie geht in Rente. In: Spiegel Online. 24. Oktober 2008, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  34. a b Simpsons Wiki: Stephen Hawking. Abgerufen am 20. August 2015.
  35. a b Stephen Hawking. In: Futurama Wiki. Abgerufen am 14. März 2018.
  36. Sean Michaels: Stephen Hawking sampled on Pink Floyd’s The Endless River. The Guardian, 8. Oktober 2014, abgerufen am 10. Oktober 2016 (englisch).
  37. The White Stripes star Jack White plays first vinyl in Earth's stratosphere. Auf: heraldscotland.com. Abgerufen am 9. August 2016.
  38. Musik aus dem All: Jack White spielt die erste Platte im Weltraum ab. Auf: musikexpress.de. Abgerufen am 9. August 2016.
  39. Stephen W. Hawking. Päpstliche Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 16. März 2018.
  40. Dirac medal recipients. Institute of Physics, abgerufen am 14. Juni 2014 (englisch).
  41. Minor Planet Circ. 31297. MPC, abgerufen am 21. Februar 2017 (PDF, englisch).
  42. 1999 Julius Edgar Lilienfeld Prize Recipient. American Physical Society, abgerufen am 4. Oktober 2010 (englisch).
  43. Awards and Medals. Smithsonian Institution, abgerufen am 18. August 2011 (englisch).
  44. Forscherpreis: Weltraum-Medaille für Hawking. Focus, abgerufen am 18. August 2011.
  45. Stephen Hawking given Presidential Medal of Freedom by Barack Obama. The Daily Telegraph, abgerufen am 4. Oktober 2010 (englisch).
  46. Biographie. Bei: hawking.org.
  47. Interesse an Stephen Hawkings Doktorarbeit lässt Website abstürzen. Bei: spiegel.de. 24. Oktober 2017.