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Steigerwald

Mittelgebirge in Süddeutschland

Der Steigerwald (benannt nach der im Westen ansteigenden großen Keuperplatte dieser Landschaft[1]) ist ein bis 498,5 m ü. NHN[2] hohes Mittelgebirge im bayerisch-fränkischen Teil des Südwestdeutschen Stufenlandes zwischen Würzburg bzw. Schweinfurt im Nordwesten und Nürnberg im Südosten. Er ist Teil des Keuperberglandes und wird innerhalb dessen nach Nordnordosten, rechts des Mains, durch die Haßberge, nach Südsüdwesten durch die Frankenhöhe fortgesetzt.

Steigerwald
Höchster Gipfel Scheinberg (498,5 m ü. NHN)
Lage Bayern
Teil des Fränkischen Keuper-Lias-Landes
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Steigerwald (Bayern)
Steigerwald
Koordinaten 49° 37′ N, 10° 17′ OKoordinaten: 49° 37′ N, 10° 17′ O
Typ Mittelgebirge
Fläche 1.115,2 km²

NameBearbeiten

Steigerwald leitet sich laut dem Bamberger Biologen Winfried Potrykus (1935–2014) „wohl von „Steigirwald“ ab, was eine ansteigende Höhe bedeutet oder Wald auf einer hochragenden, aber unzugänglichen Gegend. Erstmals erscheint der Name Steigerwald im Jahre 1151 auf einer Urkunde Königs Konrad III. und bezeichnet einen Wald, der in Richtung Oberschwarzach an das Kloster Ebrach anstößt. Es sei anzunehmen, dass der dem Kloster Ebrach nordwestlich anschließende Höhenwald damit gemeint ist“.[3]

GeschichteBearbeiten

Eine frühgeschichtliche Besiedlung der Kulturlandschaft lässt sich randlich im Steigerwaldvorland und dem östlichen Rand der Ebrach-Aisch-Abdachung, nahe der Regnitzfurche nachweisen. Selbst die ersten Wellen der fränkischen Siedlungsnahme im 6. und 7. Jahrhundert und im 8. bis 10. Jahrhundert drangen nur teilweise in das Waldland des Steigerwaldes vor. Ausgehend von den randlich gelegenen Königshöfen Herzogenaurach, Langenzenn, Eltmann, Gerolzhofen, Riedfeld ist jedoch ein erstes Vordringen und eine geringe Siedlungstätigkeit vor allem entlang der Gewässer anzunehmen.[4] Um 1000 gehörte der größte Teil des Steigerwaldes zum Folcfelt (Volkfeld) östlich von Volkach und dem südwestlich anschließenden Ratenzgowe (Radenzgau), die beide von den Markgrafen von Schweinfurt beherrscht wurden. Die älteste Notiz von dem Gebiet, das wir heute Steigerwald nennen, erscheint laut einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom Jahre 1023. Darin verleiht der Kaiser den Wildbann (die Hohe Jagd) an das Bistum Würzburg. Die in dieser Urkunde aufgeführten Orte markieren in etwa das Gebiet des heutigen Steigerwaldes.

 
Castell, mit Turmhügel Altcastell
 
Schulterbachtal im nördlichen Steigerwald

Nach dem Erlöschen der alten Gaue im 14. Jahrhundert wandelte sich die Bezeichnung. So heißt es 1317, dass die Burg Ebersberg bei Zell, der Großbach-Wald bei Hombeer mit dazu gehörten. Ein wichtiges Jahr, in dem die auch heute noch bestehenden Grenzen des Steigerwaldes, erstmals urkundlich erwähnt werden, sind die Verhandlungen des Reichskammergerichtes zu Speyer im Jahre 1575. Dort wurde der damals strittige Wildbann verhandelt. Der Steigerwald erstreckte sich demnach „vom Zabelstein den Grund hinauf bis nach Sand, dann den Main hinauf bis nach Bamberg; von da das Gehölz hinauf bis an den Eisch-Grund, diesen hinauf bis gen newen Hoff (Neustadt an der Aisch). Von dort weiter bis Yphofen, von da bis Castell und von da bis an den Zabelstein“. Diese Grenzen legte auch die fränkische Reichsritterschaft zugrunde, als sie gegen Ende des 15. Jahrhunderts dem Steigerwaldgebiet die Verfassung eines Kantons gab. 1801 heißt es bei Bundschuh folgendermaßen: „Der Steigerwald hebt am linken Ufer des Mains an, zieht hinauf gegen Bamberg, weiter am linken Ufer der Regnitz hinauf bis dahin, wo sich die Aisch in die Regnitz ergießt…“

Alte aus der Karolingerzeit stammende Orte des Steigerwaldrandes sind nach dem Autor Klarmann (1909) Bamberg, Viereth, Eltmann, Donnersdorf, Wonfurt, Castell, Iphofen, Höchstadt und Windsheim. Sie gehörten dem Volkfeld und dem Radenzgau an.

Die günstige Lage über der Regnitz veranlasste erst die Herzogsfamilie der Hedenen (718) und dann die Babenberger (800) zum Bau einer Burg. Danach errichtete Kaiser Heinrich II. den Dom an dieser Stelle. In neuerer Zeit bezeichnete der Autor Scherzer in seinem Werk „Franken“ Bamberg mit seiner Altenburg zum Steigerwald gehörig.[5]

GeographieBearbeiten

Lage und AbgrenzungBearbeiten

Der Steigerwald liegt am vom Dreifrankenstein markierten Schnittpunkt der Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken. Er befindet sich grob zwischen den Städten Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Nürnberg. Im Norden wird er durch den Lauf des Mains begrenzt, im Nordosten durch die Regnitz. Die Grenze im Südosten bildet die Aisch, im Südwesten eine Linie von Marktbreit über Uffenheim nach Bad Windsheim und im Westen wiederum der Main.

Das Gebiet erstreckt sich über sechs Landkreise, vom Norden im Uhrzeigersinn, Haßberge, Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Kitzingen und Schweinfurt.

Die orographische Steigerwald, der neben dem eigentlichen Steigerwald auch sein Vorland umfasst, erstreckt sich südlich des Mittelmaintals bis zum Maindreieck und umfasst von West nach Ost die dem Steigerwaldtrauf vorgelagerten Gäulandschaften des Steigerwaldvorlands, die steil ansteigende Stufe des Steigerwaldtraufs und die nach Osten abfallende Steigerwaldhochfläche. Das Maintal im Norden, der Steigerwaldtrauf im Westen und die Windsheimer Bucht im Südwesten bilden eine deutlich wahrnehmbare Grenze zu den angrenzenden Landschaften. Die Süd- und Ostgrenze hingegen ist weniger auffällig. Hier fällt die nach Osten abfallende Hochfläche des Sandsteinkeupers allmählich ab und geht fließend in den angrenzenden Aischgrund und das Bamberger Main- und Regnitztal über.[6]

OrteBearbeiten

Bekannte Orte im SteigerwaldBearbeiten

Höchstgelegene OrteBearbeiten

Rang Ort Höhe (ü. NN) Landkreis
1. Schwanberg 474 m Kitzingen
2. Friedrichsberg 465 m Kitzingen
3. Hof (Ebrach) 448 m Bamberg
4. Dürrnbuch 442 m Kitzingen
5. Seitenbuch 425 m Neustadt an der Aisch
6. Neudorf bei Ebrach 421 m Bamberg
7. Ilmenau 419 m Kitzingen
8. Thierberg 413 m Neustadt an der Aisch
9. Großbirkach 412 m Bamberg
10. Buch 409 m Bamberg

Naturräumliche GliederungBearbeiten

Der Steigerwald gliedert sich naturräumlich wie folgt:[7][8][9]

Geologie und BödenBearbeiten

 
Ton- und Sandsteine des Keupers am Schwanberg (Aufschluss)

Geologisch gilt der Steigerwald als Typenlandschaft für die Bodenschicht des Keupers. Die Region ist namensgebend für die Steigerwald-Formation, ein geologischer Begriff für eine spezielle Bodenschicht des Keupers, die in ganz Süddeutschland auftritt. Der Steigerwald findet seine geologische Fortsetzung im Keuperbergland, mit Hassbergen und Frankenhöhe (siehe: Lage)

Die Böden des Steigerwaldvorlands sind meist schwere, nährstoffreiche Gipskeuperböden. Zum Main nehmen sandig-kiesige, aus quartären Ablagerungen gebildete Böden zu. Teilweise sind auch Böden aus Löss anzutreffen. Die Keuper-Sandsteine und Gipskeuperschichten haben mäßig nährstoffreiche Böden herausgebildet. In kleinräumigem Wechsel finden sich sandige und tonig-mergelige Böden. Nach Osten, zum Regnitztal hin, nehmen magere, sandige Böden zu.[10]

FloraBearbeiten

 
Naturpark Steigerwald, Teich mit Schilf

Der Steigerwald ist ein Naturpark und hat sich zu einem der wertvollsten deutschen Laubwaldgebiete entwickelt. Das belegt die Bewertung des Umweltministeriums, das den Steigerwald unter 24 Laubwaldgebieten in Deutschland auf Platz 5 setzte. Eine angedachte Ausweisung eines Teils des Steigerwalds zu Bayerns dritten Nationalpark wird seit Jahren heftig und kontrovers diskutiert.

Der Steigerwald ist nach dem Spessart das zweitgrößte Laubwaldgebiet Bayerns und besteht zu 70 % aus Buchen.[11] Die Vegetation des Vorlandes ist geprägt durch intensive Landwirtschaft. Am Steigerwaldtrauf sind Obstkulturen und Weinberge charakteristisch (siehe: Weinbau). Die ursprüngliche Vegetation besteht hier überwiegend aus Eichen-Hainbuchenwäldern und an besonders exponierten Stellen vereinzelt aus wärmeliebenden Steppenheidewäldern. Auf den mageren Sandböden der östlichen Steigerwaldabdachung kommen auch lichte Kiefernwälder vor.[10]

WeinbauBearbeiten

Der Boden hat praktische Bedeutung für den Weinanbau, im Westen, am Steigerwaldtrauf. Der wärmespeichernde Keuper (Mergel und Gips) rund um die Weinorte Iphofen, Wiesenbronn und Castell, gilt als die für den Steigerwaldwein typische Bodenkomponente im Charakter des Weingeschmacks (siehe: Frankenwein, Steigerwald).

FaunaBearbeiten

Tiere wie der Biber, die Wildkatze und der Otter sind hier ebenso heimisch wie der Schwarzkäfer oder viele Waldschmetterlingsarten. In den Naturwaldreservaten und den Trittsteinen des Forstbetriebs Ebrach wurden darüber hinaus 436 verschiedene Pflanzen und Pilzarten entdeckt. Der Steigerwald wird wegen dieser hervorragenden Artenvielfalt als eines der herausragenden Naturgebiete Deutschlands bezeichnet.[12]

Die kleinen Naturwaldreservate mit ihrem hohen Totholzanteil und ihrer natürlichen Dynamik bieten vielen bedrohten Waldtieren eine Heimat. Diese Reservate mit ihrem Mosaik aus Jung und Alt in den verschiedenen Waldgesellschaften bewirken die große Artenvielfalt im Nordsteigerwald.[13]

Naturräumliche GegebenheitenBearbeiten

 
Steigerwaldtrauf am Schwanberg

Das Steigerwaldvorland steigt vom Maintal bis zum Steigerwaldtrauf in mehreren Stufen an. Mit bis zu 250 Metern Höhenunterschied hebt sich der Steigerwald an seiner Westkante gegen sein Vorland und das Maintal ab. Dabei ist das Relief des Steigerwaldvorlands durch zahlreiche freigestellte Zeugenberge geprägt, die isoliert oder durch schmale Rücken mit dem Steigerwald verbunden in das Vorland hineinragen. Durch tief eingeschnittene, zum Main hin entwässernde Stirnbäche wird der Steigerwaldtrauf weiter aufgelöst. Der hohe Steigerwald ist durch seinen Trauf markant vom Vorland abgegrenzt. Als flach geneigte Abdachung fällt der Steigerwald von ca. 500 m bis auf ca. 300 m Höhe zum Regnitztal hin ab. Dabei ist die Oberfläche durch die Erosionstätigkeit der fächerartig nach Osten zur Regnitz hin entwässernden Bäche in einzelne Riedel aufgelöst. Der rhythmische Wechsel von Hochflächenanteilen (Riedelflächen) und eingeschnittenen Tälern nimmt nach Süden zugunsten der Talgründe stetig zu.[10]

BergeBearbeiten

Zu den Bergen und Erhebungen des Steigerwalds gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders genannt laut [2]):

Name Höhe in Meter (m) Ort Info
Scheinberg 498,5 m Weigenheim[14]
Hoher Landsberg 498,0 m Weigenheim[14] Burgruine Hohenlandsberg
Euerberg 491,0 m Fabrikschleichach[15]
Zabelstein 489,0 m Hundelshausen (Michelau im Steigerwald)[16] Aussichtspunkt Zabelstein
Großer Knetzberg 487,5 m Knetzgau
Iffigheimer Berg 482,0 m Willanzheim[17] Aussichtsturm Iffigheimer Berg
Nußberg 481,0 m Hundelshausen[18]
Sandberg 481,0 m Wüstenfelden
Katzenberg 480,0 m Schönaich (Oberschwarzach)[19]
Schloßberg 477,0 m Altenschönbach[20]
Rehhügel 477,0 m Schönaich (Oberschwarzach)[21]
Roßberg 477,0 m Birklingen
Stollberg 476,0 m Handthal Burgruine Stollburg
Schwanberg 474,0 m Schwanberg[22] Schloss Schwanberg (Franken)
Friedrichsberg 473,0 m Abtswind Schloss Friedrichsberg
Herpersberg 472,0 m Dürrnbuch[23]
Fabrikschleichacher Berg 470,0 m Rauhenebrach[24]
Kreuzberg 470,0 m Hof (Ebrach)
Gangolfsberg 469,0 m Hundelshausen
Bocksberg 468,0 m Hundelshausen (Michelau im Steigerwald)[25]
Hofer Berg 466,0 m Hof (Ebrach)
Trauberg 466,0 m Dürrnbuch
Dachsberg 465,0 m Hundelshausen
Bücherberg 465,0 m Dürrnbuch
Schönberg 463,0 m Rehweiler
Greuther Berg 457,0 m Greuth
Seitenbucher Ranken 456,0 m Seitenbuch
Bullenheimer Berg 455,6 m Ippesheim Aussichtsturm Bullenheim
Wildenberg 455,0 m Großgressingen
Schießberg 455,0 m Oberscheinfeld
Fuchsberg 443,0 m Oberscheinfeld
Burghöchstädter Berg 441,0 m Burghöchstadt
Geiersberg 440,0 m Oberschwarzach[26]
Schneckenberg 438,0 m Nenzenheim
Eichelberg 437,0 m Seitenbuch
Schlossberg 425,0 m Oberscheinfeld Ruine Scharfeneck

FlüsseBearbeiten

Die ostwärts gerichteten Flussläufe des Steigerwaldes sind Relikte des sehr alten, ur-sprünglich auf die Donau ausgerichteten Entwässerungssystems. Sie reichten einst viel weiter nach Westen, wurden aber aufgrund der Zurückverlegung des Stufenrandes durch Erosionsvorgänge (sog. ‚rheinische‘ Erosion) abgeschnitten. So konnten die breiten Passmulden („geköpfte Täler“) entstehen, über die bevorzugt die Durchgangswege an-gelegt wurden. Von diesen Steigen leitet sich schließlich der Name Steigerwald ab

Bedingt durch den traufartigen Steilabfall der Westseite fließen die meisten größeren im Steigerwald entspringenden Fließgewässer in östliche bis südöstliche Richtung ab. Sie fließen in der Regel nicht direkt dem Main im Nordosten zu, sondern entweder der Regnitz im Osten oder deren Nebenfluss Aisch, der den Steigerwald im Südosten flankiert und eine natürliche Trennlinie zur Frankenhöhe bildet.

Die wichtigsten FlüsseBearbeiten

Regnitz (162,05) Aisch (83,00) Tauber(129,10) Main (527)

KlimaBearbeiten

Das Klima des Steigerwaldvorlandes ist, wie auch im angrenzenden Maintal, mild und mit ca. 650 mm Jahresniederschlag aufgrund der Staulage am Fuß des Steigerwaldtraufs vergleichsweise niederschlagsreich im Vergleich zu den westlich angrenzenden Gäulandschaften. Im Hohen Steigerwald sind Regenmengen von ca. 850 mm zu erwarten. Nach Osten nimmt der Niederschlag bis auf ca. 600 mm im Regnitztal ab. Durch kontinentale Einflüsse gibt es sehr warme Sommer und recht kalte Winter, wobei Schneemengen bis zu 25 cm ab circa 450 m über Normalnull keine Seltenheit sind und sich auch mal über einen längeren Zeitraum halten können.[27]

NiederschlagBearbeiten

vieljährige Mittelwerte 1981 – 2010[28]

Wetterstationen im Steigerwald
Ort Region Höhe der Station Durch. Regenmenge im Jahr in Liter
Fatschenbrunn Nordsteigerwald 426 m 852
Ebrach Nordsteigerwald 346,m 809
Rauhenebrach Nordsteigerwald 365 m 792
Geiselwind Nordsteigerwald 351 m 760
Michelau Nordsteigerwald 375 m 741
Rauschenberg Südsteigerwald 347 m 739
Eggolsheim Südsteigerwald 266 m 737
Birkach Südsteigerwald 402 m 737
Hohnsberg Nordsteigerwald 410 m 730
Markt Bibart Südsteigerwald 317 m 721
Unternesselbach Südsteigerwald 318 m 713
Schlüsselfeld Nordsteigerwald 290 m 713
Knetzgau Steigerwaldvorland 267 m 698
Prichsenstadt Steigerwaldvorland 261 m 689
Frensdorf Steigerwaldvorland 263 m 686
Markt Einersheim Steigerwaldvorland 291 m 676
Sugenheim Südsteigerwald 313 m 670
Oberharnsbach Steigerwaldvorland 261 m 643
Castell Steigerwaldvorland 403 m 639
Bad Windsheim Steigerwaldvorland 310 m 634

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Schloss Frankenberg
Bezeichnung Kategorie Ort
Burgruine Hohenlandsberg Ruine Weigenheim
Burgruine Stollburg Ruine Handthal
Schloss Burghaslach Schloss Burghaslach
Schloss Schwanberg Schloss Schwanberg
Schloss Schwarzenberg Schloss Scheinfeld
Burgruine Zabelstein Ruine Donnersdorf
Julius-Echter-Schloss Schloss Oberschwarzach
Kirchenburganlage Donnersdorf Ruine Donnersdorf
Schloss Sulzheim Schloss Sulzheim
Schloss Traustadt Schloss Donnersdorf
Burgstall Altenspeckfeld Ruine Markt Bibart
Burgruine Schauerberg Ruine Emskirchen
Burgruine Hinterfrankenberg Ruine Weigenheim
Ruine Scharfeneck Ruine Oberscheinfeld
Wasserschloss Dutzenthal Schloss Bad Windsheim
Schloss Breitenlohe Schloss Breitenlohe
Schloss Frankenberg Schloss Weigenheim
Burgruine Hohenkottenheim Ruine Markt Nordheim
Burgstall Oberschloss (Castell) Ruine Castell

[29]

MuseenBearbeiten

[30]

AussichtspunkteBearbeiten

TourismusBearbeiten

InfoBearbeiten

Die Region Steigerwald als politischer und touristischer Handlungsraum greift deutlich über die Grenzen des Naturparks Steigerwald hinaus. Wie der Naturpark so hat auch die Region Steigerwald Gebietsanteile in Unter-, Ober- und Mittelfranken bzw. in den Land-kreisen Schweinfurt, Hassfurt, Bamberg, Kitzingen, Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim und Erlangen-Höchstadt. Grundlage für die Abgrenzung der Region Steigerwald bildeten letztlich die Orte, die im Tourismusverband Steigerwald e.V. organisiert sind.

2013 wurde das Netzwerk Steigerwald als ein Leader-Kooperationsprojekt gegründet, mit dem Ziel, Informationen, Aktivitäten und Projekte in der Region zu bündeln, die interne und externe Kommunikation zu fördern, den Informationsaustausch und die Kooperationen der Akteure zu verstärken und zur Imagebildung der Region beizutragen.[32]

StatistikBearbeiten

Ankünfte 2017
Ankünfte insgesamt Veränderung zum Vorjahr in % Nationale Touristen Internationale Touristen
892.199 2,6 724.178 168.021
Übernachtungen 2017
Übernachtungen insgesamt Veränderung zum Vorjahr in % Nationale Touristen Internationale Touristen
1.950.341 2,2 1.663.790 286.551

Wichtige TouristenorteBearbeiten

Ort Ankünfte

2017

Übernachtungen

2017

Geiselwind[33] 60.012 87.987
Ebrach[34] 7.780 15.934

Steigerwald-ZentrumBearbeiten

Das Steigerwald-Zentrum soll Nachhaltigkeit und Waldbewirtschaftung erlebbar machen. Forstminister Brunner beschreibt die Zielsetzung des Zentrums folgendermaßen: „Dieses bundesweite Vorzeigeprojekt zur nachhaltigen und umweltschonenden Waldbewirtschaftung werden wir weiter gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern im Steigerwald entwickeln und auf die Beine stellen“. Die Errichtung des Zentrums in Handthal wurde 2011 vom Bayerischen Kabinett beschlossen, der Spatenstich für den Bau erfolgte im September 2012. Die regionale Beteiligung und der zukünftige Unterhalt und Betrieb des Steigerwald-Zentrums erfolgt durch einen Trägerverein. Dieser setzt sich aus Landkreisen, Gemeinden, der Bayerischen Forstverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten zusammen und wird durch einen Beirat unterstützt.[35]

Baumwipfelpfad EbrachBearbeiten

Der am 19. März 2016 eröffnete Baumwipfelpfad verläuft auf einer Länge von 1152 m und in einer Höhe über Grund von durchschnittlich 26 m durchgehend barrierefrei.] Nach etwa zwei Dritteln des Pfades erreicht man einen sich nach oben öffnenden kelchförmigen überwiegend aus Holz errichteten Aussichtsturm. Der Pfad an der Außenseite des Turms ermöglicht es, barrierefrei den kreisförmigen Umgang auf oberster Ebene zu erreichen, auf dem man einen Rundumblick über die waldreiche Landschaft des Steigerwaldes hat.

VerkehrBearbeiten

Verkehrstechnisch erschlossen ist der Steigerwald durch die A 70 im Norden, die A 7 im Westen und die A 73 im Osten. Quer durch Gebirge und Naturpark verlaufen die A 3, Hauptverkehrsverbindung zwischen Frankfurt am Main, Würzburg und Nürnberg, die Bundesstraßen 22, 286 und 8 sowie die Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg.

Als Touristenroute durchquert die Steigerwald-Höhenstraße den Steigerwald in Nord-Süd-Richtung.

BierkulturBearbeiten

InfoBearbeiten

In der Region hat sich eine Bierbrautradition entwickelt. Eine Vielzahl kleiner Brauereien hat sich bis heute erhalten. Wie in vielen anderen Teilen Frankens finden sich daher als Kulturlandschaftselemente auch im Steigerwald zahlreiche Felsenkeller zur Aufbewahrung der regionalen Bierprodukte. Diese meist am Ortsrand gelegenen Bierkeller sind heute als Ausschank mit Essensausgabe gern besuchte Ausflugsziele.[36]

Bekannte BrauereienBearbeiten

WeinbauBearbeiten

Geschichte und InfoBearbeiten

Weinkennern ist der Steigerwald durch die Frankenweine bekannt, welche seit 918 im Westen der Region angebaut werden.[37] Steigerwald liegt im Osten des Fränkischen Weinanbaugebietes und umfasst über 1.500 Hektar Rebfläche. Dazu zählt auch ein Abschnitt des Taubertales im Quellgebiet der Tauber bei Rothenburg. Als Bodentyp herrscht wärmespeichernder Gipskeuper vor. Schichten dieser Formation werden als „Steigen“ (deshalb Steigerwald) benannt. Es handelt sich um die höchstgelegenen fränkischen Weinberge bis nahezu 400 Meter Seehöhe. Häufigste Sorten sind Müller-Thurgau mit 35 %, Silvaner und Bacchus. Der Bereich ist in die neun Großlagen Burgberg, Burgweg, Herrenberg, Kapellenberg, Schild, Schloßberg, Schloßstück, Steige und Zabelstein gegliedert.[38] Alberich Degen (1625–1686) war Abt im Zisterzienserkloster Ebrach. Er soll im 17. Jahrhundert die ersten Silvanerreben aus Österreich nach Franken gebracht haben – ein bis heute besonderer Verdienst für den fränkischen Weinbau. Sein Grab befindet sich in der ehemaligen Klosterkirche in Ebrach.  

Bekannte WeinbergeBearbeiten

Bekannte WeinorteBearbeiten

BocksbeutelstraßeBearbeiten

Die Bocksbeutelstraße ist eine Ferienstraße in Weinfranken. Sie gehört zu den deutschen Weinstraßen und ist nach dem für Frankenwein typischen Behältnis Bocksbeutel benannt. Die Route besteht aus einem größeren Teil, der das Kernland des fränkischen Weingebiets erschließt, der Unterfränkischen Bocksbeutelstraße und der weit kleineren Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße.

Hauptartikel: Bocksbeutelstraße

Mittelfränkischen BocksbeutelstraßeBearbeiten

Die Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße liegt im Süden des Naturparks Steigerwald. Im östlichen Teil der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße schließt der Naturpark Frankenhöhe an, der ein Gebiet von ca. 1100 m² umfasst. Der größte Teil der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße liegt im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, lediglich die Rebflächen um Tauberzell und Rothenburg o.d.Tauber im Süden der Mittelfränksichen Bocksbeutelstraße gehören zum Landkreis Ansbach.

Der Silvaner, der schon im 17. Jahrhundert  nach Franken kam, ist das Aushängeschild der Region. Er ist neben dem Müller-Thurgau die Hauptrebsorte an der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße. Insgesamt ist über 80 Prozent der Rebfläche in Franken mit Weißweinsorten besetzt, 26% entfallen auf Müller-Thurgau, 24% auf Silvaner und 12% auf Bacchus. Aber darüber hinwaus bringen die Winzer auch in kleineren Anbaumengen ein vielseitiges und spannendes Rebsortenspekturm hervor. In den letzten Jahren haben es zum Beispiel auch Chardonnay- oder Rieslingweine von der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße zu hohen Auszeichnungen gebracht.[39]

Raumstruktur und KulturlandschaftscharakterBearbeiten

InfoBearbeiten

Der Steigerwald und sein Vorland sind über den stark verzahnten Trauf eng miteinander eng verbunden. Charakteristisch für die westliche Abdachung, das Steigerwaldvorland und die Trauflagen ist – der natürlichen Gunst entsprechend – eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. Aufgrund des abwechslungsreichen Reliefs sind der Steigerwaldtrauf und sein unmittelbares Vorland kleinteilig gegliedert. Dies spiegelt sich auch in einem kleinräumlichen Wechsel zwischen Acker- und Grünlandflächen sowie Streuobstwiesen wider, die ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild bewirken. Als Besonderheit des Traufrandbereichs sind noch verbreitetStreuobstäcker anzutreffen (LEK Main-Rhön: 18). Charakteristisch für die besonnten Hänge des Steigerwaldtraufsist auch der Weinbau. Auch der Obstanbau hat heute noch in weiten Teilen des Steigerwaldes eine landschaftsprägende Wirkung.

LandwirtschaftBearbeiten

Die Landwirtschaft hat im Bereich der östlichen Steigerwaldabdachung aufgrund der ungünstigeren Böden eine untergeordnete Bedeutung und diente historisch meist nur zur Selbstversorgung. Angebaut wurden vor allem Kartoffeln, Roggen und Hackfrüchte. Die oft wasserstauenden, tonig-lehmigen Böden der Tal- und Hanglagen werden bis heute als Grünland genutzt und dienen der Viehzucht. Als regionale Rinderrasse hat das Gelbe Frankenvieh (Scheinfelder Rasse) Bedeutung erlangt.

FischzuchtBearbeiten

Im Südosten des Steigerwaldes nimmt die Anzahl an Fischteichen zu. Ähnlich dem Aischgrund wurden auch im Steigerwald traditionell auf den wasserstauenden Böden Teiche und Teichketten zur Fischzucht (v. a. Karpfen) angelegt. Doch erreicht die Dichte der Teichanlagen im Steigerwald bei weitem nicht das Ausmaß wie im Aischgrund. Die Teichwirtschaft im Steigerwald findet heute noch im bäuerlichen Nebengewerbe statt.

LaubwälderBearbeiten

Die östliche Abdachung ist im Bereich des Hohen Steigerwalds durch ausgedehnte, wenig zerschnittene Laubwälder, insbesondere Buchenwälder gekennzeichnet. Nach Südosten hin nimmt die Bewaldung immer mehr ab. Charakteristisch ist dabei der Wechsel von kleinbäuerlich genutzten Flusstälern und waldbedeckten Riedeln, welche sich fingerförmig weit ins Land hineinstrecken. Durch den Wechsel von Wald und Offenland sind der Steigerwald und seine Abdachung durch einehohe Strukturvielfalt geprägt.[40]

NaturparkBearbeiten

Naturpark und bestehende SchutzgebieteBearbeiten

 
Naturschutzgebiet Naturwaldreservat Brunnstube im Naturpark, gelegen im gemeindefreien Gebiet Ebracher Forst

Seit 1988 gibt es den Naturpark Steigerwald, dessen Ausdehnung sich relativ eng an die Grenzen des namensgebenden Naturraums orientiert. Die in die Regierungsbezirke von Ober-, Unter- und Mittelfranken sprich in die Landkreise, Schweinfurt, Hassfurt, Bamberg, Kitzingen, Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim und Erlangen-Höchstadt hinein-reichende Naturparkfläche umfasst rund 1.280 km². Ca. 675 km² des Naturparks sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. 512,7 km², was in etwa 40 % des Gebiets aus-macht, werden von Wald eingenommen.Mit Blick auf die Besitzverhältnisse verteilen sich die Waldflächen wie folgt: Staatswald 175,9 km², Bundeswald 0,8 km², Körperschaftswald 145,5 km² und Privatwald 190,4 km². In den Städten und Gemeinden des Naturparks wohnen ca. 79.700 Einwohner, das ent-spricht rund 62 Einwohner je km². Der Raum ist damit sehr dünn besiedelt.38Der Naturpark Steigerwald ist gegründet worden, um Maßnahmen des Naturschutzes, insbesondere Schutz und Pflege der Pflanzen- und Tierwelt, durchzuführen und zu fördern, sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes für die Allgemeinheit zu bewahren und schließlich die Erholung im Naturpark zu fördern. Rund die Hälfte des Naturparksbereichs ist durch Landschaftsschutzgebiete abgedeckt. Kleinräumiger gibt es mehrere Naturschutzgebiete.

Des Weiteren bestehen die FFH-Gebiete 6029-371 Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwalds[41] und 6327-371 Vorderer Steigerwald mit Schwanberg[42] sowie die Europäischen Vogelschutzgebiete 6029-471 Oberer Steigerwald[43] und 6327-471 Südlicher Steigerwald.[44]

Nationalpark- und Weltnaturerbe-DiskussionBearbeiten

In den verschiedenen Kreisen des Steigerwalds gab es immer wieder Überlegungen, Teile des Waldes aus der Nutzung zu nehmen und Schutzgebiete einzurichten. Seit 2008 Jahren gibt es Streit darüber, ob spezielle Flächen Nationalpark werden sollen oder nicht. Die Befürworter sähen damit einen Beitrag zum Naturschutz und hofften auf mehr Tourismus. Die Gegner fürchten unter anderem, dass die ausgewiesenen Bereiche forstwirtschaftlich nicht mehr nutzbar wären. Seit 15. Januar 2015 steht fest, dass der Steigerwald kein UNESCO-Weltnaturerbe mehr werden kann[45], weil der UNESCO-Nominierungsprozess beendet ist. Beim Treffen im bayerischen Regierungssitz mit Ministerpräsident Horst Seehofer, der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf, Forstminister Helmut Brunner und den drei Landräten der Landkreise Schweinfurt (Florian Töpper), Haßberge (Wilhelm Schneider) und Bamberg (Johann Kalb) war das noch nicht bekannt. Das Ergebnis war damals, dass eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der beiden Ministerien und der drei Landratsämter bis Ende Januar 2015 Grundlagen für die Bewerbung um einen der Welterbe-Titel erarbeiten soll.

Voraussetzung war laut Töpper die Einigkeit zwischen den Beteiligten, dass es keinen Nationalpark im Steigerwald geben soll. Laut Töpper will Seehofer bis Ende Januar 2014 dafür sorgen, dass eine vom Bamberger Landratsamt erlassene Verordnung für ein umstrittenes, 775 Hektar großes Waldschutzgebiet im Ebracher Forst zurückgenommen wird.[46]

Das umstrittene Schutzgebiet wurde im September 2015 wegen Rechtswidrigkeit per Verordnung wieder zurückgenommen.[47] Diese „Rechtswidrigkeit“ wurde nun auch von der Regierung von Oberfranken festgestellt. Deshalb wurde zum 1. September 2015 die Aufhebung der Verordnung verfügt. Nach der Rechtsauffassung der Regierung von Oberfranken ist „die Verordnung des Landratsamtes Bamberg über den geschützten Landschaftsbestandteil Der hohe Buchene Wald im Ebracher Forst vom 16. April 2014 rechtswidrig, da die Verordnung nicht von der Ermächtigungsgrundlage des § 29 BNatSchG gedeckt ist.“ Die Regierung von Oberfranken schreibt weiter, dass „der Hohe Buchene Wald kein tauglicher Schutzgegenstand für einen geschützten Landschaftsbestandteil“ ist. Er ist nach Auffassung der Regierung „kein aus der Landschaft herausgehobenes Objekt, wie das Gesetz es verlangt. Daher war die Verordnung aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit und auch im Interesse der Rechtsklarheit und -sicherheit aufzuheben.“

Laut einer repräsentativen Umfrage des Bund Naturschutz befürwortet eine deutliche Mehrheit von zwei Dritteln der Bewohner in der Region Steigerwald einen Nationalpark.[48]

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 7.
  2. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. zitiert aus: "Nationalpark geht auch Bamberg an". In: inFranken.de. 24. April 2009 (infranken.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  4. Steigerwald mit Vorland. In: Bayerisches Landesamt für Umwelt. Abgerufen am 27. Februar 2018 (deutsch).
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LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Steigerwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Steigerwald – Reiseführer