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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Ebrach
Ebrach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Ebrach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 51′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Ebrach
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 32,26 km2
Einwohner: 1848 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96157
Vorwahl: 09553
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 128
Marktgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 2
96157 Ebrach
Website: www.ebrach.de
Bürgermeister: Max-Dieter Schneider (SPD)
Lage des Marktes Ebrach im Landkreis Bamberg
Landkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtLandkreis KitzingenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimPommersfeldenLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis CoburgLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthLandkreis LichtenfelsBambergLandkreis ForchheimZückshuter ForstWinkelhofer ForstSteinachsrangenSembergLindach (gemeindefreies Gebiet)Koppenwinder ForstHauptsmoorwaldGeisberger ForstEichwald (gemeindefreies Gebiet)Ebracher ForstEbracher ForstWalsdorf (Oberfranken)RattelsdorfBaunachReckendorfLauter (Oberfranken)Gerach (Oberfranken)Gundelsheim (Oberfranken)HallstadtSchlüsselfeldZapfendorfWattendorfViereth-TrunstadtStrullendorfStegaurachStadelhofenSchönbrunn im SteigerwaldScheßlitzPriesendorfPommersfeldenPommersfeldenPettstadtOberhaid (Oberfranken)LitzendorfLisbergKönigsfeld (Oberfranken)KemmernHirschaidFrensdorfEbrachButtenheimBurgwindheimBurgebrachBreitengüßbachBischbergAltendorf (Landkreis Bamberg)MemmelsdorfHeiligenstadt in OberfrankenKarte
Über dieses Bild

Ebrach ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Bamberg und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ebrach. Der Markt hat gut 1800 Einwohner.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Ebrach liegt zwischen Bamberg im Osten und Würzburg im Westen. Es befindet sich im Steigerwald an der Mittleren Ebrach. In Ebrach steht das ehemalige Zisterzienserkloster Ebrach.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Rauhenebrach (Unterfranken), Burgwindheim (Oberfranken), Geiselwind und Oberschwarzach (beide Unterfranken).

GemeindegliederungBearbeiten

Ebrach gliedert sich in zwölf Ortsteile (Einwohnerzahlen in Klammern):[2]

Die Meierei gehört zum Ortsteil Ebrach. Es gibt die Gemarkungen Buch, Ebrach, Großbirkach, Großgressingen und Neudorf bei Ebrach.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 18. JahrhundertBearbeiten

Der Name Ebrach stammt wahrscheinlich nicht von Eber, sondern vielleicht von einem uralten vorgermanischen Stamm ebr- (Wasser), urverwandt mit dem baskischen ibar (Tal).[3]

 
Ebrach und seine ehemalige Klosteranlage

Kloster Ebrach wurde 1127 als eines der ersten rechtsrheinischen Zisterzienserklöster durch die fränkischen Edelfreien Berno und Richwin von Eberau gegründet. Im Jahre 1127 übersiedelten zwölf Mönche vom Mutterkloster Morimond. 1200 begann Abt Hermann I. den Bau der Abteikirche, die 1285 vollendet wurde. Sie ist 88 Meter lang und gilt als eines der schönsten Baudenkmäler der frühgotischen Baukunst. In dem Bauwerk befindet sich eine in den 2010er Jahren sanierte prächtige klassizistische Ausstattung. Sie umfasst über 50 Fenster, 26 Altäre und über dem Westportal eine Rosette von zwölf Meter Durchmesser nach dem Vorbild von Notre Dame in Paris. Die Fenster wurden 1887 neu gemalt.

19. JahrhundertBearbeiten

Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst, der Ort kam durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803, wie weite Teile Frankens auch, zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens).[4] Kloster Ebrach wurde offiziell erst bei seiner Aufhebung die Reichsunmittelbarkeit zuerkannt. Vor 1803 war diese immer mit Erfolg durch das Hochstift Würzburg bestritten worden. Die Klosterkirche ist seither katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Seit 1851 dienen die Klostergebäude als Strafanstalt (heute Justizvollzugsanstalt Ebrach).

Gebietsreform der 1970erBearbeiten

Am 1. April 1971 wurde im Rahmen der Gemeindegebietsreform die ehemalige Gemeinde Neudorf bei Ebrach eingemeindet. Am 1. Januar 1972 folgten Buch, Großbirkach und Großgressingen.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1900: 1403 Einwohner
  • 1961: 2616 Einwohner, davon Ebrach 1886, Buch 118, Großbirkach 160, Großgressingen 352, Neudorf 100
  • 1970: 2471 Einwohner, davon Ebrach 1795, Buch 111, Großbirkach 127, Großgressingen 332, Neudorf 106
  • 1987: 1774 Einwohner
  • 1991: 2030 Einwohner
  • 1995: 1978 Einwohner
  • 2000: 2017 Einwohner
  • 2005: 1930 Einwohner
  • 2010: 1878 Einwohner
  • 2015: 1806 Einwohner

ReligionBearbeiten

Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 57,4 % der Einwohner römisch-katholisch und 23,4 % evangelisch-lutherisch. 19,2 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Max-Dieter Schneider (SPD). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Alfons Keller (CSU), 2008 mit 90,84 % der Stimmen und 2014 ohne Gegenkandidaten mit 89,42 % wiedergewählt.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 969.000 Euro, davon waren umgerechnet 353.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

GemeinderatBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014Bearbeiten

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder:

Gemeinderatswahl 2008Bearbeiten

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder:

Die Freie Wählerliste war nicht mehr vertreten.

Gemeinderatswahl 2002Bearbeiten

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder:

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Über rotem Schildfuß, darin ein silberner Schrägwellenbalken, in Gold ein springender schwarzer Eber, der einen silbernen Abtstab schräg im Maul hält. Der Eber mit Krummstab bezieht sich auf die Gründungslegende des Klosters Ebrach, die erzählt, ein Eber habe den Mönchen den Ort für die Klostergründung gewiesen, indem er ihnen den Abtsstab entriss und ihn an der Stelle des späteren Klosters fallen ließ.[6]

PartnergemeindenBearbeiten

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die Klosterkirche der ehemaligen Zisterzienserabtei Ebrach
 
Gotische Rosette und Teilansicht des Orgelprospekts der Hauptorgel der Abteikirche
 
Klostervorstadt in Ebrach
  • Ehemaliger Abteigarten
  • Pfarrkirche Ebrach (ehemalige Klosterkirche)
    • Orgeln der Pfarrkirche: Neben der großen Hauptorgel (Konzertorgel) auf der Westempore mit einem modernen Werk in einem barocken Gehäuse, das vom Würzburger Orgelbaumeister Johann Philipp Seuffert im Jahre 1743 erbaut wurde, beherbergt die ehemalige Abteikirche im Mönchschor zwei originale barocke Chororgeln aus der Werkstatt des Frankfurter Orgelbauers Johann Christian Köhler. Die beiden Instrumente sind eine organologische Rarität, da sich deren Spieler aufgrund der Positionierung der Spieltische gegenseitig sehen können. Im Zuge der umfangreichen Innenrestaurierung der Kirche wurden die Chororgeln ausgebaut und bis zur Fertigstellung im Oktober 2012 durch die Orgelbaufirma Klais, unterstützt durch die Firma Hoffmann, restauriert. Am 4. November 2012 wurden sie vom Bamberger Erzbischof wieder geweiht.
  • Abteigebäude des ehemaligen Klosters Ebrach
  • St.-Johannis-Kirche in Großbirkach
  • Baumwipfelpfad Steigerwald

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Ebrach

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Auf Grund der Lage im Steigerwald ist Holz ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 23, im produzierenden Gewerbe 330 und im Bereich Handel und Verkehr 36 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 100 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 476. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe ebenfalls einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 52 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1077 Hektar, davon waren 766 Ackerfläche und 310 Dauergrünfläche.

Freiwillige FeuerwehrenBearbeiten

Freiwillige Feuerwehren bestehen in Ebrach, Buch, Großbirkach, Großgressingen und Neudorf (bei Ebrach).

BrauereienBearbeiten

In Ebrach existiert keine Brauerei mehr. Die letzte Braustätte war die Klosterbrauerei Wilz, die im Jahr 1954 schloss. Heute lässt sie ihr Bier im Lohnbrauverfahren bei der Brauerei Göller brauen. Im Ortsteil Großgressingen gab es bis 1946 die Brauerei Henkelmann.

VerkehrBearbeiten

Ebrach liegt an der Bundesstraße 22. Über die Staatsstraße 2258 ist die Auffahrt Geiselwind (AS 76) der Autobahn A 3 erreichbar.

Die Bahnstrecke in Richtung Bamberg wurde 2006 stillgelegt und abgebaut.

Der Ort ist über mehrere ÖPNV-Buslinien mit der Region und dem ca. 35 Kilometer entfernten Oberzentrum Bamberg und dem dortigen Bahnhof verbunden. Mehrere Regionalbuslinien starten und enden in Ebrach. Busfahrten nach Bamberg dauern ca. 50 Minuten, das nur 14 Kilometer entfernte Mittelzentrum Gerolzhofen im unterfränkischen Nachbarlandkreis Schweinfurt ist mit dem ÖPNV nur mit Umsteigen und nicht unter 100 Minuten Fahrzeit erreichbar.

BildungBearbeiten

In der Grundschule Ebrach wurden im Schuljahr 2017/2018 62 Schüler von 4 hauptamtlichen Lehrkräften unterrichtet.[7] An der Steigerwaldschule Staatliche Realschule Ebrach unterrichteten 2017/2018 36 Lehrkräfte 566 Schüler.[8] 1999 gab es 50 Kindergartenplätze mit 36 Kindern

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Die Ehrenbürgerschaft hat der Markt nach 1945 an sieben Personen verliehen. Die beiden letzten Verleihungen erfolgten an langjährige Bürgermeister.

  • 2009: Erich Weininger (* 1924; † 15. April 2013), 1. Bürgermeister von 1956 bis 1990[9]
  • Einziger lebender Träger ist Alfons Keller (* 1940), Verleihung 2015, 2. Bürgermeister von 1978 bis 1984, 1. Bürgermeister von 1984 bis 2002[10]

Söhne und Töchter des MarktesBearbeiten

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Theodor Haas: Chronik der Marktgemeinde Ebrach. Markt Ebrach, 1969
  • Theodor Haas: Kaiser Karls IV. Territorialpolitik und die Zisterze Ebrach. In: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung, Heimatverein Erlangen und Umgebung, Erlangen, Bd. 14, 1967, S. 52–66
  • Theodor Haas: Alte Jagdarten. Aus Forstakten des Klosters Ebrach. In: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung, Erlangen, Bd. 13, 1966, S. 7–12
  • Theodor Haas: Die Gründung des Klosters Ebrach im Jahre 1127. In: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung, Bd. 10, 1963, S. 113–117
  • Theodor Haas: Die „Kolonisationstätigkeit“ des Zisterzienserklosters Ebrach. In: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung, Bd. 6, 1959, S. 89–93
  • Theodor Haas: Die Säkularisation des Ebracher Hofes in Nürnberg und des Amtes Katzwang und sein Übergang an Kurbaiern im Jahre 1803. In: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung, Bd. 3, 1956, S. 92–108

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ebrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Ebrach – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Ebrach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. Januar 2018.
  3. H. Bahlow, Th. Vennemann, M. Morvan
  4. Johannes Neumann: Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803: Voraussetzungen und Folgen (PDF; 179 kB)
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 430.
  6. Fränkischer Tag, Artikel vom 30. September 2003
  7. Grundschule Ebrach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 16. Januar 2019.
  8. Steigerwaldschule Staatliche Realschule Ebrach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 16. Januar 2019.
  9. Erich Weininger zum Ehrenbürger ernannt, Mainpost vom 26. März 2009, abgerufen am 23. Mai 2019
  10. Alfons Keller ist Ehrenbürger, Mainpost vom 22. Juli 2015, abgerufen am 23. Mai 2019