Kemmern

Gemeinde in Deutschland

Kemmern ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg sechs Kilometer nördlich der alten Bischofsstadt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kemmern
Kemmern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kemmern hervorgehoben

Koordinaten: 49° 57′ N, 10° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 8,27 km2
Einwohner: 2533 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 306 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96164
Vorwahl: 09544
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 150
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 2
96164 Kemmern
Website: www.kemmern.de
Erster Bürgermeister: Rüdiger Gerst (CSU)
Lage der Gemeinde Kemmern im Landkreis Bamberg
Landkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtLandkreis KitzingenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimPommersfeldenLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis CoburgLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthLandkreis LichtenfelsBambergLandkreis ForchheimZückshuter ForstWinkelhofer ForstSteinachsrangenSembergLindach (gemeindefreies Gebiet)Koppenwinder ForstHauptsmoorwaldGeisberger ForstEichwald (gemeindefreies Gebiet)Ebracher ForstEbracher ForstWalsdorf (Oberfranken)RattelsdorfBaunachReckendorfLauter (Oberfranken)Gerach (Oberfranken)Gundelsheim (Oberfranken)HallstadtSchlüsselfeldZapfendorfWattendorfViereth-TrunstadtStrullendorfStegaurachStadelhofenSchönbrunn im SteigerwaldScheßlitzPriesendorfPommersfeldenPommersfeldenPettstadtOberhaid (Oberfranken)LitzendorfLisbergKönigsfeld (Oberfranken)KemmernHirschaidFrensdorfEbrachButtenheimBurgwindheimBurgebrachBreitengüßbachBischbergAltendorf (Landkreis Bamberg)MemmelsdorfHeiligenstadt in OberfrankenKarte
Über dieses Bild
Ortsansicht

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt bei einer durchschnittlichen Höhenlage von 236 bis 250 Metern etwa sieben Kilometer nördlich von Bamberg, direkt am Main zu Füßen der Ausläufer der Haßberge. Sie gehört zur Region Oberfranken-West im oberen Maintal. Eingebettet ist Kemmern in eine historische Kulturlandschaft mit hochmittelalterlichem Wegesystem und Spitzgewannfluren. Zahlreiche Geh- und Radwege binden Kemmern an touristisch interessante Räume (z. B. Maintal, Haßberge, Steigerwald, Fränkische Schweiz und Weltkulturerbestadt Bamberg) an.

Die Gemeinde ist an das überregionale Straßennetz (B 4 und A 73) angebunden.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt nur das Pfarrdorf Kemmern als amtlich benannten Gemeindeteil[2][3] und nur die Gemarkung Kemmern.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Breitengüßbach, Gundelsheim, Hallstadt und Baunach.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. und 21. JahrhundertBearbeiten

Kemmern ist seit 1710 eigenständige Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde in den Jahren 1978 bis 1980 erweitert.

Da Kemmern, wie insbesondere die Naturereignisse im Februar 1909 und Dezember 1967 zeigten, durch seine Lage am Main immer wieder vom Hochwasser bedroht war, erhielt es in den Jahren 1978 bis 1980 eine umfangreiche Hochwasserfreilegung. Seit 1995 wird im Rahmen der Städtebauförderung mit staatlicher Hilfe und finanziellen Zuwendungen der Europäischen Union (EU) die Ortskernsanierung durchgeführt. Als deren Herzstück wurde 2010 der neugestaltete Kirchplatz fertiggestellt.

Die Erhaltung einer historischen Kulturlandschaft mit dem hochmittelalterlichen Wegesystem und den kleinparzellierten Spitzgewannfluren ermöglichte das Überleben seltener schutzwürdiger Tierarten, so der Knoblauchkröten und der Mohnbienen. Bei der Mohnbienenpopulation (Osmia papaveris) bei Kemmern handelt es sich um das weltweit größte bekannte Vorkommen.

ReligionenBearbeiten

  • römisch-katholisch: 2123 Einwohner (80,6 %)
  • evangelisch: 261 Einwohner (10,0 %)
  • sonstige: 248 Einwohner (9,4 %)

(Stand: 31. Dezember 2013)

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 2202 auf 2561 um 359 Einwohner bzw. um 16,3 %.

  • 1970: 1923 Einwohner
  • 1987: 2188 Einwohner
  • 1991: 2299 Einwohner
  • 1995: 2442 Einwohner
  • 2000: 2565 Einwohner
  • 2005: 2597 Einwohner
  • 2010: 2578 Einwohner
  • 2015: 2595 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist Rüdiger Gerst (CSU).[4] Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Alois Förtsch (CSU), 2008 mit fast 90 %, 2014 mit 66,73 % bei einer Gegenkandidatin und 2020 bei zwei Gegenkandidaten mit 57,29 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeinderatswahl 2014Bearbeiten

Der Gemeinderat besteht in der Wahlperiode 2014/20 aus dem direkt gewählten Ersten Bürgermeister und 14 Gemeinderatsmitgliedern:

  • CSU 6 Sitze
  • Zukunft für Kemmern (ZfK) 4 Sitze
  • Unabhängiger Bürgerblock Kemmern (UBB) 3 Sitze
  • SPD 1 Sitz

Gemeinderatswahl 2008Bearbeiten

Der Gemeinderat bestand in der Wahlperiode 2008/14 aus dem direkt gewählten Ersten Bürgermeister und 14 Gemeinderatsmitgliedern:

  • CSU 9 Sitze
  • Unabhängiger Bürgerblock Kemmern (UBB) 4 Sitze
  • SPD 1 Sitz

Gemeinderatswahl 2002Bearbeiten

Der Gemeinderat bestand in der Wahlperiode 2002/08 aus dem direkt gewählten Ersten Bürgermeister und 14 Gemeinderatsmitgliedern:

  • CSU 8 Sitze
  • Unabhängiger Bürgerblock Kemmern (UBB) 5 Sitze
  • SPD 1 Sitz

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2005 1.530.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 89.247 Euro.

Das Haushaltsvolumen 2009 betrug 4,75 Millionen Euro.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot über gekreuztem silbernen Schwert und silbernem Schlüssel eine goldene Traube.“[5]

BaudenkmälerBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Peter und Paul

BodendenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die aktuellen gemeindesteuerlichen Hebesätze betragen:

  • Grundsteuer A: 340 v. H.
  • Grundsteuer B: 340 v. H.
  • Gewerbesteuer: 330 v. H.

Das Haushaltsvolumen 2019 betrug 8.268.000 Euro.

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 65 und im Bereich Handel und Verkehr 33 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 50 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 949. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 19 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 219 Hektar, davon waren 171 Ackerfläche.

BrauereienBearbeiten

Heute besteht in Kemmern noch eine Brauerei, und zwar die Wagner-Bräu. Bis 1985 braute zudem die Brauerei Leicht selbst.

Freiwillige FeuerwehrBearbeiten

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Kindergärten: katholische Kindertagesstätte St. Maria mit Kinderkrippe und Schulkindbetreuung, insges. 126 Kinder
  • Volksschulen: Grundschule mit neun Lehrern und 91 Schülern
  • Gemeindebibliothek St. Peter und Paul im Rathaus

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Thomas Silberhorn (* 1968), Politiker (CSU), MdB und Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Verteidigung

LiteraturBearbeiten

  • Konrad Schrott: Kemmern. Ortsgeschichte eines ehemaligen bambergisch-domkapitelischen Obleidorfes. Kemmern 1986
  • Peter Ring: Die Dillinger Franziskanerinnen in Kemmern. Ein Konvent im Wandel. Bonn 2008

WeblinksBearbeiten

Commons: Kemmern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kemmern in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Gemeinde Kemmern, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 5. September 2020.
  4. Der Gemeinderat. Gemeinde Kemmern, abgerufen am 29. August 2020.
  5. Eintrag zum Wappen von Kemmern in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte