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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lisberg
Lisberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lisberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 53′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Lisberg
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 8,35 km2
Einwohner: 1782 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96170
Vorwahl: 09549
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 154
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Schloß 6
96170 Lisberg
Website: www.vg-lisberg.de
Bürgermeister: Michael Bergrab (ÜPL)
Lage der Gemeinde Lisberg im Landkreis Bamberg
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Über dieses Bild

Lisberg ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lisberg. Die Gemeinde liegt im Steigerwald.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Die vier Ortsteile sind (in Klammern Einwohnerzahl)[2]:

Es gibt die Gemarkungen Lisberg und Trabelsdorf.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Viereth-Trunstadt, Bischberg, Walsdorf, Burgebrach, Schönbrunn im Steigerwald, Priesendorf

GeschichteBearbeiten

 
Lisberg Ortsansicht
 
Burg Lisberg
 
Burgwohnbau mit Bergfried

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Lisberg fällt schon von weitem durch die Burg Lisberg auf. Die Burg und damit der Ort wurden in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 820 erstmals erwähnt. Die Burg gehört zu den ältesten erhaltenen Burgen Deutschlands. Von 1600 bis 1707 hatte die protestantische Linie, von 1707 bis 1790 die katholische Linie der Freiherren von Münster den Lehenbesitz von Lisberg. Die Burg befindet sich in Privatbesitz.

Mit der Rheinbundakte 1806 kam die Herrschaft der Freiherren von Münster-Lisberg zu Bayern.

FusionBearbeiten

Die Gemeinde Lisberg besteht seit dem 1. Mai 1978 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Lisberg und Trabelsdorf.[3] Zwei Jahre nach der Gebietsreform von 1978 löste sich Lisberg aus der Verwaltungsgemeinschaft Stegaurauch und es entstand die im 1980 generalsanierten Schloss Trabelsdorf verwaltete Verwaltungsgemeinschaft mit der Nachbargemeinde Priesendorf.

Geschichte der Juden in LisbergBearbeiten

Die jüdische Gemeinde wurde erstmals 1739 aufgrund der Nutzung ihres Begräbnisplatzes genannt. Die Wohnungen der Juden befanden sich im Bereich der heutigen Straßenzüge Kaulberg, Kasernstraße und Brunnenweg. Am 19. September 1904 wurde die Israelitische Kultusgemeinde Lisberg mit der von Trabelsdorf vereinigt. Bis Ende April 1942 befanden sich noch zehn Juden in Trabelsdorf.

SynagogeBearbeiten

Die Synagoge war in einem Wohnhaus, im heutigen Anwesen Kaulberg 5, untergebracht, das vier Eigentümern gehörte. Sie bestand nur aus dem Synagogenzimmer. In den Jahren 1871/1872 wurde das baufällig gewordene Anwesen saniert.

SchuleBearbeiten

Die Kinder gingen von 1826 bis 1869 in die neu gegründete Religionsschule in Kolmsdorf im Hause der Witwe Wörner. Anschließend wurde die Schule nach Trabelsdorf verlegt.

Vorsteher der jüdischen Gemeinde LisbergBearbeiten

  • Scholum Lisberger
  • Joseph Fromm
  • Abraham Michel

LehrerBearbeiten

  • Joseph Simon

FriedhofBearbeiten

Der von Maschendraht und einer Buchenhecke umgebene Leichenplatz oberhalb von Lisberg wurde erstmals 1739 genannt. 1904 wurde der Friedhof durch das Bezirksamt Bamberg II mit Wegen versehen, die Gräber erhielten Nummern. 1938 wurde der Friedhof geschändet. Den Friedhof einer landwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen, scheiterte daran, dass die dortigen Bäume unter Naturschutz standen. Entfernt wurden Grabsteine und die Friedhofsmauer. Trotz der Schändung sind nach einer Zählung von 1985 noch 139 Grabsteine vorhanden.

ReligionBearbeiten

Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 68,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 22,0 % evangelisch-lutherisch. 9,4 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister, der sein Amt ehrenamtlich ausübt, ist seit 2014 Michael Bergrab (Überparteiliche Liste), der in der Stichwahl 69,33 % der Stimmen erhielt. Bergrab war mit 22 Jahren bei seinem Amtsantritt am 1. Mai 2014 Deutschlands jüngster Bürgermeister. Sein Vorgänger war seit 1990 der Volksschul-Konrektor Peter Deusel (Überparteiliche Liste), der zuletzt 2008 mit 66,67 % der Stimmen wiedergewählt wurde.

GemeinderatBearbeiten

Dem Gemeinderat von Lisberg gehören in der Wahlperiode 2014/20 fünf Gemeinderäte der Überparteilichen Liste (ÜPL), vier der Christlich-Sozialen Union (CSU) und zwei dem Bürgerblock (BBL) an, ein weiteres Mitglied ist fraktionslos. In der Wahlperiode 2008/14 gehörten sieben Mitglieder der ÜPL und fünf Mitglieder der CSU an. In der Wahlperiode 2002/08 hatten die ÜPL und die CSU jeweils sechs Sitze.

Kultur und SportBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit dem hessischen Ort Lißberg.

Freiwillige FeuerwehrenBearbeiten

  • In Lisberg und in Trabelsdorf gibt es Freiwillige Feuerwehren.

BrauereienBearbeiten

Von drei Brauereien im Jahre 1985 gibt es nur noch eine, die Brauerei Beck in Trabelsdorf. Bis 1999 braute die Schlossbrauerei Dauer in Trabelsdorf, bis 1989 die Burgbräu in Lisberg.

VeranstaltungenBearbeiten

Das Jahr über finden in Lisberg zahlreiche Veranstaltungen statt, die von Vereinen ehrenamtlich organisiert werden. Höhepunkte sind die beiden Kirchweihen (sog. Kerwa). Diese findet in Lisberg entweder am 3. oder am 4. Septemberwochenende statt und in Trabelsdorf am 1. Oktoberwochenende.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Lisberg

LiteraturBearbeiten

  • Klaus Guth: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken 1800–1942, Seite 228–236; ISBN 3-87052-392-1
  • Ophir/Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918–1945, Seite 143; ISBN 3-486-48631-4
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, Seite 216; ISBN 3-87052-393-X.
  • Berthold Litzlfelder: Begrüßung durch den 2. Bürgermeister der Gemeinde Lisberg. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 18, 1999, S. 7 f. (Vorgetragen zu Beginn des 18. Würzburger medizinhistorischen Kolloquiums am 7. November 1998 im Rittersaal der Burg Lisberg).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/211252&attr=OBJ&val=1122
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lisberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien