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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Litzendorf
Litzendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Litzendorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 25,86 km2
Einwohner: 6103 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96123
Vorwahl: 09505
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 155
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Knock 6
96123 Litzendorf
Website: www.litzendorf.de
Bürgermeister: Wolfgang Möhrlein (CSU)
Lage der Gemeinde Litzendorf im Landkreis Bamberg
Landkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtLandkreis KitzingenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimPommersfeldenLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis CoburgLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthLandkreis LichtenfelsBambergLandkreis ForchheimZückshuter ForstWinkelhofer ForstSteinachsrangenSembergLindach (gemeindefreies Gebiet)Koppenwinder ForstHauptsmoorwaldGeisberger ForstEichwald (gemeindefreies Gebiet)Ebracher ForstEbracher ForstWalsdorf (Oberfranken)RattelsdorfBaunachReckendorfLauter (Oberfranken)Gerach (Oberfranken)Gundelsheim (Oberfranken)HallstadtSchlüsselfeldZapfendorfWattendorfViereth-TrunstadtStrullendorfStegaurachStadelhofenSchönbrunn im SteigerwaldScheßlitzPriesendorfPommersfeldenPommersfeldenPettstadtOberhaid (Oberfranken)LitzendorfLisbergKönigsfeld (Oberfranken)KemmernHirschaidFrensdorfEbrachButtenheimBurgwindheimBurgebrachBreitengüßbachBischbergAltendorf (Landkreis Bamberg)MemmelsdorfKarte
Über dieses Bild

Litzendorf ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Litzendorf und die meisten Ortsteile liegen im Ellertal, das von bewaldeten Höhenzügen umgeben ist mit den beiden höchsten Erhebungen des Landkreises Bamberg Geisberg (585 m) und Stammberg (559,5 m).

GemeindegliederungBearbeiten

Litzendorf gliedert sich in acht Ortsteile:[2]

    Die Kunigundenruh liegt am nächsten an der Stadt Bamberg im Hauptsmoorwald, einem gemeindefreien Gebiet. 2 Einwohner
    Litzendorf, das Zentrum der Gemeinde, liegt in der Mitte des Ellertals. 1492 Einwohner
    Lohndorf liegt wenige Kilometer östlich von Litzendorf ebenfalls im Ellertal und hat eine (katholische) Pfarrei. 385 Einwohner
    Melkendorf liegt wenige Kilometer südlich von Litzendorf außerhalb des Ellertals. 757 Einwohner
    Naisa liegt nahezu übergangslos zwischen Litzendorf und Pödeldorf. 747 Einwohner
    Pödeldorf liegt am Hauptsmoorwald und ist der Ortsteil mit der größten Einwohnerzahl. 1753 Einwohner
    Schammelsdorf liegt wenige Kilometer nördlich von Litzendorf außerhalb des Ellertals. 784 Einwohner
    Tiefenellern ist der östlichste Ort der Gemeinde und liegt am Anstieg zur Fränkischen Schweiz. 210 Einwohner

NachbargemeindenBearbeiten

Die Nachbargemeinden liegen alle im Landkreis Bamberg und sind im Uhrzeigersinn:

     
Memmelsdorf Scheßlitz Königsfeld
     
Heiligenstadt Strullendorf Hauptsmoorwald
(gemeindefrei)

GeschichteBearbeiten

Bis zum 18. JahrhundertBearbeiten

Die Herkunft des Namens Litzendorf ist unklar: Möglich sind Ableitungen vom slawischen lyko (Bast) oder vom germanischen Wort litzel (klein). Es entstanden aber wohl mit Einverständnis des Frankenreichs im 8. Jahrhundert slawische Siedlungen in der Gegend des oberen Mains („Nordgau“). Zu jener Zeit waren das Ellertal und auch der bayerische Nordgau noch stark bewaldet.[3]

Zum ersten Mal erschien der Name „Licindorf“ im Jahr 1129 in einer Urkunde des Bamberger Bischofs Otto, in der ein „Otgoz von Licindorf“ erwähnt wird. Otgoz gehörte dem niederen Dienstadel an und war Gerichts- und Verwaltungsbeamter des heiligen Otto, des Bischofs von Bamberg.

Der Ort war damals ein Dorf mit mehreren Lehnsherren. Durch Kauf, Verkauf und Stiftungen veränderten sich die Grundherrschaftsverhältnisse ständig. 1385 kam Litzendorf in den Besitz des Hochstifts Bamberg. 1406 entstand die Litzendorfer Pfarrei. 1497 bestand die Lehenschaft eines Weingartens, was beweist, dass damals dort Weinbau betrieben wurde. Der Ort hatte im 16. Jahrhundert durch den Bauernkrieg (1524/1525) und den Markgrafenkrieg (1552–1554), im 17. Jahrhundert durch den Dreißigjährigen Krieg und im 18. Jahrhundert durch den Siebenjährigen Krieg (1756–1763) viel zu leiden. 1715–1718 entstand das bedeutendste Bauwerk Litzendorfs, die Pfarrkirche St. Wenzeslaus. 1802 kam Litzendorf mit dem Fürstbistum Bamberg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, durch die Säkularisation an das Kurfürstentum Pfalzbayern.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

1822 wurde das erste Schullokal eingerichtet. 1898 gab es ein Postamt. 1912 wurde Litzendorf an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. In den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts waren viele Gefallene und Vermisste zu beklagen. 1959 begann man mit dem Bau einer zentralen Wasserleitung.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Lohndorf, Melkendorf, Naisa, Pödeldorf, Schammelsdorf und Tiefenellern eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Bevölkerungszahl ist nach einem Anstieg in den 1970er und 1980er Jahren seit etwa 2005 rückläufig. Pödeldorf wurde damals durch die Ausweisung von Neubaugebieten zur einwohnerstärksten Ortschaft der Gemeinde. Es profitiert von seiner unmittelbaren Nähe zur Stadt Bamberg.

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2900 3507 4825 5359 5740 5907 6179 6005 6055

ReligionBearbeiten

Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 76,9 % der Einwohner römisch-katholisch und 12,8 % evangelisch-lutherisch. 10,3 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 2004 Wolfgang Möhrlein (CSU), der zuletzt 2014 mit 92,41 % der Stimmen wiedergewählt wurde. Sein Vorgänger war Otmar Konrad (SPD). Als 2. Bürgermeister fungiert Klemens Wölfel (SPD).

GemeinderatBearbeiten

Partei 2002 2008 2014
CSU 09 Sitze 09 Sitze 09 Sitze
SPD 05 Sitze 04 Sitze 04 Sitze
Grüne 03 Sitze 04 Sitze 04 Sitze
Christliche Wählervereinigung 03 Sitze 03 Sitze 03 Sitze
Gesamt 20 Sitze 20 Sitze 20 Sitze

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Gold und Blau; vorne ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten ein silberner Helm mit Nasenschutz.“

Der Bamberger Löwe steht für die Herrschaft des Hochstifts Bamberg über Litzendorf, der Helm für die Ministerialen von Litzendorf, die im 12. Jahrhundert tätig waren, als es noch keine Wappenschilde gab.

InfrastrukturBearbeiten

BrauereienBearbeiten

In der Gemeinde gibt es die vier Brauereien Hölzlein und Reh in Lohndorf, Knoblach in Schammelsdorf und Hönig in Tiefenellern. Die Brauereien Winkler[5] in Melkendorf und Hummel in Litzendorf brauten bis Ende 2015 bzw. 1978.

Freiwillige FeuerwehrenBearbeiten

In den Ortsteilen Litzendorf, Lohndorf, Melkendorf, Naisa, Pödeldorf, Schammelsdorf und Tiefenellern bestehen jeweils eigene Freiwillige Feuerwehren.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  St. Wenzeslaus Die barocke Pfarrkirche St. Wenzeslaus in Litzendorf wurde von 1715 bis 1718 vom Baumeister Johann Dientzenhofer errichtet. Sie besteht aus leuchtend goldgelben Eisensandsteinquadern und ist schon von Weitem zu sehen.
  Mariä Geburt Die Pfarrkirche Mariä Geburt in Lohndorf besteht ebenfalls aus goldgelben Eisensandsteinquadern und ist auch von Weitem zu sehen.
  Fränkische Straße der Skulpturen Die Fränkische Straße der Skulpturen zwischen den Dörfern Tiefenellern, Lohndorf und Litzendorf entstand im Jahr 1994 und ist eine Ausstellung von Skulpturen inmitten der Landschaft des Ellertales.
  Sängerehrenmal Melkendorf Das Sängerehrenmal Melkendorf für die Toten und Gefallenen des fränkischen Sängerbundes wurde im Jahr 1963 auf einer Anhöhe über Melkendorf errichtet. Das Denkmal besteht aus zwölf kreisrund angeordneten Kalksteinsäulen und einem altarähnlichen Sarkophag. Im Gedenkstein befinden sich Gedenkbücher mit den Namen der Verstorbenen aller Gesangvereine der damals zwölf, jetzt 13 Sängerkreise.
  Jungfernhöhle Die Jungfernhöhle bei Tiefenellern ist eine neolithische Fundstätte. Ausgrabungen erbrachten die Belege der Nutzung der Höhle durch vier jungsteinzeitliche und beinahe alle nachfolgenden Kulturen. Der Name Jungfernhöhle rührt davon her, dass dort überwiegend die Überreste von weiblichen Personen gefunden wurden.
  Kunst- und Besinnungsweg Der Kunst- und Besinnungsweg ist ein 3,3 km langer Skulpturenweg zwischen Litzendorf, Lohndorf und Melkendorf, an dem insgesamt 18 verschiedene Kunstwerke aufgestellt sind.
  Grabhügelfriedhof bei Litzendorf An der Straße von Litzendorf nach Geisfeld befinden sich frühkeltische Hügelgräber. Die Hügelgruppe ist vollständig von Wald umgeben. Der Durchmesser der Grabhügel variiert zwischen acht und 25 Metern. Bei Ausgrabungen im 19. Jahrhundert wurde Material der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit geborgen.

Baudenkmäler in LitzendorfBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Günther Denzler (* 1948), ehemaliger Landrat (1996–2014) und amtierender Bezirkstagspräsident des Regierungsbezirks Oberfranken, wohnt im Ortsteil Pödeldorf
  • Wolfgang Heyder (* 1956), langjähriger Geschäftsführer der professionellen Spielbetriebsgesellschaft Franken 1st und SPD-Politiker im Bamberger Kreistag, wohnt im Ortsteil Pödeldorf
  • Günter Wojaczek (1932–1997), Altphilologe und Gemeinderat in Pödeldorf (vor der Eingliederung nach Litzendorf), lebte von 1971 bis zu seinem Tod im Ortsteil Pödeldorf

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/212632&attr=OBJ&val=1123
  3. Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. 1: Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts, hrsg. von Max Spindler, 2. Aufl., München 1981, S. 113–114.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673.
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brauerei-winkler.onlinehome.de

WeblinksBearbeiten

  Commons: Litzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien