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Sulzheim (Unterfranken)

Gemeinde im Landkreis Schweinfurt in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sulzheim
Sulzheim (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sulzheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 57′ N, 10° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Verwaltungs­gemeinschaft: Gerolzhofen
Höhe: 227 m ü. NHN
Fläche: 26,79 km2
Einwohner: 2010 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97529
Vorwahl: 09382
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 183
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Brunnengasse 5
97447 Gerolzhofen
Website: www.sulzheim.de
Bürgermeister: Jürgen Schwab
Lage der Gemeinde Sulzheim im Landkreis Schweinfurt
SchweinfurtLandkreis Main-SpessartLandkreis Bad KissingenLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis HaßbergeLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgLandkreis BambergNonnenkloster (Unterfranken)StollbergerforstBürgerwaldVollburgWustvieler ForstHundelshausen (gemeindefreies Gebiet)Geiersberg (gemeindefreies Gebiet)BergrheinfeldDingolshausenDittelbrunnDonnersdorfEuerbachFrankenwinheimGeldersheimGerolzhofenGochsheimGrafenrheinfeldGrettstadtKolitzheimLülsfeldMichelau im SteigerwaldNiederwerrnOberschwarzachPoppenhausen (Unterfranken)RöthleinSchonungenSchwanfeldSchwebheimSennfeldStadtlauringenSulzheim (Unterfranken)ÜchtelhausenWaigolshausenWasserlosenWerneckWipfeldKarte
Über dieses Bild
Kirche und Schloss in Sulzheim

Sulzheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Sulzheim liegt im Steigerwaldvorland, 13 km südsüdöstlich von Schweinfurt.

GemeindegliederungBearbeiten

Sulzheim gliedert sich in sechs Ortsteile[2]: die Ortschaften Alitzheim, Mönchstockheim, Sulzheim und Vögnitz sowie die Einöden Unkenmühle und Vögnitzmühle. Es gibt die Gemarkungen Alitzheim, Mönchstockheim, Sulzheim und Vögnitz.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Grettstadt, Donnersdorf, Dingolshausen, Gerolzhofen, Frankenwinheim und Kolitzheim.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

In einem Gipsbruch nördlich von Sulzheim wurde ein frühmittelalterliches Gräberfeld gefunden. Eine Grabung im Jahr 1964 legte mehrere recht ärmliche Gräber frei, die aus der Zeit um 600 stammen.[3]

Als Teil des Hochstiftes Würzburg (mit einigen Rechten auch des Klosters Ebrach) wurde Sulzheim 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 an das Königreich Bayern fiel. Das Amt Sulzheim mit 21 umliegenden Ortschaften sowie Schloss Sulzheim gingen 1815 als Abfindung für das Postregal im früheren Großherzogtum Würzburg und im Fürstentum Aschaffenburg an das Haus Thurn und Taxis. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

21. JahrhundertBearbeiten

Am 30. Juni 2007 wurde im noch erhaltenen östlichen Teil der ehemals dreiteiligen Zehntscheune des Klosters Ebrach ein Gipsinformationszentrum eröffnet. Schwerpunkte bilden die Entstehung und die Geschichte des Abbaus der in Sulzheim anstehenden Grundgipsschichten des Mittleren Keupers. Neben Informationen zur Kristallausbildung dieses Salzes der Schwefelsäure, zu den Verkarstungserscheinungen der oberflächennahen Gipslager und den unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten dieses bedeutendsten Bodenschatzes des Steigerwaldvorlandes, erfährt man viel Wissenswertes über die Flora und Fauna des überregional bedeutsamen Naturschutzgebietes der Sulzheimer Gipshügel. Am Gips-Informationszentrum (GIZ) startet ein sieben Kilometer langer Gipsparcours mit fünf Informationstafeln rund um den Gips: Archäologie, Gipswerk, Naturschutz, Abbau, Gipsmühle, Gipshügel, Gebäude aus Gipsstein sind Stichworte, die den Wanderer des Gipsrundweges in die Thematik einführen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Alitzheim eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Mönchstockheim und Vögnitz hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 

Die vier Ortschaften hatten 2015 folgende Einwohnerzahlen:[6]

  • Alitzheim: 719
  • Mönchstockheim: 452
  • Sulzheim: 816
  • Vögnitz: 118

PolitikBearbeiten

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

Wählergemeinschaft Sulzheim 5 Sitze
Wählergemeinschaft Alitzheim 4 Sitze
Bürgerblock Mönchstockheim 4 Sitze
Wählergemeinschaft Vögnitz 1 Sitz

Zusätzlich gehört dem Gemeinderat Bürgermeister Jürgen Schwab (Wählergemeinschaft Vögnitz) an, der am 1. Mai 2014 Nachfolger von Michael Geck wurde.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Sulzheim
 
Katholische Kirche St. Aegidius

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2014 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe keine und im Bereich Handel und Verkehr 15, im Bereich Öffentliche und private Dienstleistungen 39 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 945. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen und im Bauhauptgewerbe keinen Betrieb. Im Jahr 2010 bestanden zudem 38 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1293 Hektar, davon waren 1210 Hektar Ackerfläche und 64 Hektar Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Sulzheim liegt an der B 286, die bis zur A 3 im Süden und bis Schweinfurt im Norden als kreuzungsfreie Schnellstraße ausgebaut ist. Richtung Schweinfurt ist sie drei- und vierstreifig, Sulzheim besitzt eine eigene Anschlussstelle. Die Fahrtzeit von Sulzheim bis zur Schweinfurter Innenstadt beträgt nur etwa 15 Minuten.

Ferner liegt Sulzheim an der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt. Diese wird nicht mehr genutzt, die Stilllegung ist genehmigt. Trotzdem wird in neuerer Zeit eine Wiederinbetriebnahme diskutiert.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2015):

  • je einen Kindergarten in Alitzheim und Sulzheim mit insgesamt 119 Kindergartenplätzen und 92 Kindern
  • eine Grundschule als Außenstelle der Volksschule am Zabelstein in Donnersdorf mit einigen Klassen
  • Bücherei im Pfarrzentrum

Einstiger US-StandortübungsplatzBearbeiten

Ein Standortübungsplatz der Schweinfurter Garnison der US-Army, die Sulzheim Training Area, wurde 2014 geschlossen (siehe: U.S. Army Garrison Schweinfurt).

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111116/163322&attr=OBJ&val=1774
  3. Frank Siegmund: Alemannen und Franken. Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Band 23 (Herausgegeben von Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer). Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2000, S. 367
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 471.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 754.
  6. Website Sulzheim – Wissenswertes