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Schwanfeld

Gemeinde im Landkreis Schweinfurt in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwanfeld
Schwanfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwanfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 10° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Verwaltungs­gemeinschaft: Schwanfeld
Höhe: 242 m ü. NHN
Fläche: 12 km2
Einwohner: 1819 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97523
Vorwahl: 09384
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 175
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 6
97523 Schwanfeld
Website: www.schwanfeld.de
Bürgermeister: Richard Köth (CSU/Bürgerliste)
Lage der Gemeinde Schwanfeld im Landkreis Schweinfurt
SchweinfurtLandkreis Main-SpessartLandkreis Bad KissingenLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis HaßbergeLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgLandkreis BambergNonnenkloster (Unterfranken)StollbergerforstBürgerwaldVollburgWustvieler ForstHundelshausen (gemeindefreies Gebiet)Geiersberg (gemeindefreies Gebiet)BergrheinfeldDingolshausenDittelbrunnDonnersdorfEuerbachFrankenwinheimGeldersheimGerolzhofenGochsheimGrafenrheinfeldGrettstadtKolitzheimLülsfeldMichelau im SteigerwaldNiederwerrnOberschwarzachPoppenhausen (Unterfranken)RöthleinSchonungenSchwanfeldSchwebheimSennfeldStadtlauringenSulzheim (Unterfranken)ÜchtelhausenWaigolshausenWasserlosenWerneckWipfeldKarte
Über dieses Bild

Schwanfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schwanfeld.

GeografieBearbeiten

Schwanfeld liegt in der Region Main-Rhön.

GemeindegliederungBearbeiten

Schwanfeld gliedert sich in drei Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Schwanfeld.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Waigolshausen, Wipfeld, Eisenheim, Bergtheim und Werneck.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Schwanfeld gilt als das älteste Dorf Deutschlands, auch wenn eine durchgängige Besiedlung nicht erwiesen ist. Gesichert ist, dass dort vor rund 7500 Jahren Bandkeramiker sesshaft wurden, Ackerbau betrieben und in Häusern lebten. Die Funde aus dieser Epoche sind im Bandkeramik-Museum ausgestellt.

Schwanfeld wurde 772 erstmals urkundlich erwähnt. 1234 wurde das Kloster Heiligenthal gegründet. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die jüdische Gemeinschaft von Schwanfeld gegründet; 1579 entstand der jüdische Friedhof des Ortes.

Als Amt des Hochstiftes Würzburg lag Schwanfeld ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es fiel 1803 an Bayern, das es 1805 (Friede von Preßburg) mit dem Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana tauschte. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 112 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 80 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 672. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 33 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 657 Hektar, davon waren 621 Hektar Ackerfläche und 34 Hektar Dauergrünfläche.

WeinbauBearbeiten

Schwanfeld ist heute Weinbauort im Anbaugebiet Franken. Eine Weinlage existiert um das Dorf, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter dem Namen Schwanfelder Mühlberg vermarktet, wobei der Name auf die zwei Mühlenbetriebe um das Dorf verweist. Schwanfeld ist Teil des Bereichs Volkacher Mainschleife, bis 2017 waren die Winzer im Bereich Maindreieck zusammengefasst. Die Muschelkalkböden um Schwanfeld eignen sich ebenso für den Anbau von Wein, wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Schwanfeld Weinbau. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Erstmals erwähnt wurde die Rebe um den Ort im 12. Jahrhundert in einer Urkunde von Kloster Heiligenthal. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zur Selbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Maines heraus.

Der Weinbau erlebte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.[3] Die Schwanfelder Weinlage nimmt nur eine kleine Fläche ein, lediglich ein Nebenerwerbswinzer betreibt im Ort Weinbau.

Weinlage[4] Größe 1993[5] Größe 2017 Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage
Mühlberg 5 ha 4 ha Südwesten 25 % Müller-Thurgau Volkacher Kirchberg

VerkehrBearbeiten

Die Staatsstraße St 2270 führt durch Schwanfeld.

Bildung und KulturBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2017):

  • katholischer Kindergarten St. Michael mit 100 Plätzen
  • Grundschule

In Schwanfeld wurde am 16. Oktober 2010 das Bandkeramik-Museum Schwanfeld eröffnet.[6] Es setzt sich mit seinen Exponaten mit der bandkeramischen Kultur auseinander und stellt das Leben der ältesten mitteleuropäischen bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit (Neolithikum) vor 7500 Jahren dar.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schwanfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/223439&attr=OBJ&val=1770
  3. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
  4. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen, PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019.
  5. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.
  6. Offizielle Web-Seite des Bandkeramik-Museums