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Grettstadt

Gemeinde im Landkreis Schweinfurt in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grettstadt
Grettstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grettstadt hervorgehoben
Koordinaten: 49° 59′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 232 m ü. NHN
Fläche: 34,93 km2
Einwohner: 4238 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97508
Vorwahl: 09729
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 138
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 1
97508 Grettstadt
Website: www.grettstadt.de
1. Bürgermeister: Ewald Vögler (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Grettstadt im Landkreis Schweinfurt
SchweinfurtLandkreis Main-SpessartLandkreis Bad KissingenLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis HaßbergeLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgLandkreis BambergNonnenkloster (Unterfranken)StollbergerforstBürgerwaldVollburgWustvieler ForstHundelshausen (gemeindefreies Gebiet)Geiersberg (gemeindefreies Gebiet)BergrheinfeldDingolshausenDittelbrunnDonnersdorfEuerbachFrankenwinheimGeldersheimGerolzhofenGochsheimGrafenrheinfeldGrettstadtKolitzheimLülsfeldMichelau im SteigerwaldNiederwerrnOberschwarzachPoppenhausen (Unterfranken)RöthleinSchonungenSchwanfeldSchwebheimSennfeldStadtlauringenSulzheim (Unterfranken)ÜchtelhausenWaigolshausenWasserlosenWerneckWipfeldKarte
Über dieses Bild

Grettstadt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

GeografieBearbeiten

Grettstadt liegt in der Region Main-Rhön.

GemeindegliederungBearbeiten

Grettstadt gliedert sich in vier Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Dürrfeld, Grettstadt, Obereuerheim und Untereuerheim.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gädheim, Theres, Donnersdorf, Sulzheim, Kolitzheim, Schwebheim und Gochsheim.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Grettstadt wird das erste Mal 880 urkundlich erwähnt. In Schenkungsurkunden um 1100 wird mehrmals der Edelfreie „Sigeloch von Grezzistat“ genannt, zu dessen Besitz auch Korb bei Möckmühl zählte.[3][4] Im Zweiten Markgrafenkrieg (1552–1554) wurde Grettstadt, wie viele andere fränkische Siedlungen, geplündert und niedergebrannt[5]. Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Grettstadt 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1870 lebten in den damals 117 Wohngebäuden Grettstadts 169 Familien, von denen alle ausschließlich katholisch waren.[6]

ReligionenBearbeiten

  • Römisch-katholisch
  • Evangelisch
    • Das gesamte Gemeindegebiet wird durch die evangelische Kirchengemeinde Gochsheim betreut; es gibt keine evangelischen Kirchengebäude im Gemeindegebiet.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Dürrfeld eingegliedert.[7] Am 1. Mai 1978 kamen Obereuerheim und Untereuerheim hinzu.[8]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1838: 0500 Einwohner[9]
  • 1870: 0662 Einwohner[6]
  • 1961: 3178 Einwohner[8]
  • 1970: 3346 Einwohner[8]
  • 1987: 3527 Einwohner
  • 1991: 3709 Einwohner
  • 1995: 3887 Einwohner
  • 2000: 4115 Einwohner
  • 2005: 4165 Einwohner
  • 2010: 4121 Einwohner
  • 2015: 4211 Einwohner

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Vor dem Rathaus steht eine jahrhundertealte, pyramidenförmig geleitete Tanzlinde mit Steinpfeilern und darüber liegendem Holzgestell. Ihre Besonderheit besteht im mehrstufigen Kronenschnitt, der es ermöglichte, auf dem ersten Stockwerk eine Kapelle einzurichten, darunter wurde getanzt. Unter anderem wurde die Linde auch als Gerichtsbaum (Galgenbaum) benutzt, an dem Übeltäter gehängt wurden. Den Ortsausgang Grettstadts ziert eine weitere siebenstufig geleitete Linde.[10]

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 2003 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 285 und im Bereich Handel und Verkehr 104 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 63 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1523. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2003 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2096 Hektar. Dies entspricht etwa 60 Prozent der gesamten Gemeindefläche.

VerkehrBearbeiten

Grettstadt liegt jeweils etwa sieben Kilometer von den Anschlussstellen Gochsheim und Schonungen der Autobahn 70 entfernt. Es besteht eine Buslinie nach Schweinfurt. Die nächstgelegene Bahnstation ist Schweinfurt, nächstgelegener Verkehrsflughafen ist Nürnberg (100 km). Die Flughäfen Frankfurt am Main und München sind 176 beziehungsweise 263 Kilometer entfernt.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2003):

  • 175 Kindergartenplätze mit 156 betreuten Kindern, davon 25 halbtags, in Grettstadt und in den Gemeindeteilen Ober- und Untereuerheim
  • Volksschule mit neun Lehrern und 194 Schülern

WeblinksBearbeiten

  Commons: Grettstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Grettstadt in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. März 2018.
  3. Comburger Schenkungsbuch. Sigeloch von Grettstatt übergibt zum Altar des Hl. Nikolaus in Comburg zwölf Mansus in Korb. Abgerufen am 9. Januar 2017.
  4. Der Freie Sigeloch von Grettstadt schenkt dem Kloster St. Stephan (ad altare sancti Petri) in Würzburg 2 Hufen in Gieß (Giezzen). Dafür soll er nach seinem Tod im Kloster begraben werden. Gleichzeitig schenkt seine Ehefrau Judith dem Kloster 2 Hufen in Zapfendorf (Zaffendorf) unter Vorbehalt des lebenslänglichen Nießbrauchs. Abgerufen am 9. Januar 2017.
  5. Sumarischer, bestendiger, Gegenbericht und Verantwortung, auff des erklerten und publicirten Echters Marggrave Albrechts von Brandenburg, letzt außgangen, groß, unerber, leychtfertig Schmachbuch. 1556.
  6. a b Grübel: Statistisches Amts- & Adreß-Handbuch für den k. bayer. Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg: nach amtlichen Quellen bearbeitet. Würzburg 1870, S. 196 (google.de [abgerufen am 19. Dezember 2016]).
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 570.
  8. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 753.
  9. Anselm Andreas Caspar Cammerer: Das Königreich Bayern in seiner gegenwärtigen Gestalt: für Schulen und Vaterlandsfreunde. Kempten 1838, S. 288.
  10. Graefe, Rainer, 1941-: Bauten aus lebenden Bäumen : geleitete Tanz- und Gerichtslinden. Geymüller, Verl. für Architektur, Aachen [u. a.] 2014, ISBN 978-3-943164-08-4.