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GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Markt Bibart liegt im Steigerwald genau zwischen Nürnberg und Würzburg an der Bibart.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Oberscheinfeld, Scheinfeld, Sugenheim, Iphofen und Markt Einersheim.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

OrtsnameBearbeiten

Der Ort wurde 816 als „Bibaroth“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Grundwort ōdi (ahd. für Einöde, Wüste) und Bestimmungswort bibar (ahd. für Biber) ist. Der Der Flurname bezeichnet also eine öde Gegend, in der auffällig viele Biber vorzufinden waren.[3] Diese Ersterwähnung findet sich in der Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Megingaudshausen. Ab 1457 begegnet auch die Bezeichnung Markt, die in der mundartlichen Aussprache (bīwətʰ) jedoch keine Berücksichtigung findet.[4]

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Bibart (im frühen Mittelalter wohl „Biberach“[5]) gehörte über Jahrhunderte zum Fürstbistum Würzburg und war Sitz eines Amtes. Bibart lag im Fränkischen Reichskreis und gehörte zur Grafschaft Limburg-Speckfeld. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Markt Bibart ab Herbst 1631 von schwedischen Kleinverbänden geplündert.[6] 1803 fiel der Ort mit der Säkularisation des Hochstifts Würzburg an das Königreich Bayern.

NamensänderungBearbeiten

Am 2. Februar 1963 wurde der Gemeindename Bibart amtlich in Markt Bibart geändert.[7]

ReligionenBearbeiten

Die Bevölkerung von Markt Bibart ist überwiegend römisch-katholisch. Es existiert außerdem eine evangelisch-lutherische Pfarrei.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ziegenbach eingegliedert.[7] Altmannshausen kam am 1. Januar 1976 hinzu.[8]

PolitikBearbeiten

 
Nordostansicht

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat zwölf Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Blau und Silber; vorne eine schräg gestellte, quadratische, von Silber und Rot gevierte Fahne an goldener Lanzenstange, hinten ein aufgerichteter, rot gezungter schwarzer Biber mit blauem Schwanz.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Die alte katholische Pfarrkirche St. Marien ist ein Paradebeispiel des nachgotischen Echterstils.

Die Befestigung des Ortes aus dem Mittelalter hat sich kaum erhalten.

König-Ludwig-Turm, ein ca. 21 m[9] hoher hölzerner Aussichtsturm[10] auf der südlich von Markt Bibart an der Gemeindegrenze zu Neundorf (Sugenheim) gelegenen Hüßbachleite (388,9 m),[11] einem östlichen Ausläufer des 410,9 m[11] hohen Hüßbergs.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Markt Bibart besitzt einen Bahnhof an der Strecke Nürnberg–Würzburg. Er ist Halt der VGN-Linie R1 Nürnberg – Kitzingen. In seiner Nähe befindet sich auch ein Unterwerk.

Das Umland ist durch mehrere Buslinien erschlossen, die ebenfalls zum VGN-Netz gehören. Sie verkehren jedoch außerhalb der Spitzenzeiten und am Wochenende nicht.

Durch Markt Bibart verläuft die Bundesstraße 8. Die B 286 mündet beim Ortsteil Enzlar in die B 8.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Das Rauch Spanplattenwerk in Fuchsau produziert mit etwa 170 Mitarbeitern über 500.000 m³ Spanplatten jährlich.[12]

BildungBearbeiten

Die Grund- und Teilhauptschule I wurde in Markt Bibart zum Schuljahr 2004/2005 aufgelöst. Seitdem besitzt Markt Bibart nur noch eine einzügige Grundschule (Grundschule Markt Bibart).

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Franziska von Fritsch (1828–1904), Schriftstellerin
  • Herman Haupt (1854–1935), Landes- und Kirchenhistoriker, Bibliothekar
  • Ludwig Leuchsner (* 24. Februar 1578), Jurist, Rechtsanwalt in Nürnber, Geheimer Regierungsrat in Neustadt an der Aisch

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Markt Bibart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Markt Bibart in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. September 2019.
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 139.
  4. W. D. Ortmann, S. 12ff.
  5. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 71.
  6. Max Döller ( 1950), S. 234 f.
  7. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 565.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  9. Aussichtsturm Markt Bibart (Memento des Originals vom 30. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.steigerwald-info.de auf steigerwald-info.de
  10. Aussichtsturm Markt Bibart auf weinwanderwelt.de
  11. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  12. http://www.rauchspan.de/unternehmen/daten-fakten.html