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Iphofen

Gemeinde im Landkreis Kitzingen in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Iphofen
Iphofen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Iphofen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 42′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs­gemeinschaft: Iphofen
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 78,06 km2
Einwohner: 4619 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97346
Vorwahlen: 09167, 09323, 09326
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 139
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 28
97346 Iphofen
Website: www.iphofen.de
Bürgermeister: Josef Mend (FW)
Lage der Stadt Iphofen im Landkreis Kitzingen
Landkreis BambergLandkreis SchweinfurtLandkreis WürzburgLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimWiesenbronnSegnitzRüdenhausenRödelseeObernbreitMartinsheimMarktsteftMarkt EinersheimMarktbreitMainstockheimMainbernheimKleinlangheimKitzingenGeiselwindCastell (Unterfranken)BuchbrunnAlbertshofenAbtswindWillanzheimWiesentheidVolkachSulzfeld am MainSommerachSeinsheimSchwarzach am MainPrichsenstadtNordheim am MainIphofenGroßlangheimDettelbachBiebelriedLandkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild

Iphofen ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen. Durch den Weinanbau wurde die Stadt auch überregional bekannt. Mit ihrem malerischen, vollständig erhaltenen mittelalterlichen und barocken Altstadtensemble bildet Iphofen gleichzeitig einen touristischen und historischen Anziehungspunkt.

Die Einwohner Iphofens heißen Iphöfer. Ebenso wird das Adjektiv zum Stadtnamen gebildet, beispielsweise in Iphöfer Stadtmauer oder den Bezeichnungen der Iphöfer Weinlagen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Iphofen liegt am Fuße des Schwanbergs, eines der höchsten Berge des Steigerwalds. 10 km nordwestlich von Iphofen verläuft der Main. Iphofen liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2) und gehört zur Hellmitzheimer Bucht. Diese schiebt sich tief in den Steigerwald hinein und öffnet sich westwärts zum Maintal.[2]:8

Das Stadtgebiet wird vom Wehrbach und dem Siechhausbach durchflossen, die beide westlich des Stadtkerns in den Sickersbach münden.

Ausdehnung des StadtgebietsBearbeiten

Iphofen hat ein sternförmiges Stadtgebiet, das sich in die vier Himmelsrichtungen erstreckt. Es wird im Norden vom Schwanberg, im Osten vom Kalbberg und im Süden von der Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg begrenzt.

StadtteileBearbeiten

Iphofen gliedert sich seit der Eingemeindung ehemals selbständiger Gemeinden im Zuge der Gebietsreform vom 1. Januar 1972 neben der Stadt Iphofen in sechs Stadtteile[3]:

 
Die Ortsteile der Gemeinde Iphofen

Die Stadtteile bestehen insgesamt aus 22 Orten[4]:

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Castell, Oberscheinfeld, Markt Bibart, Markt Einersheim, Sugenheim, Willanzheim, Mainbernheim, Rödelsee und Wiesenbronn.

Naturräumliche LageBearbeiten

Naturräumlich liegen Iphofen und seine Ortsteile in drei verschiedenen Gebieten. Die Stadt selbst hat Anteil am Schwanbergvorland mit seinen flachen Hügeln. Weiter östlich schließt sich der Nördliche Steigerwald mit wesentlich höheren Lagen an, eine Untereinheit wurde nach dem Schwanberg benannt. Die meisten Ortsteile aber liegen in der Hellmitzheimer Bucht im Süden des Gemeindegebietes.

KlimaBearbeiten

Iphofen liegt am Rand der Maingauklimazone im vielleicht niederschlagsärmsten Teil Unterfrankens und Bayerns. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt ungefähr 8 °C.

GeschichteBearbeiten

 
Marktplatz mit Stadtpfarrkirche St. Veit, Rathaus und Marienbrunnen

Jüdische GemeindeBearbeiten

Während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit existierte in Iphofen zeitweise eine Israelitische Kultusgemeinde. Während des Mittelalters war die Gemeinde häufiger Verfolgungen ausgesetzt, so tötete man im Jahr 1298 insgesamt 25 Personen jüdischen Glaubens im Zuge der sogenannten Rintfleisch-Pogrome. Wohl um die Gräueltaten zu rechtfertigen, etablierte sich eine Legende, wonach die Juden geweihte Hostien geschändet haben sollen.

Während die Juden zusammen mit den christlichen Nachbarn den Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg geleistet hatten, plante der Stadtrat im Jahr 1683 wiederum die Juden zu vertreiben. Diesmal kam es allerdings zum Widerstand der Stadtbevölkerung. Ein Brief an den Würzburger Bischof unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen den Religionen. Dennoch setzte sich der Stadtrat durch und die Juden wurden aus Iphofen verbannt. Nun etablierte sich in der Stadt keine eigene Gemeinde mehr.

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung Iphofens stammt aus dem Jahre 741. In einem Schriftstück, das die Übereignung von 25 Kirchen von Karlmann an den Bischof von Würzburg dokumentierte, findet sich die Iphöfer Kirche Johannes der Täufer. 1293 erhielt Iphofen die Stadtrechte durch Manegold von Neuenburg, Bischof von Würzburg. In dieser Zeit entstand auch die noch erhaltene Stadtbefestigung. Um 1421 wurde das Gräbenviertel in die Stadtbefestigung einbezogen. Der Bau der Stadtpfarrkirche St. Veit wurde 1414 begonnen. Die Pest suchte Iphofen viermal, 1524, 1582–1586, 1611 und 1632, heim.

Die Stadt war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts fast vollständig evangelisch. Die rigorose Konfessionspolitik des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter mit Androhung des Landesverweises führte 1586 durch zahlreiche erzwungene Konversionen jedoch einen Wendepunkt herbei. Ab diesem Zeitpunkt stieg der Anteil der Katholiken konstant an, zudem waren bereits bei der Pestepidemie von 1582 bis 1586 viele betuchte und einflussreiche Protestanten gestorben. Um 1650 war Iphofen schließlich ein rein katholischer Ort.

Bereits 1620 begannen für die Stadt durch den Einfall von Söldnern in die Iphöfer Flur die Plagen des Dreißigjährigen Krieges. Für die folgenden Jahre sind diese im Stadtarchiv in reichlich vorhandenen Urkunden und Ratsprotokollen belegt. Der Bau des barocken Rathauses wurde 1716 begonnen.

1803 ging die Gemeinde im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses vom Hochstift Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, an das Kurfürstentum Bayern über.

20. JahrhundertBearbeiten

Durch eine Reblaus-Epidemie ging der Weinbau 1905 nieder.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts fand ein wirtschaftlicher Wiederaufschwung statt, insbesondere 1932 durch die Gründung und das folgende Wachstum der Firma Knauf Gips. Außerdem wurde die Pfropfrebe eingeführt. Im ersten Reichstagswahlkampf 1932 führte der aus Lauf stammende Neustädter Kaufmann Richard Schwab mit dem Nürnberger Stadtrat und späteren SS-Sturmbannführer Hans Bäselsöder im Auftrag des Bezirks Scheinfeld der NSDAP einen Propagandamarsch von Hellmitzheim nach Iphofen an.[5] Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt weitgehend von Zerstörungen verschont. Durch Initiative von Ruppert Schneider und Karlheinz Spielmann war Iphofen zur Lazarettstadt erklärt worden.

Historischer KriminalfallBearbeiten

Am 27. Februar 1753 wurde der Pfarrer zu Possenheim, Georg Friedrich Esper, bei einem nächtlichen Überfall auf das Pfarrhaus getötet. Dieser brutale Einbruch und Mord war bereits zur Zeit des Geschehens ein spektakulärer Kriminalfall und weit über den Ort hinaus bekannt geworden. Eine bis zu 25 Personen starke Räuberbande, verkleidet mit falschen Bärten und bewaffnet mit Gewehren, Stemmeisen und Seilen, verschaffte sich in der Tatnacht gegen 22:00 Uhr gewaltsam Zugang in das Gebäude. Ein Teil der Bande überwältigte und fesselte die beiden Mägde in ihrer Kammer und hüllte sie in Bettdecken. Die jüngere der beiden wurde von den Tätern vergewaltigt. Weitere Räuber drangen im oberen Stockwerk in die Kammer der Familie des Pfarrers ein und fesselten ihn, nachdem sie ihn mit brutaler Gewalt überwunden hatten. Auch seine Frau und die Kinder wurden an Händen und Füßen gefesselt. Anschließend durchsuchten die Diebe das gesamte Mobiliar und trugen alles von Wert aus dem Haus. Kaum war das Diebesgut, der Wert wurde auf 800 Gulden geschätzt, vom Hof getragen, schlossen die dreisten Räuber die Türen des Pfarrhauses wieder sorgfältig ab und flohen in die dunkle Nacht. Die Frau des Pfarrers konnte sich schließlich befreien. Mit lauten Schreien gelang es ihr, den Nachtwächter zu alarmieren. Die eintreffenden Helfer konnten allerdings nur noch den Tod des Pfarrers feststellen. Den eilig zusammengelaufenen Bürgern war die sofortige Verfolgung der Täter mangels erkennbarer Spuren nicht möglich. Trotz umfangreicher Untersuchungen verschiedener Behörden in der näheren und ferneren Umgebung, etlichen Hausdurchsuchungen und Verhaftung verdächtiger Personen konnte das Verbrechen nicht aufgeklärt werden.

Eingemeindungen, Wüstungen und VerwaltungszugehörigkeitBearbeiten

Auf der Gebiet von Mönchsondheim war die Siedlung Bulach zu finden, die im 13. Jahrhundert aufgegeben wurde. Der sogenannte Poppenhof, der seit dem 17. Jahrhundert östlich der Stadt lag, wurde im Jahr 1847 niedergebrannt und liegt seitdem wüst. Ebenfalls im Osten ist die Wüstung Osthofen zu finden. Auf dem Gebiet des Ortsteils Possenheim ist die Wüstung Kirchheim zu finden; das Dorf wurde bereits im 13. Jahrhundert aufgegeben.

Eine ähnliche Lage wird auch bei der Wüstung Eckelsheim angenommen. Nahe Possenheim war auch die Mönchshütte zu finden. Im 14. Jahrhundert wurde dagegen Kleindornheim nahe dem Ortsteil Dornheim verlassen. Bei Dornheim sind außerdem die Wüstungen Kellerhaus und Sulzbach zu verorten. Das ehemalige Siechhaus lag außerhalb der Stadt an der Straße nach Markt Einersheim.

Am 1. Januar 1972 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Birklingen, Dornheim, Hellmitzheim, Mönchsondheim, Nenzenheim und Possenheim im Zuge der Gemeindegebietsreform eingemeindet.[6] Bis zur Kreisreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, gehörte Iphofen zum Landkreis Scheinfeld.

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 66,8 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,9 %
33,2 %
13,9 %

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister von Iphofen ist seit 1990 Josef Mend von den Freien Wählern. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 95,5 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Der Bürgermeister ist zusätzliches Mitglied des Stadtrats.

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat hat (ohne Bürgermeister) 16 Mitglieder. Davon sind seit der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 neun von der Freien Wählergemeinschaft, fünf von der CSU und zwei von der SPD. Gegenüber der vorigen Wahl 2008 gewann die FWG einen Sitz hinzu, die CSU verlor einen Sitz.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau auf drei grünen Hügeln ein schwarzer Eisenhut, dessen Rand zu beiden Seiten mit einem von Silber und Rot Gevierten Fähnchen besteckt ist.“[8]
Wappenbegründung: Der Eisenhut verweist auf die Wehrhaftigkeit der Stadt und ihrer Bürgerschaft. Die Fähnchen sind dagegen ein Hinweis auf die herrschaftliche Zugehörigkeit der Stadt in Mittelalter und Früher Neuzeit. Sie sind als Rennfähnlein der Bischöfe von Würzburg zu deuten. Drei Hügel könnten den Weinbau andeuten, der in der Umgebung betrieben wird. Das Wappen hat sich in verschiedenen Varianten überliefert, erstmals 1430 tauchen der Eisenhut und die Fähnchen auf. Zuvor war das Brustbild eines Bischofs mit Stab und Mitra zu sehen.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Iphofen unterhält keine Städtepartnerschaften.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

MusikBearbeiten

In Iphofen gibt es mehrere Gesangvereine und Blaskapellen (Feuerwehrkapelle, Knauf-Bergmannskapelle etc.). In der Grundschule befindet sich eine Zweigstation der Musikschule Kitzingen.

BauwerkeBearbeiten

KirchenBearbeiten

St. VeitBearbeiten

Die Erwähnung einer Kirche des Hl. Veit findet sich in den Quellen erstmals 1297. Älteste Teile der heutigen Kirche stammen aus der Zeit um 1360. Die Stadtpfarrkirche St. Vitus enthält viele Kunstschätze, wie eine gotische Madonna und eine Statue Johannes des Evangelisten von Tilman Riemenschneider.

St. MichaelBearbeiten

Die Michaelskapelle (um 1381) dient als Beinhaus. Die Gebeine sind noch heute vorhanden und durch Glasfenster sichtbar.

Kirche zum Hl. BlutBearbeiten

Am Ort einer Hostienschändung 1294 soll die Kapelle errichtet worden sein. Sie entwickelte sich zur Wallfahrtskirche. Diese erhielt 1329 durch den Würzburger Bischof Wolfram eine eigene Pfarrstelle. Die ehemalige Wallfahrtskirche dient heute als Nebenkirche von St. Veit.

SpitalkircheBearbeiten

Die Spitalkirche St. Johann Baptist (1338) war ehemals eine katholische Kirche. Heute wird sie als evangelische Kirche genutzt.

StadtbefestigungBearbeiten

Historische StadtbautenBearbeiten

  • Knauf-Museum (1688). Alte Schenkstatt, dann Rentamt. Heute als Museum genutzt.
  • Marktplatz mit Marienbrunnen und einem reizvollen Ensemble alter Fachwerkhäuser
  • Rathaus (1716–1718)
  • Vinothek, ursprünglich Mesnerhaus der Stadtpfarrkirche St. Veit, heute Kultur- und Weinbau-Präsentationshaus der Stadt
  • Spitalmühle, ehemalige Getreide- und Lohmühle vor der alten Stadt

BaudenkmälerBearbeiten

UmlandBearbeiten

Höttehött-DenkmalBearbeiten

Auf einem strittigen Flurstreifen zwischen Iphofen und Rödelsee weidete einst ein Hirte seine Schafe und wurde vom Gericht als Schiedssprecher an das strittige Flurstück geladen, um unter Eid auszusagen. Die Bürger der Stadt Iphofen bestachen den Hirten, der den folgenden Meineid schwor: "So wahr der Schöpfer über meinem Haupte ist und Iphöfer Erde unter meinen Füßen ist, gehört diese Flur den Bürgern von Iphofen!". Der Hirte trug beim Schwur eine Suppenschöpfkelle unter der Mütze und füllte sich vorher Iphöfer Erde in die Schuhe. Damit wurde der strittige Flurstreifen Iphofen zugesprochen. Der Hirte allerdings wurde nach diesem Meineid einen Kopf kürzer gemacht. Er war der Sage nach noch oft des Nachts spukend vor den Stadttoren Iphofens mit seinem Kopf unter dem Arm gesehen, seinen Namen Höttehött schaurig rufend.

Ein steinernes Denkmal Höttehött mit dem Kopf unter dem Arm in den Weinbergen von Iphofen erinnert an diese Begebenheit. Es ist Ausgangspunkt eines Wanderpfads hinauf zum Schloss Schwanberg. Diese Art des gedanklichen Vorbehalts beim Schwur, in der Rechtswissenschaft auch als Reservatio Mentalis bezeichnet, findet sich mancherorts in historischen Erzählungen oder Sagen wieder.

SportBearbeiten

Iphofen verfügt über Sport-, Fußball- und Tennisplätze. In Iphofen selbst gibt es außerdem ein Hallenbad, im benachbarten Markt Einersheim ein Freibad. Vereine sind z. B. der 1. FC Iphofen (mit Tennis- und Judoabteilung), der TSV Iphofen (u. a mit Handball, Badminton und Volleyball), der Wanderverein Iphofen und die Winzertanzgruppe. Die Schützen der Kgl-priv. Schützengesellschaft 1420 pflegen die Traditionen und sind im Besitz modernster Schießanlagen. In den 90er Jahren wurde die Sport- und Veranstaltungshalle „Karl-Knauf-Halle“ gebaut.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Besonders die Iphöfer Stüchtbälle in der Fastnacht, die verschiedenen Märkte (Martini- und Weihnachtsmarkt) und die fränkische Feinschmeckermesse locken regelmäßig Besucher nach Iphofen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Iphofen liegt direkt an der Bundesstraße 8 und hat über Kitzingen-Biebelried eine gute Anbindung zum Biebelrieder Kreuz und damit an die Autobahnen A 3 und A 7. 1 km südlich des Stadtzentrums liegt der Bahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg. Dieser ist seit dem Dezember 2006 in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg integriert.

WeinbauBearbeiten

 
Die Weinlage Kalbberg nahe der Stadt

Iphofen ist heute bedeutender Weinbauort im Anbaugebiet Franken, belegt mit seiner Rebfläche den dritten Platz nach Volkach und Nordheim am Main. Insgesamt vier Weinlagen existieren um den Ort, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter den Namen Iphöfer Domherr, Iphöfer Julius-Echter-Berg, Iphöfer Kalb und Iphöfer Kronsberg vermarktet. Daneben ist die Stadt namensgebende Leitgemeinde der Großlage Iphöfer Burgweg. Iphofen ist Teil des Bereichs Schwanberger Land, bis 2017 waren die Winzer im Bereich Steigerwald zusammengefasst. Die Keuperböden mit hohem Gipsanteil um Iphofen eignen sich ebenso für den Anbau von Wein, wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Iphofen Weinbau. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Bereits 1158 tauchen in einer Urkunde „vineas in Ypphofen“ auf, die dem Kloster Münchaurach gehörten. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zur Selbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Maines heraus.

 
Vinothek in Iphofen

Im 15. Jahrhundert reichten die Weinberge bis vor die Stadt, die höher gelegenen Berghänge des Schwanberges, die heute das Hauptanbaugebiet für Wein um Iphofen bilden, waren allerdings noch kaum bestockt. Erst im 18. Jahrhundert entstanden die heutigen Lagen. Im Jahr 1582 befanden sich noch 320 ha Weinberge um die Stadt. Iphofen war wichtiger Weinhandelsplatz im Steigerwaldvorland, sodass die Stadtoberen mehrere Personen mit der Überwachung der Weinqualität und -menge einsetzten. Traubenstehlen im Weinberg wurde bei Wiederholung mit Verweis aus der städtischen Gemeinschaft bestraft.[9]

Der Weinbau erlebte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. Ab dem 30. August 1905 galt die Iphöfer Gemarkung als von der Reblaus verseucht. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.[10]

Den Charakter als Weinstadt bestimmen heute mehr als 20 Winzer. Bekannte Weingüter sind das Weingut Hans Wirsching, das 2016 von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mit dem Staatsehrenpreis ausgezeichnet wurde, der höchsten Auszeichnung für Wein in Bayern.[11], sowie der Winzer Johann Ruck. Er belieferte auch Papst Benedikt. Neben den beiden vorgenannten gehört auch das Weingut Johann Arnold dem Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) an. Auch das Würzburger Juliusspital besitzt in Iphofen größere Flächen. Der Schauspieler Günter Strack aus dem nahegelegenen Münchsteinach vermarktete hier außerdem einst seine eigenen Weine.

Zwei Lagen, der Julius-Echter-Berg und der Kronsberg, sind vom VDP klassifiziert und liefern erstklassige Weine. Beide Lagen besitzen sehr steile Abschnitte und sind nach Süden bzw. Südwesten ausgerichtet. Seit den 2000er Jahren versucht die Stadt ihr Profil als Zentrum des fränkischen Weintourismus zu stärken. Hierzu etablierte man neue Feste und errichtete einen Weinlehrpfad am Schwanberg. Daneben entstand eine Vinothek in der Stadtmitte.[12] Mittelpunkt der Weinkultur ist das Winzerfest auf dem Marktplatz Mitte Juli.

Weinlage[13] Größe 1993[14] Größe 2019 Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage
Domherr 21 ha unklar Süden 25–35 % Müller-Thurgau, Bacchus großlagenfrei
Julius-Echter-Berg 40 ha 163 ha Süden 35 % Silvaner Iphöfer Burgweg, Rödelseer Schloßberg
Kalb 90 ha 68 ha Süden 35 % Silvaner Iphöfer Burgweg
Kronsberg 160 ha 198 ha Süden 30 % Müller-Thurgau Iphöfer Burgweg

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Neben dem Weinbau ist die Gips- bzw. Baustofffirma Knauf Gips KG der bestimmende Wirtschaftsfaktor. Über die Gewerbesteuer hinausgehend unterstützt sie mit Zuschüssen Vereine und gemeinschaftliche Einrichtungen. Die Knauf-Halle, das Knauf-Museum, der Erhalt des mittelalterlichen Stadtkerns, das Hallenbad, das Gebäude für die Winzer: All dies wäre ohne die Gewerbesteuer, die Zuschüsse des Unternehmens und die Einkommen der Knauf-Beschäftigten für eine Gemeinde mit weniger als 5.000 Einwohnern nicht finanzierbar.

Die geschäftsführenden Gesellschafter Nikolaus und Baldwin Knauf engagieren sich auch politisch in der Gemeinde und in der Region.

Des Weiteren gibt es mehrere große Einkaufszentren und viele mittelständische Betriebe.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Iphofen verfügt über die normalen Organe einer Verwaltungsgemeinschaft. Die Behörden sind im Gebäude der alten Schule untergebracht. Das Bürgermeisteramt befindet sich Rathaus.

BildungBearbeiten

In Iphofen befinden sich die Dr. Karlheinz-Spielmann-Volksschule, Grund- und Mittelschule und ein Bildungszentrum der Bundesagentur für Arbeit.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Veit Vendt († 1503), Zisterzienserabt von Ebrach
  • Leonhard Gnetzamer (um 1516–1566), Benediktinerabt von Aura und Münsterschwarzach
  • Leonhard Krenzheim (1532–1598), evangelischer Theologe
  • Johann Papius (1558–1622), Logiker und Mediziner
  • Georg Ludwig Frobenius (1566–1645), Mathematiker und Buchhändler
  • Johannes Crellius (geb. Hellmitzheim 1590–1633)
  • Peter Bertsch (geboren als Johann Jakob, 1671–1741), Propst des Augustiner-Chorherrenstifts Triefenstein
  • Melchior Philipp Rothmund (1723–1778), Seminarregens in Ellwangen, Kapitular des Stiftes Haug in Würzburg
  • Gabriel Klinger (geboren als Johann Andreas Franz, 1742–1826), Provinzial der fränkischen Kapuziner-Provinz
  • Franz Reichert (1750–1793), Mitglied des Münchner Prediger-Instituts
  • Valentin Arnold (1798–1860), Schriftsteller[15]
  • Franz Brosch (* 1949), Politiker (CSU) und Verbandsfunktionär

LiteraturBearbeiten

  • Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.
  • Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.
  • Josef Endres: Zur Geschichte und Bedeutung des Weinbaus in Iphofen. In: Im Bannkreis des Schwanbergs. Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen 2010. Dettelbach 2010. S. 13–43.
  • Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Iphofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Iphofen – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Fritz Ortner: Illustrierter Führer durch Markt Einersheim und seine Geschichte. Hrsg.: Markt Markt Einersheim. Druckerei Hügelschäffer, Mainbernheim 1986.
  3. Urlaub im Weinland Franken - Ferien in Iphofen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 9. März 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.iphofen.de
  4. Bayerische Landesbibliothek Online (BLO). Abgerufen am 9. März 2018.
  5. Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 240.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 565.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik
  8. Bauer, Hans: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. S. 59.
  9. Endres, Josef: Zur Geschichte und Bedeutung des Weinbaus in Iphofen. S. 25.
  10. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
  11. Bayerische Staatsehrenpreise zur Fränkischen Weinprämierung 2016. Abgerufen am 23. November 2016.
  12. Endres, Josef: Zur Geschichte und Bedeutung des Weinbaus in Iphofen. S. 31.
  13. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen, PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019.
  14. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.
  15. Klarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 199.