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Siechhausbach (Sickersbach)

Bach in Deutschland
Siechhausbach
Stadtmauer Iphofen am Siechhausbach

Stadtmauer Iphofen am Siechhausbach

Daten
Gewässerkennzahl DE: 243362
Lage Mainfränkische Platten

Bayern

Landkreis Kitzingen
Flusssystem Rhein
Abfluss über Sickersbach → Main → Rhein → Nordsee
Quelle westlich des Vogelgesangbergs, ost-südöstlich von Iphofen
49° 41′ 51″ N, 10° 17′ 46″ O
Quellhöhe ca. 301 m ü. NHN[1]
Mündung westlich der Stadtgrenze von IphofenKoordinaten: 49° 42′ 8″ N, 10° 15′ 9″ O
49° 42′ 8″ N, 10° 15′ 9″ O
Mündungshöhe ca. 243 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 58 m
Sohlgefälle ca. 17 ‰
Länge 3,4 km[2]
Einzugsgebiet 5,56 km²[2]

Der Siechhausbach ist ein Bach im Steigerwaldvorland im Gebiet der Stadt Iphofen im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Nach einem etwa 3 km langen, im Wesentlichen west-nordwestlichen Lauf fließt er am Rand der Iphöfer Innenstadt von links mit dessen rechtem Hauptoberlauf Wehrbach zum Sickersbach zusammen. Der Siechhausbach ist ein ganzjähriges Fließgewässer 3. Ordnung.

GeographieBearbeiten

VerlaufBearbeiten

Der Siechhausbach entspringt auf etwa 301 m ü. NHN[1], am westlichen Fuß des Vogelgesangbergs (413 m ü. NHN[3]) und läuft zunächst in offener Flur entlang einem Schotterweg nach Westen. Bevor er die Abwässer einer Kläranlage nahe der Einersheimer Straße aufnimmt, führt er nur unbeständig Wasser. Danach unterquert er im Schwenk auf nordwestlichen Lauf an der Südspitze einer Iphöfer Siedlungszone die Ortsverbindungsstraße nach Markt Einersheim und folgt nunmehr an der rechten Seite dem sich weiter bis an den Rand der Altstadt Iphofens fortsetzenden Schotterweg. Die Richtung von Nordwest auf Südwest wechselnd und die Kreisstraße KT 19 Iphofen–Birklingen kreuzend, verläuft der Bach danach parallel zum ebenfalls wasserführenden Stadtgraben, von dem ihn nur ein Weg trennt, sowie zur Stadtmauer dahinter. Nachdem ihn bald eine Straßenbrücke aus der Altstadt zur in anderer Richtung nach Willanzheim führenden Kreisstraße überspannt hat, verlässt der Siechhausbach an dessen Nordknick den Befestigungsstreifen wieder unter der diesem außen folgenden Straße Am Stadtgraben West hindurch. Zwischen Siedlungsbereichen der Stadt in etwas Abstand läuft er nun durch Wiesenflur westnordwestlich weiter, zunächst noch verdolt. Nach Unterquerung der Mainbernheimer Straße erreicht der Siechhausbach dann von einer Baumgalerie begleitet den Lauf des rechten Wehrbachs, mit dem er auf etwa 243 m ü. NHN[1] zum Sickersbach zusammenfließt.

Der Siechhausbach hat auf einer Länge von 3,4 km ein absolutes Gefälle von etwa 58 Höhenmetern und damit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 17 ‰.

EinzugsgebietBearbeiten

Es umfasst etwa 5,5 km² und liegt im Nordteil der Hellmitzheimer Bucht vor dem westlichen Steigerwald im Unterraum Steigerwaldvorland des Naturraums Mainfränkische Platten. Die höchste Erhebung im Einzugsgebiet ist der Vogelgesangberg, ein Westsporn des Steigerwaldes etwas östlich über dem Quellgebiet, der eine Höhe von 413 m ü. NHN[3] erreicht.

Die Bucht liegt an einer größeren Wasserscheide, die Gewässer östlich von ihr – das nächste Hauptgewässer ist die Bibart – laufen in der alten danubischen Richtung südostwärts letztlich in die Aisch, die zwar über die Regnitz ebenfalls in den Main entwässert, allerdings in den Obermain mit einem großen Umweg durch Mittel- und Oberfranken, während der Siechhausbach und seine anderen Nachbargewässer über Sickersbach und Breitbach zum Main des Maindreiecks entwässern.

Vom Zusammenfluss des Siechhausbachs mit dem bedeutenderen rechten Wehrbach an zieht seine nördliche und rechte Wasserscheide über den Kalbberg (412 m ü. NHN[3]) bis zum Vogelsangberg. Nur hier auf der Spornhöhe liegt kurz Bibart-Einzugsgebiet an, wonach die Einzugsgebietsgrenze etwa südwestlich über den Hügelrücken Aschenberg (341 m ü. NHN[1]) etwas nördlich von Einersheim bis an den Westrand des Marktdorfes zieht; jenseits entwässert auf diesem Abschnitt der Moorseebach westwärts zum Breitbach. Nach einem Knick der linken Wasserscheide nach Westnordwesten läuft sie vor dem ebenfalls zum Main-Zufluss Breitbach strebenden Sparnbach bis auf einen nur etwa 286 m ü. NHN[1] hohen Hügel in der Nähe des Umspannwerkes an der Willanzheimer Straße. Von dort an grenzt bis zurück zur Mündung noch etwa ein Kilometer westlicher Wasserscheide an, an deren Gegenseite Einzugsgebiet des Sickersbach unterhalb des Zusammenflusses seiner Oberläufe liegt.

Das Quellgebiet des Siechhausbachs liegt im Landschaftsschutzgebiet LSG innerhalb des Naturparks Steigerwald (ehemals Schutzzone) LSG-00569.01[4] und damit innerhalb des Naturparks Steigerwald.

Geologisch liegt das Einzugsgebiet am Oberlauf und bis etwa zur ersten Berührung von Iphöfer Siedlungsbereich im Gipskeuper, während der Unterlauf im Unterkeuper liegt.[5]

ZuflüsseBearbeiten

Hierarchisch, jeweils von Ursprung zur Mündung. Länge[6], Einzugsgebiet[7] und Seefläche[8] abgemessen auf dem BayernAtlas, siehe bei den →Weblinks. Auswahl.

  • (Zufluss), von links, ca. 100 m, Abfluss einer Kläranlage

Flusssystem MainBearbeiten

SehenswertesBearbeiten

Das Einzugsgebiet im Quellbereich ist Bestandteil des Natura 2000 Netzwerkes und als Schutzgebiet DE6327371, Vorderer Steigerwald mit Schwanberg[9] ausgewiesen. Der Bach verläuft im Stadtmauergraben der historischen Stadtbefestigung von Iphofen.

WissenswertesBearbeiten

 
Das Pesttor in Iphofen

Der Name Siechenhausbach stammt vom oberdeutschen siech für krank und damit für ein Gewässer, das am Siechenhaus liegt[10]. Tatsächlich bestand bis 1570 ein Siechenhaus vor dem Einersheimer Tor, das vielleicht das ältere Spital zeitweilig ersetzte[11]. Dazu passt auch das, heute noch vorhandene aber zugemauerte, Pesttor von Iphofen, an dem der Siechhausbach in kurzer Entfernung vorbeifließt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Höhe abgefragt auf dem BayernAtlas (Rechtsklick). Siehe bei den → Weblinks.
  2. a b Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 75 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)
  3. a b c Höhe nach schwarzer Beschriftung auf dem BayernAtlas.
  4. World Database on Protected Areas – LSG innerhalb des Naturparks Steigerwald (ehemals Schutzzone) (englisch)
  5. Geologie nach der Geologischen Karte 1:500.000 auf dem BayernAtlas.
  6. Länge abgemessen auf dem BayernAtlas.
  7. Einzugsgebiet abgemessen auf dem BayernAtlas.
  8. Seefläche abgemessen auf dem BayernAtlas.
  9. Natura 2000: DE6327371, Vorderer Steigerwald mit Schwanberg (Abgerufen am 24. Juni 2015)
  10. Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch: Etymologie der Gewässernamen und der zugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen, Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 31. Januar 2014, Seite 497
  11. Hojer, G. and Liedke, V. and Wieser, E.: Landkreis Scheinfeld, Deutscher Kunstverlag, 1976, S. 130

WeblinksBearbeiten