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Prichsenstadt

Gemeinde im Landkreis Kitzingen in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Prichsenstadt
Prichsenstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Prichsenstadt hervorgehoben

Koordinaten: 49° 49′ N, 10° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 48,86 km2
Einwohner: 3050 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97357
Vorwahlen: 09383, 09382
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 158
Stadtgliederung: 11 Gemarkungen mit
18 Gemeindeteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karlsplatz 5
97357 Prichsenstadt
Website: www.prichsenstadt.de
Bürgermeister: René Schlehr (CSU)
Lage der Stadt Prichsenstadt im Landkreis Kitzingen
Landkreis BambergLandkreis SchweinfurtLandkreis WürzburgLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimWiesenbronnSegnitzRüdenhausenRödelseeObernbreitMartinsheimMarktsteftMarkt EinersheimMarktbreitMainstockheimMainbernheimKleinlangheimKitzingenGeiselwindCastell (Unterfranken)BuchbrunnAlbertshofenAbtswindWillanzheimWiesentheidVolkachSulzfeld am MainSommerachSeinsheimSchwarzach am MainPrichsenstadtNordheim am MainIphofenGroßlangheimDettelbachBiebelriedLandkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild

Prichsenstadt ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Prichsenstadt (ostfränkisch Brieschdi) liegt im fränkischen Weinland zwischen Main und Steigerwald. Durch die Gemeindeteile Bimbach, Brünnau, Neuses am Sand, Stadelschwarzach und Laub fließt die Schwarzach.

StadtgliederungBearbeiten

 
Die Ortsteile der Stadt Prichsenstadt

Prichsenstadt hat elf Gemarkungen mit 18 Ortsteilen[2]:

Gmkg-
Schl
Gemarkung Fläche
ha
Einwohner
1.11.2007[3]
Ortsteil(e)
1130 Prichsenstadt 642,73 949 Prichsenstadt, Lohmühle, Schnaudersmühle, Wiesenmühle
1132 Altenschönbach 562,41 390 Altenschönbach, Lochmühle
1117 Bimbach 279,65 163 Bimbach, Erhardsmühle
1115 Brünnau 299,50 200 Brünnau, Stolzenmühle
1145 Rüdern 634,14 12 Rüdern, Ilmbach
1114 Järkendorf 338,42 112 Järkendorf
1131 Kirchschönbach 443,90 377 Kirchschönbach
1128 Laub 575,54 268 Laub
1118 Neudorf 209,49 118 Neudorf
1116 Neuses am Sand 300,97 127 Neuses am Sand
1129 Stadelschwarzach 599,64 525 Stadelschwarzach
  Stadt Prichsenstadt 4886,39 3251 9 Ortsteile

Alle Gemarkungen mit Ausnahme von Rüdern waren früher selbständige Gemeinden. Rüdern wurde 1870 weitgehend abgesiedelt und nach Kirchschönbach eingemeindet.[4] Kirchschönbach (einschließlich Rüdern) sowie die acht übrigen Gemeinden wurden 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Prichsenstadt eingemeindet.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Oberschwarzach, Geiselwind, Wiesentheid, Volkach und Lülsfeld.

GeschichteBearbeiten

 
Westtor

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

In einer Urkunde der Grafen zu Castell wird Prichsenstadt 1258 zum ersten Mal erwähnt, als die Grafen dem Ritter Heinrich von 'Briesendorf' es als Kämmererlehen übertrugen.[5] Die Ritter saßen auf dem Schloss Prichsenstadt. 1367 erhielt Prichsenstadt die Stadtrechte von Kaiser Karl IV. verliehen. Anschließend ging es in den Besitz seines Sohnes König Wenzel von Böhmen über. Nach einigen Auseinandersetzungen gelangte der Ort in den Besitz der Burggrafen von Nürnberg und damit später an die Markgrafen von Brandenburg. Mehrmals war die Stadt schweren Zerstörungen ausgesetzt: 1492 durch den Würzburger Bischof Johann III. von Grumbach und 1632 durch kaiserliche Truppen vom Lager Wallensteins sowie in den folgenden Jahren durch umherziehende plündernde Haufen. 1803 kam Prichsenstadt vom 1792 preußisch gewordenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, an das Kurfürstentum Bayern.

Jüdische GemeindenBearbeiten

Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ort ansässig, die eine Jüdische Gemeinde bildeten und sich in der Freihofgasse 2 ihre Synagoge und ihr Schulhaus errichteten. Beide Gebäude wurden beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern verwüstet, sie werden seither für andere Zwecke genutzt. An der Friedhofsmauer erinnert eine Gedenktafel an dieses Geschehen und an die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Einwohner in der Shoa.[6] Neben der Jüdischen Gemeinde in Prichsenstadt bestanden in den heutigen Ortsteilen Altenschönbach, Brünnau, Järkendorf und Kirchschönbach Kultusgemeinden.

Wüstungen und EingemeindungenBearbeiten

Im 15. Jahrhundert wurde das Dorf Kleinschönbach aufgegeben und die Bewohner zogen in das befestigte Prichsenstadt. Bis zur Gemeindegebietsreform gehörte Prichsenstadt zum Landkreis Gerolzhofen. Dieser wurde am 1. Juli 1972 aufgelöst und die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenschönbach, Bimbach, Brünnau, Järkendorf, Kirchschönbach, Laub, Neudorf, Neuses am Sand und Stadelschwarzach nach Prichsenstadt eingegliedert.[7]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Stadtrat hat 16 Mitglieder. Er setzt sich seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wie folgt zusammen:[8]

Partei / Liste Sitze Stimmenanteil
CSU 7 40,0 %
SPD 3 19,1 %
Stadelschwarzacher Ortsliste 2 14,6 %
Freie Bürgergemeinschaft 4 26,3 %

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2014 René Schlehr (CSU). Er wurde mit 53,4 % der gültigen Stimmen gewählt. Qua Amt ist er zusätzliches Mitglied des Gemeinderats.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Blau und Rot; vorne ein silberner Turm mit breitem silbernen Dach, hinten ein doppeltschwänziger, silbern gekrönter und silbern bewehrter silberner Löwe, der die Vorderpranken an den Turm legt.“[9]
Wappenbegründung: Die Darstellung des Turms und des Löwen erscheint bereits in den frühesten bekannten Siegeln, die im 14. Jahrhundert geführt wurden. Der Löwe ist wahrscheinlich der böhmische, der Turm steht für die Stadtrechte. Die Stadt erhielt die Stadtrechte im Jahr 1367 vom König von Böhmen. Bis 1818 blieb das Wappen unverändert, der Löwe wurde 1818 entfernt. Am 21. Mai 1837 wurde jedoch das alte Wappen nach einem Erlass König Ludwigs I. von Bayern wieder angenommen. Nach Bauer bezieht sich die rote Tingierung dagegen auf das gesamte Wappenschild, die Farbe Blau taucht lediglich auf dem Dach des Turmes auf.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

In der Stadt Prichsenstadt und ihren Ortsteilen haben sich heute eine Vielzahl an Baudenkmälern erhalten, die aus nahezu allen Kunstepochen seit dem Mittelalter stammen. Naturgemäß sind die meisten dieser Denkmäler in der Kernstadt selbst zu finden. In allen größeren Dörfern der Umgebung haben sich außerdem Schlösser und Burgen erhalten, die auf die ehemals herrschaftliche Zersplitterung der Region hindeuten. Die unterschiedlichen Errichtungsumstände der Dorfkirchen geben dagegen Hinweis auf die jahrhundertelange konfessionelle Spaltung des Steigerwaldvorlandes.

PrichsenstadtBearbeiten

 
Der ehemalige Freihof in der Kernstadt

Prichsenstadt selbst besitzt eine nahezu vollständig erhaltene, mittelalterliche Altstadt, die im 15. Jahrhundert erstmals von einer Befestigung umgeben wurde. Die Stadt, die spätestens im 16. Jahrhundert den evangelischen Glauben annahm, lag allerdings inmitten des katholischen Hochstifts Würzburg und war deshalb häufig den Angriffen des großen Nachbarn ausgesetzt. So geht der Großteil des Baubestands auf die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück. Die Altstadt von Prichsenstadt wird als Ensemble unter besonderen Schutz gestellt. → siehe auch: Altstadt (Prichsenstadt)

Einzelne, markante und wichtige Baulichkeiten wurden ebenfalls vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege geschützt. Einen der Mittelpunkte der kleinen Stadt bildet die evangelisch-lutherische Sixtuskirche. Die Kirche stieg zusammen mit der Gemeinde zu einer Pfarrkirche auf. Der heutige Bau geht allerdings weitgehend auf das 18. Jahrhundert zurück. Im Inneren überwiegen Elemente des sogenannten Markgrafenstils mit einer Staffelung von Altar und Orgel. Besonders wertvoll ist die Kanzel aus der Zeit der Renaissance. → siehe auch: Evangelische Kirche (Prichsenstadt)

Die weltlichen Pendants zur Pfarrkirche bilden das Rathaus und der sogenannte Freihof. Das dreigeschossige Rathaus mit seinen Fachwerkobergeschossen geht auf das ausgehende 17. Jahrhundert zurück. Der Freihof dagegen stellt den letzten Überrest des ehemaligen Amtschlosses der Markgrafen von Ansbach dar. Er präsentiert sich mit seinem Stufengiebel und dem bossierten Eingangsportal als typisches Bauwerk der Renaissance. → siehe auch: Freihof (Prichsenstadt)

Die Stadt wurde im Laufe des Mittelalters von einer Befestigung umgeben, die noch heute weitgehend erhalten ist. Besonders eindrucksvoll ist das sogenannte Vorstadttor mit seinen zwei breiten Rundtürmen und der Stadtturm, der die ehemalige „Innenstadt“ von der „Vorstadt“ trennte. Um die Altstadt sind der Friedhof aus dem 16. Jahrhundert und die katholische Filialkirche St. Thekla und St. Lioba zu finden. Im Friedhof hat sich eine Außenkanzel erhalten, die besonders typisch für das Kitzinger Land ist. → siehe auch: Friedhof (Prichsenstadt) und St. Thekla und St. Lioba (Prichsenstadt)

OrtsteileBearbeiten

Die Ortsteile von Prichsenstadt besitzen ebenfalls Denkmäler, die ihre jahrhundertelange, unabhängige Entwicklung dokumentieren. Besonders das Dorf Laub kann mit einigen baulichen Besonderheiten aufwarten. Hier herrschte jahrhundertelang das Bürgerspital Würzburg und sorgte für die Abgabenfreiheit der Bewohner. Die katholische Nikolauskirche mit ihrem kleinen Dachreiter besitzt mit der sogenannten Lauber Madonna eine frühgotische Plastik, die zu den bedeutenden ihrer Art zählt. → siehe auch: St. Nikolaus (Laub) und Lauber Madonna

In Altenschönbach wurde dagegen im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt. Die Dorfherren, lange Zeit die Herren von Crailsheim, erhöhten so auch ihren Einfluss über die Untertanen. In der kleinen Dorfkirche St. Marien entstanden Verehrungsorte für die Herren. So errichtete man 1596 einen großen Epitaph für den verstorbenen Georg Wolfgang von Crailsheim. Die Decke der Kirche wird seit dem beginnenden 17. Jahrhundert von einer Wappendecke überspannt. Hier ist eine bunte Ahnenprobe der Crailsheimer zu finden. → siehe auch: St. Marien (Altenschönbach)

Die territoriale Zersplitterung sorgte auch für die Errichtung repräsentativer Herrensitze in kleineren Ortschaften. So ließen sich die Fuchs von Dornheim zu Bimbach in dem Dorf ein mächtiges, zweiflügeliges Renaissanceschloss errichten. Das Jagdschloss Ilmbach ist dagegen wesentlich jünger. Es wurde im 19. Jahrhundert durch die katholische Familie von Schönborn anstelle eines aufgelassenen Kartäuserklosters als Sommersitz errichtet. Die meisten Schlösser in der Großgemeinde werden noch heute bewohnt. → siehe auch: Schloss Bimbach und Schloss Ilmbach

SagenBearbeiten

In mehreren Prichsenstädter Ortsteilen haben sich bis heute Sagen und mündliche Erzählungen überliefert, die zumeist im 19. und 20. Jahrhundert erstmals schriftlich festgehalten wurden. Allerdings ist eine klare Trennung zwischen den überwiegend katholisch bewohnten Orten und den evangelischen Gemeinden festzustellen. Die lutherischen Dorf- bzw. Stadtherren versuchten nämlich die vermeintlich abergläubischen Geschichten zu verbieten. Eine Ausnahme bildet dabei aber Prichsenstadt selbst.

Die wohl wirkmächtigste Sage aus der Großgemeinde handelt von der sogenannten Goldeule. Die Schleiereule machte einen Prichsenstädter Bürger reich, weil sie Golddukaten statt Eier legte. Der Mann hatte aber Angst vor der Macht der Eule und wollte sie loswerden. Alle Versuche misslangen und schließlich wurde der Mann von der Eule getötet. Die Eule war Namensgeber für den „Prichsenstädter Eulenspiegel“, der im 21. Jahrhundert als Sammelband von lokalhistorischen Aufsätzen herausgegeben wurde.

Weitere Sagen haben die mainfränkische Landschaft und ihre Besonderheiten zum Inhalt. So handelt die Galgenseesage, die man sich ebenfalls in Prichsenstadt erzählt, von einem magischen Gewässer, um das Wanderer in die Irre geführt wurden. Ähnliche Sagen erzählte man sich auch in Järkendorf. So erklärte man hier den Namen der Flurlage „Teufel“ mit dem Auftauchen des echten Beelzebubs. Ebenso wurde mit einer Sage die Entstehung der Waldabteilung „Goldgrube“ gedeutet.

Bekannteste Sagengestalt um Prichsenstadt ist jedoch der sogenannte He-he. Zwischen Kirchschönbach, Rüdern und Wiesentheid-Untersambach erzählt man sich Geschichten über diese Sagengestalt. Er wird als meineidiger Bauer oder als Reiter ohne Kopf beschrieben, ebenso stellte man sich die Gestalt als einen großen, schwarzen Hund vor. Der He-he sorgte für Zerstörungen und verwirrte Wanderer in den Wäldern um Ilmbach.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Osten der Stadt (unmittelbar in Nähe der B 286) ist ein Gewerbegebiet geplant. Dort sollen Einzelhandel sowie Handwerk und einige Dienstleister vertreten sein.

Die Firma Mero (Stahlrohr-Baukastensystem) hat ihre Produktionsstätte in Prichsenstadt. In der Stadt gibt es eine Zweigstelle der Raiffeisenbank Volkacher Mainschleife - Wiesentheid.

WeinbauBearbeiten

Prichsenstadt ist heute Weinbauort im Anbaugebiet Franken. Eine großlagenfreie Weinlage existiert um die Stadt, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter dem Namen Prichsenstädter Krone vermarktet. Prichsenstadt ist Teil des Bereichs Weinpanorama Steigerwald, bis 2017 waren die Winzer im Bereich Steigerwald zusammengefasst. Die Keuperböden um Prichsenstadt eignen sich ebenso für den Anbau von Wein, wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Prichsenstadt Weinbau. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Erstmals erwähnt wurde die Rebe in Prichsenstadt allerdings erst 1414, als von einem „Morgen Weingartt“ die Rede ist. Die Prichsenstädter betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau in Subsistenzwirtschaft, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Mains heraus.

Der Weinbau erlebte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. Um 1900 existierten gar keine Weinberge mehr in Prichsenstadt. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.[10]

Erstmals ist im Jahr 1954 wieder eine Weinlese in Prichsenstadt abgehalten worden, allerdings dauerte es noch bis in die 1970er Jahre, bis der Weinbau wieder in größerem Stil im Ort betrieben wurde.[11] Heute bildet die Weinbergslandschaft um die Stadt einen der Eckpfeiler für den Tourismus. So bietet man Weinbergsführungen für die Gäste an. Mittelpunkt der neuen Weinbaukultur ist allerdings das Weinfest, das seit über 40 Jahren Ende Juni in der Altstadt gefeiert wird.

Weinlage[12] Größe 1993[13] Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage
Krone 18 ha Süden 15–20 % Müller-Thurgau, Ortega großlagenfrei

VerkehrBearbeiten

Der Gemeindebereich von Prichsenstadt wird von zwei Bundesstraßen durchquert:

  • Die B 22 erschließt die Ortsteile Laub, Stadelschwarzach, Neuses am Sand, Bimbach und Neudorf.
  • Die B 286 hat eine Abfahrt in Neuses am Sand, an der Kreuzung mit der B 22. Über die B 286 erreicht man in Fahrtrichtung Süden bei einer Fahrtzeit von ca. 10 Minuten die Bundesautobahn 3 (AS-Wiesentheid).

Die Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, die die Ortsteile Järkendorf, Stadelschwarzach und Prichsenstadt tangiert, wird nicht mehr genutzt. Auch Sonderfahrten (z. B. durch den Förderverein Steigerwald-Express) werden nicht mehr durchgeführt. Der Güterverkehr ist bereits seit längerer Zeit eingestellt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Johann Lochner († 1484), erster Propst von St. Sebald in Nürnberg, Gesandter in Rom
  • Siegmund von Prüstat (15. Jahrhundert), Astrologe in Köln
  • Johann Heinrich Schulin (* 1692; † 1775), Dekan, Stadtpfarrer in Gunzenhausen, Schriftsteller
  • Johann Sigismund Schulin (* 18. August 1694 in Prichsenstadt; † 13. April 1750 in Lyngby, Dänemark), deutsch-dänischer Diplomat und Außenminister
  • Ludwig Fuchs von Bimbach und Dornheim (* 30. Dezember 1833 in Bimbach; † 22. Dezember 1900 in Landshut), deutscher Verwaltungsbeamter und Regierungspräsident von Niederbayern
  • Stephan Karl Stengel (* 1836; † 1901), Benediktiner, Professor der Physik und Mathematik, Konservator der Sternwarte Augsburg[14]
  • Johann Sebastian Hörlein (* 17. März 1871 in Brünnau; † 30. August 1908 in Plainland, Queensland, Australien), Missionar
  • Friedrich Funk (* 3. Oktober 1900 in Neuses am Sand; † 5. August 1963), deutscher Politiker (CSU), MdB
  • Volker Honemann (* 19. September 1943 in Stadelschwarzach; † 28. Januar 2017), Historiker
  • Michael Glos (* 14. Dezember 1944 in Brünnau), deutscher Politiker (CSU), MdB

Mit Prichsenstadt verbundenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.
  • Johann Arnholdt: Chronik des Städtchens Prichsenstadt. Gefertigt im Jahre 1929, ergänzt in den Jahren 1930–1938. masch. Prichsenstadt 1938
  • Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.
  • Johann Kaspar Bundschuh: Prichsenstadt. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 398 (Digitalisat).
  • Jesko Graf zu Dohna (Hrsg.): Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Vier Türme GmbH, Benedict Press, Münsterschwarzach 2004, S. 136–139.
  • Gottfried Stieber: Prichsenstatt. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 631–638 (Digitalisat).
  • Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909.
  • Johann Ludwig Klarmann, Karl Spiegel: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. Nachdruck der Ausgabe 1912. Neustadt an der Aisch 1982.
  • Karl-Heinz Leibl: Weinbau in der Grossgemeinde Prichsenstadt (= Prichsenstädter Eulenspiegel 12). Prichsenstadt 2016.
  • Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim. Geschichtliches, Sehenswertes, Überlieferungen. Volkach 1987.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/171800&attr=OBJ&val=1667
  3. Zahlen und Fakten (Memento des Originals vom 19. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prichsenstadt.de. Hierbei ist Kirchschönbach nur einschließlich Riedern mit 389 Einwohnern vermerkt. Der Anteil der Gemarkung wird nach der Volkszählung von 1987 auf 12 geschätzt
  4. Daten der Prichsenstädter Geschichte (Memento des Originals vom 19. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prichsenstadt.de
  5. Jesko Graf zu Dohna (Hrsg.): Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Vier Türme GmbH, Benedict Press, Münsterschwarzach 2004, S. 136.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 184
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 472.
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik
  9. Haus der Bayerischen Geschichte: Wappen Prichsenstadt, abgerufen am 5. Juli 2019.
  10. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
  11. Leibl, Karl-Heinz: Weinbau in der Grossgemeinde Prichsenstadt. S. 8 f.
  12. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen, PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019.
  13. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.
  14. Klarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 205.