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Stadelschwarzach

Ortsteil von Prichsenstadt

Stadelschwarzach ist ein Ortsteil der Stadt Prichsenstadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.

Stadelschwarzach
Koordinaten: 49° 50′ 11″ N, 10° 19′ 49″ O
Höhe: 230 m
Einwohner: 525
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 97357
Vorwahl: 09383
Karte
Lage von Stadelschwarzach (fett) im Prichsenstädter Gemeindegebiet
Der Stadelschwarzacher Ortskern
Der Stadelschwarzacher Ortskern

Geografische LageBearbeiten

Stadelschwarzach liegt im Norden des Prichsenstadter Gemeindegebietes. Nördlicher befindet sich nur noch Järkendorf. Im Nordosten liegt Neuses am Sand, im Osten beginnt der Landkreis Schweinfurt. Den Südosten nimmt Prichsenstadt ein, im Süden befindet sich Laub. Mit dem Ortsteil Eichfeld beginnt im Nordwesten das Gemeindegebiet der Stadt Volkach.

Nächste größere Städte sind Schweinfurt, mit einer Entfernung von etwa 25 Kilometern und Volkach mit ungefähr 8 Kilometern.

Naturräumlich ist Stadelschwarzach und seine Gemarkung Teil des sogenannten Steigerwaldvorlandes von Neuses. Charakteristisch für diesen Teil des Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorlandes ist das hügelige Erscheinungsbild mit den schmalen Flusstälern kleiner Bäche.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im 8. Jahrhundert im Zuge der Fränkischen Landnahme gegründet. Erstmals erwähnt wurde Stadelschwarzach im Jahr 918, damals hieß das Dorf „Stadelon“, als er dem Benediktinerkloster in Münsterschwarzach geschenkt wurde. Während des Mittelalters herrschte kurze Zeit das Grafengeschlecht von Castell über das Dorf, bevor es 1306 endgültig dem Kloster zugesprochen wurde. In Stadelschwarzach lagerten die Weinvorräte des Klosters.[1] Mit der Säkularisation endete 1803 die Herrschaft Schwarzachs.

Im 20. Jahrhundert, 1964, erhielt Stadelschwarzach eine eigene Pfarrei. 1972 kam der Ort zur Großgemeinde Prichsenstadt.[2] Das Dorf war am 23. September 2018 stark vom Sturmtief Fabienne betroffen. Der Sturm riss unter anderem den Echterhelm der Bartholomäuskirche ab, die Stromversorgung war zeitweise unterbrochen.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Das ehemalige Rathaus des Ortes

BaudenkmälerBearbeiten

Die katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Bartholomäus geweiht. Das älteste Element, der spätgotische Turm, stammt von der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert und ist mit dem sogenannten Echterhelm ausgestattet. Im Jahr 1804 ergänzte man Langhaus und Chor, diese Bauteile entsprechen dem Klassizismus. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erneuerte man die Ausstattung umfassend, älteste Stücke stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Das Rathaus neben der Kirche entstand im Jahr 1601.[4] Es schließt oben mit einem Fachwerkgeschoss ab. Ein Renaissanceportal bildet den Eingang, eine Wappenkartusche mit dem Zeichen des Münsterschwarzacher Abtes Dominicus Otto wurde im 18. Jahrhundert ergänzt. Um die Kirche haben sich mehrere Gaden erhalten, die ehemals eine Kirchenburg bildeten.

Das ehemalige Amtshaus des Klosters im Ort stammt aus dem Jahr 1593 und ist mit dem Wappen des Abtes Johannes IV. Burckhardt verziert. Ein Barockportal trägt ein weiteres Wappen. Im Ort und in der Gemarkung befinden sich mehrere Kleindenkmäler, vor allem Bildstöcke. Westlich des Ortskerns steht eine kleine Kriegergedächtniskapelle.

SagenBearbeiten

Vor vielen Jahren lebte ein unverheirateter Mann in Stadelschwarzach. Er versuchte sein geringes Einkommen durch Wildern in den Wäldern der Umgebung aufzubessern. Eines Nachts wurde er von einem Förster auf frischer Tat ertappt. Er floh und der Förster schoss mit seinem Gewehr auf den Flüchtenden. Er traf den Wilderer mitten ins Herz. Die Dorfbewohner hackten am Schmiedsweg, wo der Wilderer starb, den Boden in Kreuzesform auf. Dies wird noch heute beim jährlichen Flurumgang so praktiziert.[5]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Laurentius Marquard (1671–????), Professor in Würzburg, juristischer Schriftsteller
  • Matthäus Söder (geboren als Johann Lorenz, 1708–1768), Zisterzienser im Kloster Schönthal, Prior, Professor der Moraltheologie[6]
  • Volker Honemann (1943–2017), Historiker

LiteraturBearbeiten

  • Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993.
  • Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909.
  • Karl Treutwein: Unterfranken. Heroldsberg 1978. ISBN 3-7738-1015-5.
  • Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim. Geschichtliches, Sehenswertes, Überlieferungen. Volkach 1987.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Stadelschwarzach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S. 222.
  2. Bauer, Hans: Landkreis Kitzingen. S. 74.
  3. Bayerischer Rundfunk: „Fabienne“ fegt über Unterfranken Kirchturmspitze abgerissen, abgerufen am 24. September 2018.
  4. Treutwein, Karl: Unterfranken. S. 239.
  5. Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S. 222.
  6. Klarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 210.