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GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Burghaslach liegt zwischen Würzburg und Nürnberg und ist über die Ausfahrt 77 der Bundesautobahn 3 zu erreichen. Die Marktgemeinde liegt am Treffpunkt der drei fränkischen Regierungsbezirke Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken (siehe Dreifrankenstein).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat 16 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Geiselwind Schlüsselfeld
Oberscheinfeld  
Scheinfeld Markt Taschendorf Vestenbergsgreuth

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Der Ort wird als „Haselaha“ neben weiteren Orten in einer Urkunde des Klosters Fulda aus dem 12. Jahrhundert erwähnt, in der bestätigt wird, dass Karl der Große diese Orte dem Kloster um 800 geschenkt habe. Der Ort gehörte also ursprünglich zu einem Königsgut. Auch das Grundwort des Ortsnamens –aha (für Wasser, Bach) deutet auf eine Gründung in dieser Zeit hin, denn ab dem 10. Jahrhundert wurde anstelle dessen –bach verwendet. 1136 wurde der Ort in einer Urkunde erwähnt, in der Bischof Embricho von Würzburg die Abtrennung der Kirche in „Ashcebach“ von der Pfarrei „Haselaha“ bestätigt. Im Würzburger Lehenbuch, das 1323 oder 1324 entstanden sein muss, wird der Ort erstmals als „Burchasela“ erwähnt. Der Ortsname Burghaslachs leitet sich vom Fluss Haslach ab, der einst an der Burg Burghaslach vorbeifloss. Das ist auch auf dem Wappen ersichtlich.[4]

Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Burghaslach im Herzogtum Franken.

Im Jahr 1806 kam Burghaslach zum Königreich Bayern.

Ein vor allem aus Lehrern von Burghaslach und Umgebung gebildeter Bardenverein zog 1841 von Ort zu Ort, etwa nach Schornweisach, Dachsbach und Birnbaum.[5]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Breitenlohe, Fürstenforst, Kirchrimbach, Niederndorf und Oberrimbach sowie ein Teil der aufgelösten Gemeinde Freihaslach eingegliedert.[6] Am 1. Mai 1978 kam Gleißenberg aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt hinzu.[7]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Armin Luther (CSU/FWG).

MarktgemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

CSU / Freie Wählergemeinschaft SPD /
Freie Bürger
Wählergemeinschaft Gleißenberg Freie Gemeindeliste Gesamt
2002 5 3 1 5 14 Sitze
2008 6 3 1 4 14 Sitze

Nach der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Liste CSU / Freie Wählergemeinschaft Freie Gemeindeliste Wählergemeinschaft Gleißenberg Neue Bürgerliste Gesamt
Sitze 6 4 1 3 14 Sitze
Stimmenanteil 39,6 % 28,0 % 10,7 % 23,8 %

Die Wahlbeteiligung lag bei 70,9 %.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Burghaslachs bisher einzige Partnerstadt ist Przywidz in Polen.[8][9] Vom 23. bis 26. September 2010 besuchte eine Delegation aus Burghaslach, bestehend aus dem damaligen Bürgermeister Hermann Wehr, Gemeindearchitekt Frieder Müller-Maatsch und Robert Hofmann, zuständig für kulturelle Gemeindeaufgaben, die dortige Gemeindeverwaltung, um die Partnerschaft zu stärken. Die Partnerschaft ist besonders auf die Zusammenarbeit im Thema Jugend ausgerichtet.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Fürstlich Castellsche Schloss in Burghaslach
  • Die Geschichte des Fürstlich Castellschen Schlosses von Burghaslach reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück: Das „Castrum Haselach“ (die Burg Haselach) gab Gottfried III. von Hohenlohe, Bischof von Würzburg von 1314 bis 1322, als Lehen den Grafen von Castell.
    Das Schloss wurde nach vielen Besitzerwechseln und zahlreichen Umbauten in den Jahren 1822 bis 1826 im klassizistischen Stil neu erbaut.
  • Schloss Fürstenforst
  • Das Freibad wurde 2008 im Rahmen eines umfangreichen Renovierungsprojektes modernisiert.

BaudenkmälerBearbeiten

Kirchweihen in der GemeindeBearbeiten

Im Markt Burghaslach finden jedes Jahr die sechs Kirchweihen von Burghaslach, Niederndorf, Seitenbuch, Unter, Kirch- und Oberrimbach mit Gottesdiensten statt. Traditionell werden Schlachtspezialitäten angebotenDie Termine sind:

  • Niederndorf: erstes Juliwochenende
  • Oberrimbach: zweites Juliwochenende
  • Seitenbuch: letztes Augustwochenende
  • Burghaslach: erstes Septemberwochenende
  • Unterrimbach: drittes Septemberwochenende
  • Kirchrimbach: zweites Oktoberwochenende

Die „Hosler Kerwa“ der 1718 eingeweihten St.-Ägidius-Kirche in Burghaslach[10][11] am ersten Septemberwochenende beginnt mit dem Kerwa-Tanz in der Burghaslacher Sporthalle. Am Samstag wird dann – jahreswechselweise von der Bamberger Straße und aus der Richtung Breitenlohe – die geschmückte Kerwa-Fichte feierlich zum Aufstellen am Marktplatz gebracht. Dort erfolgt der Bieranstich durch den Ersten Bürgermeister. Am Sonntag finden der große Umzug, bei dem Ereignisse des Jahres auf Traktoranhängern mit Puppen und Mundart-Sprüchen aufgerollt werden, und das „Bürgerschießen“ im Schützenhaus statt. Am Sonntag und Montag werden Gottesdienste gefeiert; am Montagabend wird die Kirchweih mit einem Feuerwerk abgeschlossen. Für musikalische Umrahmung im Bierzeltwerden sorgen lokale Bands. Am Dienstag wird im Ortsteil Fürstenforst Kirchweih gefeiert.[12] Die Hauptorganisation der Kirchweih übernehmen die „Kerwa-Burschen und -Madli“, die jährlich wechseln.

Panorama des Marktplatzes an der Hosler Kerwa 2011

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Der Markt liegt nahe der Bundesautobahn 3 WürzburgNürnberg Abfahrt Schlüsselfeld (AS 77). Dort steht auch der Autohof Burghaslach.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Im Ortsteil Gleißenberg ist ein Produktionsstandort der zur Simba-Dickie-Group gehörenden BIG-Spielwarenfabrik; dort werden insbesondere Bobby-Cars produziert.

Ein bedeutender Arbeitgeber im Markt ist der Schokoladenproduzent Mkm GmbH.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Burghaslach wurden geboren:

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burghaslach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Glamouretten.de: Hinreißend komische Musikshow.@1@2Vorlage:Toter Link/www.glamouretten.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Gemeinsame Erwähnung von „Hosla“ und „Burghaslach“; abgerufen am 6. September 2011)
  3. Gemeinde Burghaslach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. September 2019.
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 44 f.; W. D. Ortmann, S. 68 ff.
  5. MAx Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 624 f.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 565.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  8. Burghaslach.de: Links (Memento des Originals vom 18. Juli 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.burghaslach.de (abgerufen am 12. August 2011)
  9. a b Przywidz.pl: Besuch der Delegation aus Burghaslach – Partnergemeinde in Deutschland@1@2Vorlage:Toter Link/www.urzad.przywidz.pl (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Polnisch, abgerufen am 12. August 2011)
  10. Information über die St.-Ägidius-Kirche auf drei-franken-info.de (abgerufen am 5. September 2011)
  11. Drei-Franken-Aktuell, Ausgabe 16/2011, S. 9 (Grußwort des ersten Bürgermeisters Hermann Wehr).
  12. Drei-Franken-Aktuell, Ausgabe 16/2011, S. 10.