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Saint-Quentin

Stadt in Frankreich
(Weitergeleitet von St. Quentin)

Saint-Quentin (flämisch: Sint-Kwintens) ist eine nordfranzösische Gemeinde im Département Aisne in der Region Hauts-de-France. Sie ist die Hauptort des Arrondissements Saint-Quentin sowie Sitz des Kommunalverbandes Saint-Quentinois.

Saint-Quentin
Sint-Kwintens
Wappen von Saint-Quentin
Saint-Quentin (Frankreich)
Saint-Quentin
Region Hauts-de-France
Département Aisne
Arrondissement Saint-Quentin
Kanton Saint-Quentin-1
Saint-Quentin-2
Saint-Quentin-3
Gemeindeverband Saint-Quentinois
Koordinaten 49° 51′ N, 3° 17′ OKoordinaten: 49° 51′ N, 3° 17′ O
Höhe 68–125 m
Fläche 22,56 km2
Einwohner 54.443 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 2.413 Einw./km2
Postleitzahl 02100
INSEE-Code
Website ville-saintquentin.fr

Rathaus Saint-Quentin

Mit 54.443 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) ist Saint-Quentin zudem die größte Gemeinde im Département Aisne, ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum sowie ein überregional bedeutender Verkehrsknoten.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt am Fluss Somme sowie am hier parallel verlaufenden Canal de Saint-Quentin, der eine schiffbare Verbindung zwischen dem Tal der Schelde und dem der Oise herstellt.

GeschichteBearbeiten

Unter dem Namen Augusta Viromanduorum war Saint-Quentin zur Zeit der Römer der Hauptort der keltischen Viromanduer.

Im Laufe der Italienischen Kriege fand hier am 10. August 1557 die Schlacht bei Saint-Quentin statt, die mit einem Sieg der Spanier endete.

Saint-Quentin hatte zwischen 1908 und 1956 eine Straßenbahn.

Während des Deutsch-Französischen Kriegs kam es am 19. Januar 1871 zur Schlacht bei Saint-Quentin zwischen deutschen und französischen Truppen, die mit einem Rückzug der Franzosen endete.

Im Ersten Weltkrieg wurde der deutsche Vormarsch am 29. August 1914 in der Schlacht bei St. Quentin zum Stehen gebracht. Der Ort war im weiteren Kriegsverlauf Teil der Siegfriedstellung. Dort befand sich auch zeitweise das Hauptquartier. Nach dem Krieg, in dem 70 Prozent der Gebäude zerstört worden waren, wurde die Stadt unter der Leitung des Architekten Louis Guindez im Art déco wieder aufgebaut.[1]


"St. Quentin, dessen turmhohes Kathedralendach man über den Höhenrücken zur linken gleich einem mächtigen Dach sehen kann, brannte während der Nacht." (Tagebucheintrag von Ernst Jünger am 12. Mai 1917)[2]


Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt eine wichtige Garnison der Wehrmacht und beherbergte u. a. ein Kriegsgefangenenlager und einen Fliegerhorst der Luftwaffe. Das südwestlich gelegene noch heute existierende „Aérodrome de Saint-Quentin-Roupy“ beherbergte in der ersten Hälfte des Junis 1940 zunächst für einige Tage den Stab des Jagdgeschwaders 27, der mit Bf 109E ausgerüstet war. Südlich davon gab es mit dem „Flugplatz Clastres–Saint-Simon“ einen weiteren Militärflugplatz, der 1943/44 ebenfalls von den Deutschen genutzt wurde.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2015
Einwohner 61.071 64.196 67.243 63.567 60.644 59.049 56.471 55.649

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Basilika Saint-Quentin
 
Hauptschiff der Basilika
 
Deutscher Soldatenfriedhof
 
Bahnhof Saint-Quentin
 
Stadttheater
 
Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege
  • Basilika Saint-Quentin, 12. bis 15. Jahrhundert
  • Hôtel de ville (Rathaus), Fassade im spätgotischen Flamboyantstil 1509 fertiggestellt, Inneres später erweitert: Eingangshalle neugotisch 1865, Obergeschoss im Art-déco-Stil 20. Jahrhundert, Turm mit Carillon
  • Porte des Canonniers
  • Bahnhofsgebäude
  • Musée des papillons (Schmetterlingsmuseum)
  • Musée Lecuyer (französische Malerei vorwiegend des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Kunsthandwerk)
  • Champs Elysées, Park im westlichen Teil der Wallanlagen
  • Zahlreiche Bürger- und Geschäftshäuser im Stil des Art déco (Wiederaufbau der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg)
  • Réserve naturelle du Marais d’Isle (Naturschutzgebiet an der Somme)
  • Théâtre Jean Vilar
  • Deutscher Soldatenfriedhof des Ersten Weltkriegs

PartnerstädteBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Äbte von Saint-QuentinBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saint-Quentin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Yaël Debelle: Die Zukunft bauen – auf den Trümmern des Krieges. Art déco oder Gotik? Ypern und Saint-Quentin wurden im Ersten Weltkrieg zerstört und wählten unterschiedliche Wege aus dem Elend. In: Neue Zürcher Zeitung, 2. Februar 2019, S. 46.
  2. Ernst Jünger, Kriegstagebuch 1914-1918, Stuttgart 2010, S. 256.