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Spiel des Jahres

Auszeichnung für Spiele in Deutschland

Der Kritikerpreis Spiel des Jahres ist ein vom Verein Spiel des Jahres e. V. seit 1979 vergebener Spielepreis für deutschsprachige Brett- und Kartenspiel-Neuheiten. Er gilt als die weltweit bedeutendste Auszeichnung für nicht-elektronische Spiele, als „Oscar für Brettspiele“[1]. Die Siedler von Catan und Carcassonne sind mit ihren Millionenauflagen die beiden populärsten Titel, die diesen Preis erhalten haben. Seit 2001 wird auch das Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet. Seit 2011 vergibt die Jury einen dritten Hauptpreis Kennerspiel des Jahres. Er richtet sich an Spieler, „die schon längere Zeit spielen und Erfahrung beim Erlernen neuer Spiele mitbringen“.[2]

Spiel des Jahres e. V.
„Spiel des Jahres“-Logo
Zweck: Förderung des Kulturgutes „Spiel“ in Familie und Gesellschaft
Vorsitz: Harald Schrapers
Geschäftsführer: Guido Heinecke
Gründungsdatum: 1978
Mitgliederzahl: 15
Sitz: Nürnberg
Website: spieldesjahres.de

Inhaltsverzeichnis

JuryBearbeiten

Der Preis wird vom Spiel des Jahres e. V. vergeben, dessen Mitglieder als Spielekritiker für deutschsprachige Medien tätig sind. Über das Spiel des Jahres entscheidet eine zurzeit zehnköpfige Jury, die sich aus Vereinsmitgliedern zusammensetzt. Über neue Jurymitglieder entscheidet die Vereinsversammlung. Vorsitzender des Vereins ist seit 2018 der Duisburger Fachjournalist Harald Schrapers (spielbox)[3], Sprecher der Jury ist seit 2009 der Ingolstädter Radioredakteur Bernhard Löhlein (Radio K1). Gründungssitz des Vereins ist Nürnberg, die Geschäftsstelle befindet sich in Kerpen bei Köln.

Die Geschichte des Spiels des Jahres geht auf 1978 zurück, als der WDR-Journalist Jürgen Herz die Initiative für die Vereinsgründung ergriff. Die erste Preisverleihung fand 1979 mit finanzieller Unterstützung des Bundesfamilienministeriums unter Schirmherrschaft der Ministerin Antje Huber in Essen statt.[4] Seit 1996 wird das Gewinnerspiel jeweils im Juli eines Jahres auf einer Preisverleihung in Berlin verkündet und dort die Auszeichnung an den Autor und die Verlagsverantwortlichen überreicht.[5]

In eine Krise geriet der Verein 2001, als drei Mitglieder der Jury zurücktraten, weil sie die enge Kooperation zwischen der Jury und dem von einem Jurymitglied geleiteten Deutschen Spiele-Archiv als problematisch ansahen.[6] Sie befürchteten, dass die Arbeit des Archivs zwingend darauf angewiesen sei, dass die Jury jährlich sechsstellige Lizenzeinnahmen erwirtschafte. Darüber hinaus gab es inhaltliche Differenzen: Die drei Mitglieder waren mit dem Kurs der Jurymehrheit, die Spieleverlage dazu aufzurufen, eine „neue Art von Publikumsnähe“ zu suchen und Spiele mit einfachen Regeln und einfachem Einstieg zu entwickeln, nicht einverstanden. Außerdem äußerten die ausgetretenen Juroren den Verdacht, dass den zumeist älteren Jurymitgliedern die Kompetenz fehle, die aktuellen Neuheiten sachkundig zu bewerten.[7] In den Folgejahren hat die Jury eine Erneuerung durchgemacht, die – nach dem plötzlichen Rücktritt des damaligen Vorsitzenden Uwe Petersen – in der Wahl von Stefan Ducksch zum Jury-Sprecher im Jahr 2006 gipfelte.

Die Entscheidungen der Jury haben einen großen Einfluss auf den Brettspielemarkt. Die Bekanntheit der Auszeichnung führt dazu, dass sich vom prämierten Spiel innerhalb eines Jahres zumeist mehr als 300.000 Exemplare verkaufen lassen.[8] Das bedeutet jeweils mindestens eine Verzehnfachung der ursprünglichen Auflage des Spiels. Die ausgezeichneten Spiele dürfen einen roten Pöppel (der auch als Halmakegel bezeichnet wird) tragen, der 2001 eingeführte Kinderspielpreis einen blauen Pöppel. Für die Verwendung dieses Logos erhebt der Spiel des Jahres e. V. eine Lizenzgebühr, die sich an der Zahl der verkauften Spiele bemisst. Die Mitglieder des Spiel des Jahres e. V. arbeiten ehrenamtlich. Die Vereinseinnahmen kommen in erster Linie der Öffentlichkeitsarbeit für das Spiel im Allgemeinen und für die ausgezeichneten Spiele im Besonderen zugute. Dazu gehören Messestände, bei denen Besucher firmenunabhängig beraten werden, ein jährliches Spieleautorenstipendium, die Initiative Spielend gesund werden an Kinderkliniken sowie die Initiative Spielend für Toleranz. Auch das Deutsche Spielearchiv profitierte viele Jahre von den Lizenzeinnahmen.[9] Seit 2012 gibt es ein Förderprogramm für „Projekte, die die Stellung des Spiels als Kulturgut in der Gesellschaft stärken“, in dessen Rahmen bis einschließlich 2019 insgesamt 312 Projekte mit etwa 404.000 Euro gefördert wurden.[10][11][12]

 
Die Autoren der 2018 ausgezeichneten Spiele: Rob Daviau und Matt Leacock (Sonderpreis), Wolfgang Warsch (Kennerspiel) sowie Michael Kiesling (Spiel des Jahres)

WahlverfahrenBearbeiten

Bis 1998 stellte die Jury zunächst eine Nominierungsliste auf, die zwischen fünf und zwölf Titel umfasste. Aus diesen Spielen wurde dann ein Spiel als Spiel des Jahres ausgewählt, die übrigen nominierten Spiele wurden mit einem Platz auf der Auswahlliste Spiel des Jahres ausgezeichnet. Zwischen 1999 und 2003 wurde als erstes eine Auswahlliste mit bis zu 13 Spielen erstellt, die Liste für das Kinderspiel (seit 2001) umfasste bis zu acht Spiele. Jeweils drei dieser Titel wurden für den Hauptpreis nominiert, einer davon schlussendlich zum Sieger gekürt. Seit 2004 gibt es keine Auswahllisten mehr. Stattdessen gab es zunächst – sowohl beim Spiel des Jahres als auch beim Kinderspiel des Jahres – eine Nominierungsliste mit fünf Titeln. Seit 2011 gibt es jeweils drei nominierte Spiele für das Spiel des Jahres, Kinderspiel des Jahres und das neu eingeführte Kennerspiel des Jahres. Zusätzlich werden seit 2004 Empfehlungslisten veröffentlicht.

Prämiert werden Spiele des aktuellen Jahrgangs, das heißt in der Regel Titel, die zwischen Mitte des Vorjahres und März des laufenden Jahres erschienen sind. Maßgebend für die Bewertung sind Spielidee, Spielregel sowie Aufmachung und Funktionalität des Spieles und des Materials. „Am Ende zählt immer der gesamte Eindruck, das Spielgefühl, das kaum zerlegt werden kann in einzelne, messbare Teile.“[13] „Die Spiel des Jahres-Jury zeichnet das beste Spiel aus. Wohlwissend, dass es das objektiv beste Spiel gar nicht gibt, weil das morgens nach dem Sonntagsfrühstück und abends nach dem zweiten Bier ein anderes wäre. Mal habe ich drei Leute am Tisch, mal fünf, mal eher Spiel-Erfahrene, mal sind Kinder dabei“, schreibt Harald Schrapers.[14] Neben den Hauptpreisen kann die Jury Sonderpreise vergeben.

Mitglieder der Jury (Auswahl)Bearbeiten

Immer wieder waren bekannte (Fach-)Journalisten Mitglieder der Jury, so unter anderem auch:

  • Udo Bartsch seit 2007
  • Jochen Corts 1979–2004
  • Stefan Ducksch 2003–10 und 2013–15
  • Synes Ernst 1982–2007
  • Tom Felber 2000–08 und 2010–18
  • Stefan Gohlisch seit 2012
  • Karsten Grosser seit 2009

Vorsitzende des VereinsBearbeiten

 
Harald Schrapers, Vorsitzender der Jury Spiel des Jahres
  • 1979–1994: Bernward Thole
  • 1994–2004: Synes Ernst
  • 2004–2006: Uwe Petersen
  • 2006–2008: Stefan Ducksch
  • 2008–2011: Bernhard Löhlein
  • 2011–2018: Tom Felber
  • seit 2018: Harald Schrapers

PreisträgerBearbeiten

Für die zwischen 1979 und 2003 veröffentlichte Auswahlliste siehe Spiel des Jahres – Auswahlliste, für die seit 2004 veröffentlichte Empfehlungsliste siehe Spiel des Jahres – Empfehlungsliste.

Kritikerpreis Spiel des JahresBearbeiten

Preisträger (ab 1999 einschließlich der Nominierten)
Jahr Preis Spiel Autor Verlag Spieleranzahl Alter
1979 Gewinner Hase und Igel David Parlett Ravensburger 2–6 ab 10
1980 Gewinner Rummikub Ephraim Hertzano Intelli/Arxon, Neuauflage bei Jumbo 2–4 ab 07
1981 Gewinner Focus Sid Sackson Parker 2–4 ab 10
1982 Gewinner Sagaland Alex Randolph, Michel Matschoss Ravensburger 2–6 ab 06
1983 Gewinner Scotland Yard Werner Schlegel u. a. Ravensburger 3–6 ab 10
1984 Gewinner Dampfross David Watts Schmidt 2–6 ab 12
1985 Gewinner Sherlock Holmes Criminal-Cabinet Anthony Uruburu Franckh-Kosmos 1–6 ab 12
1986 Gewinner Heimlich & Co. Wolfgang Kramer Ravensburger, Neuauflage bei Amigo 2–6 ab 08
1987 Gewinner Auf Achse, Neuauflage bei Schmidt Wolfgang Kramer F.X. Schmid 2–6 ab 08
1988 Gewinner Barbarossa und die Rätselmeister Klaus Teuber ASS, Neuauflage bei Catan 3–4 ab 12
1989 Gewinner Café International Rudi Hoffmann Mattel, Neuauflage bei Amigo 2–4 ab 12
1990 Gewinner Adel verpflichtet Klaus Teuber F.X. Schmid, Neuauflage bei Alea/Ravensburger 3–5 ab 12
1991 Gewinner Drunter & Drüber Klaus Teuber Hans im Glück 2–4 ab 09
1992 Gewinner Um Reifenbreite Rob Bontenbal Jumbo 2–4 ab 08
1993 Gewinner Bluff Richard Borg F.X. Schmid, Neuauflage bei Ravensburger 2–6 ab 12
1994 Gewinner Manhattan Andreas Seyfarth Hans im Glück 2–4 ab 10
1995 Gewinner Die Siedler von Catan Klaus Teuber Kosmos 3–4 ab 10
1996 Gewinner El Grande Wolfgang Kramer, Richard Ulrich Hans im Glück 3–5 ab 12
1997 Gewinner Mississippi Queen Werner Hodel Goldsieber 3–5 ab 10
1998 Gewinner Elfenland Alan R. Moon Amigo 2–6 ab 10
1999 Gewinner Tikal Wolfgang Kramer, Michael Kiesling Ravensburger, Neuauflage bei Rio Grande 2–4 ab 10
Giganten Wilko Manz Kosmos 3–4 ab 10
Union Pacific Alan R. Moon Amigo 2–6 ab 12
2000 Gewinner Torres Wolfgang Kramer, Michael Kiesling FX Schmid, Neuauflage bei Huch 2–4 ab 12
Carolus Magnus Leo Colovini Winning Moves 2–4 ab 12
Ohne Furcht und Adel Bruno Faidutti Hans im Glück 2–7 ab 10
2001 Gewinner Carcassonne Klaus-Jürgen Wrede Hans im Glück 3–5 ab 08
Das Amulett Alan R. Moon, Aaron Weissblum Goldsieber 3–6 ab 12
Zapp Zerapp Heinz Meister, Klaus Zoch Zoch 2–4 ab 07
2002 Gewinner Villa Paletti Bill Payne Zoch 2–4 ab 08
Puerto Rico Andreas Seyfarth Alea/Ravensburger 2–5 ab 12
Trans America Franz-Benno Delonge Winning Moves, Neuauflage bei Ravensburger 2–6 ab 08
2003 Gewinner Alhambra Dirk Henn Queen Games 2–6 ab 08
Clans Leo Colovini Winning Moves 2–4 ab 10
Die Dracheninsel Tom Schoeps Amigo 3–5 ab 10
2004 Gewinner Zug um Zug Alan R. Moon Days of Wonder 3–5 ab 08
Dicke Luft in der Gruft Norbert Proena Zoch 2–4 ab 06
Einfach Genial Reiner Knizia Kosmos 1–4 ab 10
Raja Wolfgang Kramer, Michael Kiesling Phalanx 2–5 ab 10
Sankt Petersburg Michael Tummelhofer Hans im Glück 2–4 ab 10
2005 Gewinner Niagara Thomas Liesching Zoch 3–5 ab 08
Himalaya Régis Bonnessée Tilsit 3–4 ab 12
In 80 Tagen um die Welt Michael Rieneck Kosmos 2–6 ab 12
Jambo Rüdiger Dorn Kosmos 2 ab 12
Verflixxt Wolfgang Kramer, Michael Kiesling Ravensburger 2–6 ab 08
2006 Gewinner Thurn und Taxis Andreas Seyfarth, Karen Seyfarth Hans im Glück 2–4 ab 10
Aqua Romana Martin Schlegel Queen Games 2–4 ab 08
Blue Moon City Reiner Knizia Kosmos 2–4 ab 10
Just 4 Fun Jürgen P. K. Grunau Kosmos 2–4 ab 10
Seeräuber Stefan Dorra Queen Games 3–5 ab 08
2007 Gewinner Zooloretto Michael Schacht Abacus 3–5 ab 08
Die Baumeister von Arkadia Rüdiger Dorn Ravensburger 2–4 ab 10
Der Dieb von Bagdad Thorsten Gimmler Queen Games 2–4 ab 08
Jenseits von Theben Peter Prinz Queen Games 2–4 ab 08
Yspahan Sébastien Pauchon Ystari/Huch & Friends 2–4 ab 08
2008 Gewinner Keltis Reiner Knizia Kosmos 2–4 ab 10
Blox Wolfgang Kramer, Jürgen P.K. Grunau, Hans Raggan Ravensburger 2–4 ab 10
Stone Age Michael Tummelhofer Hans im Glück 2–4 ab 10
Suleika Dominique Ehrhard Zoch 2–4 ab 08
Wie verhext Andreas Pelikan Alea/Ravensburger 3–5 ab 09
2009 Gewinner Dominion Donald X. Vaccarino Hans im Glück, Neuauflage bei Rio Grande 2–4 ab 08
Fauna Friedemann Friese Huch & Friends 2–6 ab 10
Finca Ralf zur Linde, Wolfgang Sentker Hans im Glück 2–4 ab 08
Fits Reiner Knizia Ravensburger 1–4 ab 08
Pandemie Matt Leacock Pegasus Spiele, Neuauflage bei Z-Man 2–4 ab 12
2010 Gewinner Dixit Jean-Louis Roubira Libellud 3–6 ab 08
Identik William P. Jacobson, Amanda A. Kohout Asmodée, Neuauflage unter dem Namen Meisterwerke 3–6 ab 08
A la carte Karl-Heinz Schmiel Moskito/Heidelberger Spieleverlag 3–4 ab 08
Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel – Bronzezeit Matt Leacock Pegasus Spiele 1–4 ab 08
Fresko Marco Ruskowski, Marcel Süßelbeck Queen Games 2–4 ab 10
2011 Gewinner Qwirkle Susan McKinley Ross Schmidt 2–4 ab 08
Asara Wolfgang Kramer, Michael Kiesling Ravensburger 2–4 ab 09
Die verbotene Insel Matt Leacock Schmidt 2–4 ab 10
2012 Gewinner Kingdom Builder Donald X. Vaccarino Queen Games 2–4 ab 08
Eselsbrücke Stefan Dorra, Ralf zur Linde Schmidt 3–12 ab 08
Vegas Rüdiger Dorn Alea/Ravensburger, Neuauflage unter dem Namen Las Vegas 2–5 ab 08
2013 Gewinner Hanabi Antoine Bauza Abacusspiele 2–5 ab 08
Qwixx Steffen Benndorf Nürnberger Spielkarten Verlag 2–5 ab 08
Augustus Paolo Mori Hurrican 2–6 ab 08
2014 Gewinner Camel Up Steffen Bogen Eggertspiele/Pegasus Spiele 2–8 ab 08
Concept Gaëtan Beaujannot, Alain Rivollet Repos Production 4–16 ab 10
Splendor Marc André Space Cowboys 2–4 ab 10
2015 Gewinner Colt Express Christophe Raimbault Ludonaute 2–6 ab 10
Machi Koro Masao Suganuma Kosmos 2–4 ab 08
The Game Steffen Benndorf Nürnberger Spielkarten Verlag 1–5 ab 08
2016 Gewinner Codenames Vlaada Chvátil Czech Games Edition/Heidelberger Spieleverlag 2–8 ab 14
Imhotep Phil Walker-Harding Kosmos 2–4 ab 10
Karuba Rüdiger Dorn Haba 2–4 ab 08
2017 Gewinner Kingdomino Bruno Cathala Pegasus Spiele 2–4 ab 08
Magic Maze Kasper Lapp Pegasus Spiele/Sit down 2–8 ab 08
Wettlauf nach El Dorado Reiner Knizia Ravensburger 2–4 ab 10
2018 Gewinner Azul Michael Kiesling Next Move 2–4 ab 08
Luxor Rüdiger Dorn Queen Games 2–8 ab 08
The Mind Wolfgang Warsch Nürnberger Spielkarten Verlag 2–4 ab 08

Kennerspiel des JahresBearbeiten

 
Logo der Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“

Seit 2011 wird auch der Preis Kennerspiel des Jahres verliehen und dazu eine Nominierungsliste veröffentlicht. „Neben der Spiel des Jahres-Klientel der wenig erfahrenen Spieler gibt es mittlerweile auch eine zunehmend große Gruppe derer, die mit dem Spiel des Jahres groß geworden und über die Preisträger intensiver ins Hobby Spiel eingestiegen sind, aber weiterhin auf die Orientierung und Verlässlichkeit der Marke Spiel des Jahres bauen möchten“[15], begründet Udo Bartsch die Auszeichnung.

Kinderspiel des JahresBearbeiten

Seit 2001 prämiert der Spiel des Jahres e. V. für Titel, deren Mindestalter zumeist zwischen vier und sechs Jahren liegt, als Kinderspiel des Jahres. Eine Jury, die sich zurzeit aus fünf Vereinsmitgliedern und drei ebenfalls stimmberechtigten Beiräten zusammensetzt, entscheidet über den Preisträger. Der Preis ist der Nachfolger des zwischen 1989 und 2000 vergebenen Sonderpreises Kinderspiel.

Die seit 2001 nominierten und ausgezeichneten Spiele sind im Hauptartikel aufgeführt, für die 2002 bis 2003 erstellte Auswahlliste siehe Kinderspiel des Jahres – Auswahlliste, für die seit 2004 jährlich veröffentlichte Empfehlungsliste siehe Kinderspiel des Jahres – Empfehlungsliste.

SonderpreiseBearbeiten

Sonderpreis Schönes Spiel

Sonderpreis Bestes Solitärspiel

Sonderpreis Kooperatives Familienspiel

Sonderpreis Kinderspiel

Seit 2001 wird anstelle des Sonderpreises Kinderspiel ein eigenständiges Kinderspiel des Jahres vergeben.

Sonderpreis Puzzle

Sonderpreis Geschicklichkeitsspiel

Sonderpreis Geschichte im Spiel

Sonderpreis Literatur im Spiel

Sonderpreis Fantastisches Spiel

Sonderpreis Komplexes Spiel

Sonderpreis Partyspiel

Sonderpreis Neue Spielwelten

Sonderpreis Spiel des Jahres plus

Andere Spielepreise im deutschen SprachraumBearbeiten

Neben dem Spiel des Jahres gibt es diverse andere Spielauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Am längsten existieren der seit 1990 vergebene Deutsche Spiele Preis, der auf einer breit angelegten Fachpublikums-Abstimmung beruht, und die seit 2001 vergebene Spiel der Spiele-Auszeichnung für Titel, die auf dem österreichischen Markt erhältlich sind. In der Schweiz wurde zwischen 2002 und 2007 der Schweizer Spielepreis, von den ansässigen Ludotheken vergeben und seit 2010 der Swiss Gamers Award.

Der À-la-carte-Kartenspielpreis der Zeitschrift Fairplay für das beste Kartenspiel des Jahres wird seit 1991 vergeben. Von 1981 bis 2016 wurde zudem von der Stadt Essen die Essener Feder für die beste Spielregel eines Jahres von einer Expertenjury bestimmt und seit 1990 im Rahmen des Deutschen Spielepreises vergeben. Erstmals 2009 wurde der Graf Ludo verliehen, der sich nicht als mit dem Spiel des Jahres vergleichbarer Preis versteht, weil er lediglich die Leistungen im Bereich Gestaltung bei Brett- und Kartenspielen auszeichnet.[16] Seit 2015 vergibt der Ali Baba Spieleclub e.V. den DuAli für das beste 2-Personen-Spiel des Vorjahres.[17] Darüber hinaus gibt es weitere Spielepreise, die eine mit dem DuAli vergleichbare Bedeutung besitzen.

LiteraturBearbeiten

  • Bernward Thole, Tom Werneck (Hrsg.): Spiel des Jahres. Ratgeber der Jury. Hugendubel, München 1988, ISBN 3-88034-380-2.
  • Bernward Thole, Tom Werneck (Hrsg.): Die ausgezeichneten Spiele: ein Führer durch den Spiele-Dschungel (= Rororo 8912). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1991, ISBN 3-499-18912-7.
  • Bernward Thole, Tom Werneck (Hrsg.): Die ausgezeichneten Spiele: ein Führer durch den Spiele-Dschungel (= Rororo 8927). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1992, ISBN 3-499-18927-5.
  • Bernward Thole, Tom Werneck (Hrsg.): Ausgezeichnete Spiele. Ratgeber der Jury "Spiel des Jahres". Don Bosco, München 1997, ISBN 3-7698-1053-8.
  • Bernward Thole, Tom Werneck (Hrsg.): Ausgezeichnete Spiele. Jahrbuch der Jury "Spiel des Jahres". Don Bosco, München 1999, ISBN 3-7698-1193-3.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Spiel des Jahres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ein Spiel darf nicht langweilen. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Juli 2018, abgerufen am 8. August 2018.
  2. Die drei Kritikerpreise. In: Spiel des Jahres. Abgerufen am 8. August 2018.
  3. Jury mit neuem Vorstand. In: Spiel des Jahres. 30. Juli 2018, abgerufen am 31. Juli 2018.
  4. Geschichte. In: Spiel des Jahres. Abgerufen am 8. August 2018.
  5. spiel-des-jahres.org: Spiele in schwieriger Zeit (Memento vom 13. Januar 1997 im Internet Archive)
  6. meome.de: Jury Spiel des Jahres: Rücktritte (Memento vom 18. Februar 2001 im Internet Archive)
  7. meome.de: Jury Spiel des Jahres: Business as usual (Memento vom 31. Oktober 2002 im Internet Archive)
  8. Beruf Spiele-Autor. Berechenbare Kundschaft. In: Süddeutsche Zeitung. 11. August 2010, abgerufen am 29. Juli 2015.
  9. FAQ. In: Spiel des Jahres. Abgerufen am 8. August 2018.
  10. Ausblick auf das Förderprogramm. In: Spiel des Jahres. Abgerufen am 8. August 2018.
  11. Geförderte Projekt 2018. In: Spiel des Jahres. Abgerufen am 8. August 2018.
  12. Förderrekord: 109 Projekte. In: Spiel des Jahres. Abgerufen am 25. Februar 2019.
  13. FAQ. In: Spiel des Jahres. Abgerufen am 8. August 2018.
  14. Ist das Spiel des Jahres der Oscar für Brettspiele? In: Spiel des Jahres. 30. September 2018, abgerufen am 11. März 2019.
  15. Fünf Jahre Kennerspiel des Jahres. In: Spiel des Jahres. 22. Oktober 2015, abgerufen am 8. August 2018.
  16. graf-ludo.de
  17. Die bisherigen Preisträger des DuAli; abgerufen am 14. März 2017.