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Schömberg (Zollernalbkreis)

Stadt im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland
(Weitergeleitet von Schömberg (bei Balingen))
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schömberg
Schömberg (Zollernalbkreis)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schömberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 13′ N, 8° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 676 m ü. NHN
Fläche: 23,27 km2
Einwohner: 4643 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72355
Vorwahl: 07427
Kfz-Kennzeichen: BL, HCH
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 057
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alte Hauptstraße 7
72355 Schömberg
Website: stadt-schoemberg.de
Bürgermeister: Karl-Josef Sprenger
Lage der Stadt Schömberg im Zollernalbkreis
Landkreis SigmaringenLandkreis TuttlingenLandkreis RottweilLandkreis FreudenstadtLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenAlbstadtBalingenBisingenBitzBurladingenDautmergenDormettingenDotternhausenGeislingen (Zollernalbkreis)GrosselfingenHaigerlochHausen am TannHechingenJungingenMeßstettenNusplingenObernheimRangendingenRatshausenRosenfeldSchömberg (Zollernalbkreis)Straßberg (Zollernalbkreis)Weilen unter den RinnenWinterlingenZimmern unter der BurgKarte
Über dieses Bild

Schömberg – ausgesprochen wie Schömmberg mit kurzem ö in der ersten Silbe – ist eine Stadt im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Der Lemberg (1015 m)

Geographische LageBearbeiten

Schömberg liegt an der Bundesstraße 27, rund zehn Kilometer nordöstlich von Rottweil, rund zehn Kilometer südwestlich von Balingen, rund 80 Kilometer südlich von Stuttgart und 90 Kilometer nördlich des Bodensees.

Schömberg bildet das Zentrum des Oberen Schlichemtals und liegt in landschaftlich reizvoller Lage am Trauf der höchsten Berge der Schwäbischen Alb. Das sind, östlich von Schömberg gelegen, der Plettenberg (1002 m) und im Südwesten der Oberhohenberg (1010 m) sowie der höchste Berg der Alb, der Lemberg mit 1015 m ü. NN. Nördlich des Stadtzentrums fließt die Schlichem, welche dort angestaut wurde (Schlichemtalsperre) und im weiteren Verlauf in den Neckar mündet.

Ausdehnung des StadtgebietsBearbeiten

Die Entfernung zwischen dem nördlichsten Punkt zwischen Dormettingen und Dautmergen und dem südlichsten Punkt beim Oberhohenberg beträgt ca. 8,3 km. Zwischen dem westlichsten Punkt bei der Erddeponie Herleswasen und dem östlichsten Punkt auf dem Plettenberg beträgt die Entfernung ca. 7 km. Die Gesamtfläche beträgt 23,27 km2.

Der nördlichste Punkt der Gemarkung liegt zwischen Dormettingen und Dautmergen unweit des Schiefererlebnisparks Dormettingen. Von dort läuft die Stadtgrenze westwärts und überquert in der Nähe des Marienhofs die Dautmerger Straße (L 435). Zuerst in südwestlicher, dann in südlicher Richtung grenzt die Schömberger Gemarkung an Zimmern unter der Burg und überquert den Killwiesenbach und die Zimmerner Straße (K 7133) im Schönhager Loch.

Im Naturschutzgebiet Schwarzenbach grenzt Schömberg nun an die Stadt und den Landkreis Rottweil. Die Grenze führt ostwärts durch das Bitzwäldle bei Neukirch und Zepfenhan und dann entlang der Wellendinger Straße (L 434) vorbei am Neuhaus und dem Flugplatz Zepfenhan in Richtung Südwesten. Hinter der Erddeponie Herleswasen folgt die Gemarkungsgrenze dem Herleswasengraben, überquert die L 434 und verläuft weiter entlang dem Hangelbrunnengraben, wenige Meter entlang der Starzel und dann entlang dem Erschengraben in östlicher Richtung.

Vorbei am KZ-Friedhof Schörzingen überquert die Grenze die Wilflinger Straße (K 7134) und führt südöstlich in den Wald in Richtung Oberhohenberg. Der südlichste Punkt liegt südwestlich des Gipfels, von wo aus die Grenze nun gemeinsam mit Deilingen und den Landkreis Tuttlingen verläuft.

Ab jetzt verläuft die Grenze in nördlicher Richtung entlang der Wälder, die von Deilingen aus zu sehen sind und damit deutlich oberhalb von Schörzingen liegen. Nach der Überquerung des Albaufstiegs (L 435) zwischen Schömberg und Deilingen unweit der Abbiegung der „Alten Straße“ nach Weilen unter den Rinnen verläuft die gemeinsame Grenze mit Weilen nun parallel zur L 435 und überquert diese erneut in der nähe des Parkplatzes beim Wochenberg.

Danach folgt sie kurz der Weilener Straße (K 7134) und führt kurz vor Weilen entlang des Witthaus und des Brandbächles in nordöstlicher Richtung bis zur Mündung des Brandbächles in den Weilenbach. Von dort verläuft die Grenze südlich entlang des Weilenbachs bis in die Nähe des Grillplatzes am Honau. Von dort geht es wieder in nordöstlicher Richtung bis fast an die Schlichembrücke der K 7170 kurz vor Ratshausen und weiter bis zur Südwestkante des Plettenbergs im Naturschutzgebiet Plettenkeller, wo gleichzeitig der östlichste Punkt der Gemarkung liegt. Ab dort grenzt Schömberg an Dotternhausen.

Vorbei an der Schutzhütte auf dem Plettenberg führt die Gemarkung unweit des Steinbachs in Nordwestliche Richtung bis zur Überquerung der Bahnstrecke Balingen–Rottweil und der Gemeindeverbindungsstraße nach Dotternhausen. Südlich entlang der B 27 quert die Grenze diese in im „Fuchsloch“ und verläuft entlang der Schlichem in Richtung Norden bis zum nördlichsten Punkt.

NachbargemeindenBearbeiten

Zimmern unter der Burg Dautmergen Dormettingen
Rottweil¹   Dotternhausen
Wellendingen¹ Weilen unter den Rinnen
Deilingen²
Ratshausen

¹ Landkreis Rottweil, ² Landkreis Tuttlingen

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt Schömberg besteht aus den beiden Stadtteilen Schömberg und Schörzingen. Im Stadtteil Schörzingen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.

Zum Stadtteil Schömberg gehören die Stadt Schömberg, der Weiler Untere Säge, das Gehöft Obere Säge und die Wallfahrtskirche und das Haus Palmbühl. Zum Stadtteil Schörzingen gehören das Dorf Schörzingen und die Häuser Lehen und Neuhaus.

Der 768 erwähnte Ort Altheim ist wohl eine Vorgängersiedlung von Schömberg und ist in Schömberg aufgegangen. Im Stadtteil Schömberg liegen die Wüstungen Holzheim, Nordheim und Unterschömberg. Holzheim wurde 785 als Hoolzaim erstmals erwähnt und ist nach 1328 abgegangen. Nordheim ist vermutlich im 13. Jahrhundert abgegangen. Beide Orte gehörten wohl zu einer größeren Gruppe von -heim-Orten. Unterschömberg war eine Häusergruppe im Schlichemtal, zu der Mühlen, eine Hammerschmiede und Waschhäuser gehörten. Der Ort wurde 1739 erwähnt und ist um 1750 abgegangen. Im Stadtteil Schörzingen lag die Burg und Stadt Hohenberg und das 1090 erwähnte Starzila, das in der Nähe von Hohenberg vermutet wird.[2]

Schömberg lag an der sog. „Schweizer Straße“, welche eine durchgehende Straße von Bad Cannstatt bis Schaffhausen war, was im 18. Jahrhundert als etwas Besonderes galt Johann Wolfgang von Goethe schrieb in seinem Tagebuch über Schömberg und berichtete, dass die Fahrt von Tübingen nach Tuttlingen 16,5 Stunden dauerte. Ein Teil dieser Straße trägt heute den Straßennamen Schweizer Straße und verläuft von der Abzweigung der B 27 vorbei am Marktplatz bis zum Bahnübergang in der Nähe des Bahnhofs, ab wo sie Wellendinger Straße heißt.

GeschichteBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Schömberg (Zollernalbkreis)

Schömberg wurde erstmals im Jahre 1255 erwähnt: Graf Friedrich VI. von Zollern verlieh seinem Freund Konrad von Tierberg „auf dem Felde bei Schömberg“ (Campo oput Shonberc) die Kirche in Balingen. Zwölf Jahre später, 1267, kam Schömberg aufgrund eines Konflikts zwischen Zollern und Hohenberg an die Grafen von Hohenberg. Durch die älteste bekannte Steuererhebung lässt sich die Einwohnerzahl Schömbergs im Jahre 1394 auf rund 500 schätzen. Von 1410 bis 1454 wird Schömberg an die Reichsstädte verpfändet.

Schömberg wurde im 17. und 18. Jahrhundert öfters teilweise zerstört. 1633 und 1635 wird Schömberg von Schweden und Kaiserlichen schwer zerstört. 42 Häuser fielen einem Angriff zum Opfer. Kurze Zeit später, im Jahre 1644, wurden weitere 60 Häuser zerstört. Am 9. Dezember 1750 zerstörte der große Stadtbrand die komplette Stadt. Durch eine beispiellose Hilfsaktion der Bürger wurde die Stadt bis 1753 wieder komplett aufgebaut.

Im Jahre 1806 wurde die Grafschaft Hohenberg und somit auch Schömberg württembergisch und kam zum Oberamt Rottweil. Während der Napoleonischen Kriege fielen 26 Schömberger Bürger als Soldaten.

Ende des 19. Jahrhunderts (1896/97) wurde die erste Hauswasserleitung in Schömberg gebaut. Vierzehn Jahre später (1910) gingen 80 Schömberger Haushalte an das Stromnetz.

Im Jahre 1911 wurde die Bahnstrecke Balingen–Schömberg eröffnet. Siebzehn Jahre später, im Jahre 1928, wurde die Bahnstrecke Rottweil–Schömberg fertiggestellt.

Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 mussten 257 Schömberger Soldaten an die Front, 39 Soldaten fielen.

Bei der Kreisreform 1938 wurde Schömberg dem Landkreis Balingen zugeteilt. Im selben Jahr wurde mit dem Bau der Schlichemtalsperre für die Kühlwasserversorgung des Zementwerks in Dotternhausen begonnen, diese wurde 1944 fertiggestellt. Ebenfalls im Jahr 1944 wurden die Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof im Zug des „Unternehmens Wüste“ aufgebaut, um Öl aus Ölschiefer zu gewinnen. Auch bei Schömberg entstand mit dem KZ Schömberg ein KZ-Außenlager. Im Stadtteil Schörzingen befand sich ein weiteres Außenlager, das KZ Schörzingen. Die Häftlinge mussten schwerste körperliche Arbeit leisten, um Öl aus dem vorhandenen Ölschiefer zu gewinnen. Die Fertigung war völlig unrentabel, wurde jedoch von der Regimespitze gefordert, da die Deutschen nicht mehr über genügend Ölquellen verfügten.

Die heutige Stadt wurde am 1. Februar 1973 im Zuge der Gemeinde- und Kreisreform durch die Vereinigung der Stadt Schömberg mit der Gemeinde Schörzingen neu gebildet.[3]

Im Jahre 2004 wurde ein Beleg gefunden, dass Schömberg schon früher als 1267 erwähnt wurde. Somit fand im Jahre 2005 nur 38 Jahre nach der 700-Jahr-Feier die 750-Jahr-Feier statt.

HexenverfolgungBearbeiten

1554 wurde Margaretha Weißbrot von Schemberg und 1607 Anna Klarer von Schömberg in Rottweil durch Verbrennung hingerichtet. Der Rat der Stadt Rottweil hat am 15. April 2015 einen Beschluss zur sozialethisch-moralischen Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse gefasst.[4]

Religionen und KirchengebäudeBearbeiten

Schömberg ist aufgrund der Zugehörigkeit zu Vorderösterreich bis ins frühe 19. Jahrhundert mehrheitlich katholisch geprägt.

KirchengebäudeBearbeiten

 
Pilgerdanksagungen bei der Wallfahrtskirche
 
Statue des Pater Pio
 
Jesus mit der Dornenkrone und ein römischer Legionär

St. Peter und PaulBearbeiten

Die katholische Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1838 in neoklassizistischer Bauweise erbaut. Der stadtbildprägende Turm der Kirche, in dem fünf Glocken ihren Platz haben, hat eine Höhe von 57 Meter. Die Sitzplatzzahl der Kirche beläuft sich auf rund 350. Zu Besonderheiten und Kunstwerken in der Kirche zählt der Heilige Wandel und die Figuren des Peter und Paul.

PalmbühlBearbeiten

Auf einer Anhöhe auf der rechten Seite der Schlichem befindet sich die Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes vom Palmbühl, deren früheste Erwähnung aus dem Jahr 1331 stammt. Durch Brandkatastrophen während des Dreißigjährigen Kriegs und beim Brand 1750 gingen viele wichtige Dokumente verloren. Es gibt zwei Legenden zur Entstehung des Wallfahrtsortes:

  • Die erste besagt, dass ein Bildstöcklein der Schmerzensmutter an der Stelle der heutigen Kirche stand. Als man dafür eine Kapelle errichten wollte und dazu einen höheren Platz wählte, nämlich den Palmbühlkapf, sei das Baumaterial morgens immer wieder beim Bildstock aufgefunden worden. Deshalb errichtete man später dort die Kapelle.
  • Die zweite Legende besagt, dass vorbeiziehende Kaufleute von der Straße her einen wunderlichen, schönen Gesang gehört hätten und sie in die damals dort stehende Leonhardskapelle eintraten. Dort hätten sie nur das Marienbild gesehen.

Das Innere der Kirche birgt viele teils aus dem 14. Jahrhundert stammende Gemälde, Figuren und Schnitzereien. Im Außenbereich des Palmbühls ist ein Kreuzweg mit 14 Stationen, der ins Schlichemtal führt. Außerdem befindet sich in der direkten Umgebung die Judas-Thaddäus-Kapelle, sowie das Bruderhaus. Im Jahre 2006 verließ mit Pater Kunibert der Franziskaner-Orden den Palmbühl. Der neue Pfarrer auf dem Palmbühl ist der ursprünglich aus Ratshausen stammende Josef Schäfer. Gottesdienste finden auf dem Palmbühl nur von Mai bis einschließlich Oktober statt.

Außerdem wurde der Altar der Kirche von einem Schömberger Sohn namens Urban Faulhaber erbaut. Nach ihm wurde auch die Zufahrtsstraße zur Palmbühlkirche benannt. Im gleichen Fall wurde auch der Platz vor dem Pfarrhaus nach dem Prälat Caspar Oechsle benannt.

MoscheeBearbeiten

Seit dem Jahre 1976 gibt es für die Einwohner Schömbergs mit islamischem Glauben Räumlichkeiten, um ihrem Glauben nachgehen zu können. Damals wurde in der Weiherstraße ein Raum angemietet. Da der Raum zu klein war, wurden anfangs die Feiertagsgebete in der Schömberger Festhalle gehalten. Ab 1979 wurden die 200 Jahre alten Räume des ehemaligen Gasthauses „Rössle“ angemietet und umgebaut. 1983 wurde die türkische Gemeinde als D. I. T. I. B. Schömberg Müslümanlar Cemiyeti ins Vereinsregister eingetragen. Somit bekam die Gemeinde einen Imam, der die Kinder und Jugendlichen unterrichten konnte. Wegen ständig ansteigender Mitgliederzahlen und Einsturzgefahr des Gebäudes wurde am 6. April 2001 das Gebäude abgerissen und an gleicher Stelle eine neue Moschee errichtet. Diese wurde am 31. Mai 2003 offiziell eingeweiht.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 erhielt die Liste „Freie Bürger“ 11 Sitze sowie die „Freie Liste“ und die CDU je 2 Sitze im Gemeinderat.[5]

Die nächste Kommunalwahl findet am 25. Mai 2019 statt. Zum Stichtag am 28. März 2019 standen lediglich 13 Bewerber für 14 Sitze im Gemeinderat zur Verfügung. Die Liste der CDU und die „Freie Liste“ treten zudem nicht mehr an. Dadurch tritt eine Einheitsliste der „Freien Bürger“ an und es kommt zu einer Mehrheitswahl.[6]

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige zweite Amtszeit von Karl-Josef Sprenger endet 2021. Im April 2013 wurde Sprenger mit 68,6 % der Stimmen im Amt bestätigt.

  • 1973–2005: Berthold Waizenegger
  • seit 2005: Karl-Josef Sprenger

GemeindeverwaltungsverbandBearbeiten

In Schömberg ist der Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Oberes Schlichemtal, zu dem neben der Stadt Schömberg die Gemeinden Dautmergen, Dormettingen, Dotternhausen, Hausen am Tann, Ratshausen, Weilen unter den Rinnen und Zimmern unter der Burg gehören.

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In von Silber und Rot geteiltem Schild oben eine liegende schwarze Hirschstange.“ Das Wappen vereint die zwei Zugehörigkeiten von Schömberg aus den letzten Jahrhunderten:

  • Die Hirschstange ist in vielen Wappen von württembergischen Gemeinden zu finden und bezeugt die Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg im 19. Jahrhundert und bis 1918.
  • Die Farben rot und weiß symbolisieren die jahrhundertelange Zugehörigkeit zu Vorderösterreich.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Der Gemeindeverwaltungsverband Oberes Schlichemtal ist eine Partnerschaft mit der französischen Region Val d’Oison (Normandie) eingegangen.

 
Fahrgeschäfte in der Miniaturstadt

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Narrenmuseum der Narrenzunft Schömberg: Museum über die traditionelle Fasnet in der Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet Schömberg mit über 50 historischen Figuren, Fahnen, Schriften etc.

GedenkstättenBearbeiten

  • Die Gedenkstätte Eckerwald mit Mahnmal und einem Gedenkpfad erinnert an die Leiden der Tausenden von KZ-Häftlingen der Außenlager des KZ Schömberg, die im Rahmen des SS-Projekts „Wüste“ in den Schieferölwerken Zwangsarbeit verrichten mussten. Eine Dokumentationsstätte in den erhaltenen Ruinenmauern informiert über diese Geschichte. Eine Bronzeplastik eines Knienden des Bildhauers Siegfried Haas erinnert an das Sterben von mindestens 549 Häftlingen aus vielen Ländern.
  • Auf dem KZ-Friedhof von Schömberg sind 1.777 Häftlinge begraben, derer mit einem reliefartig gestalteten Kreuz sowie einem jüdischen Mahnmal gedacht wird.[7]
  • Auf dem KZ-Friedhof in Schörzingen sind weitere 549 Gräber von Häftlingen angelegt.

Stadtkapelle Schömberg e. V.Bearbeiten

 
Stadtkapelle Schömberg

Die Stadtkapelle Schömberg ist einer der wichtigsten Kulturträger der Stadt. Das Orchester gibt regelmäßig Konzerte und bereichert das kulturelle Leben mit verschiedenen Veranstaltungen.

Im Jahr 2008 feierte der Verein mit seinen über 100 aktiven und über 200 fördernden Mitgliedern sein 100-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums fanden die 34. Jugendmusiktage statt.

Der Verein bildet über 70 Jugendliche in Kooperation mit der Jugendmusikschule Zollernalb aus.

SportBearbeiten

SportstättenBearbeiten

Schömberg verfügt mit dem Stadtteil Schörzingen über mehrere Sportanlagen. In Schömberg stehen den Indoor-Sportlern eine große Sporthalle (Handball, Tischtennis und Hallenfußball), eine kleine Sporthalle (Turnen) und die Stauseehalle (Skigymnastik, Frauengymnastik, sowie kulturelle Veranstaltungen) zur Verfügung. Zudem sind zwei Sportareale mit jeweils zwei Fußballplätzen vorhanden. In Schömberg gibt es zudem noch einen Beachplatz für Beachsportarten (Volleyball, Handball und Fußball). Außerdem noch einen Eisstockschießplatz, zwei Tennisanlagen mit jeweils vier Plätzen, eine Kegelanlage, einen Bolzplatz, sowie ideale natürliche Voraussetzungen für ein breites Programm an sportlichen Aktivitäten.

BademöglichkeitenBearbeiten

  • Der Schömberger Stausee hat einen umfangreichen Badebereich mit einem Steg und einer künstlichen Insel in der Mitte des Sees
  • Das „Schlichem-Bad“ ist ein Hallenbad zwischen Schulzentrum und den Sporthallen in Schömberg. Nach einer umfassenden Sanierung im Jahr 2005 zählte das Hallenbad bereits über 120.000 Besucher (Stand: März 2019).[8]

SportereignisseBearbeiten

 
Jugendturnier während des Handballturniers
  • Handballwanderpokalturnier: Im Juni wird das alljährlich stattfindende internationale Handballwanderpokalturnier von der Handballabteilung der TG Schömberg durchgeführt. Es gibt Turniere im Rasenhandball und Beachhandball für Jugend-, Aktiven-, Senioren- und Laienmannschaften, sowie ein Prominentenspiel (20er gegen 40er).
  • Stauseepokal (Turniere in verschiedenen Sportarten: Turnen, Eisstockschießen, Tennis)
  • Oberhohenbergwanderpokalturnier (Fußball; im Wechsel mit anderen Ortschaften)
  • Stausee-Triathlon: Mitte Juni traf sich die Triathlonelite in Schömberg, der 27. und letzte Stausee-Triathlon fand im Jahre 2016 statt

SportvereineBearbeiten

Die Turngemeinde Schömberg 1884 e. V. (TG Schömberg) ist der größte und bekannteste Sportverein der Gemeinde. Der Verein besteht aus den Abteilungen Turnen, Handball, Fußball, Ski, Tischtennis, Frauengymnastik und Leichtathletik. Im Juni 2009 feierte die TG Schömberg ihr 125-jähriges Bestehen. Parallel zu den Festivitäten fand das Gauturnfest statt.

  • Die Fußballer der TG Schömberg spielten in der Spielzeit 2007/08 in der Landesliga, aktuell in der Kreisliga A (2018/19)[9]
  • Die Handballer spielten in den 90er-Jahren zeitweise in der Landesliga, derzeit spielen sie in der Bezirksliga (2019/20).[10] Die Damenmannschaft spielte in der Saison 2018/19 zum zweiten Mal in der Landesliga[11] und spielt aktuell in der Bezirksliga (2019/20).
  • Die Turnabteilung konnte im Jahre 2008 den Aufstieg in die Oberliga feiern, turnen jedoch aktuell wieder in der Verbandsliga (2018/19). Gloria Schmidberger wurde beim Deutschen Turnfest 2005 in Berlin Deutsche Meisterin.
  • Die Leichtathleten sind beim Triathlon im Jahre 2008 in die erste Triathlonliga aufgestiegen.[12]

Weitere Schömberger Vereine sind der Sportverein Schörzingen, der Eisstockschießclub Schömberg, der Reitverein Schömberg, die Pferdesportgemeinschaft Weiherhof, der Tennisclub Schömberg, der Tennisclub Schörzingen und der Wintersportclub Oberes Schlichemtal.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

FasnetBearbeiten

 
Da Bolanes (Narrentanz)

Schömberg ist eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Fransennarren und Fuchswadel bestimmen als Hauptfiguren das Bild, vor allem beim „Bolanes“, einem traditionellen Narrentanz. Unablässig „jucken“ (springen) die Narren dabei zum Narrenmarsch auf dem Marktplatz und lassen dabei ihre Schellen erklingen.

Interessante Einzelfiguren sind der Alte Harzer von 1812, der Harzer, die Ordnungsfiguren der Husaren, der Halbschwarze, der oder das Blätzle und die Warz'.

Weitere Besonderheiten und traditionsreich sind der Narrensprung am Fastnachtsmontagmorgen und das anschließende Narrenlied, zu welchem ein Reigen getanzt wird. Abschluss jedes Umzuges bildet ein Walzer.

Die Fasnet wird von der Narrenzunft Schömberg e.V. organisiert und durchgeführt. Diese ist Mitglied in der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte e.V. (VSAN).

StadtfestBearbeiten

Im Rhythmus von drei Jahren findet in Schömberg ein Stadtfest statt. Dieses findet hauptsächlich im Altstadtkern und im Bereich des Marktplatzes und Zehntscheuervorplatzes statt. 2007 fand kein Stadtfest, sondern ein Seefest am Schömberger Stausee statt. Trotz positiver Stimmen fanden die kommenden Stadtfest aufgrund des großen logistischen Aufwands wieder im Städtle statt. Das nächste Stadtfest findet im Jahr 2019 statt.

Im Stadtteil Schörzingen findet das Dorffest ebenfalls alle drei Jahre statt, allerdings nicht im selben Jahr, sondern ein Jahr vor Schömberg.

WeihnachtsdorfBearbeiten

Anfang Dezember findet das Weihnachtsdorf auf dem Zehntscheuervorplatz statt. Bei diesem eintägigen Weihnachtsmarkt präsentieren sich vor allem Vereine und andere Gruppierungen mit einem Verkaufsstand.

VerkehrBearbeiten

EisenbahnverkehrBearbeiten

 
Zug bei Schömberg

Schömberg ist Endpunkt einer Eisenbahnstrecke von Balingen (bis 1971 bestand eine Fortsetzung nach Rottweil). Die Strecke wird von Güterzügen befahren. Im Sommer bietet die Hohenzollerische Landesbahn (HzL) an Wochenenden und Feiertagen Personenverkehr an.

Touristikzüge an Wochenenden im SommerBearbeiten

Touristikzüge der Hohenzollerischen Landesbahn aus gekuppelten Triebwagen ab Tübingen nach Kleinengstingen (Wagen 4–5), Schömberg (Wagen 3) bzw. nach Sigmaringen (Wagen 1–2) erreichen den Naturpark Obere Donau. Seit 2015 ermöglicht ein Frühzug Ganztagesausflüge.[13]

Regionalstadtbahn Neckar-AlbBearbeiten

Im Rahmen des Projekts Regionalstadtbahn Neckar-Alb ist die Bahnstrecke Balingen–Rottweil als Ergänzungslinie S11 definiert. Eine Reaktivierung der Strecke bis Rottweil und eine Anbindung an die Regionalstadtbahn ist vorerst nicht geplant (Stand: April 2019).

Im Rahmen einer Überprüfung zur möglichen Reaktivierung von 41 Bahnstrecken in Baden-Württemberg bis Ende 2020 wird die Strecke erneut analysiert.[14]

BusverkehrBearbeiten

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 334. Schömberg bildet bei den Linien 15 und 38 jeweils den Mittelpunkt. Die Linie 15 verbindet Schömberg mit Dautmergen bzw. Weilstetten. Die Linie 38 pendelt zwischen Rosenfeld und Tieringen. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 verkehrt die Linie 43 erstmals kreisübergreifend von Deilingen weiter nach Schömberg, wodurch nun ein direkter Anschluss von Schömberg über Wehingen, Gosheim und Denkingen bis Aldingen bzw. Spaichingen besteht.

Ebenfalls ist die Stadt an das Busnetz der SüdbadenBus GmbH (SBG) angeschlossen. Die Linien 7440 (über Neukirch) und 7445 (über Schörzingen und Wellendingen) verbinden Schömberg mit Rottweil bzw. Balingen.

Touristikbusse an Wochenenden im SommerBearbeiten

In den Sommermonaten fahren an Wochenenden und Feiertagen Shuttlebusse entlang des Schlichemwanderwegs von Tieringen über Schömberg nach Epfendorf und zurück.[15]

StraßenverkehrBearbeiten

Schömberg liegt an der Bundesstraße 27. Diese verbindet die Stadt nach Norden mit dem Großraum Stuttgart und nach Süden mit Schaffhausen in der Schweiz. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt ist rund 15 km entfernt (A 81 bei Rottweil).

RadwegeBearbeiten

Die meisten Nachbarorte sind über Rad- und Wanderwege, die teilweise parallel zu den Verkehrsstraßen, teilweise durch Wälder und entlang von Feldern führen, erreichbar.

Nach Dotternhausen, Ratshausen, Weilen unter den Rinnen und den Stadtteil Schörzingen führen direkte Radewege, Zimmern unter der Burg ist über die Bergreute autofrei erreichbar.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

MedienBearbeiten

Über das lokale Geschehen im Oberen Schlichemtal und dem Zollernalbkreis berichten als Tageszeitung der Zollern-Alb-Kurier und der Schwarzwälder Bote. Des Weiteren berichtet das SWR Fernsehen und SWR4 Baden-Württemberg in unregelmäßigen Abständen im Rundfunk über das Stadtgeschehen.

BildungBearbeiten

SchulenBearbeiten

  • Grund- und Werkrealschule Schömberg
  • Realschule Schömberg
  • Grundschule Schörzingen
  • Außenstelle der Jugendmusikschule Zollernalb

Die hauptsächlich besuchten Gymnasien von Schülern aus Schömberg bzw. dem Oberen Schlichemtal befinden sich in Rottweil und Balingen.

KindergärtenBearbeiten

  • Kindergarten „Arche Noah“ (ehem. Katholischer Kindergarten)
  • Städtischer Kindergarten
  • Kindergarten Schörzingen

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Samuel Oexle, Orgelbauer, Vater von Caspar Oechsle,[16] bei dem z. B. Joh. Ev. Schmidt das Orgelbauhandwerk erlernte[17]
  • Caspar Oechsle (* 1752, † 1820), Reichsprälat, letzter Abt von Salem
  • Engelbert Mager (* 1849, † 1926), Lehrer und Autor
  • Konrad Albert Koch (* 1869, † 1945), Kunstmaler und Burgenforscher
  • Emil Kiener (* 1900, † 1961), Politiker (NSDAP), Landtagsabgeordneter
  • Gerhard Weng (* 1916, † 1988), Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter, Staatssekretär
  • Paula Riede (* 1923, † 2012), Politikerin (CDU), Bundestagsabgeordnete 1972–1976
  • Rudolf Haegele (* 1926, † 1998), Professor für Malerei

Andere PersönlichkeitenBearbeiten

  • Frank Lehmann (* 1989), Fußballspieler, wuchs in Schömberg auf.

LiteraturBearbeiten

  • Wulf Wager: Fasnet in Schömberg. 2001, ISBN 3-9807995-0-6
  • Waldemar Lutz, Jürgen Nebel, Hansjörg Noe, Adolf Klek: Kennzeichen BL. 1987, ISBN 3-12-258310-0
  • Die Geschichte der Turngemeinde Schömberg 1884–2009. 2009
  • Casimir Bumiller: Geschichte der Stadt Schömberg. Stadt Schömberg, Schömberg 2005

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 242–244
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 540.
  4. NRWZ Verlag (Memento des Originals vom 25. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nrwz.de
  5. Homepage der Stadt Schömberg: Gemeinderat (Memento des Originals vom 30. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-schoemberg.de, abgerufen am 30. Dezember 2014
  6. Schwarzwälder Bote: Freie Bürger haben nominiert. 20. März 2019, abgerufen am 8. April 2019.
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 75 ff., ISBN 3-89331-208-0
  8. Schwarzwälder Bote: 120 000. Besucherin erhält Blumen. 27. März 2019, abgerufen am 8. April 2019.
  9. TG Schömberg (Herren). In: fussball.de. Abgerufen am 8. April 2019.
  10. Ergebnisse/Tabellen. In: HVW - Handballverband Württemberg e.V. Abgerufen am 8. April 2019.
  11. Ergebnisse/Tabellen. In: HVW - Handballverband Württemberg e.V. Abgerufen am 8. April 2019.
  12. Zollern-Alb-Kurier 22. Juli 2008.
  13. : Rad Wander Shuttle. In: Schwarzwälder Bote. 24. April 2015.
  14. Südwest Presse: Bahn: Strecke Hechingen - Eyach könnte reaktiviert werden. 30. April 2019, abgerufen am 30. April 2019.
  15. Shuttlebus - Schlichemwanderweg. Abgerufen am 24. April 2019.
  16. Zitiert nach: Biographia Cisterciensis – Zisterzienserlexikon (abgerufen am 7. Mai 2014).
  17. Constantin von Wurzbach: Schmidt, Johann Evangelist. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 30. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1875, S. 271 (Digitalisat).