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Täbingen

Ortsteil von Rosenfeld, Baden-Württemberg, Deutschland

Täbingen ist ein Stadtteil von Rosenfeld im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg (Deutschland). Der Ort liegt südlich von Rosenfeld.

Täbingen
Stadt Rosenfeld
Ehemaliges Gemeindewappen von Täbingen
Koordinaten: 48° 14′ 29″ N, 8° 43′ 26″ O
Höhe: 639 m ü. NN
Fläche: 7,05 km²
Einwohner: 517 (30. Jan. 2015)
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Täbingen wird erstmals im Jahr 793 genannt. Durch den Ort ging im Spätmittelalter die Grenze zwischen der Grafschaft Hohenberg und dem württembergischen Amt Rosenfeld. Im hohenbergischen Teil, dem Unterdorf, stand die Burg der Ortsherren: Ritter von Täbingen (13. Jahrhundert), Herren von Sinkingen (14. Jahrhundert), ab 1524 die Herren von Ehingen und ab 1549 die Herren von Laibenberg. Das Oberdorf war im Besitz der Klöster St. Gallen und St. Georgen. Um 1500 hatte Württemberg im ganzen Ort seine Landeshoheit durchgesetzt. Der Ort zählte danach zum Oberamt Rosenfeld.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort nahezu komplett entvölkert und anschließend mit Bewohnern der Nachbarorte sowie mit Österreichern und Schweizern neu besiedelt. Das Adelsgut wurde 1671 an die Bauernfamilie Sämann (später Seemann) verkauft. Vogt Martin Sämann (1622–1700) galt als reichster „Bauernkönig“ Württembergs. Die Familie erbaute sich im frühen 18. Jahrhundert mehrere neue Höfe. Das alte Schlossgebäude verfiel und lässt sich heute nicht mehr lokalisieren.

Die Kirche in Täbingen geht auf die Hofkapelle des Täbinger Meierhofes zurück, die kirchlich zur Pfarrei in Gößlingen zählte. Der Ort wurde zur Reformationszeit evangelisch und wurde danach lange Zeit vom Pfarrer in Leidringen betreut. 1738 wurde Täbingen zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Die Kirche wurde 1834 erneuert, wobei Teile der alten Kapelle im Turmsockel erhalten blieben. 1838 wurde ein Rat- und Schulhaus erbaut.

1808 kam der Ort zum Oberamt Rottweil, 1938 zum heutigen Zollernalbkreis. Im Vorfeld der Gemeindereform in Baden-Württemberg votierten Bürgerschaft und Gemeinderat mehrheitlich für einen Anschluss an Schömberg, allerdings war Täbingen von der Landesregierung bereits zum Raum Rosenfeld geplant worden, so dass am 1. Januar 1975 die Eingemeindung nach Rosenfeld erfolgte.[1]

ReligionBearbeiten

Evangelische Landeskirche in WürttembergBearbeiten

Der Freiburger Arzt Johannes Murer predigte bereits 1523 in bäuerlicher Kleidung als Karsthans das Priestertum aller Gläubigen. Bei seiner Verhaftung in Balingen bekannte er, dass er lieber sterben wolle, als auf die Verkündigung des Wortes Gottes zu verzichten. Murer starb dann ebenso den Märtyrertod für das Evangelium wie jene anderen 45 evangelischen Bauernkriegsprediger und Pfarrer.[2] Sein Tod war ein Anlass für Täbingen, sich als einer der ersten Orte der Region der Reformation anzuschließen.[3] Karrsthans Kirche von 1834, mit frühromanischer Orgel.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hailwig von Täbingen, im späten Mittelalter hochverehrte Armenmutter und Seelsorgerin
  • Ursula Häsin (aus Täbingen, Geburtsdatum unbekannt, † durch Verbrennung hingerichtet 1592 in Rottweil). Der Rat der Stadt Rottweil hat am 15. April 2015 einen Beschluss zur sozialethisch-moralischen Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse gefasst.[4]
  • Martin Sämann (1622–1700), Neubegründer des Dorfes und reichster „Bauernkönig“ Württembergs
  • Hans Sautter (Astronom) († 1722), Bauer und Astronom
  • Christoph Friedrich Kaußler (1760–1825), Professor der Mathematik und Freund Schillers
  • Gustav Bossert der Ältere (1841–1925), Mentor der württembergischen Kirchen- und Landesgeschichtsforschung
  • Hermann Häußler (1847–1916), Eisenbahn-Pionier
  • Jakob Hermann Fuoss (1862–?), Professor der Medizin, nach England ausgewandert

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 541.
  2. Werner-Ulrich Deetjen: 700 Jahre Stadt Ebingen - Geschichte in Bildern Vorträgezur Geschichte. Das Reich Gottes zu Ebingen-Gedanken zu seiner Geschichte und Eigenart. Druck und Verlagshaus Daniel Balingen, Albstadt 1985.
  3. Karsthans Täbingen, täbingen.de, abgerufen am 4. März 2018.
  4. NRWZ Verlag (Memento des Originals vom 25. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nrwz.de