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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obernheim
Obernheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obernheim hervorgehoben

Koordinaten: 48° 10′ N, 8° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 897 m ü. NHN
Fläche: 15,02 km2
Einwohner: 1458 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72364
Vorwahl: 07436
Kfz-Kennzeichen: BL, HCH
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 047
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 8
72364 Obernheim
Website: www.obernheim.de
Bürgermeister: Josef Ungermann[2]
Lage der Gemeinde Obernheim im Zollernalbkreis
Landkreis SigmaringenLandkreis TuttlingenLandkreis RottweilLandkreis FreudenstadtLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenAlbstadtBalingenBisingenBitzBurladingenDautmergenDormettingenDotternhausenGeislingen (Zollernalbkreis)GrosselfingenHaigerlochHausen am TannHechingenJungingenMeßstettenNusplingenObernheimRangendingenRatshausenRosenfeldSchömberg (Zollernalbkreis)Straßberg (Zollernalbkreis)Weilen unter den RinnenWinterlingenZimmern unter der BurgKarte
Über dieses Bild

Obernheim ist eine Gemeinde im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Obernheim liegt auf dem Großen Heuberg, dem südwestlichsten Teil der Schwäbischen Alb im Naturpark Obere Donau. Der Ort wurde ursprünglich in einem Trockental angelegt, hat sich aber über den Talrand hinaus ausgebreitet und liegt zwischen 900 und 988 m ü. NHN. Der Ortskern liegt bei etwa 900 m ü. NHN.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Obernheim gehören das Dorf Obernheim mit abgegangener Burg Obernheim, der Weiler Tanneck und das Haus Ziegelhütte.[3]

GeschichteBearbeiten

Der älteste Nachweis reicht in das Jahr 1140 zurück. Gozbertus de Obernheim, freien Standes (also hochadelig), unterzeichnet neben Burkard von Lautlingen als Zeuge in Schwenningen bei Villingen für das Kloster Gegenbach. Obernheim (auch Oberhain, Oberhan, Oberna und Obernen genannt) konnte sich erst spät zum Dorf entwickeln.

Um 1285, zur Zeit der Stadterhebung von Nusplingen, war Obernheim der „zu oberst“ gelegene Ort von acht -heim-Orten rings um die neue Stadt: Oberdigisheim, Unterdigisheim, Obernheim, Bubsheim, Egesheim, Königsheim, Ensisheim und Hartheim.

Zu Obernheim gehört der zwei Kilometer entfernte Weiler Tanneck mit 20–25 Häusern, erbaut 1817–1840, und der Wendelinus-Kapelle, 1848 erbaut. In Richtung Nusplingen, ein Kilometer von Obernheim entfernt, steht noch das 1841 errichtete Wohnhaus mit Scheuer und Stall der 1836 erbauten Ziegelhütte, an der Stelle „wo schon vor Zeiten eine Ziegelhütte gestanden ist“. Auf der anderen Straßenseite befindet sich die heute eingeebnete Lehmgrube.

Bis zur Auflösung der württembergischen Oberämter zum 1. Oktober 1938 gehörte Obernheim wie auch Nusplingen zum Oberamt Spaichingen. 1938 gelangte es bei der Gebietsreform an den Landkreis Balingen. Nach dessen Auflösung ist Obernheim seit dem 1. Januar 1973 Bestandteil des Zollernalbkreises.


Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Afra

SportBearbeiten

Obernheim besitzt ein ausgedehntes Wanderwegenetz, das von der Ortsabteilung des Schwäbischen Albvereins betreut wird. Bereits 1896 wurden die Wege über siebentägige Wanderungen mit Bahnfahrten beworben.[4] Der Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg sowie Rundwanderwege und Radwege sind ausgeschildert.

SagenBearbeiten

Eine Sage berichtet: Nach der Scheinehe der Wilhelmine von Grävenitz im abgelegenen Schloss Oberhausen bei Tieringen kehrte sie nach Württemberg zurück.[5] Die Geliebte des Landesvaters wollte auch ihren Einfluss in der Evangelischen Kirche geltend machen. Dies misslang ihr bei dem tief religiösen Superintendenten jedoch. Auf ihre Bitte, man möge sie namentlich ins Gebet in der Evangelischen Kirche in Württemberg aufnehmen, soll sie von Pfarrer Osiander folgende Antwort erhalten habe: „Das ist schon der Fall in jedem Gottesdienst und zwar mit den Worten der siebten Bitte des Vaterunsers (‚Erlöse uns von dem Übel‘)“. Seine Lohnzahlung (damals auch über landwirtschaftliche Eigenbetriebe) wurde sofort eingestellt. Der Tieringer Pfarrer, welcher die Trauung vorgenommen hatte, verstarb. Eine Tafel zur Scheinehe befindet sich am Trauf. Der Aussichtspunkt ermöglicht freie Sicht von Obernheim zum Schloss Oberhausen.(48° 11′ 34,53″ N, 8° 50′ 30,95″ O).

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

 
Narrendenkmal „Hexeneck“ in Obernheim

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 335.

Obernheim besaß bis ins Jahr 1966 Bahnanschluss durch den Bahnhof Harras-Obernheim, der rund sechs Kilometer von Obernheim entfernt im Wehinger Ortsteil Harras an der Heubergbahn von Spaichingen nach Reichenbach am Heuberg lag.

PersönlichkeitenBearbeiten

Personen in Verbindung mit der GemeindeBearbeiten

  • Kathrin Lang (* 3. September 1986), Biathletin, wuchs in Obernheim auf

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeisterwahl 2010 (Memento des Originals vom 23. August 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.obernheim.de
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 236–237
  4. Lutz, Saager, Widenmann: Albvereinsblätter 7tägige Wanderung. Hrsg.: Schwäbischer Albverein Stuttgart. S. 362–363.
  5. Ernst Wintergerst: Scheinehe 1711.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Obernheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien