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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gosheim
Gosheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gosheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 8′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 850 m ü. NHN
Fläche: 9,32 km2
Einwohner: 3880 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 416 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78559
Vorwahl: 07426
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 47
78559 Gosheim
Website: www.gosheim.de
Bürgermeister: André Kielack (CDU)
Lage der Gemeinde Gosheim im Landkreis Tuttlingen
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Über dieses Bild

Gosheim ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Gosheim liegt am Fuße des Lembergs, mit 1015 m ü. NHN der höchste Berg der Schwäbischen Alb und gehört zum Heuberg. Die Gemarkungsgrenze der Gemeinde liegt am Albtrauf.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an Deilingen, im Osten an Wehingen, im Südosten an Bubsheim und Böttingen, im Süden an Denkingen, im Westen an Frittlingen sowie Wellendingen im Landkreis Rottweil.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Gosheim gehören das Dorf Gosheim und das Gehöft Aumühle.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Gosheim, vom „Weißen Kreuz“ aus gesehen
 
Gosheim vom Lemberg aus gesehen

Gosheim wurde erstmals 1295 in einer Urkunde des Grafen Albrecht von Hohenberg als Gossheim erwähnt. Bereits aus der Hallstattzeit sind Siedlungsreste nachgewiesen. Die Vogtei des Dorfes gehörte zur Burg Wehingen und mit dieser ab 1351 Österreich. Von Vorderösterreich ging das Dorf 1805 an Württemberg über, welches 1806 zum Königreich erhoben wurde. Von 1806 bis 1938 gehörte Gosheim zum Oberamt Spaichingen, seit 1938 zum Landkreis Tuttlingen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden am 22. Februar 1945 gegen 14 Uhr Bomben von englischen Flugzeugen auf Gosheims Markung abgeworfen. Sie fielen ins Wiesental, auf Jamit, Täli und den Sturmbühl. Die Bomben sollten die Heubergbahn, die damalige Bahnlinie, zerstören. Getroffen hat jedoch keine. Die Bombenkrater hatten fünf bis sechs Meter Tiefe und einen Durchmesser von zehn bis zwölf Meter. Pro Bombe wurden 150–200 m³ Boden und Gestein aufgeworfen und zerstreut. Selbst heute sind noch Spuren davon zu finden. Es wird vermutet, dass im Wiesental noch drei Blindgänger liegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten zahlreiche deutschstämmige Flüchtlinge aus Jugoslawien an, was der damals noch kleinen Industrie zugutekam, die bald rapide expandierte. Ab circa 1970 wurde der zunehmende Bedarf an Arbeitskräften durch zugezogene ausländische Einwohner gedeckt, zu Beginn vor allem aus Italien.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden die meisten industriellen Betriebe aus dem Gosheimer Ortskern an den Ortsrand ausgelagert. Die benötigten Flächen wurden zwischen dem Verlauf der ehemaligen Bahnlinie und der Egartensiedlung und auf dem Sturmbühl erschlossen.

PolitikBearbeiten

Politische AusrichtungBearbeiten

Politisch ist Gosheim wie auch der umliegende Heuberg sehr konservativ. Bei Wahlen dominiert seit Beginn ihrer Existenz die CDU, die SPD war bisher noch nie im Gemeinderat vertreten.

VerwaltungsverbandBearbeiten

Gosheim gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Heuberg an, der seinen Sitz im benachbarten Wehingen hat.

BürgermeisterBearbeiten

Im Dezember 2010 wurde Bernd Haller für eine dritte Amtszeit wiedergewählt,[3] aktueller Bürgermeister ist seit 2019 André Kielack.

GemeinderatBearbeiten

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 14 Mitglieder an.

CDU 40,7 %, 6 Sitze – 2014: 69,7 %, 10 Sitze
Pro Gosheim 40,3 %, 5 Sitze – 2014: 0 %, 0 Sitze
Freie Wählervereinigung 19,0 %, 3 Sitze – 2014: 30,3 %, 4 Sitze
Wahlbeteiligung : 52,3 %

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In rot einen silbernen Pfahl, belegt mit einer roten Hand, die einen roten Schwurstab hält.“


 
Quirinskapelle auf einer Höhe von 987 Metern

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

BauwerkeBearbeiten

Oberhalb von Gosheim liegt südöstlich im Wald in einer Höhe von 987 m ü. NHN die 1858 entstandene Quirinskapelle.

 
Der Radarturm auf dem Hochwald

In 1000 m ü. NHN liegt im Walddistrikt Nack eine 50 Meter hohe Radaranlage der deutschen Flugsicherung (DFS). Die Anlage wurde 1973/74 erbaut und 1975 von der Bundesanstalt für Flugsicherung in Betrieb genommen. Der ursprünglich weiß-rote Kranz aus 19×6 Metern großen Parabolspiegeln ist etwas höher als die Aussichtsplattform des Lembergs. Seit dem 1. Januar 1994 ist die Radaranlage im Besitz der Deutschen Flugsicherung GmbH. Im September 1998 wurde sie durch eine neuere und kleinere ersetzt. Von dieser Anlage wird der Luftraum in einem Radius von 270 Kilometern überwacht. Die Radardaten werden automatisch an die Fluglotsen in Stuttgart, Karlsruhe, Zürich, Frankfurt am Main, München, Friedrichshafen sowie bis Ende 2013 an den inzwischen verkleinerten Luftwaffenstützpunkt in Meßstetten übertragen.

Freizeit und SportBearbeiten

Gosheim besitzt ein gut ausgebautes Spazier- und Wanderwegnetz sowie gespurte Loipen und einen Skihang im Winter. Die größte Freizeiteinrichtung ist das Jurabad, ein Hallenbad mit angeschlossener Sauna und Turnhalle. Tennisspielen lässt sich in der 1988 erbauten Dreifeld-Tennishalle des Tennisclubs Heuberg. Der Sportverein Gosheim spielt derzeit in der Bezirksliga (2013/2014). Auch gibt es einen Musikverein sowie einen Gesangverein.

Außerdem gibt es in Gosheim ein Biathlonzentrum. Die rund zwei Kilometer lange Biathlonstrecke umkreist den Radarturm auf einer durchschnittlichen Meereshöhe von etwa 1000 m. Der Gosheimer Skiclub SC Gosheim hat viele Talente hervorgebracht, zum Beispiel Simone Hauswald und Kathrin Lang.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Hauptgebäude der Hermle AG

Gosheim ist geprägt von zahlreichen kleinen und mittelständischen Industriebetrieben (vor allem metallverarbeitende Industrie, Drehteile, Uhren) mit rund 2500 Arbeitsplätzen. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 3800 bedeutet dies, dass zahlreiche Pendler täglich nach Gosheim fahren. Das börsennotierte Unternehmen Hermle AG hat seinen Sitz in Gosheim.

BildungBearbeiten

  • Realschule Gosheim-Wehingen mit über 520 Schülern in 18 Klassen
  • Gymnasium Gosheim-Wehingen mit 306 Schülern in 12 Klassen
  • Juraschule (Grund- und Hauptschule)
  • Lembergschule (Förderschule)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 630–631
  3. http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Eid-Bernd-Haller-tritt-dritte-Amtszeit-an-_arid,5005849_toid,643.html

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gosheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien