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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Saulheim
Saulheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Saulheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 53′ N, 8° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wörrstadt
Höhe: 154 m ü. NHN
Fläche: 18,94 km2
Einwohner: 7940 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 419 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55291
Vorwahl: 06732
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Zum Römergrund 2 – 6
55286 Wörrstadt
Website: www.saulheim.de
Ortsbürgermeister: Martin Fölix (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Saulheim im Landkreis Alzey-Worms
GimbsheimHamm am RheinEich (Rheinhessen)AlsheimMettenheimOsthofenBechtheimDittelsheim-HeßlochFrettenheimWesthofenMonzernheimGundheimBermersheimGundersheimHangen-WeisheimHochbornOffsteinHohen-SülzenMonsheimWachenheim (Pfrimm)MölsheimFlörsheim-DalsheimMörstadtWendelsheimStein-BockenheimWonsheimWonsheimSiefersheimWöllsteinGau-BickelheimGumbsheimEckelsheimGau-WeinheimVendersheimWallertheimPartenheimSaulheimUdenheimSchornsheimGabsheimWörrstadtSulzheim (Rheinhessen)SpiesheimEnsheimArmsheimFlonheimErbes-BüdesheimNackNieder-WiesenBechenheimOffenheimBornheim (Rheinhessen)LonsheimBermersheim vor der HöheAlbigBiebelnheimBechtolsheimGau-OdernheimFramersheimGau-HeppenheimAlzeyOber-FlörsheimFlombornEppelsheimDintesheimEsselbornMauchenheimFreimersheim (Rheinhessen)WahlheimKettenheimHessenMainzLandkreis Mainz-BingenWormsRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Saulheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wörrstadt an.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Weinort Saulheim liegt ca. 12 Kilometer südwestlich von Mainz in Rheinhessen. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Birkenhof, Chausseehaus, Grasweg, Thomasmühle (Dickenmühle), Hohenberg, Römerhof, Rollander Hof, Untere Mühle, Im Mandel.[2]

Nachbargemeinden sind Nieder-Olm, Stadecken-Elsheim, Udenheim, Wörrstadt, Vendersheim und Partenheim.

GeschichteBearbeiten

Saulheim wurde Ende des 8. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Der fränkische Hausmeier Pippin der Mittlere schenkte Güter in den drei Orten Wörrstadt, Armsheim und Saulheim an die St. Nikomedeskirche zu Mainz.[3][4] Ende des 10. Jahrhunderts kamen Teile des nördlichen Rheinhessens, darunter Nieder- und Ober-Saulheim, in Besitz des Mainzer Erzbischofs. Während Ober-Saulheim in den folgenden Jahrhunderten den Wild- und Rheingrafen untergeordnet war, bewahrten die örtlichen Rittergeschlechter in Nieder-Saulheim die Unabhängigkeit gegenüber den Pfalzgrafen und dem Erzbischof von Mainz.

Während der Französischen Revolution wurden auch im heutigen Saulheim die Adelsgeschlechter entmachtet. Nach dem Wiener Kongress wurden Nieder- und Ober-Saulheim dem Großherzogtum Hessen zugeordnet.

Die Gemeinde Saulheim wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Nieder-Saulheim und Ober-Saulheim neu gebildet.[5]

ReligionBearbeiten

Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind evangelischen Glaubens, das restliche Drittel – von wenigen Konfessionslosen abgesehen – katholisch. Im Ort stehen drei Kirchengebäude, zwei evangelische und ein katholisches.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Saulheim besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

 
Altes Rathaus Saulheim

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FDP FWG Pro GAL Gesamt
2019 6 8 3 - - 7 24 Sitze
2014 5 8 2 1 2 4 22 Sitze
2009 6 7 1 2 2 4 22 Sitze

Zur Wahl 2019 traten die Wählergruppen FWG und Pro nicht mehr an.

  • FWG = Freie Wählergruppe Saulheim e. V.
  • Pro = Wählergruppe Pro Saulheim e. V.
  • GAL = Grün-Alternative Liste Saulheim e. V.

Ortsbürgermeister ist seit 2009 Martin Fölix (CDU).[7] Er löste den von 1999 bis 2009 amtierenden Walter Klippel ab.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot drei (2:1) gestellte zunehmende silberne Monde.“
Wappenbegründung: Dieses Wappen erscheint gleichartig in Gerichtssiegeln von 1570 und 1620, in umgekehrter Farbfolge auf einem Stein mit der Jahreszahl 1571, der von dem nicht mehr stehenden Turm der Kirche St. Bartholomäus stammt und 1855 am Rathaus angebracht wurde. Die drei Halbmonde bildeten das Wappen des im 18. Jahrhundert erloschenen rheinischen Rittergeschlechts der Hund, dessen zahlreiche Stämme sich nach dem Sitz Saulheim benannten. Es ist in den verschiedensten Varianten und Tingierungen überliefert. Um Gemeinde- und Adelswappen voneinander zu unterscheiden, hat man die Farben in der oben beschriebenen Weise festgelegt. Der Ort war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Besitz einer Ganerbenschaft unter der kurpfälzischen Oberhoheit.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Eine Besonderheit Saulheims ist die 1904 erbaute Sängerhalle, die der in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgewanderte und dort in der Holzwirtschaft erfolgreiche Friedrich Weyerhäuser seinem Heimatort gestiftet hat.

Die Kirche St. Bartholomäus stammt aus dem 14. Jahrhundert, ihr Grundstein wurde 1344 gelegt. Sie war der Nachfolgebau einer spätmittelalterlichen Landkirche des Bischofs von Mainz.[9] Die Auferstehungsfenster im Chor wurden von Alois Plum gestaltet.

DenkmälerBearbeiten

Auf dem Raiffeisenplatz ist eine Sandstein-Figur des legendären Ritters Hundt zu Saulheim (Ritterkanton Oberrhein) zu sehen, die am 8. Mai 1987 aufgestellt wurde. Sie wurde geschaffen von Melchior Gresser junior. Die Adelsfamilie der Hund(t) von Saulheim war hier ansässig. Ihre bekanntesten Vertreter sind Johann Friedrich Hund von Saulheim († 1635), deutscher Johanniter-Großprior und Reichsfürst von Heitersheim, sowie der Mainzer Dompropst Adolph Hund von Saulheim († 1668), Sohn des fürstbischöflich Speyerer Vogtes Johann Christoph Hund von Saulheim († 1624).[10]

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Langer Stein

An der Landesstraße 401 in Höhe von Ober-Saulheim steht der Menhir („Hinkelstein“) „Langer Stein“ aus grauer Vorzeit, um den sich Sagen ranken. Im oberen Drittel ist eine Nische zur Aufnahme eines christlichen Heiligenbildes eingehauen. Sie kann nach ihrer Form in die späte Gotik datiert werden.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Ober-Saulheimer Kerb alljährlich am letzten Wochenende im August (Freitag – Montag)
  • Nieder-Saulheimer Ritter-Hundt-Weinkerb alljährlich am 2. Wochenende im September (Freitag – Dienstag)
  • Ober-Saulheimer Straßenfest alljährlich an Christi Himmelfahrt und dem darauf folgenden Freitag
  • Saulheimer Backesbrunnenfest alljährlich am 1. Wochenende im Juli (Freitag – Sonntag)
  • Ober-Saulheimer Weihnachtsmarkt alljährlich am 1. Advent

JugendBearbeiten

In Saulheim befindet sich ein öffentlicher Jugendtreff. In einem großzügig geschnittenen Thekenraum werden folgende Freizeitangebote angeboten: Billard, Kicker, Tischtennis, 4 Internetzugänge, Musikbibliothek zum auswählen und anhören. Für den aktiven Musiker steht ein Musik- und Aufnahmestudio zur Verfügung.

Weiterhin gibt es eine Katholische Jugendgruppe (KJS). Diese Jugendgruppe besteht aus mehreren Gruppenleitern, die jeweils eine eigene Gruppenstunde für Jugendliche zwischen 9 und 15 Jahren veranstalten. Einmal im Jahr veranstaltet die KJS eine Osterfreizeit in verschiedenen Selbstversorgerhäusern. Aktuelle Informationen hierzu findet man im Veranstaltungskalender auf der Homepage der Gemeinde.

Außer der KJS gibt es in Saulheim eine Ortsgruppe der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB). Diese bietet außer Gruppenstunden auch jährlich zwei Zeltlager an, eines für Kinder von 7 bis 13 und eines für Jugendliche von 14 bis 16 Jahre. Zusätzlich bietet die KLJB in den Herbstferien eine Herbstfreizeit in einem Selbstversorgerhaus für Teilnehmer zwischen 11 und 15 Jahren an. Über das Jahr verteilt finden zusätzlich immer wieder kleinere Veranstaltungen statt, wie z. B. eine Kinderbetreuung im Advent, um die Eltern im Weihnachtstress zu entlasten.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang nach
Rebfläche
(innerhalb
von RLP)
Bestockte
Rebfläche 2017
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha %
 Rheinhessen 26.617 61 29
Worms 3 1.564 63 37
Westhofen 7 787 75 25
Alzey 8 778 63 27
Nierstein 9 742 77 23
Alsheim 10 707 63 27
Bechtheim 11 660 73 27
Flörsheim-Dalsheim 12 646 68 32
Ingelheim am Rhein 13 642 51 49
Bingen am Rhein 15 566 74 26
Saulheim 16 523 76 24
Quelle: Faltblatt Weinbau 2018. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems, Mai 2018

Es wird Acker- und Weinbau betrieben.

Momentan befindet sich das Gewerbegebiet II mit mehreren Einkaufsmöglichkeiten im Ausbau.

In Saulheim befindet sich eines von bundesweit 33 Postfrachtzentren der DHL. Es ist die Hauptumschlagbasis für alle Luftpostsendungen (via Flughafen Frankfurt am Main) nach Übersee.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Saulheim, Elsass-Express aus Mainz kommend (2011)

Saulheim besitzt einen Bahnhof der Kategorie 6 an der Bahnstrecke Alzey–Mainz und wird im Halbstundentakt bedient. Einzelne Züge fahren im morgendlichen Berufsverkehr über den Frankfurter Flughafen bis Frankfurt am Main. Am Wochenende sowie an Feiertagen sind zwischen Mai und Oktober Fahrten mit dem Elsass-Express nach Wissembourg möglich. Im Rheinland-Pfalz-Takt 2015 wurde ein neuer, zusätzlicher Haltepunkt Obersaulheim angekündigt.[11]

Die Gemeinde wird außerdem durch drei Regionalbuslinien der ORN angefahren. Dabei sind sowohl Alzey als auch umliegende Gemeinden wie Wörrstadt oder Gau-Odernheim erreichbar.[12]

Zwei Anschlüsse an die L 401 und der Autobahnanschluss an die A 63 zwischen den Kreuzen Mainz und Alzey bieten die straßenverkehrliche Anbindung.

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über fünf Kindergärten. Im Ortsteil Nieder-Saulheim befindet sich eine Grundschule. Weiterführende Schulen befinden sich im vier Kilometer entfernten Wörrstadt sowie Alzey (19 km), Nieder-Olm (3 km) und Mainz (18 km).

Als weiteres Bildungsangebot steht die Volkshochschule Saulheim zur Verfügung. Das Angebot reicht von Sprachen über Gesundheit bis zu kreativem Gestalten.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saulheim – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 85 (PDF; 2,2 MB).
  3. Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande Heft 74, 1882, S. 157, en ligne
  4. Geschichtlicher Abriss des Klosters Nikomedes (Mainz) in Klosterlexikon, abgerufen am 13. Dezember 2015
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 178 (PDF; 2,8 MB).
  6. Wahlen RLP 2019. Abgerufen am 18. Juni 2019.
  7. Infos auf der Webseite der Gemeinde Saulheim
  8. RGE: Saulheim
  9. Die St. Bartholomäus Kirche in Nieder-Saulheim
  10. Webseite über die Familie Hund(t) von Saulheim
  11. Rheinland-Pfalz-Takt 2015 (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.spnv-nord.de, S. 14 (PDF)
  12. RNN-Linienplan