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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Offstein
Offstein
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Offstein hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 8° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Monsheim
Höhe: 118 m ü. NHN
Fläche: 5,64 km2
Einwohner: 1874 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 332 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67591
Vorwahl: 06243
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 054
Adresse der Verbandsverwaltung: Alzeyer Straße 15
67590 Monsheim
Website: www.offstein.de
Ortsbürgermeister: Andreas Böll (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Offstein im Landkreis Alzey-Worms
GimbsheimHamm am RheinEich (Rheinhessen)AlsheimMettenheimOsthofenBechtheimDittelsheim-HeßlochFrettenheimWesthofenMonzernheimGundheimBermersheimGundersheimHangen-WeisheimHochbornOffsteinHohen-SülzenMonsheimWachenheim (Pfrimm)MölsheimFlörsheim-DalsheimMörstadtWendelsheimStein-BockenheimWonsheimWonsheimSiefersheimWöllsteinGau-BickelheimGumbsheimEckelsheimGau-WeinheimVendersheimWallertheimPartenheimSaulheimUdenheimSchornsheimGabsheimWörrstadtSulzheim (Rheinhessen)SpiesheimEnsheimArmsheimFlonheimErbes-BüdesheimNackNieder-WiesenBechenheimOffenheimBornheim (Rheinhessen)LonsheimBermersheim vor der HöheAlbigBiebelnheimBechtolsheimGau-OdernheimFramersheimGau-HeppenheimAlzeyOber-FlörsheimFlombornEppelsheimDintesheimEsselbornMauchenheimFreimersheim (Rheinhessen)WahlheimKettenheimHessenMainzLandkreis Mainz-BingenWormsRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Offstein in Rheinhessen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Monsheim an.

GeographieBearbeiten

Offstein liegt im südlichen Rheinhessen und im westlichen Bereich des Oberrheingrabens. Der Eisbach, ein linksrheinischer Nebenfluss, verläuft durch den südlichen Teil der Ortsgemeinde. Die Siedlungsform kommt einem Haufendorf gleich. Durch die geschützte Lee-Seite der umliegenden Mittelgebirge wird ein mildes und arides Klima begünstigt. Ein hoher Lössgehalt sowie eine hohe natürliche Ertragsfähigkeit der Böden ermöglichen ein hohes Ertragspotenzial in der Landwirtschaft.

Zu Offstein gehören auch die Wohnplätze Rosengartenmühle und Stegmühle.[2]

GeschichteBearbeiten

Hinweise über die ersten sesshaften Bewohner Offsteins liefern Grabfunde, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Auch keltische und germanische Ausgrabungen bezeugen eine Besiedlung vor der Römerzeit. Das Wissen der Römer bezüglich des Weinbaus und des Baus von Steinhäusern wurde von den aufstrebenden Franken ab Ende des 5. Jahrhunderts übernommen. Aus dieser Zeit stammt auch die Herkunft des Namens „Offstein“, welcher sich auf den Familienname einer ansässigen Familie „zu Offenstein“ bezieht.

Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr der Ort mit dem Lorscher Codex zwischen den Jahren 766 und 768, der den Geländetausch zwischen dem damaligen Bischof von Metz und dem Kloster Lorsch bezeugt. Mehrere Besitzschenkungen schlossen sich in der Folgezeit an. Das mittelalterliche Lehnswesen wurde von 1359 bis 1661 von den Junkern von Oberstein bestimmt, die in der Burg Oberstein residierten. Nach einer erneuten Lehnszeit fiel mehr und mehr Grund an die Ortsbewohner.[3]

Mit der Aufteilung der Kurpfalz in der Franzosenzeit wurde Offstein 1798 bis 1814 dem Kanton Pfeddersheim im Département Donnersberg angegliedert. 1815 wurde es dem Großherzogtum Hessen zugeordnet. Mit dem Zusammenschluss der Kantone Pfeddersheim, Osthofen und Worms nach der französischen Besetzung wurde die Ortschaft im Jahr 1835 Teil des Kreises Worms. Seit 1972 gehört Offstein der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Monsheim an.[4]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Offstein besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD FWG LuK GfO Gesamt
2019 7 7 2 16 Sitze
2014 6 6 4 16 Sitze
2009 7 9 16 Sitze
2004 6 4 6 16 Sitze
1999 6 3 7 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Offstein e. V.
  • LuK = Liste unabhängiger Kandidaten e. V.
  • GfO = Gemeinsam für Offstein
 
Ehemaliger Bahnhof Offstein mit stillgelegten Gleisen

OrtsbürgermeisterBearbeiten

  • 1945–1969 Johann Peter Schneider (SPD)
  • 1969–1975 Willy Schneider (SPD)
  • 1975–1994 Otto Gunter Bergner (SPD)
  • 1994–2018 Robert Kuhn (parteilos)
  • 00seit 2019 Andreas Böll (SPD)

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde Andreas Böll mit einem Stimmenanteil von 56,95 % gewählt. Der bisherige Bürgermeister, Robert Kuhn, war im Dezember 2018 völlig überraschend verstorben.[6][7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Schwarz eine silberne Waage.“

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im benachbarten, zur Gemeinde Obrigheim gehörenden Weiler Neuoffstein befindet sich das Südzucker-Werk Offstein, welches der wichtigste Arbeitgeber für Offstein ist.

Durch Offstein verlief die Bahnstrecke Worms–Grünstadt. Der Güterverkehr nach Offstein wurde 1998 eingestellt und die Strecke in diesem Abschnitt stillgelegt. Eine Busverbindung in südwestlicher bzw. nordöstlicher Richtung besteht über die Linie 451 Grünstadt–Worms. Die A 61 liegt nur wenige Autominuten entfernt. Die Versorgung mit elektrischem Strom begann im Jahr 1900, welche der Installation einer Anlage in der Stegmühle im Westen Offsteins zu verdanken ist. Neun Jahre später erfolgte der Anschluss an das Seebachgebiet Osthofen über eine neu verlegt Wasserleitung, die der Trinkwasserversorgung diente. Die bis ins beginnende 20. Jahrhundert verwendeten Dorfbrunnen wurden dadurch kontinuierlich ersetzt.[8]

Söhne und Töchter von OffsteinBearbeiten

 
Gedenktafel über Musikpädagoge Heinrich Ordenstein an der Außenfassade seines Geburtshauses in der Pfeddersheimer Straße 3 in Offstein

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

  • Gemeinde Offstein (Hrsg.): 771–1971. 1200 Jahre Offstein. Aus der Geschichte der Gemeinde. Grünstadt 1971.
  • Katholisches Pfarramt St. Martinus Offstein (Hrsg.): Festschrift 800 Jahre Pfarrei St. Martinus Offstein, 230 Jahre Martins-Kirche Offstein. 1212–1782–2012. Offstein 2012.
  • Dieter Krienke, Ingrid Westerhoff (Bearb.): Kreis Alzey-Worms. Verbandsgemeinden Eich, Monsheim und Wonnegau (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 20.3). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2018, ISBN 978-3-88462-379-4, S. 149–155.
  • Literatur über Offstein in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 134 (PDF; 3 MB).
  3. Ortsgeschichte, auf www.offstein.de, abgerufen am 1. Juli 2018
  4. Helmut Zorn, 1200 Jahre Offstein – Aus der Geschichte der Gemeinde. Grünstadt 1971, S. 37–40, 77–82 und 119–122
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Eich, Verbandsgemeinde, fünfte Ergebniszeile. Abgerufen am 12. September 2019.
  7. Johannes Götzen: Offsteins Ortsbürgermeister Robert Kuhn gestorben. Wormser Zeitung, 26. Dezember 2019, abgerufen am 12. September 2019.
  8. Helmut Zorn: 1200 Jahre Offstein – Aus der Geschichte der Gemeinde. Grünstadt 1971, S. 127 f.