Ritterkanton Oberrhein

Symbolische Darstellung für die rheinischen Ritterkantone von 1721
Satellitenaufnahme des Oberrheins

Der Ritterkanton Oberrhein war einer der drei Kantone der Reichsritterschaft am Rhein.

Gliederung der RitterkreiseBearbeiten

Die freie Reichsritterschaft in Südwestdeutschland gliederte sich seit dem 16. Jahrhundert in einen rheinischen, fränkischen und schwäbischen Ritterkreis, der sich wiederum aus verschiedenen Kantonen zusammensetzte. Obwohl reichsunmittelbar hatten die Kooperationen keine Reichsstandschaft.[1] Der Ritterkreis am Rheinstrom untergliederte sich in die „Orte“ oder „Kantone“ Oberrheinstrom, Mittelrheinstrom und Niederrheinstrom. Mit der geringsten Fläche und dem kleinsten Bevölkerungsanteil stellten die rheinischen Kantone das schwächste Element in der organisierten Reichsritterschaft dar.[2]

OrganisationBearbeiten

Der Kanton hatte einen Ritterhauptmann. Die Funktion wurde wahrgenommen von:

  • Friedrich IX. von Dalberg zu Kropsburg (* um 1530; † 1577)
  • Dieter VII. (* um 1532; † 30. Mai 1585)[3]
  • Wolfgang Friedrich I. von Dalberg (* 1565; † 1621), Sohn von Friedrich IX. von Dalberg
  • Adolf Johann Karl von Bettendorff († 1706), Burggraf von Friedberg.[4]
  • Franz Eckenbert II. (* 1674; † 1741) von 1714 bis 1741[5]
  • Friedrich Anton Christoph von Dalberg zu Hessloch (* 1709; † 1775)[6] von 1741 bis 1775
  • Friedrich Franz Karl Eckbrecht Benedikt von Dalberg (* 1751; † 1811) von 1788 bis 1797/1801.[7]

Adelsfamilien im Kanton OberrheinBearbeiten

Dem Ritterkanton Oberrhein gehörten unter anderem folgende Familien an:

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Battenberg: Dalberger Urkunden. Regesten zu den Urkunden der Kämmerer von Worms gen. von Dalberg und der Freiherren von Dalberg 1165–1843 Band 14/3: Corrigenda, Indices und Stammtafeln (v. Dalberg und Ulner von Dieburg) = Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 14/3. Darmstadt 1987. ISBN 3-88443-238-9
  • Johannes Bollinger: 100 Familien der Kämmerer von Worms und der Herren von Dalberg. Bollinger, Worms-Herrnsheim 1989. Ohne ISBN.
  • William D. Godsey: Ritteradel zwischen altem Reich und neuer staatlicher Ordnung. Die Dalberg zwischen 1750 und 1850. In: Kurt Andermann (Hrsg.): Ritteradel im Alten Reich. Die Kämmerer von Worms genannt von Dalberg = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission NF Bd. 31. Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2009. ISBN 978-3-88443-054-5, S. 247–288.
  • Karl Murk: „Damit der Splendor erhalten werde“. Beziehungsnetze und Versorgungsstrategien der Dalberg im 17. Und 18. Jahrhundert. In: Kurt Andermann (Hrsg.): Ritteradel im Alten Reich. Die Kämmerer von Worms genannt von Dalberg = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission NF Bd. 31. Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2009. ISBN 978-3-88443-054-5, S. 185–201
  • Eberhard Weis, Elisabeth Müller-Luckner: Reformen im rheinbündischen Deutschland. Stiftung Historisches Kolleg. München 1982.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Godsey: Ritteradel , S. 256.
  2. Godsey: Ritteradel , S. 256.
  3. Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. VI.
  4. Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. VI; Bollinger, S. 58.
  5. Godsey: Ritteradel , S. 257.
  6. Johannes Bollinger: 100 Familien der Kämmerer von Worms und der Herren von Dalberg. Bollinger, Worms-Herrnsheim 1989. Ohne ISBN; Murk, S. 187; Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. Neue Folge, Bd. 9: Familien vom Mittel- und Oberrhein und aus Burgund. Marburg 1986. Ohne ISBN, Tafeln 55–60.
  7. Godsey: Ritteradel , S. 257.
  8. Murk, S. 187.