Vincent Keymer

deutscher Schachspieler
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Vincent Keymer (2019)
Verband DeutschlandDeutschland Deutschland
Geboren 15. November 2004
Mainz
Titel Internationaler Meister (2017)
Großmeister (2020)
Aktuelle Elo‑Zahl 2591 (Dezember 2020)
Beste Elo‑Zahl 2591 (Dezember 2020)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Vincent Keymer (* 15. November 2004 in Mainz) ist ein deutscher Schachspieler. Er trägt den Titel eines Großmeisters.

Schachkarriere und ErfolgeBearbeiten

 
Vincent Keymer (2019)

Vincent Keymer lernte im Alter von fünf Jahren das Schachspielen von seinen Eltern.[1] Bei Welt- und Europameisterschaften im Jugendbereich erreichte er Platzierungen unter den ersten sechs. Mit der deutschen U18-Schachnationalmannschaft wurde er 2015 und 2017 Europameister.[2][3]

Im Juli 2017 erreichte er bei den Deutschen Schachmeisterschaften in Apolda, bei der er den vierten Platz belegte, seine dritte IM-Norm und wurde der bisher jüngste deutsche Internationale Meister.

Keymer spielte bis zur Saison 2016/17 in der Oberliga Südwest für den SK Gau-Algesheim.[4] Dort begann auch die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Trainer, dem ukrainischen Großmeister Sergei Ovsejevitsch, die noch immer währt.[5] Zur Saison 2017/18 wechselte er zum Verein SF Deizisau und wurde für die 1. Mannschaft in der Schachbundesliga an Brett 11 gemeldet.[6] Dort erreichte er 5 Punkte aus 11 Partien. Der ehemalige Weltmeister Garri Kasparow traute Keymer im März 2016 den Vorstoß in die Weltspitze zu.[7]

Seit November 2017 wird Keymer vom ehemaligen Top-Ten-Spieler Péter Lékó trainiert. Im April 2018 gewann er mit einem Ergebnis von 8 Punkten aus 9 Partien das Grenke Chess Open in Karlsruhe vor 49 Großmeistern und erreichte eine Norm, um selbst Großmeister zu werden.[8] Er siegte in der letzten Runde mit Schwarz gegen Richárd Rapport[9] und qualifizierte sich für die Grenke Chess Classic im April 2019.[10] Seine Leistung im Turnier entsprach einer ELO-Zahl von 2795; dies war die höchste Leistung eines Unter-14-Jährigen aller Zeiten.[11] Seine zweite GM-Norm sicherte er sich im Juli 2018 beim Xtracon-Open im dänischen Helsingør, wo er bereits zwei Runden vor Schluss die erforderlichen Punkte erzielt hatte.[12]

Bei den Grenke Chess Classic im Oktober 2019 in Karlsruhe erzielte Keymer in neun Spielen gegen hochklassige Großmeister einen Sieg und zwei Remis und landete nach Tie-Break auf dem letzten Platz.[13] Bei diesem Turnier unterlag er dem Weltmeister Magnus Carlsen erst nach fast sieben Stunden.[14] Seine dritte GM-Norm erzielte er im Oktober 2019 beim Grand Swiss Tournament 2019 auf der Isle of Man, woraufhin ihm von der FIDE der Titel des Großmeisters bei der FIDE-Sitzung Ende Februar 2020 verliehen wurde.[15][16] Er ist somit der jüngste deutsche Schachgroßmeister, den es je gab.[17]

Elo-Entwicklung[18]

PartiebeispielBearbeiten

Rapport–Keymer
  a b c d e f g h  
8                 8
7                 7
6                 6
5                 5
4                 4
3                 3
2                 2
1                 1
  a b c d e f g h  
Endstellung nach 51. … Df2+

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Hier der oben erwähnte Schwarzsieg Keymers gegen den ungarischen Weltklassespieler Richárd Rapport.

Rapport–Keymer 0:1
Karlsruhe, 2. April 2018
Abgelehntes Damengambit, D50
1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 Le7 5. e3 h6 6. Lh4 0–0 7. Tc1 Sbd7 8. cxd5 exd5 9. Ld3 c6 10. Lg3 Te8 11. h3 Lb4 12. Sf3 Se4 13. Lf4 c5 14. 0–0 Lxc3 15. bxc3 Sb6 16. Se5 f6 17. Sg4 c4 18. Lb1 h5 19. Sh2 g5 20. Dxh5 gxf4 21. f3 Sd6 22. Dh7+ Kf8 23. Dh6+ Ke7 24. Dg7+ Ke6 25. Tfe1 Te7 26. Dg4+ f5 27. Lxf5+ Sxf5 28. Dg6+ Kd7 29. Dxf5+ Kc6 30. Dxf4 Le6 31. e4 Dg8 32. Dh6 Kc7 33. Kh1 Tf8 34. Te2 Th7 35. Dd2 Kb8 36. Tce1 dxe4 37. fxe4 Ld7 38. Tf2 Te8 39. Df4+ Ka8 40. Sf3 Tf8 41. Dh2 Sa4 42. Te3 a6 43. De5 Lxh3 44. Kg1 Tg7 45. Sh4 Txf2 46. Kxf2 Txg2+ 47. Sxg2 Dxg2+ 48. Ke1 Df1+ 49. Kd2 Lg4 50. De8+ Ka7 51. Dxa4 Df2+ 0:1

PrivatesBearbeiten

Vincent Keymer wohnt in Saulheim in Rheinland-Pfalz und besucht das Gymnasium Nieder-Olm.

WeblinksBearbeiten

Commons: Vincent Keymer – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ulrich Stock: Vincent Keymer: Ein kleiner König. In: zeit.de. 24. November 2016, abgerufen am 4. Juli 2017.
  2. Deutschland holt Gold bei der Jugend-Europameisterschaft. Deutscher Schachbund, abgerufen am 15. November 2020.
  3. Deutschland ist U18-Mannschaftseuropameister. In: de.chessbase.com. Abgerufen am 15. November 2020.
  4. SBRP Ergebnisdienst – Oberliga SW. In: sbrp-ergebnisdienst.de. Abgerufen am 3. April 2018.
  5. Vincent Keymer gewinnt die GRENKE Chess Open 2018 in Karlsruhe | Pressekonferenz. In: youtube.com. 2. April 2018, abgerufen am 17. August 2020.
  6. IM-Titel für Vincent Keymer! In: schachbund.de. 15. November 2017, abgerufen am 14. Januar 2018.
  7. Helmut Pfleger: Brettspiel: Schach. In: zeit.de. 31. März 2016, abgerufen am 14. Januar 2018.
  8. Hartmut Metz: 13-Jähriger stiehlt Carlsen die Show. In: de.chessbase.com. 3. April 2018, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  9. 3rd Grenke Chess Open – Round 5. In: chess24.de.
  10. Stefan Löffler: Wird das größte Schachtalent nur benutzt? In: faz.net, 21. April 2019.
  11. Chess: Schoolboy Vincent Keymer secures shock triumph at Grenke Open. In: theguardian.com. Abgerufen am 15. November 2020.
  12. Die Entscheidungspartie: Wie Keymer sich die zweite GM-Norm holte. In: perlenvombodensee.de. 28. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2018.
  13. Deutschland hat ein Schach-Wunderkind. In: welt.de. 30. April 2019, abgerufen am 15. Mai 2019.
  14. https://www.schachbund.de/news/grenke-chess-classic-vincent-keymer-verlangt-weltmeister-magnus-carlsen-zum-auftakt-alles-ab.html
  15. Klaus Besenthal: Isle of Man: Nakamura in der Spitzengruppe, Keymer wird Großmeister. In: de.chessbase.com. 20. Oktober 2019, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  16. Deutsche Schachfreunde freuen sich über Vincent Keymers Erfolg. In: de.chessbase.com, 22. Oktober 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  17. Michael Eder: Ausnahmetalent im Schach: Der größte Vorteil des Vincent Keymer. In: faz.net. 4. Januar 2020, abgerufen am 5. Januar 2020.
  18. Zahlen gemäß Elo-Listen der FIDE. Datenquellen: fide.com (Zeitraum seit 2001), olimpbase.org (Zeitraum 1971 bis 2001)