SC Bern

Eishockeyclub aus der Schweiz

Der SC Bern ist ein Eishockeyclub in der Schweizer Bundesstadt Bern. Er ist 16-maliger Schweizer Eishockeymeister.

SC Bern
SC Bern
Grösste Erfolge
Vereinsinformationen
Geschichte Schlittschuh-Club Bern (seit 1931)
Vereinsfarben schwarz, gelb, rot
Liga National League
Spielstätte PostFinance-Arena
Kapazität 17'031 Plätze (davon 5'635 Sitzplätze)
Geschäftsführer Marc Lüthi
Cheftrainer Don Nachbaur
Kapitän Simon Moser
Saison 2018/19 1. Platz (Qualifikation), Meister

Gegründet wurde der Schlittschuh Club Bern (SCB) am 3. November 1930, der Spielbetrieb wurde zum Jahresbeginn 1931 aufgenommen. Die Vereinsfarben sind Schwarz, Gelb und Rot. Der Club erlangte bereits in seinen frühen Jahren eine hohe Zuschauerresonanz. In Eishockeykreisen erreichte der SCB in den letzten Jahren Bekanntheit durch den mit Abstand höchsten Zuschauerschnitt im europäischen Eishockey.

Die Heimspielstätte des Stadtberner Clubs ist seit 1967 die PostFinance-Arena, ursprünglich Eisstadion Allmend, mit einer Kapazität von 17'031 Zuschauerplätzen.

GeschichteBearbeiten

1930 bis 1956: Die GründerjahreBearbeiten

Die Ahnen des SC Bern waren ein Berner Schlittschuh-Club (um 1893), der Hockey-Club Bern (Gewinner der nationalen Meisterschaft 1916–1918) sowie die Ice Fellows in den 1920er Jahren.

Der Schlittschuh-Club Bern wurde am 3. November 1930 gegründet; am 1. Januar 1931 nahm die Eishockeysektion des Clubs den Spielbetrieb auf.[1] Die erste Spielstätte befand sich an der Kirchenfeldstrasse 70, wo heute eine Tennisanlage steht. Pioniere des SC Bern waren unter anderem Fred Müller, Paul Gerber, José Barrot, Otto Heller, Kurt Kessi, Heini Dallmeier und Kurt Hauser.[1]

Im Jahr 1933 zog der SCB um auf die neue Kunsteisbahn Ka-We-De, die mit einem Spiel gegen den Zürcher SC am 3. Dezember desselben Jahres eingeweiht wurde. Der erste Heimsieg an neuer Stätte gelang am 8. Januar 1934 gegen die Mannschaft der Universität Cambridge mit 6:2.

Ab der Saison 1937/38 spielte der SCB in der neu gegründeten Nationalliga A, der höchsten Liga im Schweizer Eishockey.

1956 bis 1967: Erste Meistertitel und AbstiegeBearbeiten

1956 stieg der SCB in die Nationalliga B ab, bereits im folgenden Jahr gelang jedoch der Wiederaufstieg. In der Spielzeit 1958/59 gewann der SCB seinen ersten Meistertitel vor durchschnittlich 7'857 Zuschauern. Im Finalspiel um den Schweizer Meistertitel gewannen die Berner zuhause vor 10'500 Zuschauern mit 5:4 gegen den HC Davos. Ernst "Aeschi" Wenger führte die Mannschaft 1959 direkt vom Aufstieg zum Meistertitel. In der Saison 1964/65 liess der SCB den zweiten Meistertitel folgen. Zwei Spielzeiten später (1966/67) stieg der Verein erneut in die NLB ab.

1967 bis 1982: Die Allmend – eine neue HeimatBearbeiten

Während der SCB zum zweiten Mal in der NLB sein Dasein fristen musste, konnte er das in dreijähriger Bauzeit errichtete Eisstadion Allmend (zwischenzeitlich BernArena, heute PostFinance-Arena) beziehen. In der Saison 1968/69 gelang dem SCB erneut der Aufstieg in die Nationalliga A, im folgenden Jahr folgte ein erneuter Abstieg. In der Zwischenzeit war das Allmendstadion überdacht worden.

Nach dem Wiederaufstieg gewann der SCB 1974 eine weitere Meisterschaft und verteidigte sie in der folgenden Saison erfolgreich. Weitere Titel folgten 1977 und 1979. Es war die Zeit als die drei Berner Eishockeyvereine SCB, EHC Biel und SC Langnau die Schweizer Meisterschaft dominierten. Doch wieder liessen es die Stadtberner an Konstanz fehlen und stiegen 1982 in die NLB ab.

1982 bis 1986: Aufstieg am grünen TischBearbeiten

Der vierte und bis heute letzte Aufenthalt in der NLB endete 1986, als sich der damalige NLA-Verein EHC Arosa wegen fehlender finanzieller Perspektiven freiwillig in die 1. Liga, die höchste Amateurliga, zurückzog. Als Folge stieg der SCB am grünen Tisch in die NLA auf. Die sportliche Qualifikation war zuvor gegen den EHC Chur im NLB-Playoff-Final knapp verpasst worden.

1986 bis 1997: Etablierung an der SpitzeBearbeiten

Saison Qualifikation Playoffs
1986/87 5.
1987/88 7.
1988/89 3. Meister
1989/90 2. Final
1990/91 1. Meister
1991/92 3. Meister
1992/93 3. Viertelfinal
1993/94 5. Viertelfinal
1994/95 6. Halbfinal
1995/96 1. Final
1996/97 1. Meister

Der Aufstieg des SCB erfolgte zu der Zeit, als die Meisterschaft vom HC Lugano beinahe nach Belieben dominiert wurde. Den Bernern gelang es aber, diese Dominanz zu brechen. In den Jahren 1989, 1991 und 1992 gewann der SCB drei Meistertitel unter dem Trainer Bill Gilligan.

Den zehnten Meistertitel der Clubgeschichte errang der SC Bern im März 1997 unter Cheftrainer Bryan Lefley.[2] In der im Best-of-Five-Modus ausgetragenen Finalserie bezwangen die Berner den EV Zug mit 3:1-Siegen. Ungeachtet des erfolgreichen Abschneidens im nationalen Meisterschaftsbetrieb kehrte Cheftrainer Lefley zur folgenden Spielzeit nicht nach Bern zurück, da er seinen weiteren Werdegang in der Funktion als Scout in der National Hockey League zu verwirklichen plante.[2] Die bei den Berner Mutzen vakante Position des Cheftrainers wurde mit seinem Assistenten Ueli Schwarz besetzt.[3]

Kurze Zeit später, im Oktober 1997, verunglückte Bryan Lefley bei einem Straßenverkehrsunfall in der Nähe von Bozen tödlich.[3] Das zweite SCB-Spiel nach Lefleys Tod, ein Derby gegen Fribourg-Gottéron, stand komplett im Zeichen des kanadischen Meistertrainers.[4] Auf Initiative von Gaetano Orlando, ein Italokanadier, wurde ein Abzeichen mit der Beschriftung BL zu Ehren des SCB-Trainers Lefley auf die Trikots der Berner angenäht. Die Partie im Allmendstadion begann mit fünf Schweigeminuten; das anschliessende Spiel, welches 4:4 endete, geriet beinahe zur Randnotiz.[4]

1997 bis 2001: Wirtschaftliche Krise und RettungBearbeiten

Saison Qualifikation Playoffs
1997/98 5. Viertelfinal
1998/99 4. Viertelfinal
1999/2000 5. Viertelfinal

Der sportliche Erfolg wurde allerdings von grossen finanziellen Problemen begleitet. Die zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft nötige Aktienzeichnung verlief nur schleppend und die Liquidität des SCB war nach einem verweigerten Bankkredit nicht mehr gesichert. Die Lage wurde im Frühling 1998 so prekär, dass Konkursgerüchte zu kursieren begannen. Die Rede war von einem Schuldenberg von vier Millionen Franken. Dieser war unter anderem durch den Bau der VIP-Tribüne zustande gekommen. Eine Spendenaktion mit Unterstützung aller Spieler und die Übernahme der Aktienmehrheit durch die Valora AG sicherten schliesslich die Zukunft des SCB. Heutzutage ist ausgerechnet jene VIP-Tribüne, welche den SCB an den Rand des Ruins brachte, zu einer Haupteinnahmequelle geworden.

2001 bis 2010Bearbeiten

Saison Qualifikation Playoffs
2000/01 6. Halbfinal
2001/02 8. Viertelfinal
2002/03 3. Halbfinal
2003/04 2. Meister
2004/05 8. Halbfinal
2005/06 1. Viertelfinal
2006/07 2. Final
2007/08 1. Viertelfinal
2008/09 1. Viertelfinal
 
PostFinance-Arena

Beim SCB begann 2001 eine neue Zeitrechnung mit dem Rücktritt der Torhüterlegende Renato Tosio. Der langjährige Nationaltorhüter war mit dem SCB in 14 Jahren vier Mal Meister geworden.

Während die finanziellen Gesundung nach und nach abgeschlossen wurde, spielten die Berner einige mittelmässige Saisons, ehe sie in der Spielzeit 2003/04 die elfte Meisterschaft gewannen. Nachdem der SCB die Qualifikation auf Rang zwei abschlossen hatte, trafen sie in der ersten Playoff-Runde auf den EV Zug. Diese Serie wurde vom SCB in fünf Spielen mit 4:1-Siegen gewonnen; mit demselben Resultat setzten sich der Berner im Halbfinal gegen den Genève-Servette HC durch. Im Final standen sich der Tabellenerste gegen den Tabellenzweiten, dem HC Lugano, gegenüber. Das aussergewöhnliche an dieser Serie war, dass im Modus Best-of-Five gespielt wurde und nicht wie üblich Best-of-Seven. Nachdem der SCB die ersten Spiele mit 3:1 und 2:1 für sich entschied, erspielten sie sich drei Matchpucks zum Titel. Der HC Lugano entschied die nächsten Spiele mit 5:1 und 4:3 für sich. Im entscheidenden fünften Spiel der Serie in der Resega stand es bis in die Schlussminute 3:2 für den SCB, ehe der Luganesi Mike Maneluk wenige Sekunden vor Schluss ausglich. In der 15. Minute der Verlängerung traf Marc Weber zum Sieg und dem titelbringenden 4:3. Es bedeutete dies den ersten SCB-Meistertitel seit sieben Jahren. Anschliessend feierten 40'000 Fans die Mannschaft beim Umzug durch Bern. Meistertrainer war Kent Ruhnke, der den SCB trotz des Erfolges verliess.

In der folgenden Spielzeit 2004/05 konnte der Titel nicht verteidigt werden. Nach einer enttäuschenden Saison, die der SCB auf Rang acht abschloss, besiegten die Berner den Qualifikationssieger aus Lugano. Im Playoff-Halbfinal unterlag man dem späteren Meister HC Davos. Ungeachtet dessen erreichte der SCB einen neuen Rekordzuschauerschnitt von 15'621 Personen. Eine Zahl, die in den folgenden Saisons übertroffen werden sollte. Aufgrund des NHL-Lockouts in der Saison 2004/05 gab es beim SCB viele Personalwechsel unter den ausländischen Spielern. Von den Söldnern blieben dem Berner Publikum vor allem Daniel Brière und Dany Heatley in Erinnerung.

In der Saison 2005/06 spielte der SC Bern eine souveräne Qualifikation und schloss das Klassement auf Rang eins ab. Der SCB scheiterte danach im Playoff-Viertelfinal gegen die Kloten Flyers, was zur Trennung von Trainer Alpo Suhonen und Sportchef Roberto Triulzi führte. Neuer Mann an der Bande wurde der US-amerikanisch-kanadische Doppelbürger John Van Boxmeer, Sven Leuenberger wurde zum neuen Sportchef ernannt. Nach einer guten Qualifikation, die der SCB in der Saison 2006/07 auf Position zwei beendete, setzten sich die Berner in den Playoffs gegen den Genève-Servette HC und später den EV Zug durch. In der Finalserie gegen den HC Davos über die volle Distanz (sieben Spiele) behielten die Bündner das bessere Ende für sich. Im entscheidenden letzten Spiel gewann der HC Davos dank einem Treffer von Robin Leblanc mit 1:0.

Dagegen endete die Saison 2007/08 für den SCB mit einer Enttäuschung. Nach einer überragend gespielten Qualifikation, die der SCB mit grossem Abstand auf die Verfolger auf Platz eins abschloss, erfolgte das Aus im Playoff-Viertelfinal gegen den Rivalen Fribourg-Gottéron. Als Favorit scheiterte der SCB mit 2:4-Siegen. Die sportliche Führung reagierte mit der Freistellung von Center Christian Berglund (Transfer zu den Rapperswil-Jona Lakers) und des langjährigen Captains Martin Steinegger, der auf eigenen Wunsch zu seinem Stammverein EHC Biel zurückkehrte. Am 10. Juni 2008 gab die Valora AG bekannt, dass sie ihren Anteil am wirtschaftlich erstarkten SC Bern an eine Berner Investorengruppe verkauft. Auf die Führung des SC Bern soll dieser Verkauf keine Auswirkung haben.

Auch die Saison 2008/09 endete aus Berner Sicht enttäuschend. Nach dem Qualifikationssieg und einem neuerlichen Zuschauerrekord (über 16'000 Fans pro Qualifikationsheimspiel) scheiterte das Team gegen den EV Zug nach einer 1:3-Niederlage im sechsten Playoff-Viertelfinalspiel. Das erneute Scheitern des Qualifikationssiegers kostete Trainer John van Boxmeer den Job. Larry Huras, der mit den ZSC Lions (2001) und dem HC Lugano (2003) die Schweizer Meisterschaft gewonnen hatte, wurde als Nachfolger verpflichtet.[5] Auch die beiden kanadischen Stürmer Sébastien Bordeleau und Ramzi Abid mussten den SCB trotz weiterlaufenden Verträgen verlassen.

In der Saison 2008/09 konnte der SCB zudem als Qualifikationssieger der Vorsaison am Qualifikationsturnier um den Einzug in die Champions Hockey League spielen. Der SCB erreichte den Einzug in die Gruppenphase des neuen europäischen Klubwettbewerbs, nachdem er den slowakischen Vertreter HC Košice mit 5:4 und die Nürnberg Ice Tigers mit 4:1 schlug. In den Gruppenspielen trafen die Berner auf den HV71 aus Schweden und die Espoo Blues aus Finnland. Da nur eines der vier Gruppenspiele gewonnen wurde, konnte sich der SCB nicht für den Halbfinal qualifizieren.

Die 2010er JahreBearbeiten

Saison Qualifikation Playoffs
2009/10 1. Meister
2010/11 3. Halbfinal
2011/12 5. Final
2012/13 2. Meister
2013/14 9.
2014/15 2. Halbfinal
2015/16 8. Meister
2016/17 1. Meister
2017/18 1. Halbfinal
2018/19 1. Meister
2019/20 9.

Die Saison 2009/10 brachte dem SCB den zwölften Meistertitel der Clubgeschichte. Nachdem die Berner die Qualifikation als Erster abgeschlossen hatten, gewannen sie die Viertelfinalserie gegen Lugano und die Halbfinalserie gegen Kloten mit jeweils 4:0-Siegen. Im Final trafen sie auf den Qualifikationszweiten HC Servette Genève, gegen den sie sich mit 4:3-Siegen durchsetzten. Dieser Meistertitel markierte zudem eine Premiere: Zum ersten Mal seit Einführung der Playoffs gewannen die Berner einen Meistertitel im heimischen Stadion.

 
Vor dem siebten Spiel in der Playoff-Finalserie gegen die ZSC Lions am 17. April 2012

Die Titelverteidigung gelang in der Saison 2010/11 nicht. Die Qualifikation schlossen sie auf Rang drei ab hinter den späteren Finalisten HC Davos und Kloten Flyers. Das brachte als Viertelfinalgegner den Kantonsrivalen SCL Tigers ein, der sich zum ersten Mal in seiner Geschichte für die NLA-Playoffs hatte qualifizieren können. Mit 4:0-Siegen zog der SCB in den Halbfinal ein, wo der Gegner Kloten hiess. Die Berner lagen in der Serie mit 0:3 zurück, kamen aber auf 3:3 heran. Im entscheidenden letzten Spiel unterlagen sie mit 0:1, was das Saisonende bedeutete.

Die Qualifikation der Saison 2011/12 verlief für den SCB durchwachsen. Mit einem gut besetzten Kader erreichten die Berner den fünften Rang und hatten somit kein Heimrecht in den Playoffs. Während der Saison wurde der Meistertrainer vom Jahr 2010 Larry Huras durch den bisherigen Assistenten Antti Törmänen ersetzt. Die Entlassung kam nicht unbedingt wegen der schlechten Resultate, sondern laut Management vielmehr wegen des unspektakulären Eishockeys. Die erhoffte Änderung trat nicht ein, sportlich verbesserte sich der SC Bern unter Antti Törmänen kaum und der Unterhaltungswert der Spiele war laut den Fans gering. Somit stieg der Druck auf die Mannschaft die enttäuschende Qualifikation noch in den Playoffs zu retten.

In den ersten beiden Playoffrunden besiegten die Berner zunächst die Kloten Flyers und Fribourg-Gottéron mit jeweils 4:1-Siegen, ehe sie in der Finalserie auf die ZSC Lions trafen. In der vorwiegend defensiv geprägten Serie erspielte sich der SC Bern dank Siegen in der dritten und vierten Partie der Serie, in der die Zürcher dank SCB-Torhüter Marco Bührer ohne eigenen Torerfolg geblieben waren, eine 3:1-Führung und benötigte lediglich noch einen Erfolg zum angestrebten 13. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Berner unterlagen allerdings sowohl im fünften Finalspiel zuhause in der PostFinance-Arena – den entscheidenden Treffer erzielte ZSC-Verteidiger Mathias Seger in der Verlängerung – als auch zwei Tage später im Zürcher Hallenstadion, sodass es am 17. April 2012 zur sogenannten Finalissima in Bern kam. Ein über weite Strecken spielerisch überlegener SC Bern vermochte allerdings innert 60 Minuten lediglich einen Treffer zu erzielen, sodass wenige Sekunden vor Spielende beim Stande von 1:1 der erneute Gang in die Overtime unvermeidlich erschien. In einer Zürcher Druckphase kurz vor Ende der regulären Spielzeit profitierte Verteidiger Steve McCarthy von einem Gewühl im Berner Torraum und traf 2,5 Sekunden vor der Schlusssirene zum siegsichernden 2:1 für die ZSC Lions.

Die Saison 2012/13 startete unter besonderen Umständen. Da in Nordamerika aufgrund der Lohn-Verhandlungen ein Spielerstreik eingetreten war, spielten zahlreiche Akteure aus der NHL in der Schweiz. Beim SC Bern schlossen sich die NHL-Spieler John Tavares und Mark Streit von den New York Islanders an, sowie der ehemalige Berner-Junior Roman Josi von den Nashville Predators. Auch dank diesen Spielern konnte sich der SCB, nach anfänglichen Schwierigkeiten, in der Spitzengruppe etablieren. Trotz grossem Verletzungspech in der Verteidigung spielte der SCB eine souveräne Qualifikation, war phasenweise Tabellenführer und platzierte sich hinter Rivale Fribourg-Gottéron auf dem zweiten Platz. In den Playoff-Viertelfinale setzten sich die Berner nach einem 1:3-Rückstand in der Serie gegen den Genève-Servette HC durch. Die Halbfinal-Serie gegen den EV Zug wurde nach einem zwischenzeitlichen Rückstand ebenfalls siegreich gestaltet. Im Finale besiegte der Stadtberner Club Fribourg-Gottéron in sechs Partien und gewann den 13. Meistertitel der Clubgeschichte.

Nach einem schlechten Start in die Saison 2013/14, wurde noch vor Ende Jahr der Meistertrainer Antti Törmänen freigestellt. Es übernahm vorübergehend der Assistenztrainer Lars Leuenberger die Verantwortung über das Team. Nachdem der SCB zwischenzeitlich unter Leuenberger acht Spiele in Serie gewinnen konnte, plante man keinen weiteren Trainerwechsel mehr, bis zum Ende der Saison. Die Formkurve zeigte aber schnell wieder nach unten und so wurde nach 44 von 50 Qualifikationsspielen, auf dem neunten Platz stehend, die Verpflichtung des neuen Trainers Guy Boucher bekanntgegeben. Boucher unterschrieb einen Vertrag ab sofort bis Ende der Saison 2015/16. In den verbleibenden Partien gelang es auch dem neuverpflichteten Trainer nicht den Umschwung herbeizuführen, obwohl sich der Stadtberner Club noch mit einigen erfahrenen Spielern wie beispielsweise Glen Metropolit verstärkt hatte. Schliesslich setzte sich im Endspurt sensationell der Aufsteiger Lausanne HC im Fernduell gegenüber den Bernern durch, was vor allem deren deutlich stabileren Defensive zu verdanken war. Das erstmalige Verpassen der Playoffs des SC Bern stellte ein Novum im Schweizer Eishockey dar; noch nie zuvor hatte ein amtierender Meister in der Folgesaison die Endrunde nicht erreicht.

In der Saison 2015/16 qualifizierte sich der SC Bern nach einer durchzogenen Saison und der zwischenzeitlichen Entlassung von Guy Boucher und der Übernahme des Teams durch Interimscoach Lars Leuenberger erst in der zweitletzten Qualifikationsrunde für die Playoffs. Im November 2015 war Sportchef Sven Leuenberger durch Alex Chatelain ersetzt worden.[6] In der ersten Playoffrunde traf der SC Bern auf die ZSC Lions und warfen diese mit 4:0-Siegen aus dem Turnier. In der Finalserie besiegte der SC Bern den HC Lugano mit 4:1-Siegen und wurden so zum 14. Mal Schweizer Meister. Zur Saison 2016/17 übernahm der Finne Kari Jalonen das Amt des Cheftrainers. Die Qualifikation 2016/17 wurde als souveräner Tabellenerster abgeschlossen, Stürmer Mark Arcobello war ligaweit punktbester Akteur und wurde als wertvollster Spieler der Qualifikation ausgezeichnet.[7] Im Viertel- und Halbfinal setzte sich der SCB gegen Biel beziehungsweise Lugano jeweils mit 4:1-Siegen durch und gewann die Finalserie gegen den EV Zug mit 4:2. Damit gelang erstmals seit 2001 wieder einer Mannschaft die Titelverteidigung.[8] Im Mai 2017 kehrte Lars Leuenberger, der Meistertrainer von 2016, nach Bern zurück und übernahm beim SCB die Aufgabenbereiche strategische Entwicklung und Spielersichtung, die zuvor sein Bruder Sven verantwortet hatte, ehe dieser als Sportchef zu den ZSC Lions wechselte.[9]

In der Spielzeit 2017/18 gewann der SCB als Titelverteidiger souverän erneut die Punktrunde und ging als erstgesetzte Mannschaft in die Playoffs.[10] Aus dem erneuten Meisterschaftsgewinn wurde aber nichts: Im Halbfinal unterlag den ZSC Lions mit 2:4-Siegen.[11] Im Frühjahr 2019 kehrte Bern auf den Thron zurück und errang den 16. Meistertitel: In der Finalserie wurde Zug mit 4:1 bezwungen.[12] Damit bestätigte der Verein seine Vormachtstellung der späten 2010er Jahre. Auch die Punktrunde («Qualifikation») war als Erster abgeschlossen worden. Neben Trainer Jalonen galt der seit 1998 amtierende Geschäftsführer Marc Lüthi als Baumeister der Berner Ära, die sich insbesondere durch Beständigkeit auszeichnet. Auf dem Eis trugen insbesondere Torhüter Leonardo Genoni, Gaëtan Haas sowie die Altmeister Andrew Ebbett, Beat Gerber, Eric Blum und Thomas Rüfenacht zum abermaligen Titelgewinn bei.[13]

Seit 2020Bearbeiten

Ende Januar 2020 musste Cheftrainer Jalonen seinen Posten räumen. Mit der Freistellung des Finnen, der die Berner zuvor dreimal zum Gewinn der regulären Saison geführt hatte, reagierte die Vereinsführung eigener Angabe nach auf die „sportlich anhaltend schwierige Situation“. Die Mannschaft war auf den neunten Tabellenplatz und damit einen Rang abgerutscht, der nicht zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigt.[14] Hans Kossmann wurde als Nachfolger Jalonens mit einem Vertrag bis zum Saisonende 2019/20 ausgestattet, Lars Leuenberger (Verantwortlicher für Sportstrategie beim SCB und 2016 Berner Meistertrainer) übernahm die Aufgabe des Assistenztrainers.[15] Dem SCB gelang es nach einem schwachen Auftakt in die Saison 2019/20 nicht mehr, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Die Mannschaft verpasste zum zweiten Mal als amtierender Meister aufgrund einer Auswärtsniederlage beim Lausanne HC die Playoffs und belegte schliesslich den neunten Platz nach Abschluss der Qualifikation.[16] Nach dem ungenügenden Abschneiden wurde insbesondere die Personalpolitik der Berner kritisiert, da es nach dem Abgang von Meistertorwart Leonardo Genoni zunächst nicht gelang, diesen adäquat zu ersetzen. Der Schweiz-Kanadier Niklas Schlegel erwies sich als Fehlgriff, erst die Verpflichtung des finnischen Schlussmannes Tomi Karhunen sorgte für Stabilität im Tor der Mutzen. Von den ausländischen Feldspielern erfüllte lediglich der US-Amerikaner Mark Arcobello die Erwartungen, der jedoch zur Saison 2020/21 nach Lugano wechselte.[17]

Anfang April 2020 wurde Florence Schelling als neue SCB-Sportchefin vorgestellt, die Alex Chatelain ablöste.[18]

BesonderesBearbeiten

 
Tatze-Derby im Stade de Suisse 2007
 
Spiel gegen die New York Rangers im Rahmen des Victoria Cups 2008

ZuschauermagnetBearbeiten

Der SC Bern war 2019 zum 18. Mal in Folge die Mannschaft mit dem höchsten Zuschauerschnitt (16.290) im europäischen Eishockey, dabei hatte die PostFinance-Arena in der Saison 2018/19 eine Auslastung von 95,65 %.[19] Mit 16'789 Zuschauern respektive 17'031 Zuschauern nach dem Umbau war die PostFinance-Arena auch in den 1990er und 2000er Jahren oftmals ausverkauft.[20]

Tatze-DerbyBearbeiten

Das «Tatze-Derby» am 14. Januar 2007 zwischen den Kantonsrivalen SCL Tigers und dem SC Bern brachte dem Schweizer Eishockey vorübergehend den Rekord für die meisten Zuschauer an einem Vereinseishockeyspiel in Europa. Das Spiel fand auf einem Eisfeld im ausverkauften Berner Fussballstadion Stade de Suisse vor 30'076 Zuschauern statt und endete 5:2 für die Berner. Offizieller Rekordhalter waren die SCL Tigers, da sie auf dem Papier die Heimmannschaft waren. Am 28. Dezember 2009 wurde in Göteborg ein neuer Rekord mit über 31'000 Zuschauern beim Spiel Frölunda Indians gegen Färjestad BK aufgestellt.

Spiel gegen die New York RangersBearbeiten

Am 30. September 2008 spielte der SC Bern als erste Mannschaft der Schweiz gegen ein NHL-Team, die New York Rangers. Das Freundschaftsspiel fand am Vorabend des Victoria Cups statt und endete 8:1 für die US-Amerikaner.

Cupsieger 2015Bearbeiten

In der Saison 2014/15 wurde der Schweizer Eishockey Cup nach über vierzig Jahren erstmals wieder ausgetragen. Der SC Bern holte sich in diesem ersten Cup der Schweizer Eishockeyneuzeit den Titel im Final zuhause gegen die Kloten Flyers. Es war nach 1965 der zweite Cuptitel des SCB.

Kader der Saison 2019/20Bearbeiten

Stand: 2020

Nr. Nat. Spieler Pos. Geburtsdatum im Team seit Geburtsort
35 Finnland  Tomi Karhunen G 29. Oktober 1989 2019 Oulu, Finnland
30 Schweiz  Philip Wüthrich G 17. Januar 1998 2020 Bern, Schweiz
55 Schweden  Calle Andersson D 16. Mai 1994 2016 Malmö, Schweden
58 Schweiz  Japan  Eric Blum – A D 13. Juni 1986 2014 Pfaffnau, Schweiz
77 Schweiz  Yanik Burren D 28. Januar 1997 2017 Bern, Schweiz
2 Schweiz  Beat Gerber D 16. Mai 1982 2003 Oberlangenegg, Schweiz
14 Schweiz  Colin Gerber D 14. März 1998 2017 Schweiz
96 Schweiz  Mika Henauer D 03. März 2000 2019 Zürich, Schweiz
17 Frankreich  Thomas Thiry D 09. September 1997 2020 Saint-Germain-en-Laye, Frankreich
65 Schweiz  Ramon Untersander D 21. Januar 1991 2015 Wetzikon, Schweiz
34 Schweiz  Miro Zryd D 03. November 1994 2020 Adelboden, Schweiz
79 Schweiz  Thierry Bader C 01. September 1997 2020 Winterthur, Schweiz
11 Schweiz  Alain Berger W 27. Dezember 1990 2012 Burgdorf BE, Schweiz
90 Schweden  Ted Brithén C 25. November 1990 2020 Danderyd, Schweden
85 Schweiz  Jeremi Gerber RW 21. März 2000 2018 Langnau im Emmental, Schweiz
44 Schweiz  André Heim C 26. April 1998 2017 Schweiz
15 Kanada  Dustin Jeffrey C 27. Februar 1988 2020 Sarnia, Ontario, Kanada
21 Schweiz  Simon Moser – C F 10. März 1989 2014 Bern, Schweiz
40 Schweiz  Jan Neuenschwander C 10. Januar 1993 2020 Davos, Schweiz
88 Schweiz  Inti Pestoni RW 08. August 1991 2019 Faido, Schweiz
23 Schweiz  Vincent Praplan C 10. Juni 1994 2019 Siders, Schweiz
81 Schweiz  Vereinigte Staaten  Thomas Rüfenacht W 22. Februar 1985 2014 Meggen, Schweiz
10 Schweiz  Tristan Scherwey W 07. Mai 1991 2007 Wünnewil-Flamatt, Schweiz
41 Schweiz  Grégory Sciaroni W 07. April 1989 2018 Bellinzona, Schweiz
78 Schweiz  Kyen Sopa RW 30. September 2000 2020 Flawil, Schweiz
67 Schweiz  Simon Sterchi W 01. Juli 1994 2020 Wichtrach, Schweiz

ClubrekordeBearbeiten

Im Folgenden werden ausgewählte Spielerrekorde des SC Bern sowohl über die gesamte Karriere als auch über einzelne Spielzeiten aufgeführt.

KarriereBearbeiten

Punkte
Spieler Pos Sp T V Pkt P/Sp
Ivo Rüthemann RF 841 261 349 610 .73
Christian Dubé C 431 124 338 472 1.1
Gil Montandon F 475 209 212 421 .89
Martin Plüss F 536 194 216 410 .76
Patrick Howald LF 555 221 178 399 .72
Tore
Player Pos T
Ivo Rüthemann RF 261
Patrick Howald LF 221
Gil Montandon F 209
Martin Plüss F 194
Roberto Triulzi RF 150
Vorlagen
Player Pos V
Ivo Rüthemann RF 349
Christian Dubé C 338
Martin Plüss F 216
Gil Montandon F 212
David Jobin D 207
Strafminuten
Player Pos SM
Martin Steinegger D 1264
Rolf Ziegler D 892
Roberto Triulzi RF 647
Thomas Ziegler LF 642
Dominic Meier D 634
Spiele
Player Pos Sp
Beat Gerber* D 946
David Jobin D 932
Ivo Rüthemann RF 841
Marc Reichert C 815
Martin Rauch D 673

SpielzeitBearbeiten

Punkte
Spieler Saison Liga Pos Sp T V Pkt
Gaetano Orlando 1996/97 NLA C 59 33 66 99
Peter Sullivan 1983/84 NLB F 38 46 39 85
Kirk Bowman 1985/86 NLB F 40 41 43 84
Simon Gamache 2007/07 NLA F 60 27 55 82
Mark Arcobello 2016/17 NLA C 66 33 42 75
Tore
Spieler Saison Liga Pos T
Randall Wilson 1982/83 NLB F 48
Peter Sullivan 1983/84 NLB F 46
Kirk Bowman 1984/85 NLB F 45
Kirk Bowman 1985/86 NLB F 41
Alan Haworth 1989/90 NLA F 38
Vorlagen
Spieler Saison Liga Pos V
Gaetano Orlando 1996/97 NLA F 66
Simon Gamache 2006/07 NLA F 55
Christian Dubé 2006/07 NLA C 54
Andrew Ebbett 2017/18 NLA C 46
Christian Dubé 2007/08 NLA C 46
Strafminuten
Spieler Saison Liga Pos SM
Rolf Ziegler 2003/04 NLA D 176
Sébastien Bordeleau 2002/03 NLA C 168
Yves Sarault 2003/04 NLA LF 151
Rolf Ziegler 2001/02 NLA D 147
Rolf Ziegler 2000/01 NLA D 146

Legende: Pos = Position; Sp = Gespielte Spiele; T = Tore; V = Vorlagen; Pkt = Punkte; P/Sp = Punkte pro Spiel; SM = Strafminuten; * – aktueller Spieler beim SC Bern

Bekannte ehemalige SpielerBearbeiten

Gesperrte TrikotnummernBearbeiten

Folgende Kriterien gelten für die Sperrung von Trikotnummern:

„Die Erhebung in den Adelsstand unterliegt einer Auswahl strenger Kriterien, die sich wie folgt zusammensetzt:

1. Beginn der Profikarriere beim SCB, 2. Zehn Jahre Spieler beim SCB, 3. Zwei Meistertitel mit dem SCB, 4. 50 Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft, 5. Karriere-Abschluss beim SCB

Punkt 5 ist eine zwingende Voraussetzung. Von den weiteren vier Kriterien müssen in der Regel mindestens drei erfüllt sein. Im Fall von besonders verdienstvollen Spielern behält sich der SCB explizit vor, Ausnahmen zu gewähren.“

SCB: O-Ton[21]

Die Spieler, derer Trikotnummer seitens des SC Bern gesperrt wurden, sind allesamt Schweizer.

„Die folgenden Spieler haben den Status «Retired Numbers» nicht erreicht, weil sie entweder nicht zehn Jahre beim SCB gespielt haben oder als Ausländer das Kriterium «50 Länderspiele in der Schweizer Nationalmannschaft» nicht erfüllen konnten. Trotzdem gehören sie ebenfalls zu den Kultspielern des SCB.“

SCB: O-Ton[21]

Die Kader der MeistermannschaftenBearbeiten

TrainerchronikBearbeiten

Bisherige Trainer des SC Bern
Saison Trainer
1930–mind. 1937 Schweiz  Paul Gerber
1930/40er? Kanada  Terry
1930/40er? Kanada  Frank Trottier
1947–1950 Tschechoslowakei 1920  Oldřich Kučera
1950–1952 Kanada  Sid Arnold
1952/53 Kanada  Harold Moreland
1953/54 Kanada  Stu Cruikshank
1954–1956 Kanada  Bruce Hamilton
1956–1963 Schweiz  Ernst Wenger
1963–1965 Kanada  Ed Reigle
1965/66 Schweiz  Rolf Diethelm
1966/67 Schweiz  Ernst Wenger
1967/68 Kanada  Garry W. Morris
1968/69 Schweiz  Rolf Diethelm
1970–1978 Kanada  Paul-André Cadieux
1978–1981 Deutschland  Xaver Unsinn
1981/82 Kanada  Dave Chambers
1983/84 Vereinigte Staaten  Craig Sarner
1984–1986 Finnland  Olli Hietanen
1986/87 Finnland  Timo Lahtinen
1987 Schweiz  Fritz Wyss
Schweiz  Roland Dellsperger
1987 Kanada  Steve Latinovich
1988–1992 Vereinigte Staaten  Bill Gilligan
1992/93 Kanada  Lance Nethery
1993/94 Finnland  Hannu Jortikka
1994–1997 Kanada  Bryan Lefley
1997–1998 Schweiz  Ueli Schwarz
1998–1999 Schweiz  Leo Schumacher
1999–2001 Finnland  Pekka Rautakallio
2001–2002 Schweiz  Riccardo Fuhrer
2002–2004 Kanada  Kent Ruhnke
2004 Kanada  Alan Haworth
2004–2006 Finnland  Alpo Suhonen
2006–2009 Kanada Vereinigte Staaten  John Van Boxmeer
2009–2011 Kanada  Larry Huras
2011–2013 Finnland  Antti Törmänen
2013–2014 Schweiz  Lars Leuenberger
2014–2015 Kanada  Guy Boucher
2015–2016 Schweiz  Lars Leuenberger
2016–2020 Finnland  Kari Jalonen
2020 Schweiz Kanada  Hans Kossmann
seit 2020 Kanada  Don Nachbaur

Zu Beginn der 1930er-Jahre galt Paul Gerber, der erste Cheftrainer der Vereinsgeschichte, als einer der Vorreiter beim SC Bern und verhalf dem Stadtberner Club in den Anfangsjahren durch erste sportliche Erfolge zu einem einmaligen Affekt. Gerber stand nachweislich bis mindestens 1937 hinter der Bande.[23] Seine Nachfolger waren zunächst zwei Kanadier, wobei Frank Trottier in der Funktion als Spielertrainer aktiv war.[24] Von 1947 bis 1950 folgte ein Engagement des tschechoslowakischen Nationalstürmers Oldřich Kučera, der ebenfalls als Spielertrainer fungierte.[25]

Nach dessen Emigration nach Down Under besetzten die Berner die vakante Cheftrainer-Position mit dem Kanadier Sid Arnold. Arnolds Amtszeit endete 1952 aufgrund dessen überzogenen Gehaltsforderungen, sodass die Führungsetage mit Harold Moreland abermals einen kanadischen Spielertrainer verpflichtete.[26] Für die Saison 1953/54 löste ihn sein Landsmann Stu Cruikshank, ein flexibel einsetzbarer Allrounder, in dieser Position ab.[26][27] Cruikshank blieb jedoch lediglich eine Spielzeit in Bern tätig, da seine erbrachten Leistungen nicht den Erwartungen genügten.[27]

Ab der Saison 1954/55 stand Bruce Hamilton für zwei Spieljahre hinter der Bande, stieg jedoch 1956 mit den Bernern in die Nationalliga B ab und beschränkte sich fortan auf seine Aufgaben als aktiver Spieler.[27] Mit Ernst Wenger als Cheftrainer – von 1956 bis 1963 in dieser Position tätig – wurde 1958 der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse bewerkstelligt. Die erste Nationalliga-A-Saison danach, die Spielzeit 1958/59, führte schliesslich zum ersten Schweizer Meistertitel des SC Bern. Wenger war ebenfalls der erste Trainer der Geschichte, dem es mit einer Aufstiegsmannschaft gelang die Schweizer Meisterschaft zu erringen.[28] Der zweite Meistertitel des Stadtberner Clubs folgte 1965 unter der Führung des Kanadiers Ed Reigle, der als aktiver Spieler unter anderem für die Boston Bruins in der National Hockey League gespielt hatte.[29]

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991. Bund-Druck Bern, Bern 1991.
  • Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006. SCB Eishockey AG, Bern 2006, ISBN 978-3-03300896-0.

WeblinksBearbeiten

Commons: SC Bern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b SCB – Eine einmalige Geschichte (Film)
  2. a b Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006 2006, S. 15
  3. a b Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006 2006, S. 16
  4. a b Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006 2006, S. 17
  5. Larry Huras wählt den SC Bern – News Sport: Eishockey – derbund.ch
  6. Neuer SCB-Sportchef Alex Chatelain: «Ich fange ja nicht bei null an». In: az Aargauer Zeitung. 20. November 2015 (aargauerzeitung.ch [abgerufen am 23. März 2017]).
  7. Das ist der wertvollste Eishockeyspieler der Schweiz. Abgerufen am 1. März 2017.
  8. Blick: Liveticker: EV Zug - SC Bern. (archive.org [abgerufen am 14. März 2018]). Liveticker: EV Zug - SC Bern (Memento des Originals vom 14. März 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.blick.ch
  9. Lars Leuenberger neuer Chefscout und Strategic Sport Developer. In: SCB Eishockey AG. (scb.ch [abgerufen am 3. Mai 2017]).
  10. https://www.nzz.ch/sport/der-sc-bern-wird-im-halbfinal-gegen-die-zsc-lions-zum-opfer-seines-erfolges-ld.1375415
  11. https://www.sihf.ch/de/game-center/#/bestof//asc/page/0/2018/2689
  12. Ulrich Pickel, Bern: Eric Blum schiesst den SC Bern zum Meistertitel | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. (nzz.ch [abgerufen am 23. April 2019]).
  13. Daniel Germann: National League: Der SC Bern krönt eine grosse Ära. 22. April 2019, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 23. April 2019]).
  14. Hans Kossmann übernimmt - Kari Jalonen beim SC Bern entlassen. In: SRF. 28. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020.
  15. Hans Kossmann ersetzt Kari Jalonen. In: SC Bern. Abgerufen am 28. Januar 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
  16. Lugano löst letztes Ticket – Meister Bern verpasst die Playoffs. In: SRF. 29. Februar 2020, abgerufen am 29. Februar 2020.
  17. Meister verpasst Playoffs – Berns verkorkste Saison: Ein Scheitern in 4 Kapiteln. In: SRF. 1. März 2020, abgerufen am 1. März 2020.
  18. Nachfolgerin von Chatelain - Florence Schelling wird Sportchefin beim SC Bern. In: SRF Schweizer Radio und Fernsehen. 8. April 2020, abgerufen am 22. April 2020.
  19. Eishockey News vom 19. März 2019, Seite 4
  20. Hockeyarenas.net: Allmendstadion - Ausverkaufte Spiele (nach Saison)
  21. a b Das sind die Legenden und Kultspieler des SCB scb.ch)
  22. David Jobin und die Växjö Lakers. In: scb.ch. Abgerufen am 6. Dezember 2017.
  23. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 10
  24. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 12
  25. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 34
  26. a b Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 22
  27. a b c Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 23
  28. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 27
  29. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 37
  30. SC Bern: Vom Eis aufs Gleis. Abgerufen am 10. September 2019.