Hauptmenü öffnen

Ronhof (umgangssprachlich: „Rŏnhūf“ und „af Frŏhūf“[2]) ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Fürth in Mittelfranken.

Ronhof
Stadt Fürth
Koordinaten: 49° 29′ 46″ N, 11° 0′ 29″ O
Höhe: 299 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. Juli 1927
Postleitzahl: 90765
Sportpark in Ronhof (2011)
Sportpark in Ronhof (2011)
Wohnstallhaus im Altort (2015)

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Das Dorf liegt zwei Kilometer nordöstlich des historischen Fürther Stadtkernes auf einer Höhe von 299 m ü. NHN direkt unter der Einflugschneise des Nürnberger Flughafens. Nördlich fließt der Bucher Landgraben und östlich erstreckt sich das Knoblauchsland.[3]

Es bestehen der historische Kern Altronhof sowie Ronhof mit jüngerer Bebauung. Nördlich schließt Kronach an, Braunsbach nordöstlich, Höfles östlich, Poppenreuth südöstlich, die Nord- und Altstadt südlich, sowie Schwand westlich.[4]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im Berg’schen Reichslehenbuch von 1396 als „Ronhof“ erstmals urkundlich erwähnt. 1606 wurde der Ort erstmals auch als „Fronhoff“ erwähnt. Diese Form ist aus der Verschleifung von „auf Ronhof“ entstanden. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das althochdeutsche Wort „rono“ (=gestürzter Baum) und verweist darauf, dass der Siedlungsraum durch Rodung gewonnen wurde.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ronhof 17 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Oberamt Baiersdorf aus, was von der Reichsstadt Nürnberg bestritten wurde. Grundherren waren das bambergische Dompropsteiamt Fürth (4 Halbhöfe, 1 Gut) und die Nürnberger Eigenherren von Imhoff (2 Güter, 1 Seldengut), von Löffelholz (3 Halbhöfe, 2 Seldengütlein, 1 Wirtshaus) und von Oelhafen (2 Halbhöfe, 1 Gut). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von den Grundherren abwechselnd übernommen.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1813 das Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Buch gebildet, zu der auch Ronhof gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Ronhof gebildet, zu der Kronach gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen von 1821 bis 1848 dem Patrimonialgericht (PG) Buchschwabach, 1 Anwesen von 1822 bis 1840 dem PG Buch und 8 Anwesen von 1825 bis 1835 dem PG Gibitzenhof.[6] Ab 1862 wurde Ronhof vom Bezirksamt Fürth verwaltet. Die Gerichtsbarkeit ging 1862 an das Landgericht Fürth über, seit 1880 liegt sie beim Amtsgericht Fürth. Die Finanzverwaltung wurde 1871 vom Rentamt Fürth (1920 in Finanzamt Fürth umbenannt) übernommen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,741 km².[7]

Das bayerische Urkataster zeigt Rohnhof in den 1810er Jahren als ein Straßendorf mit 21 Herdstellen.[8]

Um 1850 erreichte die Ludwigs-Nord-Süd-Bahn den Ort, ohne dass es dort einen Halt gab.[9]

Einige Bekanntheit erlangte Ronhof mit dem Sportstadion der ehemaligen SpVgg Fürth 1903, das nach seiner Errichtung in den 1910er Jahren lange Zeit als das größte Sportgelände im Deutschen Reich galt.

Die Gemeinde Ronhof wurde am 1. Juli 1927 nach Fürth eingemeindet.[10]

Mit dem Überbau des Ludwig-Donau-Main-Kanales ab 1950 durch die Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg) bekam der Stadtteil 1972 einen eigenen Autobahnanschluss.

Seit dem in den 1950er Jahren einsetzenden Bauboom hat sich die Siedlungsfläche von ehemals drei Hektar auf etwa 1,5 km² vergrößert. Die ehemals landwirtschaftlich geprägte, dörfliche Struktur wandelte sich in den 1970er Jahren zu Gewerbeansiedlungen, (z. B. Franken Wohnland, 1979) und flächiger Eigenheimbebauung um.

BaudenkmälerBearbeiten

  • Ronhofer Hauptstraße 176: Erdgeschossiges Wohnstallhaus von 1803, Sandsteinquader, mit flachen Ecklisenen und Gesimsen. Dreigeschossiger Straßengiebel mit Eckvoluten und Zierpostament; Kartusche bezeichnet JLS 1803.[11]
  • Ronhofer Hauptstraße 183: Erdgeschossiges Wohnstallhaus von 1836, Sandsteinquader; traufseitig zur Straße. Inschriftkartusche am Giebel bezeichnet MB 1836. Vierseitige Sandsteinpfeiler der Hofeinfahrt mit profilierten Gesimsen.[11]
  • Ronhofer Hauptstraße 192: Wohnstallhaus
  • Ronhofer Hauptstraße 200: Wohnstallhaus
  • Ronhofer Hauptstraße 205: Zugehörige Scheune von 1790, Sandsteinquader, baulich teils erneuert, auch der verputzte Straßengiebel. Am Ronofer Weg Quader bezeichnet 1790 HE.[11]
  • Sacker Weg 6: Erdgeschossiges Wohnstallhaus, noch 18. Jh.; Sandsteinquader. Traufseitig zur Straße. Südgiebel verputztes Fachwerk, Nordgiebel mit Ziegeln neu aufgeführt.[11]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Fürth-Ronhof

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Ronhof

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925
Einwohner 148 159 180 191 190 176 168 184 202 225 219 218 239 267 338 413 502
Häuser[12] 28 30 30 35 35 77
Quelle [13] [14] [15] [15] [16] [15] [17] [15] [15] [18] [15] [15] [7] [15] [15] [15] [19]

Ort Ronhof

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 109 127 142 146 175 183 429 492 594 551 1042
Häuser[12] 21 23 27 26 66 65 102 206
Quelle [13] [14] [16] [17] [18] [7] [19] [20] [21] [22] [1]

ReligionenBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Wilhelm-Löhe-Gedächtniskirche (Fürth) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Christophorus (Fürth).

InfrastrukturBearbeiten

In Ronhof ist westlich des Frankenschnellwegs der Sportpark Ronhof (umgangssprachlich „der Ronhof“) des Traditionsvereins angesiedelt. Das Sportgelände des ehemaligen Vereins Tuspo Fürth (jetzt SpVgg Greuther Fürth) wurde 1976 erweitert.

Auch der Fürther Hauptfriedhof sowie das Hotel Mercure befinden sich in Ronhof.

Das Jugendstilgebäude der Pestalozzischule wurde in jüngerer Zeit erweitert. Das Gebäude ist unsymmetrisch gestaltet und greift zum Teil Formen der Renaissance auf, ohne dass die klassischen Proportionsregeln beachtet wurden. An der Westseite ist die originale Einfriedung erhalten.

VerkehrBearbeiten

Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nordöstlich nach Sack bzw. südwestlich zum Stadtteil Am Ronhof. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft nordwestlich nach Kronach.

Mehrere Buslinien der infra Fürth des VGN binden Ronhof an die Fürther Innenstadt an. Durch die Erlanger Straße verkehren die Linien 173, 174 und 177, durch den Laubenweg die Linie 179 und entlang der Hans-Vogel-Straße und Im Stöckig die Linie 178. Die Linie 33 fährt über Steingartenweg über Jenaer Str. in Richtung Nürnberg Flughafen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ronhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 323 (Digitalisat).
  2. a b W. Wiessner, S. 80.
  3. Ronhof im BayernAtlas
  4. Stadtteile Fürth 2016 (.pdf)
  5. H. H. Hofmann, S. 165f. Dort fälschlicherweise 16 Haushalte angegeben.
  6. H. H. Hofmann, S. 226; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 32 (Digitalisat).
  7. a b c K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1191 (Digitalisat).
  8. Rohnhof auf BayernAtlas Klassik
  9. Rohnhof an der Ludwigsbahn, Karte von 1860 bei BayernAtlas Klassik
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
  11. a b c d A. Gebeßler, S. 61. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
  12. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 77 (Digitalisat). Für die Gemeinde Ronhof zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kronach (S. 16).
  14. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 92 (Digitalisat).
  15. a b c d e f g h i j Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1028, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1193, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1123–1124 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1182 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1016 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 748 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 167 (Digitalisat).