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Oberfürberg (umgangssprachlich: „Féʳberi“[2]) ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Fürth in Mittelfranken.

Oberfürberg
Stadt Fürth
Koordinaten: 49° 28′ 15″ N, 10° 56′ 29″ O
Höhe: 319 m ü. NHN
Einwohner: 2118 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1901
Postleitzahl: 90768
Vorwahl: 0911
ehemaliges Waldkrankenhaus (2010)
ehemaliges Waldkrankenhaus (2010)

GeografieBearbeiten

 
Försterei (2012)

Der Ort liegt etwa 3,5 Kilometer westlich des historischen Fürther Stadtkernes. Im Westen und Süden befindet sich das ausgedehntes Waldgebiet des Fürther Stadtwaldes, östlich verläuft der Main-Donau-Kanal. Die benachbarten Ortsteile sind Zirndorf, Weiherhof, Unterfürberg, Burgfarrnbach und Alte Veste.[3]

GeschichteBearbeiten

1258 wurde Oberfürberg von Ludwig von Uffenheim an die Burggrafen von Nürnberg verkauft. 1303 wurde der Ort „Obern Fuerenberg“ genannt. Es ist davon auszugehen, dass der Ortsname wie auch die alte Bezeichnung für den Fürther Stadtwald „Förberich“ (bis 1732 bezeugt) sich vom althochdeutschen Wort „foraha“ (=Föhre) ableiten. Das „-ich“ in Förberich ist vielleicht eine Kollektivendung, die bei Fürberg zu „berg“ zusammengezogen oder umgedeutet ist; doch kann das „i“ auch ein Einschubvokal sein (vgl. mundartliche Aussprache), so dass berich als „-berg“ (=Anhöhe) zu deuten ist. Überliefert sind auch die Schreibweisen „Obern Furchenbech“ (1314) und „Obernfurenberg“ (1414).[2]

1303 und 1314 trat Burggraf Konrad der Fromme die Vogtei über die Hofmark Fürth mit Ober- und Unterfürberg an das Domkapitel in Bamberg ab. 1349 wurden Ober- und Unterfürberg von ihrer Mutterkirche Sankt Martin getrennt und nach Burgfarrnbach gepfarrt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberfürberg 5 Haushalte (2 Höfe, 2 Güter, 1 Wirtshaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Das bambergische Dompropsteiamt Fürth war Grundherr sämtlicher Anwesen.[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberfürberg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Dambach zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Dambach an.[5] Das bayerische Urkataster zeigt Oberfürberg in den 1810er Jahren als ein Dorf mit acht Höfen und ein paar Weihern westlich.[6]

Seit dem 1. Januar 1901 gehört Oberfürberg zur Gemeinde Fürth.

Oberfürberg hat sich seit dem in den 1950er Jahren einsetzenden Bauboom in seiner Siedlungsfläche von ehemals 1,2 Hektar mehr als verhundertfacht. Das Wohngebiet umfasst heute etwa 1,3 km². Zusammen mit dem benachbarten Eschenau leben rund 4.000 Einwohner im statistischen Stadtbezirk.[7]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Heilstättenstraße 130: Stadtförsterei
  • Heilstättenstraße 150, 160, 166, 168, 172 : Ehemalige Lungenheilstätte
  • Oberfürberger Straße 13: Erdgeschossiges Wohnstallhaus aus Sandsteinquadern, etwas abseits der Straße. Profilierte Fensterbänke. Korbbogiger Traufseiteingang mit Kämpfern, am Schlussstein bezeichnet GP, daneben reliefiert Bauernhauszeichen und Jahreszahl 1764.[8]
  • Sperberstraße 199: Ehemalige Hopfenscheune
  • Forstgrenzsteine
  • Felsenkeller

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 67 84 84 82 90 * * 341 560 1183 2118
Häuser[9] 10 9 23 * * 100 97 480
Quelle [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [1]
* Ort wird zu Fürth gerechnet.

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Johannis (Burgfarrnbach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Nikolaus (Fürth) gepfarrt.

Öffentliche und allgemeinnützige GebäudeBearbeiten

  • Adalbert-Stifter-Grundschule
  • Pfarrgemeinde Oberfürberg
  • Forsthaus Fürther Stadtwald
  • Freiwillige Feuerwehr Fürth – Fürberg

VerkehrBearbeiten

Eine Gemeindeverbindungs-/Kreisstraße FÜ 19 verläuft westlich über Wachendorf nach Cadolzburg bzw. östlich zur Südwesttangente und zum Stadtkern hin. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft südwestlich nach Weiherhof.

Der Ort ist im ÖPNV mit der VGN-Buslinien 178 und N 18 an die Fürther Innenstadt angebunden.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Oberfürberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 323 (Digitalisat).
  2. a b W. Wiessner, S. 37f.
  3. Oberfürberg im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 155.
  5. H. H. Hofmann, S. 225.
  6. Oberfürberg auf BayernAtlas Klassik
  7. Bezirksdatenblatt Fürth 2014 Statistischer Bezirk: 08 Oberfürberg, Eschenau Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Stand: Dezember 2014
  8. A. Gebeßler, S. 56. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 66 (Digitalisat).
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 205–206 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1028, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1192, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1123 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1143–1144 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1181–1182 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1016 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 748 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 167 (Digitalisat).