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Dambach (umgangssprachlich: „Dåmbach“[2]) ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Fürth in Mittelfranken.

Dambach
Stadt Fürth
Koordinaten: 49° 27′ 45″ N, 10° 58′ 22″ O
Höhe: 306 m ü. NHN
Einwohner: 3215 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1901
Postleitzahl: 90765
Vorwahl: 0911
vorne rechts Dambach, Bildmitte Südstadt, Blick von Südwesten (2004)
vorne rechts Dambach, Bildmitte Südstadt, Blick von Südwesten (2004)
Lage Dambachs in Fürth
Villa in Dambach (2013)
Villa in Dambach (2013)

GeografieBearbeiten

Der Stadtteil liegt etwa zwei Kilometer südwestlich des historischen Fürther Stadtkernes. Östlich des Ortes fließt die Rednitz, südlich wird er vom Rhein-Main-Donau-Kanal und der Südwesttangente begrenzt. Südwestlich erstreckt sich der ausgedehnte Fürther Stadtwald.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort ist vermutlich in karolingischer Zeit entstanden und gehörte im 8. Jahrhundert zur Königsmark Fürth. 1279 wurde der Ort als „Tanbach“ erstmals urkundlich erwähnt, als Eberhardus de Hertingsberg dem Klarissenkloster St. Klara Nürnberg Güter in Tanbach schenkte. Die erste Schreibweise „Tanbach“ von 1279 ist wahrscheinlich auf den ehemals durch Tannenwald fließenden Bach durch Dambach zurückzuführen. Weitere Erwähnungen finden sich 1288 als „Tambach“ 1413 im burggräflichen Amt Cadolzburg, 1496 als „Thonpach“ und 1733 als „Dombach“.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dambach 20 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft war strittig zwischen dem Kastenamt Cadolzburg, dem Klosteramt Langenzenn und dem Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (1 Gut, 1 Haus), das Klosteramt Langenzenn (3 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Haus), die Pfarrei Zirndorf (1 Gütlein), das Landesalmosenamt (7 Gütlein) und die Nürnberger Eigenherren von Ebner (3 Gütlein), von Fürer (1 Gut), von Welser (1 Gut).[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Dambach gebildet, zu dem Ober- und Unterfürberg gehörten. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Dambach gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nürnberg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Fürth (1920 in Finanzamt Fürth umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen von 1821 bis 1835 dem Patrimonialgericht (PG) Groß- und Kleingeschaidt, 1 Anwesen von 1822 bis 1836 dem PG Haimendorf und 3 Anwesen bis 1812 und von 1821 bis 1836 dem PG Weikershof.[5] Das bayerische Urkataster zeigt Dambach in den 1810er Jahren als ein Haufendorf mit 25 Herdstellen und einer Weiherkette entlang des Bachlaufes.[6] Ab 1862 wurde Dambach vom Bezirksamt Fürth verwaltet. Die Gerichtsbarkeit ging 1862 an das Landgericht Fürth über, seit 1880 liegt sie beim Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,445 km².[7]

Am 1. Januar 1901 wurde Dambach nach Fürth eingemeindet.[8]

Ende der 1950er Jahre wuchs Dambach durch den einsetzenden Bauboom flächenmäßig stark an. Der Bestand setzt sich vorwiegend aus Wohnhäusern zusammen, allerdings ist noch der bäuerliche Kern des Ortes erkennbar. Ein ebenfalls 1954 bis 1959 erbauter Teil Dambachs ist die Dambach Housing Area, eine im Charakter erhaltene ehemalige Offizierssiedlung der US-Streitkräfte. Die Grundstücke der typisch amerikanischen Einzel- und Doppelhäuser werden durch keine Mauern oder Zäune getrennt.

BaudenkmälerBearbeiten

Es sind 15 historische Gebäude, vorwiegend aus der Gründerzeit als Baudenkmale erhalten. Die Dambach Housing Area steht ebenfalls unter Ensembleschutz.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Dambach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900
Einwohner 298 412 395 434 415 464 433 433 493 520 556 589 678
Häuser[9] 45 51 60 79
Quelle [10] [11] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [7] [12] [12] [12]

Ort Dambach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 162 225 237 234 305 * * 2761 3249 3460 3215
Häuser[9] 27 30 43 * * 319 533 926
Quelle [10] [11] [13] [14] [7] [15] [16] [17] [18] [19] [1]
* Ort wird zu Fürth gerechnet.

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Erlöserkirche (Dambach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Nikolaus (Fürth) gepfarrt.

InfrastrukturBearbeiten

  • In Dambach existieren derzeit drei Kindergärten für ca. 100 Kinder, eine eigene Schule besitzt Dambach nicht mehr.
  • Den größten Dambacher Verein bildet der TV Fürth 1860, der zweitgrößte Breitensportverein Nordbayerns mit 23 Sportangeboten und über 5000 Mitgliedern.
  • Die evangelische Erlöserkirche ist die einzige Kirche im Stadtteil. Sie liegt an der Zirndorfer Straße und fällt durch ihre moderne Bauweise im Ortsbild auf.
  • Die Deutsche Spielzeugstraße durchquert Dambach auf der Forsthaus-, Lerchen- und Fuchsstraße.

VerkehrBearbeiten

  • Straße: Gemeindestraßen verbindet Dambach mit der Südwesttangente, die östlich zu der Bundesautobahn 73 und westlich zu der Bundesstraße 8 anschließt.
  • Schiene: Die Rangaubahn fährt im Halbstunden- bis Stundentakt vom Haltepunkt Fürth Dambach zum Fürther Hauptbahnhof sowie nach Zirndorf und Cadolzburg.
  • ÖPNV: Des Weiteren ist Dambach tagsüber mit der Buslinie 178 der Infra Fürth im Sieben- bis Sechzigminutentakt an die Fürther Süd- und Innenstadt angebunden, welcher in den Nächten vor Feiertagen, Samstagen und Sonntagen zwischen 1:00 Uhr und 4:00 Uhr unter der Nummer N18 als Nachtbus verkehrt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dambach (Fürth) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 323 (Digitalisat).
  2. a b W. Wiessner, S. 24ff.
  3. Dambach im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 107f.
  5. H. H. Hofmann, S. 225; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 62 (Digitalisat).
  6. Dambach auf BayernAtlas Klassik
  7. a b c Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1123 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 19 (Digitalisat). Für die Gemeinde Dombach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Oberfürberg (S. 66) und Unterfürberg (S. 94).
  11. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 205–206 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 422 Einwohner.
  12. a b c d e f g h Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1954, DNB 451478568, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1027, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1191–1192, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1143–1144 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1181–1182 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1016 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 748 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 167 (Digitalisat).