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Kronach (Fürth)

Ortsteil der mittelfränkischen Stadt Fürth.

Kronach (umgangssprachlich: „Grōnach“[2]) ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Fürth in Mittelfranken.

Kronach
Stadt Fürth
Koordinaten: 49° 30′ 1″ N, 10° 59′ 56″ O
Höhe: 296 m ü. NHN
Einwohner: 105 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 90765
Vorwahl: 0911
Bauernhof in Kronach (2013)
Bauernhof in Kronach (2013)
Kronach um 1915

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Dorf liegt im nördlichen Stadtgebiet. Westlich führt der Frankenschnellweg am Ort vorbei. Neben Poppenreuth ist Kronach einer von 7 Fürther Ortsteilen, die sich im fränkischen Gemüseanbaugebiet Knoblauchsland befinden. Unmittelbar östlich des Dorfes fließt der Bucher Landgraben, der ein linker Zufluss der Gründlach ist.[3]

GeschichteBearbeiten

1225 wurde der Ort in einer von Kaiser Heinrich VII. unterzeichneten Urkunde als „Kranach“ erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dem das althochdeutschen Wort „kran“ (=Wacholderbusch) mit angehängtem Kollektivsuffix „-ach“ zugrunde liegt. Denkbar ist auch die Ableitung von einem Gewässernamen.[2]

Im Jahr 1732 schloss sich Kronach mit Ronhof zu einer Realgemeinde zusammen.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kronach 5 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf aus, was von der Reichsstadt Nürnberg bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Landpflegamt Nürnberg inne. Grundherren waren das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (2 Viertelhöfe) die Nürnberger Eigenherren von Holzschuher (2 Halbhöfe) und von Volckamer (1 Halbhof).[4] 1801 gab es im Ort 4 Haushalte.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kronach dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt und Ruralgemeinde Buch zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kronach in die neu gebildete Ruralgemeinde Ronhof umgemeindet. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen von 1822 bis 1834 dem Patrimonialgericht Almoshof und 1 Anwesen von 1820 bis 1838 dem Patrimonialgericht Bubenreuth.[6]

Das bayerische Urkataster zeigt Kronach in den 1810er Jahren als einen Weiler mit fünf Herdstellen.[7]

Der 1843 fertiggestellte Ludwig-Donau-Main-Kanal führte am Ort vorbei, nördlich des Ortes gab es die Schleuse 81 Kronach. Position In den 1950er Jahren wurde der Betrieb aufgegeben, der Kanal aufgefüllt und in den 1960er Jahren mit der 1972 eröffneten Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg) überformt. Der Ortsteil westlich der Autobahn gehört heute zu Stadeln.[8]

Nach langjährigen Verhandlungen mit der Stadt erfolgte schließlich zum 1. Juli 1927 zusammen mit Ronhof die Eingemeindung nach Fürth.

BaudenkmalBearbeiten

  • Ronhofer Hauptstr. 312: Bauernhof

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 39 32 48 42 50 56 73 89 145 85 105
Häuser[9] 7 7 8 9 11 12 11 32
Quelle [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Wilhelm-Löhe-Gedächtniskirche (Fürth) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Christophorus (Fürth).

VerkehrBearbeiten

Gemeindeverbindungsstraßen führen nordwöstlich nach Bislohe, südöstlich nach Ronhof und nordwestlich nach Stadeln zur Staatsstraße 2242.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kronach (Fürth) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 323 (Digitalisat).
  2. a b c W. Wiessner, S. 60.
  3. Kronach im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 134.
  5. J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 216.
  6. H. H. Hofmann, S. 226.
  7. Kronach auf BayernAtlas Klassik
  8. Kronach – FürthWiki. In: www.fuerthwiki.de. Abgerufen am 5. Juni 2016.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 16 (Digitalisat). Dort als Cronach aufgelistet.
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 92 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1028, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1193, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1123 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1191 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1182 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1016 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 748 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 167 (Digitalisat).