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Almoshof

Statistischer Bezirk (75) von Nürnberg

Almoshof ist seit dem 1. November 1923 ein Stadtteil von Nürnberg[2][3] (Statistischer Stadtteil 7 – Nordwestliche Außenstadt) und befindet sich nördlich des Stadtgebietes, baulich von diesem getrennt. Wie auch andere benachbarte Ortschaften im Knoblauchsland hat Almoshof noch dörfliche Strukturen.

Almoshof
Statistischer Bezirk 75
Statistischer Distrikt 750Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 29′ 29″ N, 11° 3′ 41″ O
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 2,45 km²
Einwohner: 1091 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 445 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 1923
Postleitzahl: 90427
Vorwahl: 0911
Karte
Gemarkung 3401 Almoshof in Nürnberg
Schloss Almoshof
Schloss Almoshof
Das Holzschuherschlösschen, Sitz des Kulturladen Schloss Almoshof
Statistische Nachbarbezirke
Kraftshof Flughafen
Buch Nachbargemeinden Mooshof
Wetzendorf Thon Marienberg

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Almoshof 1352 als „Malmshof“ (zum Almanshof). Die Holzschuher hatten bereits kurz nach der ersten Erwähnung Grundbesitz in Almoshof, übten die Dorf- und Gemeindeherrschaft aus und errichteten schon im frühen 15. Jahrhundert den ersten Herrensitz. Später folgten weitere Nürnberger Patrizier wie die Stromer, Praun und Imhoff mit ihren Schlösschen. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurden der Ort und die vier Herrensitze zerstört und in den Folgejahren wieder aufgebaut.

Das Schloss, einst Herrensitz der Patrizierfamilie Holzschuher, wurde 1974 für einige Jahre zum Hauptquartier der Wehrsportgruppe Hoffmann und wird seit 1976 als kulturelle Begegnungsstätte genutzt.

In Resten, teilweise versetzt, ist auch der ehemalige Praun’sche Herrensitz noch vorhanden (Irrhainstraße).

KulturBearbeiten

In Almoshof befindet sich einer von 11 Nürnberger Kulturläden. Der Kulturladen Schloss Almoshof, ansässig im Holzschuherschlösschen, ist Kulturzentrum und Begegnungsstätte für den äußeren Nürnberger Norden und das Knoblauchsland. Das Angebot reicht von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst (Malerei, Foto etc.), über Konzerte (Klavierkonzerte, Biergartenkonzerte etc.) und Workshops, literarische Angebote (Märchen für Erwachsene, Tatort Knoblauchsland), Kinderangebote (Theater, Kurse, Spielaktionen etc.), Kreativangebote bis hin zu Samstagswanderungen sowie regelmäßigen Gruppen und Kursen (Yoga, Gymnastik, Nähen, Filzen etc.). Ein kunstvoller Weihnachtsmarkt im Winter und ein kunterbunter Kunstmarkt im Sommer runden unser Programm ab. Das Hauptgebäude des Schlosses ist Ort der Ausstellungen und eines kleinen Cafés. In den Nebengebäuden befindet sich ein Seminarraum und das „Schwalbennest“, ein Raum für Kreativität, Entspannung und Gedankenaustausch.

Die Räume der Einrichtung können auch für Tagungen, Schulungen, Seminare und private Feiern angemietet werden. Ein weiteres Nebengebäude samt Spielplatz wird von einem Kinderladen genutzt. Außerdem ist das Haus Vereinstreff der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken.

HolzschuherschlösschenBearbeiten

1517: Erste urkundliche Erwähnung, erbaut von der Patrizierfamilie Holzschuher.

Eine Replik des Familienwappens (mit dem typischen Holzschuh) ist über der Eingangstür zu sehen.

1552/53: Im Markgrafenkrieg abgebrannt.

1692/93: Wiederaufbau des Schlosses in der noch heute erhaltenen Form: ein zweigeschossiger Bau mit einem hufeisenförmigen Grundriss aus Sandsteinquadern und Nebengebäuden.

Prunkstück des Barockschlösschens ist die in einem Baumstamm gefertigte Wendeltreppe.

1941: Das Schloß wird von der Familie Holzschuher für 70.000 Reichsmark an die Stadt Nürnberg verkauft. Nach dem 2. Weltkrieg dient es als Notunterkunft für ausgebombte Familien, die teilweise bis 1960 im Haus lebten. Nach 10-jährigem Leerstand schließt Neonazi Karl-Heinz Hoffmann (sog. Wehrsportgruppe Hoffmann) einen 25-jährigen Pachtvertrag für das Anwesen.

1975: Die Stadt Nürnberg kündigt dem Rechtsextremisten und Wehrsportgruppen-Gründer Karl-Heinz Hoffmann den Vertrag.

1976: Gründung des Vereins „Begegnungsstätte Schloss Almoshof e.V.“. Vereinszweck: Die Gebäude des Schlosses peu à peu zu renovieren und ein abwechslungsreiches Freizeit- und Kulturprogramm, besonders für die Knoblauchsländer, anzubieten.

1978/79: Das erste Nebengebäude (heute Schwalbennest und Tagungsraum genannt) wird seiner Bestimmung übergeben, es dient als Büro und Veranstaltungsort.

Zwei weitere Gebäude werden umfangreich renoviert, darunter auch das Hauptgebäude.

Außerdem dienen noch zwei Nebenflügel als Scheune. Im rechten Seitengebäude befindet sich seit 1983 ein Kinderladen mit Spielplatz und ökologischem Garten.

1986: Die Einrichtung wird in die städtische Kulturladenkette einbezogen. Seitdem lädt der Kulturladen die Bevölkerung der Stadtteile Knoblauchsland und Thon zu Kultur- und Freizeitaktivitäten ein. Er ist Anlaufstelle für Kultur, Kunst und Soziales und bietet sowohl für den Stadtteil als auch für die Gesamtstadt ein breites Programmspektrum.

Siehe auchBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Dehio: Bayern I: Franken, 2. Aufl., München 1999, S. 12.
  • Günther P. Fehring und Anton Ress (†): Die Stadt Nürnberg. Kurzinventar, 2. Aufl. bearb. von Wilhelm Schwemmer, München: Dt. Kunstverl. 1977 [unver. Nachdruck 1982] (= Bayerische Kunstdenkmale; 10), S. 267–270.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Almoshof – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 244–245, S. 245 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  3. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 19–20, S. 19 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]).