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Die ehemalige Gemeinde Schoppershof ist seit dem 1. Januar 1899 ein Stadtteil von Nürnberg[2][3] in der Nordöstlichen Außenstadt.

Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 28′ 10″ N, 11° 6′ 35″ O
Höhe: 327 m ü. NHN
Fläche: 90,9 ha
Einwohner: 8026 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 8.829 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1899
Postleitzahlen: 90409, 90491
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des Statistischen Bezirks 81 Schoppershof in Nürnberg
Leipziger Platz
Leipziger Platz
Lage der Gemarkung 3464 Schoppershof in Nürnberg
Christophorus an der Allerheiligenkirche

LageBearbeiten

Der Stadtteil liegt an der Äußeren Bayreuther Straße (B 2), südlich des Nordostbahnhofs. Auch das Quartier Nordostbahnhof gehört heute zum statistischen Bezirk 81 Schoppershof. Östlich liegt Erlenstegen, nordwestlich Marienberg und Flughafen, nördlich unter anderem Ziegelstein.[4]

Statistische Nachbarbezirke
Marienberg Schafhof
Schleifweg   Erlenstegen
Maxfeld Veilhof St. Jobst

GeschichteBearbeiten

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schoppershof 7 Haushalte (1 Schloss, 2 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Ziegelei, 1 Brauerei). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Alleiniger Grundherr war der Nürnberger Eigenherr von Peller.[5]

1796 kam Schoppershof zu Preußen und 1810 zum Königreich Bayern.[6] Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1813 das Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Erlenstegen gebildet, zu dem bzw. zu der auch Schoppershof gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Rennweg gebildet, in die Schoppershof umgemeindet wurde. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand der gesamte Ort bis 1835 dem Patrimonialgericht Schoppershof.[7] Am 1. Januar 1865 wurde Rennweg in die Stadt Nürnberg eingemeindet und die Ruralgemeinde Schoppershof gebildet, zu der Bretzengarten, Deumentenhof, Rechenberg, Schallershof, Schübelsberg, Veilhof, Weigelshof und Winzelbürg gehörten. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,481 km².[8] Am 1. Januar 1899 wurde die Gemeinde Schoppershof nach Nürnberg eingegliedert.

Etliche ehemalige Herrensitze haben sich hier erhalten (Schoppershof mit Schlösschen, Schübelsberg, Weigelshof). In der Substanz weitgehend erhalten ist die strahlenförmig vom Leipziger Platz ausgehende Wohnsiedlung aus den 1920er Jahren. Die Allerheiligenkirche wurde 1955 errichtet (Weihe 1956).

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Schoppershof

Jahr 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900
Einwohner 705 877 1267 1737 1948 2186 2271 2603
Häuser[9] 81 155 208
Quelle [10] [11] [10] [10] [8] [10] [10] [12]

Ort Schoppershof

Jahr 001818 001824 001840 001861 001871 001885
Einwohner 119 114 119 126 340 1386
Häuser[9] 24 14 19 95
Quelle [13] [7] [14] [15] [11] [8]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Lukas gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Allerheiligen gepfarrt.

BaudenkmälerBearbeiten

  • Wohnanlage Münchener Verein Lebens- und Altersversicherungsanstalt aG München
  • Freiherrlich von Tuchersches Stiftshaus
  • Herrensitz Schoppershof
  • Katholische Pfarrkirche Allerheiligen
  • Konrad-Groß-Schule
  • Mietshäuser
  • Bauern- und Tagelöhnerhäuser

VerkehrBearbeiten

Erreichbar ist Schoppershof über die Bahnhöfe Schoppershof und Nordostbahnhof der U-Bahnlinie U2 sowie mit den Buslinien 21 und 45. Am Nordostbahnhof beginnt die Gräfenbergbahn (Regionalbahnlinie R21), die durch die Fränkische Schweiz nach Gräfenberg fährt.

InfrastrukturBearbeiten

Das Nordostbad ist ein Hallenbad mit 25 m-Becken, Nichtschwimmerbecken und einem Außenbecken. Unweit davon ist auch das Einkaufszentrum Mercado zu finden, das auf dem Areal des ehemaligen Linde-Stadions steht.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schoppershof – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 244–245, S. 245 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  3. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 19–20, S. 19 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]).
  4. Schoppershof im BayernAtlas
  5. H. H. Hofmann, S. 170.
  6. H. Rusam, S. 949.
  7. a b H. H. Hofmann, S. 242f.
  8. a b c Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1165–1166 (Digitalisat).
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1900 als Wohngebäude.
  10. a b c d e Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 181, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  11. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1231–1232, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1146 (Digitalisat). Die Gemeinde Schoppershof war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelöst.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 83 (Digitalisat).
  14. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 212 (Digitalisat).
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1066, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).