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Doos (Muggenhof)

Stadtteil von Nürnberg, Bayern, Deutschland

Doos ist ein Stadtteil von Nürnberg und gehört zum statistischen Bezirk 65 (Muggenhof). Der Distrikt 651 (Doos) liegt nördlich der Fürther Straße.

Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 27′ 44″ N, 11° 1′ 17″ O
Höhe: 324–347 m ü. NHN
Eingemeindung: 1899
Postleitzahlen: 90429, 90427
Vorwahl: 0911
Karte
Lage von Doos/Muggenhof in Nürnberg

LageBearbeiten

Der Ort erstreckt sich zwischen Pegnitz, Ringbahn und Frankenschnellweg.[1][2]

Der Distrikt Doos umfasst folgende Straßen: Dooser Straße, Ferdinandstraße, Fürther Straße, Herderstraße, Konradstraße, Matthiasstraße, Ruprechtstraße, Sigmundstraße, Tassilostraße.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Name Doos leitet sich von der sogenannten „Dooser Enge“ ab. Die Pegnitz hatte an dieser Stelle ein starkes Gefälle. Schon im 14. Jahrhundert sprach man deswegen von einer „Dosse“ (= tosend, rauschend). Die ersten Anfänge des Ortes gehen auf eine Mühle an dieser Stelle zurück.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Doos 4 Haushalte (1 Hof mit Mahlmühle, 1 Kupferhammerwerk, 1 Spiegelfabrik, 1 Folienhammerwerk). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-ansbachischen Oberamt Cadolzburg bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft hatte das Spitalamt der Reichsstadt Nürnberg inne.[5]

Ab 1796 wurde Doos vom preußischen Justiz- und Kammeramt Cadolzburg verwaltet. 1806 kam Doos an das Königreich Bayern.[4] Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Doos dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Schniegling zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Schniegling an.[6] 1899 wurde Doos nach Nürnberg eingemeindet.

Von den 1840er bis in die 1950er Jahre querte in Doos der Ludwig-Donau-Main-Kanal die Pegnitz. In den 1960er Jahren wurde er zugeschüttet und mit der Trassenführung der Bundesautobahn 73, die hier Frankenschnellweg genannt wird, überbaut.

1929 erwarb Apotheker Carl Soldan, Gründer des Familienunternehmens Dr. C. Soldan, die Firma Doosa, eine Lebkuchen- und Süßwarenfabrik, in der Herderstraße. Nach dem Umbau des Firmengebäudes verlegte er die Produktion der Em-eukal Bonbons dorthin.[7] 1960 zog diese schließlich nach Adelsdorf.[8] Heute befinden sich die Mohren-Apotheke zu St. Lorenz, die Post und das Jenaplan-Gymnasium in den ehemaligen Produktionsgebäuden.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001824 001840 001861 001871 001885
Einwohner 93 65 96 188 238 628
Häuser[9] 7 6 11 22
Quelle [10] [6] [11] [12] [13] [14]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Versöhnungskirche gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Zu den Heiligen Schutzengeln gepfarrt.

InfrastrukturBearbeiten

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Doos mit einer eigenen Bahnstation an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Bahnhof wurde am 2. Juni 1991 für den Personenverkehr aufgelöst, nachdem die Fahrgastzahlen wegen der seit 1981 parallel verlaufenden U-Bahn-Linie 1 (Station Muggenhof) immer weiter sanken. Der Frankenschnellweg begrenzt den Ort im Westen, die Fürther Straße im Osten.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Doos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Doos im BayernAtlas
  2. Stadtplandienst Nürnberg
  3. http://postleitzahlen.woxikon.de/plz/nuernberg/doos
  4. a b W. Fischer-Pache, S. 219f.
  5. H. H. Hofmann, S. 109.
  6. a b H. H. Hofmann, S. 243.
  7. Christiane Engel: Die Apothekengeschichte Nürnbergs im 19. und 20. Jahrhundert bis zur Niederlassungsfreiheit. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2016, S. 319.
  8. apotheke adhoc: Erst Apotheker, dann Bonbonkocher
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1885 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 19 (Digitalisat).
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 208 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1066, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1231, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1165 (Digitalisat).