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Tafelhof ist ein Stadtteil von Nürnberg, der Name der Gemarkung 3471 und Teil des Statistischen Bezirks 03.[2] Er gehört zum PLZ-Bezirk 90443. Die ursprüngliche Ortschaft lag einst südwestlich des Frauentores. Darin erinnert heute nur noch ein Straßenname.

Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 26′ 43″ N, 11° 4′ 20″ O
Höhe: 310–315 m ü. NHN
Fläche: 64,7 ha
Einwohner: 1212 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.873 Einwohner/km²
Postleitzahl: 90443
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des statistischen Bezirks 03 Tafelhof in Nürnberg
Nürnberg Hauptbahnhof in Tafelhof
Nürnberg Hauptbahnhof in Tafelhof

LageBearbeiten

Tafelhof liegt direkt südlich der Altstadt im Dreieck zwischen Frauentorgraben im Norden, der Bahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und Hauptgüterbahnhof im Südosten und der Steinbühler Str. im Westen. Die Bahnstrecke unterqueren nach Süden die Unterführungen Steinbühler Tunnel, Tafelfeldtunnel und Celtisunterführung. Tafelhof wird umringt von den Stadtteilen St. Lorenz, Marienvorstadt, Glockenhof, Galgenhof, Steinbühl, St. Leonhard und Gostenhof.[3]

Der Stadtteil umfasst folgende Straßen:[4]

  • Bahnhofsplatz
  • Camerariusstr.
  • Dietzstr.
  • Eilgutstr.
  • Essenweinstr.
  • Frauentorgraben
  • Karl-Pschigode-Platz
  • Kraußstr.
  • Lessingstr.
  • Richard-Wagner-Platz
  • Sandstr.
  • Steinbühler Str.
  • Stromerstr.
  • Tafelhofstr.
  • Weidenkellerstr.
  • Zeltnerstr.
  • Zollhof


Statistische Nachbarbezirke
Altstadt, St. Lorenz
Gostenhof   Marienvorstadt
St. Leonhard Galgenhof
Steinbühl
Glockenhof

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1445 zurück. Bereits vor dem Bau der Lorenzer Altstadt gab es dort ein Gut, das 1552 niedergebrannt wurde.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Tafelhof 27 Haushalte. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-ansbachischen Oberamt Cadolzburg bestritten wurde. Grundherren waren die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (1 Wirtshaus, 1 Gut, 1 Garten), St. Peter und Paul Siechkobel (1 Haus), Zinsmeisteramt (1 Wirtshaus, 1 Haus, 1 Garten), Kriegsamt (4 Wachhäuser); Nürnberger Eigenherren: von Ebner (4 Häuser, 2 Gärten), von Fürer (1 Garten), von Grösser (3 Häuser, 1 Garten), von Haller (2 Häuser), Dr. Neu (1 Garten), von Oelhafen (3 Wirtshauser, 2 Häuser), von Tucher (3 Häuser). 1 Garten war bürgerliches Freieigen.[5]

Ab 1796 wurde Tafelhof vom preußischen Justiz- und Kammeramt Gostenhof verwaltet. 1806 kam Tafelhof an das Königreich Bayern.[6] Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Tafelhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Steinbühl zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Steinbühl an. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 4 Anwesen von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht (PG) Leyh, 2 Anwesen von 1823 bis 1835 dem PG Nemsdorf und 7 Anwesen von 1822 bis 1836 dem PG Weikershof. 1825 wurde Tafelhof nach Nürnberg eingemeindet.[7]

Der Bau der Ludwigseisenbahn, des Staatsbahnhofs und des alten Städtischen Krankenhauses veränderten den Charakter des Dorfs. Die in der Gründerzeit verstärkt einsetzende Wohnbebauung wurde schon um die Jahrhundertwende und vermehrt nach 1945 im Wiederaufbau durch Verwaltungs- und Geschäftsgebäude ersetzt. Die letzten Dorfhäuser in der Tafelhofstraße 19–27 wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

BaudenkmälerBearbeiten

Siehe auch: Baudenkmäler im Nürnberger Stadtteil Tafelhof

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001824 001840 001871 001885
Einwohner 459 462 574 981 996
Häuser[8] 49 26 52 75
Quelle [9] [7] [10] [11] [12]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Christuskirche gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Elisabeth gepfarrt.

EinrichtungenBearbeiten

  • Agentur für Arbeit
  • AOK
  • Bundesbahn-Direktion
  • Carlton-Hotel
  • Deutsche Rentenversicherung
  • Hauptpost
  • Hauptbahnhof
  • Finanzamt Nürnberg-Süd
  • IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit
  • Karl-Bröger-Haus

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tafelhof (Nürnberg) – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 244–245, S. 244 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]).
  2. Statistik Nürnberg, Tafelhof
  3. Tafelhof im BayernAtlas
  4. Info Tafelhof
  5. H. H. Hofmann, S. 152.
  6. H. Beer, S. 1062.
  7. a b H. H. Hofmann, S. 244.
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1885 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 90 (Digitalisat).
  10. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 16 (Digitalisat).
  11. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1144, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1082 (Digitalisat).