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Dentlein am Forst

Marktgemeinde im Landkreis Ansbach in Bayern

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der Markt liegt etwa 8 km östlich von Feuchtwangen in einem sehr waldreichen Gebiet. Die hier zahlreich entspringenden Bäche fließen über die Wörnitz und die Altmühl zur Donau.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend gegen den Uhrzeigersinn): Feuchtwangen, Dürrwangen, Langfurth, Burk und Wieseth.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat zwölf amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Neumühle ist kein amtlich benannter Gemeindeteil.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Dentlein am Forst wurde unter dem Namen „Tennlin“ erstmals am 8. Mai 1397 urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Bestimmungswort das mittelhochdeutsche Wort „tann“ (= Tanne(nwald)) mit angehängten Diminutivsuffix „-lîn“ ist und demnach kleiner Tannenwald bedeutet.[3]

Seit dem 14. Januar 1469 ist eine Pfarrei Dentlein urkundlich belegt. Die Bewohnerzahl stieg vor allem in der Mitte des 17. Jahrhunderts durch die Zuwanderung vertriebener Protestanten aus dem oberösterreichischen „Ländlein ob der Enns“, nachdem das Gebiet um die Gemeinde durch den 30-jährigen Krieg stark verwüstet und fast entvölkert worden war. Die zugewanderte Bevölkerung machte um 1660 ungefähr ein Drittel der Bevölkerung aus. Ein Schulhaus war seit 1698 vorhanden. 1842, nach dem Schulhausneubau – dem jetzigen Rathaus, – wurde ein zweiter Lehrer (Schulgehilfe) „aufgestellt“.

1799 gab es im Ort 27 Haushalte, die alle dem ansbachischen Kameralamt Feuchtwangen unterstanden.[4]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde die Ruralgemeinde Dentlein gegründet, zu der die Orte Angerhof, Erlmühle, Eschenlach, Fetschendorf, Großohrenbronn, Kleinohrenbronn, Obermosbach, Ölmühle, Schwaighausen und Zinselhof gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen.[5] Eschenlach wurde noch vor 1840 nach Krapfenau umgemeindet.[6] Die Ruralgemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 12,585 km².[7]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1971 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Thürnhofen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgte ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Aichau.[8]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Dentlein

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2017
Einwohner 572 828 1103 1233 1227 1098 1089 1116 1069 1107 1116 1114 1117 1204 1144 1342 1450 1490 1948 1862 2062 2319 2396 2465 2345 2433
Häuser[9] 121 155 221 242 252 262 333 406 655 749
Quelle [10] [11] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [7] [19] [20] [21] [21] [22]

Gemeindeteil Dentlein

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002003 002017
Einwohner 202 307 449 398 375 374 434 655 736 841 835 952 873
Häuser[9] 46 59 87 89 84 107 143 229
Quelle [10] [11] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [7] [19] [20] [23] [22]

PolitikBearbeiten

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat von Dentlein am Forst hat (ohne Bürgermeister) 14 Mitglieder.

Freie Wähler Bürgerliche Einheitsliste Vereinigte Wählergemeinschaft Unabhängige Wähler Gesamt
2008 5 4 3 2 14 Sitze
2014 4 4 3 3 14 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

BürgermeisterBearbeiten

Friedrich Wörrlein wurde im März 2014 mit 71,79 Prozent der Stimmen gewählt. Gegenkandidat war Wilhelm Rubensdörfer.

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold eine von Silber und Schwarz gevierte, gesenkte, eingeschweifte Spitze, beseitet von je einem bewurzelten, grünen Nadelbaum.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die Zirkelkappl im Oktober 2016.
  • Kirche St. Ursula in Dentlein am Forst
  • Zirkelkappl (Cyriacus-Kapelle) bei Schwaighausen
  • Kriegerdenkmal in Dentlein am Forst
  • Kirche St. Raphael in Großohrenbronn

BaudenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße AN 52 verläuft nordwestlich nach Thürnhofen zur Staatsstraße 2222 bzw. südöstlich über Großohrenbronn nach Burk zur Staatsstraße 2248. Die Kreisstraße AN 53 verläuft südlich über Erlmühle zur Staatsstraße 2220 bei Angerhof. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kaierberg zur Staatsstraße 2222, nach Metzlesberg und an Fetschendorf vorbei nach Obermosbach.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dentlein am Forst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Dentlein am Forst in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. September 2019.
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 52.
  4. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 583.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 35 (Digitalisat).
  6. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 110 (Digitalisat).
  7. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 774–775 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 460.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2011 als Wohngebäude.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 17 (Digitalisat). Für die Gemeinde Dentlein zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Angerhof (S. 5), Erlmühle (S. 23), Eschenlach (S. 24), Fetschendorf (S. 25), Großohrenbronn (S. 32), Kleinohrenbronn (S. 48), Obermosbach (S. 67), Ölmühle (S. 70), Schwaighausen (S. 84) und Zinselhof (S. 107).
  11. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 107–108 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 822 Einwohner.
  12. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1020, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1184, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1115–1116 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1183 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1220–1221 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1054 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 168 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 325 (Digitalisat).
  21. a b Dentlein am Forst: Amtliche Statistik des LfStat
  22. a b Einwohnerzahlen auf der Website dentlein.de
  23. Statistik der Einwohnerzahlen in den Ortsteilen. (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.today) auf: dentlein.de