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Ornbau

Stadt im Landkreis Ansbach in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ornbau
Ornbau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ornbau hervorgehoben

Koordinaten: 49° 11′ N, 10° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Triesdorf
Höhe: 419 m ü. NHN
Fläche: 15,16 km2
Einwohner: 1626 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91737
Vorwahl: 09826
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 189
Stadtgliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Vorstadt 1
91737 Ornbau
Website: www.ornbau.de
Bürgermeister: Heinz Baum (CSU / Wählergruppe Eintracht)
Lage der Stadt Ornbau im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-RiesAnsbachFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenUnterer WaldLehrbergAdelshofen (Mittelfranken)Bechhofen (Mittelfranken)Bruckberg (Mittelfranken)Buch am WaldBurkColmbergDentlein am ForstDiebachDietenhofenDinkelsbühlDombühlEhingen (Mittelfranken)FeuchtwangenFlachslandenGebsattelGerolfingenGeslauHeilsbronnInsingenLangfurthLeutershausenLichtenau (Mittelfranken)Merkendorf (Mittelfranken)MönchsrothNeuendettelsauNeusitzOberdachstettenOhrenbachPetersaurachRöckingenRothenburg ob der TauberRüglandSachsen bei AnsbachSchillingsfürstSchnelldorfSchopfloch (Mittelfranken)SteinsfeldUnterschwaningenWassertrüdingenWeidenbach (Mittelfranken)WeihenzellWeiltingenWettringen (Mittelfranken)WiesethWindelsbachWindsbachWittelshofenWörnitz (Gemeinde)Wolframs-EschenbachWilburgstettenOrnbauMitteleschenbachHerriedenDürrwangenBurgoberbachAurach (Landkreis Ansbach)ArbergBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Stadt Ornbau von der Altmühlbrücke
Ornbau mit Altmühlbrücke
Stadtmauerpartie an der Altmühl

Ornbau ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Triesdorf mit Sitz in Weidenbach.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Ornbau liegt an der Altmühl, am Rande des Fränkischen Seenlandes, 60 km südwestlich von Nürnberg.

NachbargemeindenBearbeiten

Folgende Gemeinden grenzen an Ornbau (von Norden im Uhrzeigersinn):

StadtgliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Ornbau wurde erstmals 838 in einer Urkunde erwähnt. Der Name wechselte im Laufe der Jahrhunderte von „Arenburen“ (1057/75) bis hin zur heutigen, seit 1800 gebräuchlichen Bezeichnung. Das Grundwort des Ortsnamens ist das althochdeutsche Wort „būr“ (= Wohnung) und das Bestimmungswort ist der Personenname „Aro“. Der Ortsname bedeutet also zur Wohnung, die von Aro gegründet wurde.[3]

Bereits um 1300 (seit 1229 Marktrecht) bildete Ornbau eine eigene Vogtei. Der Ort bestand aus einer umwallten und einer ungeschützten (die heutige Vorstadt) Siedlung. Ornbau bildete mit seiner Umgebung ein eigenes Officiatus, auch Minister genannt. Einnahmen aus Zoll und Gericht flossen dem Bischof von Eichstätt zu. Wegen der Übergriffe der Grafen von Oettingen wurde das Gebiet um Ornbau 1313 dem Fürstbischof zugesprochen. Damals erlaubte der Kaiser, Ornbau zu befestigen, also mit einer Mauer zu umgeben. Damit erhielt die Siedlung den Charakter einer civitas, einer Stadt mit Stadtrecht. Ab 1500 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.

Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens drei Frauen aus Ornbau wegen Hexerei hingerichtet. Dies waren 1616 Anna Demertin, alias die Nasenschneiderin und Apollonia Veitin sowie 1617 Christina Magin. Fünf weitere Frauen wurden zwischen 1616 und 1619 aus demselben Grund verhaftet. Eine von ihnen wurde wieder freigelassen. Das Schicksal der anderen ist unklar.[4]

Im Dreißigjährigen Krieg fand im Verlauf des schwedischen Heerzuges von Donauwörth nach Regensburg unter dem Feldherren Bernhard von Sachsen-Weimar bei Ornbau ein Gefecht mit den Reitertruppen des bayerischen Generals Johann von Werth statt, in dem die bayerischen Truppen eine empfindliche Niederlage erlitten (Kampf um Regensburg).

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde Ornbau zur Ruralgemeinde. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden.[5] Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 8,953 km².[6]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gern eingegliedert.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Ornbau

Jahr 1987 2005 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 1457 1686 1608 1585 1584 1591 1609 1638 1646
Häuser 362 535 536 537 538 541 541
Quelle [8] [9] [9] [9] [9] [9] [9] [9] [9]

Gemeindeteil Ornbau (=Gemeinde Ornbau bis zur Gebietsreform)

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 737 771 745 773 798 828 803 781 809 790 781 800 771 785 761 797 783 849 833 1047 1082 1042 982 1042 1113
Häuser[10] 200 156 157 159 156 158 181 202 289
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [6] [20] [8]

PolitikBearbeiten

 
Kirche St. Jakobus
 
Kirche St. Jakobus mit moderner Innengestaltung

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat von Ornbau besteht aus zwölf gewählten Mitgliedern sowie dem hauptberuflichen Bürgermeister.

Seit der Kommunalwahl 2014 werden alle zwölf Sitze von der Liste „CSU/Eintracht/Bürgerliste“ eingenommen.

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2008 Heinz Baum (CSU/Eintracht). Er wurde im März 2014 mit 72,22 % der Stimmen im Amt bestätigt. Sein Vorgänger war Gerhard Helmsorig. 2. Bürgermeister ist Willi Wenderlein (CSU/Eintracht).

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein goldener Löwe, der mit den Vorderpranken einen abgewendeten, aufrechten goldenen Bischofsstab hält.“[21]
Wappenbegründung: Im abgebildeten Stadtwappen ist der Löwe dem Bischofsstab zugewandt. Dieses Wappen fand erst nach 1674 Verwendung.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Altmühlbrücke
  • Stadtmauer
  • Diebsturm
  • Kirche St. Jakobus
  • Friedhofskirche
  • Denkmal von Bièvre auf dem Ornbauer Friedhof: Georg Franz Maréchal Marquis de Bièvre ist in Ornbau begraben. Er hat Komödien und Wortspiele verfasst und wurde vom Markgrafen von Ansbach in Triesdorf zur Hofunterhaltung beigezogen. 1789 erlag er den Pocken und konnte, weil er katholisch war, nicht in Triesdorf beerdigt werden. Seine Jugendgeliebte Anna Pas de Vassal ließ das Denkmal 1817 errichten.

BaudenkmälerBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Faschingsumzug (letzter Sonntag im Fasching)
  • Altstadtfest und Jakobi-Kirchweih (vorletztes Wochenende im Juli)
  • Pfingsttreffen des Vereins der Heckflossenfreunde (Alt-Mercedes-Fahrer) mit Sitz in Ornbau

BildungBearbeiten

In der Grundschule Ornbau wurden im Schuljahr 2013/14 von sechs Lehrkräften 66 Kinder unterrichtet. Die Schule ist in einem 1764 nach Plänen von Maurizio Pedetti errichteten und 1988/89 sanierten Barockbau in der Altstadt untergebracht. Die nächste Hauptschule befindet sich im benachbarten Bechhofen.

FreizeitBearbeiten

Ornbau verfügt im Gemeindeteil Gern über ein Flussschwimmbad an der Altmühl. Hier beginnt auch der Altmühlzuleiter, der bei Hochwasser das Altmühlwasser dem Altmühlsee zuführt.

Viele Rad- und Wanderwege führen durch Ornbau oder haben hier ihren Start- bzw. Zielpunkt. Im Wiesengrund, der im Osten liegt (die Wiesmet), erstreckt sich bis Muhr am See ein Vogelschutzgebiet, in dem bedrohte Vogelarten leben.

VerkehrBearbeiten

Die Staatsstraße 2411 verläuft westlich von Ornbau und führt nördlich nach Weidenbach und südlich nach Arberg. Die Kreisstraße AN 55 führt nach Mörsach bzw. nach Oberndorf. Die Kreisstraße AN 59 führt nach Hirschlach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Gern.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Franz Heger (1902–unbekannt)
  • Bischof Lorenz Unfried (1970)
  • Bürgermeister Franz Nefzger (1972)
  • Stadtpfarrer Josef Fremmer (1974)
  • Josef Bengel (1987)
  • Pfarrer a. D. Franz Starringer (2012)

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen in Verbindung mit OrnbauBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ornbau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wolferstadt in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. September 2019.
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 173f. Nach Reitzenstein Ersterwähnung 1057/75.
  4. Stürzl, Zur Hexenverfolgung im Oberen Stift des Hochstifts Eichstätt. Nachtrag zu: Hinrichtungen wegen Hexerei in Eichstätt. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Selbstverlag, München. 2016 S. 130 ff.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 46 (Digitalisat).
  6. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 777 (Digitalisat).
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 461.
  8. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 330 (Digitalisat).
  9. a b c d e f g h Ornbau: Amtliche Statistik des LfStat
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 70 (Digitalisat).
  12. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 160–161 (Digitalisat). Ornbau: 760 Einwohner, 155 Häuser; Stadtmühle: 11 E., 1 H.
  13. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1025, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1190, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Ornbau: 790 Einwohner; Stadtmühle: 13 E.
  16. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1122 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1189 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1227 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1058 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 171 (Digitalisat).
  21. Eintrag zum Wappen von Ornbau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte