Mönchsroth

Gemeinde im Landkreis Ansbach in Bayern

Mönchsroth ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wilburgstetten.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mönchsroth
Mönchsroth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mönchsroth hervorgehoben

Koordinaten: 49° 1′ N, 10° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Wilburgstetten
Höhe: 441 m ü. NHN
Fläche: 11,92 km2
Einwohner: 1607 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91614
Vorwahl: 09853
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 179
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 2
91614 Mönchsroth
Website: www.moenchsroth.de
Erste Bürgermeisterin: Edith Stumpf (Freie Bürgerliste)
Lage der Gemeinde Mönchsroth im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-RiesAnsbachFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenUnterer WaldLehrbergAdelshofen (Mittelfranken)Bechhofen (Mittelfranken)Bruckberg (Mittelfranken)Buch am WaldBurkColmbergDentlein am ForstDiebachDietenhofenDinkelsbühlDombühlEhingen (Mittelfranken)FeuchtwangenFlachslandenGebsattelGerolfingenGeslauHeilsbronnInsingenLangfurthLeutershausenLichtenau (Mittelfranken)Merkendorf (Mittelfranken)MönchsrothNeuendettelsauNeusitzOberdachstettenOhrenbachPetersaurachRöckingenRothenburg ob der TauberRüglandSachsen bei AnsbachSchillingsfürstSchnelldorfSchopfloch (Mittelfranken)SteinsfeldUnterschwaningenWassertrüdingenWeidenbach (Mittelfranken)WeihenzellWeiltingenWettringen (Mittelfranken)WiesethWindelsbachWindsbachWittelshofenWörnitz (Gemeinde)Wolframs-EschenbachWilburgstettenOrnbauMitteleschenbachHerriedenDürrwangenBurgoberbachAurach (Landkreis Ansbach)ArbergBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt genau an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg. Der Ortsteil Mönchsroth wird von der Rotach, einem Zufluss der Wörnitz, durchflossen. Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Dinkelsbühl, Wilburgstetten, Stödtlen und Wört.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im 12. Jahrhundert als „Rotha“ erstmals schriftlich erwähnt. In der Urkunde wird auch eine „preposituramque Rothe“ erwähnt, womit das um 1130 gegründete Benediktinerkloster Mönchsroth gemeint war. Im Jahr 1286 wurde der Ort erstmals „Mvnchrôte“ genannt, 1350 „Muenchrot“, 1604 schließlich „Mönchsrodt“. Der Ortsname leitet sich vom Gewässernamen Rotach (= roter Fluss) ab, an dem der Ort liegt.[4]

Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das oettingen-spielbergische Oberamt Mönchsroth. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Mönchsroth aus 154 Haushalte (1 Mühle, 1 Hofgut, 1 Morgengut, 20 Lehengüter, 1 Lehengut mit Backrecht, 2 halbe Lehengüter, 1 Söldengut, 51 Häuser, 4 Häuser mit Backrecht, 2 Häuser mit Wirtschafts- und Braurecht, 1 Haus mit Schmiedrecht, 3 Zweidrittelhäuser, 6 Drittelhäuser, 60 Halbhäuser). Außerdem gab es eine Pfarrkirche, die ehemalige Benediktinerpropstei St. Peter und Paul, ein Pfarrhaus, ein Schulhaus, eine Synagoge, ein Gemeindehirtenhaus und ein Schafhaus.[5]

1806 kam Mönchsroth an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt entstand 1809 der Steuerdistrikt Mönchsroth und die Ruralgemeinde Mönchsroth mit den Orten Fallmeisterei und Hammerschmiede.[6][7] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl. 1819 erfolgte der Wechsel zum Herrschaftsgericht Mönchsroth, wo es bis zu dessen Auflösung verblieb, und 1838 der Wechsel zum Rentamt Oettingen. Ab 1850 gehörte Mönchsroth wieder zum Landgericht und Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist).[8] Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 6,937 km².[9] Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Mönchsroth an den Landkreis Ansbach.[8]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform Diederstetten eingegliedert.[10]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1305 auf 1580 um 275 Einwohner bzw. um 21,1 %.

Gemeinde Mönchsroth

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2016
Einwohner 808 940 976 1008 981 1054 1060 992 1002 887 869 845 824 830 794 782 715 654 928 908 764 890 1286 1621 1605 1584
Häuser[11] 175 171 185 197 193 183 198 364 486 497
Quelle [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [9] [20] [21] [22] [22]

Ort Mönchsroth

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 808 1008 1054 1002 824 768 897 759 877 1093*
Häuser[11] 175 171 185 192 190 180 196 324*
Quelle [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [9] [20] [21]

PolitikBearbeiten

 
Dorfansicht

BürgermeisterBearbeiten

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Februar 2012 Edith Stumpf (Freie Bürgerliste).[23] Diese wurde als Nachfolgerin von Fritz Franke (SPD) am 13. November 2011 gewählt und am 5. November 2017 bei einem Gegenkandidaten mit 68,5 % der Stimmen im Amt bestätigt.

GemeinderatBearbeiten

Die Gemeinderatswahlen seit 2008 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:

Partei/Liste 2020[24] 2014[25] 2008
Freie Wählergruppe Mönchsroth 8 10 12
Freie Bürgerliste Mönchsroth 4 2

Wappen und FlaggeBearbeiten

Wappen
Blasonierung: „Durch gesenkten goldenen Balken geteilt von Blau und Rot, oben ein silberner Adler, der einen quer liegenden goldenen Abtstab in den Fängen hält, unten ein silbernes Andreaskreuz.“[26]

Die Gemeinde führt seit 1985 dieses Wappen.

Wappenbegründung: Seit dem 15. Jahrhundert gehörte den Grafen von Oettingen der Ort. Daran erinnert das Andreaskreuz aus dem gräflichen Stammwappen. Der Adler stammt aus dem Wappen der Grafen von Leiningen, zusammen mit dem Abtstab verweist er auf das ehemalige Kloster und seinen Gründer. Der goldene Balken stellt den durch das Gemeindegebiet verlaufenden Limes dar.
Flagge

Die Gemeinde hat eine weiß-blau-weiße Gemeindeflagge.[27]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ehemalige Synagoge mit Gedenktafel

BauwerkeBearbeiten

  • Limesturm (Nachbau)
  • Ehemalige Klosterkirche der Benediktinerpropstei St. Peter und Paul
  • Ehemalige Synagoge von 1761 (Rathausstraße 1). Hier wurde 1988 ein umfassender Genisafund geborgen, der sich heute im Jüdischen Museum Franken Fürth/Schnaittach befindet.
     
    Teilrekonstruktion des Limesturms WP 13/2

BaudenkmälerBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch Mönchsroth verläuft die Landesstraße/Staatsstraße 2385 nach Wilburgstetten zur Bundesstraße 25 (2,3 km östlich) bzw. über Regelsweiler nach Wört (6,5 km westlich). Die Kreisstraße AN 46/K 3211 verläuft nach Eck am Berg (2,7 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Diederstetten (1,9 km nördlich), nach Gaxhardt (1,8 km westlich) und nach Wittenbach (2 km südöstlich).[2]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Mönchsroth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Karte der Gemeinde Mönchsroth auf dem BayernAtlas
  3. Gemeinde Mönchsroth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. September 2019.
  4. W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 151.
  5. T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 441.
  6. T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 536.
  7. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 77 (Digitalisat).
  8. a b T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 554.
  9. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 763 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  11. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  12. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 60 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l m Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 168, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1001, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1167, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1099 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1164 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1201 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1038 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 170 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 329 (Digitalisat).
  22. a b Mönchsroth: Amtliche Statistik des LfStat
  23. Mitglieder Gemeinderat. Gemeinde Mönchsroth, abgerufen am 26. September 2020.
  24. Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Gemeinderats am Sonntag, 15 März 2020. 25. März 2020, abgerufen am 10. Dezember 2020.
  25. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 - Endgültige Ergebnisse. Bayerisches Landesamt für Satistik, 2015, S. 234, abgerufen am 10. Dezember 2020.
  26. Eintrag zum Wappen von Mönchsroth in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  27. Mönchsroth. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 14. März 2021.