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Geslau

Gemeinde im Landkreis Ansbach in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geslau
Geslau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geslau hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Rothenburg ob der Tauber
Höhe: 435 m ü. NHN
Fläche: 41,97 km2
Einwohner: 1319 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91608
Vorwahl: 09867
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 155
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kreuthfeldstr. 5
91608 Geslau
Website: www.geslau.de
Bürgermeister: Richard Strauß (Unabhängige Bürger Geslau)
Lage der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-RiesAnsbachFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenUnterer WaldLehrbergAdelshofen (Mittelfranken)Bechhofen (Mittelfranken)Bruckberg (Mittelfranken)Buch am WaldBurkColmbergDentlein am ForstDiebachDietenhofenDinkelsbühlDombühlEhingen (Mittelfranken)FeuchtwangenFlachslandenGebsattelGerolfingenGeslauHeilsbronnInsingenLangfurthLeutershausenLichtenau (Mittelfranken)Merkendorf (Mittelfranken)MönchsrothNeuendettelsauNeusitzOberdachstettenOhrenbachPetersaurachRöckingenRothenburg ob der TauberRüglandSachsen bei AnsbachSchillingsfürstSchnelldorfSchopfloch (Mittelfranken)SteinsfeldUnterschwaningenWassertrüdingenWeidenbach (Mittelfranken)WeihenzellWeiltingenWettringen (Mittelfranken)WiesethWindelsbachWindsbachWittelshofenWörnitz (Gemeinde)Wolframs-EschenbachWilburgstettenOrnbauMitteleschenbachHerriedenDürrwangenBurgoberbachAurach (Landkreis Ansbach)ArbergBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Geslau ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg ob der Tauber.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Geslau liegt im Naturpark Frankenhöhe etwa 10 km östlich von Rothenburg. Durch die Gemeinde fließt der Kreuthbach.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind: (Aufzählung im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend)

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat 14 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Die Neumühle ist kein amtlich benannter Ortsteil.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Der Ort wird 1216 als „Gesselere“ erstmals namentlich erwähnt. Erst 1528/29 wird die heutige Form „Geslau“ bezeugt. Der Ortsname bedeutet der in der Gasse wohnt.[3]

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 werden für Geslau 26 Mannschaften verzeichnet: 23 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 2 Anwesen Wolff Balthasar von Seckendorff und 1 Anwesen dem hohenlohe-schillingsfürstischen Amt Schillingsfürst. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.[4]

Geslau wurde nach 1650 zur neuen Heimat von rund 70 österreichischen Exulanten, die ihre Heimat als Glaubensflüchtlinge hatten verlassen müssen und hier zum Wiederaufbau nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges beitrugen.[5]

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 werden für Geslau 31 Mannschaften verzeichnet: 28 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg und 1 Anwesen dem Amt Schillingsfürst. Die 2 Seckendorffischen Anwesen unterstanden nun dem Juliusspital Würzburg.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Geslau 40 Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 36 Anwesen dem Kastenamt Colmberg, 1 Anwesen Amt Schillingsfürst und 3 Anwesen dem Verwalteramt Burgbernheim des Juliusspitals Würzburg. Neben den Haushalten gab es noch herrschaftliche Gebäude (Zehntscheune), kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Widdumgut) und kommunale Gebäude (Schulhaus, Kuhhirtenhaus, Ochsenhirtenhaus, Brechhaus).[7]

1792 wurde das Fürstentum Ansbach von Preußen erworben, zu dem auch Geslau gehörte. 1800 gab es 31 Haushalte, von denen 29 dem Kammeramt Colmberg untertan waren und 2 ehemals Hohenlohe jetzt Preußen untertan waren.[8]

Als Teil des Fürstentums fiel Geslau im Vertrag von Paris (Februar 1806) durch Tausch an Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 das Steuerdistrikt Geslau gebildet, zu dem Gunzendorf, Aidenau, Dornhausen, Geslau, Kreuth, Neumühle und Steinach am Wald gehörten. Die Ruralgemeinde Geslau wurde im Jahr 1810 gegründet[9] und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) erfolgte die Aufspaltung in

  • Ruralgemeinde Dornhausen mit Kreuth;
  • Ruralgemeinde Geslau;
  • Ruralgemeinde Gunzendorf mit Aidenau, Neumühle und Steinach am Wald.

Von 1862 bis 1879 wurde Geslau vom Bezirksamt Ansbach verwaltet, ab 1880 vom Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1938 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Leutershausen, seit 1880 Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1920 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt) übernommen.[10]

In den Jahren 1958–1972 wurde eine Flurbereinigung durchgeführt. Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 5,587 km².[11] Am 1. Juli 1972 wurde Geslau im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Landkreis Ansbach eingegliedert.[12]

EingemeindungenBearbeiten

Anlässlich der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die ehemals selbstständigen Gemeinden Dornhausen, Gunzendorf, Schwabsroth und Stettberg eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam der Ortsteil Hürbel der aufgelösten Gemeinde Bieg dazu.[13]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Geslau

Jahr 1987 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 1282 1411 1413 1394 1360 1351 1364 1358 1344 1362 1322 1323
Häuser[14] 362 426 427 428 431 431 435
Quelle [15] [16] [16] [16] [16] [16] [16] [16] [16] [16] [16]

Ortsteil Geslau (=Gemeinde Geslau bis zur Gebietsreform)

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 273 276 317 315 306 292 309 303 303 307 303 299 287 296 335 321 309 290 278 395 393 361 336 356 470
Häuser[17] 50 47 49 60 58 57 66 69 128
Quelle [18] [19] [20] [20] [21] [20] [22] [20] [23] [24] [23] [23] [25] [23] [23] [23] [26] [23] [23] [23] [27] [23] [11] [28] [15]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder, die alle zur Fraktion Geslau und Umgebung/Waldgemeinde gehören. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,95 %. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister, Richard Strauß.

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber unter silbernem Schildhaupt, darin nebeneinander fünf wachsende grüne Nadelbäume, ein golden bewehrter roter Adler mit goldenen Kleestängeln auf den Flügeln.

BaudenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

8 km westlich befindet sich der Autobahnanschluss Rothenburg an die A 7 (AS 108). Von West nach Ost verläuft die Staatsstraße 2250 durch das Gemeindegebiet und nördlich an Geslau vorbei. Sie ist hier Teil der Burgenstraße. Die Kreisstraße AN 7 führt nach Windelsbach bzw. nach Schwabsroth. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Lauterbach und nach Kreuth.

Die Gemeinde wird von fünf Buslinien erschlossen, die die Orte mit der Kreisstadt Ansbach, nahegelegenen Bahnhöfen und den Nachbargemeinden verbinden.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Johann Gundel (1844–1915), Vater des berühmten ungarischen Kochs Karl Gundel
  • Rudolf Schwemmbauer (* 1943), Landrat des Landkreises Ansbach von 2002 bis 2012, Bürgermeister von 1978 bis 2002, Ehrenbürger seit 2013

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Geslau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Geslau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 82f.
  4. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 8r. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 703f.
  5. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Leutershausen. Eine familiengeschichtliche Untersuchung (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 15). Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Nürnberg 2006, ISBN 3-929865-10-6, S. 50 f. u. passim.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 20. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 707f.
  7. M. Jehle, Bd. 2, S. 859.
  8. J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 315.
  9. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 964.
  10. M. Jehle, Bd. 2, S. 990.
  11. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 814 (Digitalisat).
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 725.
  13. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 562.
  14. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 327 (Digitalisat).
  16. a b c d e f g h i j Geslau: Amtliche Statistik des LfStat
  17. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  18. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 30 (Digitalisat).
  19. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 189 (Digitalisat).
  20. a b c d Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 164, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  21. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 988, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  22. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1154, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  23. a b c d e f g h i j Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 181, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  24. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1173 (Digitalisat).
  25. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1244 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1284 (Digitalisat).
  27. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1111 (Digitalisat).
  28. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 169 (Digitalisat).