Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Kleinen
Bad Kleinen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Kleinen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 46′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 23,43 km2
Einwohner: 3615 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23996
Vorwahl: 038423
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 002
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Wehberg 17
23972 Dorf Mecklenburg
Website: www.mein-bad-kleinen.de
Bürgermeister: Joachim Wölm (Die Linke)
Lage der Gemeinde Bad Kleinen im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinSchwerinLandkreis RostockLandkreis RostockLandkreis Ludwigslust-ParchimLandkreis Ludwigslust-ParchimBad KleinenBarnekowBobitzDorf MecklenburgGroß StietenHohen ViechelnLübowMetelsdorfVentschowDragunGadebuschKneeseKrembzMühlen EichsenRögnitzRoggendorf (Mecklenburg)VeelbökenBernstorfGägelowStepenitztalStepenitztalStepenitztalRoggenstorfRütingTestorf-SteinfortUpahlWarnow (bei Grevesmühlen)DamshagenHohenkirchen (Mecklenburg)KalkhorstKlützZierowAlt MetelnBad KleinenBrüsewitzCramonshagenDalberg-WendelstorfGottesgabe (bei Schwerin)Grambow (bei Schwerin)Klein TrebbowLübstorfLützow (Mecklenburg)PerlinPingelshagenPokrentSchildetalSeehof (Mecklenburg)ZickhusenBenz (bei Wismar)BlowatzBoiensdorfHornstorfKrusenhagenNeuburg (Mecklenburg)BibowGlasinJesendorfJesendorfLübberstorfNeuklosterPasseeWarinZüsowZurowCarlow (Mecklenburg)DechowGroß MolzahnHoldorf (Mecklenburg)Königsfeld (Mecklenburg)RehnaRehnaRehnaRiepsSchlagsdorfThandorfUtechtWedendorferseeDassowGrieben (Mecklenburg)LüdersdorfMenzendorfRoduchelstorfSchönberg (Mecklenburg)SelmsdorfSiemz-NiendorfBoltenhagenGrevesmühlenInsel PoelPoelWismarKarte
Über dieses Bild

Bad Kleinen (bis 1915 Kleinen) ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Nordwestmecklenburg am Nordufer des Schweriner Sees. Sie wird vom Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen mit Sitz in der Gemeinde Dorf Mecklenburg verwaltet.

Bedeutung erlangte Bad Kleinen durch seinen Bahnhof, einem Knotenpunkt des mecklenburgischen Eisenbahnverkehrs, der auch Ort des GSG-9-Einsatzes 1993 für die Festnahme von RAF-Terroristen war, welcher die Gemeinde bekannt machte.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt am Nordufer des Schweriner Sees, des viertgrößten Sees Deutschlands, etwa auf halbem Wege zwischen der Landeshauptstadt Schwerin und der Hansestadt Wismar. Westlich von Bad Kleinen erhebt sich ein Endmoränenbogen entlang des Schweriner Sees, der den Seespiegel bis zu 40 m überragt. Über den westlich des Ortsteiles Losten gelegenen Lostener See ist der Schweriner See durch den Wallensteingraben (der durch das Gemeindegebiet führt) mit der Wismarer Bucht verbunden. Ein weiterer See liegt zwischen den Ortsteilen Niendorf und Hoppenrade.

Der Ort ist Teil der Metropolregion Hamburg und zudem für seine Umgebung ein Grundzentrum.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile

  • Bad Kleinen
  • Fichtenhusen
  • Gallentin
  • Glashagen
  • Hoppenrade
  • Losten (mit Trollhof)

GeschichteBearbeiten

Kleinen wurde 1178 in einer Urkunde des Papstes Alexander III. das erste Mal erwähnt. Die Schwedenschanze als sternförmige Wehranlage stammt aus dem 17. Jahrhundert. Bedeutung erlangte der Ort als Eisenbahnknotenpunkt. Bereits 1848 bekam Kleinen einen Bahnanschluss an der Bahnstrecke Hagenow Land–Schwerin nach Wismar sowie nach Rostock und seinen Bahnhof Bad Kleinen.

Der Arzt Armin Steyerthal eröffnete 1895 die Wasserheilanstalt am Schweriner See. Die „heilgymnastische Anstalt“ sollte dazu dienen, „Schäden aller Art von Knochen, Muskeln und Gelenken des Körpers, Versteifungen und Verkrümmungen, zu heilen.“[4] Am See sollte ein „Luft- und Sonnenbad“ an einer Strandpromenade entstehen. Zu diesem Zweck wurde 1896 der Eiertunnel unter den Bahngleisen angelegt, der Fußgängern den Weg von der Heilanstalt zum See erleichtern sollte.[5] Von dessen südlichem Ende aus sollte die geplante Promenade am Nordufer des Schweriner Sees entlang über die Schwedenschanze hinaus bis zur Brusenbecker Mühle in Moidentin führen.

In den Wirren der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Kurbetrieb eingestellt. Seitdem gibt es keinen für ein Heilbad typischen Badebetrieb mehr. Dass der Ort dennoch weiterhin den Namenszusatz „Bad“ führen darf, verdankt er einer Sonderregelung des „Gesetzes über die Anerkennung als Kur- und Erholungsort in Mecklenburg-Vorpommern“[6]. § 10 Absatz 4 des Gesetzes bestimmt für den Zusatz „Bad“ vor Ortsnamen, dass Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern diesen Zusatz zeitlich unbeschränkt weiterbenutzen dürfen, wenn sie ihn am 26. Februar 1993 nachweislich geführt haben.

Heute gibt es in Bad Kleinen vielfältige Möglichkeiten, wassersportlichen Aktivitäten nachzugehen, darunter eine Marina am Nordufer des Schweriner Sees. Darüber hinaus empfehlen örtliche Tourismusverantwortliche „Wandern, Radfahren, Angeln und Ausreiten zu Pferde“ als Freizeitaktivitäten.[7]

Das Gutshaus Hoppenrade stammt von 1853 und das von Niendorf von 1887.

Am 27. Juni 1993 wurde bei einem Polizeieinsatz im Bahnhof versucht, die RAF-Terroristen Birgit Hogefeld und Wolfgang Grams festzunehmen. Im Verlauf der Aktion kam es zu einem Schusswechsel, bei dem der GSG-9-Beamte Michael Newrzella (* 1967) tödlich getroffen wurde und Grams mutmaßlich Suizid beging.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Nach der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 setzt sich die Gemeindevertretung folgendermaßen zusammen[8] (in Klammern die Zusammensetzung nach der Wahl 2014):

  • Wählergemeinschaft "Für Bad Kleinen": 4 Sitze (erst 2019 gegründet)
  • CDU: 4 Sitze (4)
  • Die Linke: 4 Sitze (6)
  • SPD: 2 Sitze (3)

WappenBearbeiten

Blasonierung: Geteilt durch einen Wellenschnitt; oben in Blau drei goldene n balkenweise; unten in Gold ein grünes Flügelrad mit offenem Flug.[3]

Das Ortswappen enthält das Flügelrad als Symbol für die Eisenbahn.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Eiertunnel: Fußgängertunnel von 1896, der die Bahnstrecken Schwerin-Bad Kleinen und Lübeck–Bad Kleinen unterquert und einen Zugang zum Ufer des Schweriner Sees herstellt.
  • Schwedenschanze, nordöstlich in der Nähe des Schweriner Sees: Eine sternförmige Wehranlage aus dem 17. Jahrhundert.
  • Der Bahnhof wurde 1993 bekannt bei einem Polizeieinsatz gegen die RAF-Mitglieder Hogefeld und Grams; 2017 wurde das Bahnhofsgebäude abgerissen.
  • Gutshaus (Herrenhaus, Schloss) in Hoppenrade: Zweigeschossiger, differenzierter Backsteinbau der Neorenaissance von 1853 mit Turm und teilweise mit Mezzaningeschoss; von 1928 bis 1997 Alten- und Pflegeheim, nach 1997 Wohnhaus und Ferienwohnungen.
  • Gutshaus in Niendorf: Zweigeschossiger verklinkerter Bau mit übergiebeltem Mittelrisalit von 1885 bis 1887 durch Georg Daniel erbaut. Joachim Freiherr von Brandenstein, von 1924 bis 1926 auch Ministerpräsident des Freistaates Mecklenburg-Schwerin, lebte hier von 1918 bis 1941.

VerkehrsanbindungBearbeiten

 
Bahnhof in Bad Kleinen

Bad Kleinen liegt in Reichweite der Autobahn A 20 (LübeckStettin) und des nördlichen Teilstückes der A 14 (Kreuz SchwerinWismar). Von Süden (aus Richtung Schwerin) und von Norden (aus Richtung Wismar) ist der Ort über die Bundesstraße 106 erreichbar.

Der Bahnhof Bad Kleinen ist seit der Friedrich-Franz-Eisenbahn einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Mecklenburgs. Hier kreuzen sich die Eisenbahnlinien von und nach Rostock (Bahnstrecke Hagenow–Rostock), Schwerin, Wismar (Bahnstrecke Ludwigslust–Wismar) und Lübeck (Lübeck-Kleinener Eisenbahn); die Strecken nach Wismar, Rostock und Schwerin sind elektrifiziert. Die Bedeutung der Eisenbahn (z. B. mit Bahnbetriebswerk und anderen Dienststellen) für Bad Kleinen kann man auch heute noch am ausgedehnten Bahngelände erkennen. Das Gebäude wurde 2017 im Rahmen einer vollständigen Umgestaltung der Bahnsteiganlagen abgerissen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Till Lindemann (* 1963), Sänger und Textdichter der Band Rammstein, wuchs im Ortsteil Wendisch Rambow auf.
  • Gottlob Frege (1848–1925), Mathematiker, Logiker und Philosoph, starb 1925 in Bad Kleinen.
  • Wolfgang Scharenberg (1883–1969), Rechtsanwalt, Notar und Bürgermeister, starb 1969 in Bad Kleinen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bad Kleinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Bad Kleinen – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2018 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. a b § 1 der Hauptsatzung (Memento des Originals vom 12. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/new.amt-dorfmecklenburg-badkleinen.de der Gemeinde
  4. Wasserheilanstalt Bad Kleinen. Homepage der Gemeinde Bad Kleinen.
  5. Dietmar Unger: Ein Bad mit Eiertunnel. svz.de (Online-Ausgabe der Schweriner Volkszeitung). 8. Dezember 2018
  6. [1]
  7. Bad Kleinen am Schweriner See. Tourismus in Bad Kleinen. bad-kleinen-info.de
  8. Wahl der Gemeindevertretung in der Gemeinde Bad Kleinen am 26. Mai 2019 (Stand der Erfassung: 27. Mai 2019)