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Ludwigslust–Wismar
Streckennummer (DB):6441
Kursbuchstrecke (DB):100 (Holthusen–Bad Kleinen)
202 (Ludwigslust–Wismar)
Streckenlänge:68,632 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV, 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:Ludwigslust–Bad Kleinen
Betriebsstellen und Strecken[1]
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von Dömitz
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von Berlin
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von Parchim
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Bahnhof, Station
30,391 Ludwigslust
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nach Hamburg
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35,344
34,751
Kilometerwechsel
   
34,985 Wöbbelin
Haltepunkt, Haltestelle
39,270 Lüblow
Bahnhof, Station
44,930 Rastow
Haltepunkt, Haltestelle
51,800 Sülstorf
   
56,701 von Hagenow
Bahnhof, Station
56,996 Holthusen
Haltepunkt, Haltestelle
59,158 Schwerin Süd
   
von Parchim
Bahnhof ohne Personenverkehr
61,850 Schwerin-Görries
   
nach Sacktannen
Haltepunkt, Haltestelle
63,108 Schwerin-Görries (betriebl. SN-Görries Nord)
Haltepunkt, Haltestelle
65,520 Schwerin Mitte
Bahnhof, Station
66,400 Schwerin Hbf
BSicon STR+l.svgBSicon ABZgrxl.svgBSicon exSTR+r.svg
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Güterbahnhof Schwerin
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(Brücke im Nov. 2008 entfernt)
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Schwerin Abzw
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nach Rehna
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ehem. Hafenbahn Schwerin
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Ladegleis KGW
Bahnhof ohne Personenverkehr
71,710 Carlshöhe
Bahnhof, Station
77,050 Lübstorf
   
von Lübeck
Bahnhof, Station
82,800 Bad Kleinen
   
nach Rostock
   
85,650 Losten
Haltepunkt, Haltestelle
87,825 Moidentin
   
89,640 Petersdorf (bis Dez. 2012)
Bahnhof, Station
92,070 Dorf Mecklenburg
   
93,730 Rosenthal
   
von Rostock
Bahnhof, Station
98,430 Wismar
   
98,547 (Eigentümergrenze)
   
Wismar Hafen

Die Bahnstrecke Ludwigslust–Wismar ist eine elektrifizierte Hauptbahn in Mecklenburg-Vorpommern. Im Abschnitt LudwigslustBad Kleinen ist sie zweigleisig, im weiteren Verlauf bis Wismar eingleisig.

GeschichteBearbeiten

Vor 1945Bearbeiten

 
Ehemaliger Haltepunkt Petersdorf

Nachdem 1846 das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin mit der Berlin-Hamburger Eisenbahn seinen ersten Bahnanschluss bekam, wurde 1847 die Verbindung Hagenow–Holthusen–Schwerin eröffnet. Am 12. Juli 1848 folgte die Verlängerung nach Wismar, ein Jahr darauf schloss vom Bahnhof Bad Kleinen ausgehend die Bahnstrecke Bad Kleinen–Rostock an.

1888 wurde eine Verbindung von Holthusen nach Ludwigslust an der Berlin-Hamburger Bahn in Betrieb genommen. Der durchgehende Verkehr von Schwerin nach Wittenberge und weiter in Richtung Magdeburg und Berlin nahm fortan diesen Weg. Auch bahnintern wurde und wird Ludwigslust–Wismar als einheitliche Strecke angesehen. Zwischen Ludwigslust und Holthusen war die Strecke eingleisig.[2] In der Zeit von 1935–1945 bestanden Anschlussgleise in Wöbbelin (zum KZ Lager),[3] in Pulverhof zur Muna[4] und in Holthusen nach Neu Pampow.

Ab 1945Bearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bedeutung der Strecke. Nach der deutschen Teilung wurden die Seehäfen in Rostock und Wismar deutlich wichtiger, hinzu kam eine erheblich zunehmende Bedeutung im Personenverkehr. In den 1970er Jahren wurde das zweite Gleis gebaut.

Ende der 1970er Jahre wurde die Strecke nördlich von Ludwigslust verlegt. Sie zweigt jetzt ein Stück später von der Berlin-Hamburger Bahn ab. Als Folge erhöhte sich die Streckenlänge um etwa 593 Meter. Daher wurde ein Kilometerwechsel (Überlänge) eingeführt (s. rechts).

1986/87 wurde die Strecke elektrifiziert. Zu jener Zeit gehörte der Abschnitt südlich Bad Kleinen zu den frequentiertesten Strecken im Norden der DDR. Im Sommer verkehrten knapp 15 Schnellzugpaare von Schwerin in Richtung Magdeburg. Hinzu kamen drei Schnellzüge und ein Städteexpress von Schwerin nach Berlin, dazu einige Verstärker für Wochenendpendler.

Seit 1990Bearbeiten

 
Das ehemalige Bahnbetriebswerk ist heute Teil des Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseums

Am 31. Dezember 1992 ereignete sich im Bahnhof von Holthusen ein schwerer Auffahrunfall, als der Schnellzug von Rostock nach Leipzig frontal mit einer Rangierlokomotive zusammenstieß.

Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands kam es zu einer Verlagerung der Verkehrsströme von der Nord-Süd-Relation in die Ost-West-Richtung. Zudem verkehren die Züge zwischen Rostock und Hamburg, die früher über Lübeck fuhren, seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre über Schwerin. In Abschnitten wurde die Strecke im Zuge des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 1 für Höchstgeschwindigkeiten bis 160 km/h modernisiert. Allerdings ist der Ausbau bisher nur im Abschnitt von Holthusen bis Carlshöhe erfolgt.

Im Frühling 2001 ging der neue Haltepunkt Schwerin Mitte in der Nähe des Stadtzentrums in Betrieb. Gleichzeitig wurde eine durchgehende Regionalexpresslinie nach Berlin eingerichtet.

In den Jahren 2002–2005 wurde der Schweriner Hauptbahnhof modernisiert, wobei unter anderem die Bahnsteiglänge der Gleise 2 und 3 vergrößert wurde. Gleichfalls wurde die Brücke über den Obotritenring erneuert, wobei allerdings das Gleis, welches als Einfahrgleis vom Güterbahnhof zum westlich des Bahnhofs gelegenen Bahnbetriebswerks diente, unterbrochen wurde. Um auch weiterhin das Bahnbetriebswerk benutzen zu können, wurde direkt vom Umfahrungsgleis des Gleises 4 eine Weiche in Richtung des Bahnbetriebswerks eingebaut. Im ehemaligen Betriebswerk ist heute das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum untergebracht.

Der ehemals eigenständige Güterbahnhof in Schwerin wurde zu einem Bahnhofsteil des Hauptbahnhofes abgestuft und inzwischen gänzlich aufgegeben. Einige Gleise des Güterbahnhofes werden als Bahnhofsgleise zum Abstellen von Reisezügen verwendet.

Heutige SituationBearbeiten

Die Strecke wird auf gesamter Länge von Zügen des Regionalverkehrs im Stundentakt befahren. Abwechselnd verkehren dabei Züge der Line RE 2, welche seit Dezember 2012 von der Ostdeutschen Eisenbahn betrieben wird und weiter über Wittenberge und Berlin nach Cottbus führt, und der Linie RB 17 der DB Regio Nordost nur zwischen Wismar und Ludwigslust. Wegen größerer Fahrplananpassungen wurde zum Jahresfahrplan 2016 zusätzlich die Linie RB 18 zwischen Schwerin Hauptbahnhof und Bad Kleinen eingeführt, um die Anschlussverbindungen im Knoten Bad Kleinen zu erhalten.

Auf dem Abschnitt Bad Kleinen–Schwerin–Holthusen verkehren außerdem Züge der Linie ICE 26 von Karlsruhe über Hamburg, Schwerin und Rostock nach Stralsund und zeitweilig weiter nach Binz sowie die Regional-Express-Linie RE 1 von Hamburg nach Rostock. Im Sommer gibt es einen Intercity von Rostock über Bad Kleinen, Schwerin und Ludwigslust nach Leipzig.

Der Haltepunkt Petersdorf wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 aufgegeben, da für einen Weiterbetrieb umfangreiche Ausbaumaßnahmen notwendig gewesen wären.

Der Streckenabschnitt zwischen Carlshöhe und Bad Kleinen wurde seit Juli 2017 komplett saniert. Dabei wurde eine Tiefgründung im Bereich der Moorstelle Kronshof eingebracht und ein elektronisches Stellwerk gebaut. In Vorbereitung waren bereits 2014 die Bahnsteige und der Bahnübergang im Bahnhof Lübstorf erneuert worden. Die Strecke kann seit 9. Dezember 2018[5] mit 160 statt bisher 120 km/h befahren werden, außerdem ist seitdem Gleiswechselbetrieb möglich.[6][7]

LiteraturBearbeiten

  • Lothar Schultz: Eisenbahnen in Mecklenburg. 3. Auflage, transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70732-9

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnstrecke Ludwigslust–Wismar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Eisenbahnkarte Deutschland (1944). In: Landkarte. DR?, abgerufen am 2. Dezember 2017.
  3. KZ – Gedenkstätte Wöbbelin, ehemaliges Lagergelände. In: gedenkstaetten-woebbelin.de. Abgerufen am 24. Oktober 2018.
  4. Wolfgang Utecht: Luftwaffenmunitionsanstalt (Muna) Pulverhof 7/XI. (PDF; 463 kB) In: daten.verwaltungsportal.de. Abgerufen am 2. Dezember 2017.
  5. Michaela Krohn: Endlich! Bahnhof Bad Kleinen ist fertig. In: Ostsee-Zeitung. 9. Dezember 2018, abgerufen am 14. März 2019.
  6. Lübstorf wird Großbaustelle – schneller nach Lübeck. In: eisenbahnfreunde.eu. 25. Mai 2017, abgerufen am 13. Juli 2017.
  7. Bauprojekt Lübstorf ESTW. BauInfoPortal der Deutschen Bahn, abgerufen am 13. Juli 2017.