Dorf Mecklenburg

Gemeinde in Deutschland

Dorf Mecklenburg ist eine Gemeinde im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist der Verwaltungssitz des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, dem weitere acht Gemeinden angehören. Der Ort ist Teil der Metropolregion Hamburg.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dorf Mecklenburg
Dorf Mecklenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dorf Mecklenburg hervorgehoben

Koordinaten: 53° 51′ N, 11° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 29,99 km2
Einwohner: 3121 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23972
Vorwahl: 03841
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 019
Adresse der Amtsverwaltung: Am Wehberg 17
23972 Dorf Mecklenburg
Website: www.dorf-mecklenburg.de
Bürgermeister: Burkhard Biemel (Freie Wählergemeinschaft Dorf Mecklenburg)
Lage der Gemeinde Dorf Mecklenburg im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinSchwerinLandkreis RostockLandkreis RostockLandkreis Ludwigslust-ParchimLandkreis Ludwigslust-ParchimBad KleinenBarnekowBobitzDorf MecklenburgGroß StietenHohen ViechelnLübowMetelsdorfVentschowDragunGadebuschKneeseKrembzMühlen EichsenRögnitzRoggendorf (Mecklenburg)VeelbökenBernstorfGägelowStepenitztalStepenitztalStepenitztalRoggenstorfRütingTestorf-SteinfortUpahlWarnow (bei Grevesmühlen)DamshagenHohenkirchen (Mecklenburg)KalkhorstKlützZierowAlt MetelnBad KleinenBrüsewitzCramonshagenDalberg-WendelstorfGottesgabe (bei Schwerin)Grambow (bei Schwerin)Klein TrebbowLübstorfLützow (Mecklenburg)PerlinPingelshagenPokrentSchildetalSeehof (Mecklenburg)ZickhusenBenz (bei Wismar)BlowatzBoiensdorfHornstorfKrusenhagenNeuburg (Mecklenburg)BibowGlasinJesendorfJesendorfLübberstorfNeuklosterPasseeWarinZüsowZurowCarlow (Mecklenburg)DechowGroß MolzahnHoldorf (Mecklenburg)Königsfeld (Mecklenburg)RehnaRehnaRehnaRiepsSchlagsdorfThandorfUtechtWedendorferseeDassowGrieben (Mecklenburg)LüdersdorfMenzendorfRoduchelstorfSchönberg (Mecklenburg)SelmsdorfSiemz-NiendorfBoltenhagenGrevesmühlenInsel PoelPoelWismarKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde Dorf Mecklenburg liegt zwischen der Hansestadt Wismar und dem Schweriner See, einem der größten deutschen Seen. Im leicht hügeligen Gelände befindet sich hier die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide nur etwa zehn Kilometer von der Ostsee (Wismarer Bucht) entfernt. An der Gemeinde führt westlich der Wallensteingraben vorbei, der den Schweriner See als einzigen Abfluss mit der Ostsee verbindet und von 1577 bis 1582 unter Herzog Ulrich entstand.

Umgeben wird Dorf Mecklenburg von der Stadt Wismar im Norden und den Nachbargemeinden Lübow im Nordosten, Hohen Viecheln im Südosten, Bad Kleinen im Süden, Groß Stieten im Südwesten, Bobitz im Westen sowie Metelsdorf im Nordwesten.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Dorf Mecklenburg besteht aus folgenden Ortsteilen:[2]

GeschichteBearbeiten

 
Denkmal an der Stelle der früheren Mecklenburg
 
Wall der Burgsiedlung

Dorf MecklenburgBearbeiten

Die Mecklenburg, die ehemalige Burg der Gemeinde, ist Namensgeber für die gesamte Landschaft Mecklenburg und für das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Die Burganlage der slawischen Abodriten wurde bereits 965 in einem Bericht des arabischen Händlers Ibrahim Ibn Jacub als Nakons Burg bezeichnet. Wie bei einer Ausgrabung von 1967 bis 1969 festgestellt wurde, ist sie in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts entstanden.[3] Aus Mikelenburg wurde im Laufe der Zeit Mecklenburg. König Otto III. erwähnte am 10. September 995 erstmals urkundlich die Mecklenburg. Sie wurde allerdings 1256 nach mehreren Zerstörungen wieder abgerissen, das Material wurde für den Bau des Schlosses Fürstenhof in der damals aufblühenden Stadt Wismar am südlichsten Punkt der Ostsee verwendet. Nachdem die Burg 1277 für die Schweriner Fürsten noch einmal aufgebaut worden war, wurde sie 45 Jahre später erneut und endgültig zerstört. Aus der Siedlung der Vorburg entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts das Dorf Mecklenburg. Die jetzige Straße „Am Burgwall“ führt zu dem heute noch sichtbaren Ringwall, der seit den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts als Friedhof genutzt wird.

Von 1952 bis 1994 gehörte Dorf Mecklenburg zum Kreis Wismar-Land (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, 1990–1994 im Land Mecklenburg-Vorpommern). Seit 1994 liegt die Gemeinde im Landkreis Nordwestmecklenburg.

OrtsteileBearbeiten

Petersdorf gehörte mit den Gütern Bobitz, Groß Krankow, Köchelsdorf, Tressow sowie Reservaten in Quaal und Käselow zum Güterkomplex der Grafen von der Schulenburg. Das eingeschossige Gutshaus Petersdorf ist erhalten.

Rambow wurde 1325 genannt, als Fürst Heinrich II. einen Grundstücksverkauf des Hermann von Rambow genehmigte; die Adelsfamilie wurde 1284 erstmals urkundlich erwähnt.[4] Das Gut war u. a. im Besitz der Familien von Rambow (13./14. Jahrhundert) und von Bülow (1759–1771).

Steffin: Das Gut war seit 1865 Erbpachthof der Familie Ziemsen. Das neoklassizistische dreigeschossige Gutshaus wurde erneuert.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1990 2690
1995 2998
2000 3006
2005 3090
2010 2902
Jahr Einwohner
2015 3023
2016 3048
2017 3097
2018 3090
2019 3121

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[5]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Dorf Mecklenburg besteht aus 14 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Sie setzt sich seit der Kommunalwahl 2019 wie folgt zusammen[6]

Partei / Wählergruppe Stimmen Sitze
Freie Wählergemeinschaft Dorf Mecklenburg 40,1 % 6
CDU 19,2 % 3
Die Linke 17,9 % 2
SPD 09,4 % 1
Bündnis 90/Die Grünen 08,9 % 1
Einzelbewerber Andreas Grahn 04,6 % 1

BürgermeisterBearbeiten

  • bis 2014: Peter Sawiaczinski (Freie Wählergemeinschaft Dorf Mecklenburg, 2014 verstorben)
  • 2015–2019: Torsten Tribukeit (Die Linke)[7]
  • seit 2019: Burkhard Biemel (Freie Wählergemeinschaft Dorf Mecklenburg)

Biemel wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 51,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Gold, oben eine silberne Wallburg mit drei Türmen, unten ein hersehender, goldgekrönter und silberngehörnter schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge und in sieben Spitzen abgerissenem Halsfell.“[9]

Das Wappen wurde vom Wodorfer Rolf Möller gestaltet. Es wurde am 21. November 1991 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 7 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Das Wappen fügt das Symbol für eine slawische Burg mit dem Herrschaftszeichen der Herren zu Mecklenburg und traditionellen Wappenbild Mecklenburgs, den schwarzen Stierkopf mit dem abgerissenen Halsfell, zusammen. Mit diesem bildlichen Bezug zur Burg Mecklenburg erinnert es an den Ausgangspunkt des heutigen Dorfes. Von der einstigen Größe dieser Burganlage, die zunächst dem Fürstenhaus und später dem Land den Namen gab, kündet noch heute ein fast neun Meter hoher und zwanzig Meter breiter Wall, der einen Raum von etwa 1,4 ha umschließt.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge wurde von dem Rosenthaler Dr. Peter Neichel gestaltet und am 9. August 2012 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge ist gleichmäßig längs gestreift von Rot und Gelb. In der Mitte der Streifen liegen jeweils die Figuren des Gemeindewappens: im roten Streifen eine weiße slawische Burg mit drei Türmen auf dem Wall, die zwei Drittel der Höhe des Streifens einnimmt, im gelben Streifen ein hersehender, gelbgekrönter schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem rotem Maul, weißen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, in sieben Spitzen abgerissenem Halsfell und weißen Hörnern, der sieben Neuntel der Höhe des Streifens einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 2:3.[10]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE DORF MECKLENBURG • LANDKREIS NORDWESTMECKLENBURG“.[10]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Holländerwindmühle
 
Dorfkirche
 
Kircheninneres
  • Dorfkirche Dorf Mecklenburg, Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert. Im Innern befinden sich eine bemalte Kassettendecke (17. Jahrhundert) mit einer Darstellung des Christus mit den törichten und klugen Jungfrauen, Engelköpfe, der Altar von 1622 mit Darstellung des Abendmahls und vier Passionsszenen, eine mit vielen Ornamenten verzierte Kanzel von 1618 sowie der Triumphbalken mit Kreuzigungsgruppe von 1633.
  • Windmühle auf dem 43 Meter hohen Rugenberg, 1849 erbaute Sockelgeschoss-Holländerwindmühle, beherbergt heute einen Hotel- und Restaurantbetrieb
  • Kreisagrarmuseum des Landkreises von 1978. Die Dauerausstellung auf etwa 1000 m² gibt einen Einblick in die Landwirtschaft, Informationen zur Geschichte der Burg und des Ortes, zeigt landtechnische Maschinen und Geräte und im umgesetzten Fachwerkhaus die Geschichte des Wallensteingrabens sowie museumspädagogische Programme, Sonderausstellungen und Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen.[11]
  • Burgwall der ehemaligen Burg Mecklenburg
  • Pfarrhaus von 1767, Fachwerkhaus und Pfarrscheune von 1701 sowie Predigerwitwenhaus vom um 1760 als Fachwerkbau
  • Alte Dorfschule vom Ende des 19. Jahrhunderts
  • Denkmal für die Opfer der Weltkriege, Findling mit Namenstafel für die Gefallenen des Ersten und Gedenktafel für die Toten des Zweiten Weltkriegs
  • Gutshaus Olgashof

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

In der Gemeinde gibt es zwei Gewerbegebiete.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Dorf Mecklenburg

Dorf Mecklenburg liegt an der Bundesstraße B 106 von Wismar nach Schwerin und der Landesstraße L 103 nach Kritzow. Die Autobahn A 20 zwischen Lübeck und Rostock verläuft über das Gemeindegebiet. Die nächstliegende Anschlussstelle ist Wismar-Mitte.

Der Bahnhof Dorf Mecklenburg liegt an der Bahnstrecke Ludwigslust–Wismar. Er wird von der Regional-Express-Linie RE 2 (Wismar–Berlin) und der Regionalbahnlinie RB 17 (Wismar–Ludwigslust) bedient.

BildungBearbeiten

  • Kindertagesstätte „Mäckelborger Kinnergorden“
  • Grundschule
  • Verbundene Regionale Schule
  • Gymnasium „Tisa von der Schulenburg“

VereineBearbeiten

  • Mecklenburger SV mit den Sektionen Fußball, Handball, Badminton, Tischtennis, Volleyball und Gymnastik
  • Schachclub Mecklenburger Springer
  • Kulturverein Dorf Mecklenburg
  • Musikverein „Blasorchester Dorf Mecklenburg“
  • Anglerverein „De Petri-Jünger’s“

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Dorf Mecklenburg – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Dorf Mecklenburg, § 1
  3. Joachim Herrmann: Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neiße vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin 1985, S. 211
  4. Landeshauptarchiv Schwerin: Genealogische Sammlungen.
  5. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  7. Torsten Tribukeit neuer Bürgermeister von Dorf Mecklenburg auf www.originalsozial.de
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  9. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 327–329.
  10. a b Hauptsatzung der Gemeinde Dorf Mecklenburg, § 1 (PDF).
  11. Website des Kreisagrarmuseums Dorf Mecklenburg