Aniane

französische Gemeinde

Aniane (okzitanisch Aniana) ist eine französische Gemeinde mit 2918 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Hérault in der Region Okzitanien; sie gehört zum Arrondissement Lodève und zum Kanton Gignac. Der Ort liegt am Ausgang der Hérault-Schlucht (Gorges de l’Hérault) etwa 35 Kilometer nordwestlich von Montpellier.

Aniane
Aniana
Aniane (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Hérault (34)
Arrondissement Lodève
Kanton Gignac
Gemeindeverband Vallée de l’Hérault
Koordinaten 43° 41′ N, 3° 35′ OKoordinaten: 43° 41′ N, 3° 35′ O
Höhe 36–367 m
Fläche 30,39 km²
Einwohner 2.918 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 96 Einw./km²
Postleitzahl 34150
INSEE-Code

GeschichteBearbeiten

Beim Ort liegt der Boscorre Dolmen. Aniane geht auf das gleichnamige Kloster zurück. Kurz nach 780 (782?) gründete der westgotische Grafensohn Witiza hier einen Mönchskonvent. Als Mönch nahm er hier den Namen "Benedikt" an. 782 soll das Kloster im "Cartulaire d´ Anian" genannt sein, 787 und 794 "monasterium Anianensis" und 801 "claustra Aniani monasterii" genannt worden sein (Nègre, Toponomie...) . König Karl (der Große) erfuhr vom vorbildlichen Leben der Mönche und nahm das Kloster 792 in seinen Schutz (Regesta Imperii I, 318). Seine größte Blüte erreichte es in der Regierungszeit seines Sohnes Kaiser Ludwigs (des Frommen). Dieser schenkte dem Kloster 814 viele Orte in Südfrankreich, verlieh ihm 814 Zollfreiheit, bestätigte ihm 814 Königsschutz und Immunität, bestätigte ihm 815 umfangreichen Besitz, beurkundete 815 und 819 weitere Schenkungen, erweiterte 822 die Grenzen seiner Immunität und bestätigte ihm 822 weiteren umfangreichen Besitz (Reg.Imp. I, 522,523,524,574,580,706,751,752). Spätere Herrscher des Heiligen Römischen Reichs verloren das Kloster aus ihrem Blick. Es verlor rasch seine Selbstständigkeit. Schon 921 bestätigte König Ludwig der Blinde dem Erzbischof von Arles dessen Besitz (RI I, 2960).

Papst Urban III. bekräftigte 1187 die Unterwerfung des Klosters Aniane unter den Bischof von Maguelone (RI IV, 593). 1503 kam die Pest und raffte die Bevölkerung dahin. Die Abtei wurde im Jahr 1562 vollständig zerstört und 1845 auf dem Areal ein Gefängnis gebaut. Die Klosterkirche St-Sauveur selber wurde im 17./18. Jahrhundert neu errichtet und ist heute eine einfache Pfarrkirche des Bistums Montpellier.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Aniane zum wichtigsten Zentrum der Gerberei im Département Hérault. 1828 verarbeiten über sechzig Gerbereien hauptsächlich Kuh- und Kalbshäute.[1]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2019
Einwohner 1752 1773 1684 1617 1725 2098 2585 2931
Quellen: Cassini und INSEE

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Aniane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lisa Caliste; Ondine Vièque-Vigier: Patrimoine Industriel de l'Hérault. Lyon 2014, S. 42.