Aniane

französische Gemeinde

Aniane (okzitanisch Aniana) ist eine französische Gemeinde mit 2915 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Hérault in der Region Okzitanien; sie gehört zum Arrondissement Lodève und zum Kanton Gignac. Der Ort liegt am Ausgang der Hérault-Schlucht (Gorges de l’Hérault) etwa 35 Kilometer nordwestlich von Montpellier.

Aniane
Aniana
Wappen von Aniane
Aniane (Frankreich)
Aniane
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Hérault (34)
Arrondissement Lodève
Kanton Gignac
Gemeindeverband Vallée de l’Hérault
Koordinaten 43° 41′ N, 3° 52′ OKoordinaten: 43° 41′ N, 3° 52′ O
Höhe 36–367 m
Fläche 30,39 km²
Einwohner 2.915 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 96 Einw./km²
Postleitzahl 34150
INSEE-Code

GeschichteBearbeiten

Beim Ort liegt der Boscorre Dolmen. Aniane geht auf das gleichnamige Kloster zurück. Kurz nach 780 (782?) gründete der westgotische Grafensohn Witiza hier einen Mönchskonvent. Als Mönch nahm er hier den Namen "Benedikt" an. 782 soll das Kloster im "Cartulaire d´ Anian" genannt sein, 787 und 794 "monasterium Anianensis" und 801 "claustra Aniani monasterii" genannt worden sein (Nègre, Toponomie...) . König Karl (der Große) erfuhr vom vorbildlichen Leben der Mönche und nahm das Kloster 792 in seinen Schutz (Regesta Imperii I, 318). Seine größte Blüte erreichte es in der Regierungszeit seines Sohnes Kaiser Ludwigs (des Frommen). Dieser schenkte dem Kloster 814 viele Orte in Südfrankreich, verlieh ihm 814 Zollfreiheit, bestätigte ihm 814 Königsschutz und Immunität, bestätigte ihm 815 umfangreichen Besitz, beurkundete 815 und 819 weitere Schenkungen, erweiterte 822 die Grenzen seiner Immunität und bestätigte ihm 822 weiteren umfangreichen Besitz (Reg.Imp. I, 522,523,524,574,580,706,751,752). Spätere Herrscher des Heiligen Römischen Reichs verloren das Kloster aus ihrem Blick. Es verlor rasch seine Selbstständigkeit. Schon 921 bestätigte König Ludwig der Blinde dem Erzbischof von Arles dessen Besitz (RI I, 2960). Papst Urban III. bekräftigte 1187 die Unterwerfung des Klosters Aniane unter den Bischof von Maguelone (RI IV, 593). 1503 kam die Pest und raffte die Bevölkerung dahin. Die Abtei wurde im Jahr 1562 vollständig zerstört und 1845 auf dem Areal ein Gefängnis gebaut. Die Klosterkirche St-Sauveur selber wurde im 17./18. Jahrhundert neu errichtet und ist heute eine einfache Pfarrkirche des Bistums Montpellier.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

  • 1962: 1752
  • 1968: 1773
  • 1975: 1684
  • 1982: 1617
  • 1990: 1725
  • 1999: 2098
  • 2006: 2585
  • 2017: 2931

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Aniane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien