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Abgeordnetenkammer (Brasilien)

Unterhaus des brasilianischen Nationalkongresses

Die Abgeordnetenkammer Brasiliens (portugiesisch Câmara dos Deputados do Brasil) ist neben dem Bundessenat Teil der Legislative des Zweikammersystems in Brasilien, die zusammen den Nationalkongress bilden. Sie besteht aus 513 gewählten Abgeordneten.

Câmara dos Deputados
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Basisdaten
Sitz: Palácio do Congresso Nacional in Brasília
Plenarsaal: Saal der Abgeordnetenkammer
Legislaturperiode: vier Jahre
aktuell 2019–2023
Abgeordnete: 513
Aktuelle Legislaturperiode
Vorsitz: Rodrigo Maia (DEM),
(seit 15. Juli 2016)
Sitzverteilung der 56. Legislaturperiode mit 25 Parteien:
Stand Oktober 2018
Sitzverteilung: Regierungsblock:
  • PSL: 55
  • PP: 39
  • PL: 38
  • PSD: 36
  • MDB: 34
  • PRB: 31
  • PSDB: 30
  • DEM: 28
  • SD: 14
  • PODE: 11
  • PTB: 11
  • PSC: 8
  • NOVO: 8
  • PATRI: 5
  • Oppositionsblock:
  • PT: 55
  • PSB: 32
  • PDT: 28
  • PSOL: 10
  • PCdoB: 8
  • PPS/CIDA: 8
  • PMN: 1
  • REDE: 1
  • Unabhängige:
  • PROS: 10
  • AVANTE: 7
  • PV: 4
  • Parteiloser: 1
  • Website
    www2.camara.leg.br (Abgeordnetenkammer)

    Eine Amtszeit beträgt vier Jahre. Die Wahlen basieren auf einem komplexen Verhältniswahlrecht, bei dem Stimmen für eine Partei und Stimmen für Kandidaten dieser Partei zusammengezählt werden. Daraus werden die dieser Partei zustehenden Sitze ermittelt und die Kandidaten mit den meisten Einzelstimmen kommen in die Abgeordnetenkammer. Die Sitze werden im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen der Bundesstaaten verteilt, allerdings bekommt jeder Staat mindestens 8 Sitze und maximal 70 Sitze. Somit ist das System zugunsten der kleineren Staaten gewichtet. Dadurch hat ein Wähler aus dem kleinsten Bundesstaat Roraima etwa genau so viel Einfluss wie acht bis neun Wähler aus São Paulo. Grundlage bildet die Brasilianische Verfassung von 1988 (Constituição Federal de 1988).[1]

    Legislaturperioden der Sechsten Republik
    lfd. Legislaturperiode Dauer
    1 48. Legislaturperiode 1987 1991
    2 49. Legislaturperiode 1991 1995
    3 50. Legislaturperiode 1995 1999
    4 51. Legislaturperiode 1999 2003
    5 52. Legislaturperiode 2003 2007
    6 53. Legislaturperiode 2007 2011
    7 54. Legislaturperiode 2011 2015
    8 55. Legislaturperiode 2015 2019
    9 56. Legislaturperiode 2019 2023

    Abgeordnetenkammer 2015–2019 (55. Legislaturperiode)Bearbeiten

    Die vorletzten Wahlen in Brasilien fanden am 5. Oktober 2014 statt.[2]

    Amtierender interimistischer Präsident, zuvor Erster Vizepräsident, war vom 5. Mai 2016 bis 14. Juli 2016 Waldir Maranhão von dem Partido Progressista (PP), der den vorherigen Präsidenten Eduardo Cunha nach dessen Amtsenthebung ersetzte.[3] Als Erster Vizepräsident rückte gleichzeitig Fernando Giacobo von der Partido da República (PR) nach, zu Beginn der 55. Legislaturperiode Zweiter Vizepräsident. Am 14. Juli 2016 übernahm Rodrigo Maia von den Democratas (DEM) die Präsidentschaft und wurde für die Zeit 2017 bis 2019 wiedergewählt.

    Die 55. Legislaturperiode dauerte vom 1. Februar 2015 bis 31. Januar 2019.

    Abgeordnetenkammer 2019–2023 (56. Legislaturperiode)Bearbeiten

    Die letzten Abgeordnetenwahlen zur 56. Legislaturperiode fanden bei den Wahlen in Brasilien 2018 am 7. Oktober 2018 statt, bei der sämtliche 513 Abgeordneten zur Wahl standen.[4] Die 56. Legislaturperiode dauert vom 1. Februar 2019 bis 31. Januar 2023. Erst am 1. Februar 2019 wurde ein neues Präsidium gebildet.

    Mit Beginn der 56. Wahlperiode, am 1. Februar 2019, trat Rodrigo Maia seine dritte Amtszeit in Folge als Präsident der Kammer an, er war mit 334 Stimmen wiedergewählt worden.[5]

    In der Abgeordnetenkammer stützt sich die Regierung Bolsonaros auf eine Koalition von insgesamt 14 Parteien, die ein breites politisches Spektrum aus sozialdemokratischen (SD), liberalen (PODE), liberal-konservativen (MDB, PTB), wirtschaftsliberalen (NOVO, PL), konservativen (DEM, PSD), nationalkonservativen (PP, PRTB), rechtsreligiösen (PRB, PSC), nationalistischen (PSL) und christlich-fundamentalistischen (PATRI) Programmen abdecken. Solch große Koalitionen sind in Brasilien nicht ungewöhnlich.

    Zwei Parteien treten nach der Wahl 2018 inzwischen mit neuem Namen auf: der Partido da República (PR) als Partido Liberal (PL)[6] und der Partido Popular Socialista (PPS) als Cidadania (CIDA).[7]

    WeblinksBearbeiten

      Commons: Abgeordnetenkammer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. Constituição Federal (brasilianisches Portugiesisch).
    2. Eleições 2014: Resultados para Deputado Federal (1º turno), Wahlergebnisse der Kandidaten (brasilianisches Portugiesisch).
    3. Mariana Oliveira, Renan Ramalho: Ministro do STF afasta Eduardo Cunha do mandato na Câmara. In: O Globo G1. Abgerufen am 10. Mai 2016 (brasilianisches Portugiesisch).
    4. Resultados e lista de candidatos a Deputado Federal 2018. In: eleicoes2018.com. Eleições 2018, abgerufen am 31. Oktober 2018 (brasilianisches Portugiesisch).
    5. Rodrigo Maia é reeleito presidente e comandará Câmara até 2021. In: globo.com. G1, 1. Februar 2019, abgerufen am 24. Juli 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
    6. Aprovada alteração do nome do Partido da República (PR) para Partido Liberal (PL). In: jus.br. www.tse.jus.br, 7. Mai 2019, abgerufen am 13. Juli 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
    7. PPS aprova mudança de nome e vai se chamar Cidadania - Política. In: com.br. Estadão, 23. März 2019, abgerufen am 13. Juli 2019 (brasilianisches Portugiesisch).