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Pobeda (russisch Победа, deutsch Arnsberg, Kreis Preußisch Eylau und Struwe) ist der gemeinsame Name zweier ursprünglich eigenständiger Orte in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Pobeda gehört zur Niwenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Niwenskoje (Wittenberg)) im Rajon Bagrationowsk (Kreis Preußisch Eylau).

Siedlung
Pobeda/Arnsberg,
auch: Struwe

Победа
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Bagrationowsk
Frühere Namen bis 1950:
Arnsberg und Struwe
Bevölkerung 168 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40156
Postleitzahl 238433
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 802 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 32′ N, 20° 28′ OKoordinaten: 54° 32′ 0″ N, 20° 28′ 0″ O
Pobeda (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Pobeda (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Pobeda liegt nordwestlich der Rajonshauptstadt und früheren Kreisstadt Bagrationowsk (Preußisch Eylau) an einer Nebenstraße, die Niwenskoje (Wittenberg) an der russischen Fernstraße A 195 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128) mit Slawskoje (Kreuzburg) sowie Pogranitschnoje (Hussehnen) im russisch-polnischen Grenzgebiet verbindet. Bis 1945 war Gussewo (Groß Park, heute nicht mehr existent) die nächste Bahnstation an der Strecke der Kleinbahn Tharau–Kreuzburg, die nicht mehr betrieben wird.

GeschichteBearbeiten

Bis 1945Bearbeiten

Pobeda/ArnsbergBearbeiten

Das ehemals Arnsberg[2] genannte Gutsdorf liegt 20 Kilometer von Bagrationowsk (Preußisch Eylau) entfernt – unmittelbar an der Straße von Niwenskoje (Wittenberg) nach Slawskoje (Kreuzburg). Von 1874 bis 1945 war Arnsberg Sitz und namensgebender Ort für den neu errichteten Amtsbezirk Arnsberg[3], in den anfangs die Landgemeinden Kavern (russisch: Perwomaisjoje, nicht mehr existent), Neu Park (Maikowo, nicht mehr existent) und Packerau (Maiskoje) sowie der Gutsbezirk Arnsberg gehörte. Im Jahre 1910 waren in dem Dorf mit großem Gut und einer Ziegelei 287 Einwohner registriert[4].

Am 30. September 1928 schlossen sich die Landgemeinde Neu Park und der Gutsbezirk Arnsberg zur neuen Landgemeinde Arnsberg zusammen. Die Zahl der Einwohner stieg bis 1933 auf 268 und betrug 1939 bereits 291[5]. Im Jahre 1945 – zum Amtsbezirk Arnsberg gehörten damals noch die drei Gemeinden Arnsberg, Lavern und Packereu – kam Arnsberg mit seinen beiden Vorwerken Struwe (heute auch: Pobeda) und Heyde (heute russisch: Kalmykowo) infolge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1950 den russischen Namen Pobeda (deutsche Bedeutung = „Sieg“).

Pobeda/StruweBearbeiten

Das einstige Arnsberger Vorwerk namens Struwe[6] liegt ebenfalls 20 Kilometer nordwestlich von Bagrationowsk (Preußisch Eylau). Eine Stichstraße zweigt nördlich von Sadowoje in westliche Richtung von der Verbindungsstraße Niwenskoje (Wittenberg)Slawskoje (Kreuzburg) ab. Geschichtlich ist der Ort mit der Muttergemeinde Arnsberg verknüpft.

Bei Übernahme des Ortes durch die Sowjetunion erhielt Struwe 1950 den gleichen russischen Namen wie die Muttergemeinde Arnsberg: Pobeda.

Seit 1946Bearbeiten

Die beiden ehemals eigenständigen Ortschaften Arnsberg und Struwe wurden 1950 unter dem russischen Namen Pobeda vereinigt.[7] Pobeda war bis zum Jahr 2009 in den Wladimirowski sowjet (Dorfsowjet Wladimirowo (Tharau)) eingegliedert. Seither ist der Ort aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[8] eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) deklarierte Ortschaft innerhalb der Niwenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Niwenskoje (Wittenberg)) im Rajon Bagrationowsk.

KircheBearbeiten

Die Bevölkerung der beiden Dörfer Arnsberg und Struwe war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Beide Dörfer waren in das Kirchspiel Kreuzburg (heute russisch: Slawskoje) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Preußisch Eylau (Bagrationowsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzte deutsche Geistliche waren die Pfarrer Friedrich Schumacher und Arno Stritzel.

In der Zeit der Sowjetunion wurde kirchliches Leben verdrängt. In den 1990er Jahren entstanden in der Oblast Kaliningrad neue evangelische Gemeinden. Die Pobeda am nächsten liegende ist die Dorfkirchengemeinde in Gwardeiskoje (Mühlhausen). Sie ist Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) und gehört zur Propstei Kaliningrad[9] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Arnsberg
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Arnsberg
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Preußisch Eylau
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Preußisch Eylau (russ. Bagrationowsk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Struwe
  7. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
  8. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 253 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive)

WeblinksBearbeiten