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Slawjanowka (russisch Славяновка, deutsch Romitten) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur Landgemeinde Gwardeiskoje im Rajon Bagrationowsk. In dem Ort befindet sich ein Gefängnis mit mehr als 1200 Insassen[2], die den überwiegenden Anteil der Einwohner von Slawjanowka stellen.

Siedlung
Slawjanowka/Romitten
Славяновка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Bagrationowsk
Frühere Namen Romitten (bis 1946)
Bevölkerung 1395 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Postleitzahl 238437
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 804 011
Geographische Lage
Koordinaten 54° 28′ N, 20° 40′ OKoordinaten: 54° 28′ 0″ N, 20° 40′ 0″ O
Slawjanowka (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Slawjanowka (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Slawjanowka liegt nördlich der Rajonhauptstadt Bagrationowsk (Preußisch Eylau) am Ostufer der Beisleide (russisch: Reswaja) an einer Nebenstraße, die Bagrationowsk (11 Kilometer) und Nadeschdino (Lampasch, 7 Kilometer) mit Gwardeiskoje (Mühlhausen, 4 Kilometer) verbindet. Ein Bahnanschluss besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Das ehemals Romitten[3] genannte Gutsdorf, zwischen 1874 und 1930 auch Amtsdorf, gehörte bis 1945 zum Landkreis Preußisch Eylau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte es 300 Einwohner[4]. Am 30. September 1928 gab Romitten seine Eigenständigkeit auf und wurde mit den Ortsteilen Rodeland und Storkeim (russisch: Gromowo) in die Landgemeinde Kniepitten (russisch: Kusnetschnoje, nicht mehr existent) eingemeindet.

Im Jahre 1945 kam Romitten mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 den russischen Namen „Slawjanowka“. Bis 2009 war der Ort in den Gwardeisko sowjet (Dorfsowjet Gwardeiskoje (Mühlhausen)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[5] – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) qualifizierte Ortschaft innerhalb der neugeschaffenen Gwardeiskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Gwardeiskoje) im Rajon Bagrationowsk.

Amtsbezirk RomittenBearbeiten

Am 7. Mai 1874 wurde Romitten namensgebender Ort des neugebildeten Amtsbezirks Romitten[6], zu dem in der Gründungsphase zwei Landgemeinde und fünf Gutsbezirke gehörten:

Name (bis 1946) Russischer Name Bemerkungen
Landgemeinden:
Kniepitten Kusnetschnoje, jetzt: Berjosowka
Naunienen Berjosowka
Gutsbezirke:
Adlig Tollkeim Solnzewo, jetzt: Berjosowka 1928 in die Landgemeinde Naunienen eingegliedert
Groß Sausgarten Berjosowka
Köllmisch Tollkeim in die Landgemeinde Groß Sausgarten eingegliedert
Pieskeim Berjosowka 1928 in die Landgemeinde Naunienen eingegliedert
Romitten Slawjanowka 1928 in die Landgemeinde Kniepitten eingegliedert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde noch das vormalige Vorwerk Sossehnen (russisch: Solnzewo, jetzt Berjosowka) in den Amtsbezirk Romitten eingegliedert und kam 1928 zur Landgemeinde Kniepitten. Am 28. Mai 1930 schließlich wurde der Amtsbezirk Romitten in „Amtsbezirk Naunienen“ (russisch: Berjosowka) umbenannt. Ihm blieben die drei noch verbliebenen Gemeinden Groß Sausgarten, Kniepitten und Naunienen bis 1945 zugeordnet.

KircheBearbeiten

Die fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung Romittens war bis 1945 in die Dorfkirchengemeinde in Mühlhausen (russisch: Gwardeiskoje) eingepfarrt. Sie gehörte zum Kirchenkreis Preußisch Eylau (Bagrationowsk) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Otto Nikutowski.

In den 1990er Jahren wurde in Gwardeiskoje wieder eine evangelische Gemeinde gegründet. Sie ist Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) und gehört zur Propstei Kaliningrad[7] innerhalb der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäische Russland (ELKER).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. http://gulagu.net/prisons/958.html
  3. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Preußisch Eylau
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 253 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Rolf Jehke, Amtsbezirk Romitten/Naunienen
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten