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Wetrowo (russisch Ветрово, deutsch Schölen, litauisch Šėliai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Pogranitschnoje selskoje posselenije (Landgemeinde Pogranitschny (Hermsdorf)) im Rajon Bagrationowsk (Kreis Preußisch Eylau).

Siedlung
Wetrowo/Schölen
Ветрово
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Bagrationowsk
Frühere Namen Schielen (vor 1680), Scheelen (vor 1692),
Schölen zu Pohren (bis 1928),
Schölen (bis 1945),
Schelen (1945–50)
Bevölkerung 14 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40156
Postleitzahl 238460
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 819 005
Geographische Lage
Koordinaten 54° 34′ N, 20° 7′ OKoordinaten: 54° 33′ 49″ N, 20° 6′ 53″ O
Wetrowo (Kaliningrad, Bagrationowsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Wetrowo (Kaliningrad, Bagrationowsk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Wetrowo liegt am Ostufer des Frischen Haffs und 16 Kilometer nordöstlich der früheren Kreisstadt Mamonowo (Heiligenbeil). Das kleine Dorf ist nur auf sehr unwegsamen Straßen erreichbar. Die nächste Bahnstation ist Laduschkin (Ludwigsort) an der Bahnstrecke von Kaliningrad (Königsberg) nach Mamonowo (Heiligenbeil) zur Weiterfahrt nach Polen (ehemalige Preußische Ostbahn bzw. O.p. (Ostanówotschny punkt = „Haltepunkt“) Sosnowy Bor an derselben Bahnlinie).

GeschichteBearbeiten

Die kleine früher Schölen zu Pohren bzw. Schölen[2] genannte Landgemeinde kam 1874 zum neu errichteten Amtsbezirk Rippen[3] (heute russisch: Sowchosnoje) im Landkreis Heiligenbeil und Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 leben in Schölen zu Pohren 34 (im benachbarten Schölen zu Rippen 113) Einwohner[4].

Am 30. September 1928 kam es zum Zusammenschluss der beiden Landgemeinden Schölen zu Pohren und Schölen zu Rippen zur neuen Landgemeinde Schölen (ohne Zusatz). Ein Jahr später wurde Schölen in den Amtsbezirk Pohren[5] (heute russisch: Rasdolnoje) umgegliedert, der noch im gleichen Jahr in „Amtsbezirk Windkeim“ umbenannt wurde, zu dem es bis 1945 gehörte.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Schölen mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1950 die russische Bezeichnung Wetrowo.[6] Bis 2009 war es in den Pogranitschni selski sowjet (Dorfsowjet Pogranitschny) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[7] – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der Pogranitschnoje selskoje posselenije (Landgemeinde Pogranitschny) mit Amtssitz in Sowchosnoje.

KircheBearbeiten

Bei größtenteils evangelischer Bevölkerung war Schölen bis 1945 in das Kirchspiel Bladiau im Kirchenkreis Heiligenbeil in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Heinrich Geiger.

Heute liegt Wetrowo im Einzugsgebiet der beiden in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelischen Gemeinden in Mamonowo und Nowo-Moskowskoje. Beides sind Filialgemeinden der Auferstehungskirche in Kaliningrad, die zur Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) gehört.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Schölen
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Rippen/Ludwisgort
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Heiligenbeil
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Pohren/Windkeim
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Obersten Sowjets der RSFSR vom 5. Juli 1950 Über die Umbenennung von Siedlungen der Oblast Kaliningrad)
  7. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 253 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive)