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Schukowka (Kaliningrad)

Ort in Kaliningrad, Russland

Schukowka (russisch Жуковка, deutsch Quilitten, litauisch Kvilyčiai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Pogranitschnoje selskoje posselenije (Landgemeinde Pogranitschny (Hermsdorf)) mit Sitz in Sowchosnoje (Rippen) im Rajon Bagrationowsk (Kreis Preußisch Eylau).

Siedlung
Schukowka/Quilitten
Жуковка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Bagrationowsk
Erste Erwähnung 1260
Frühere Namen Perapien (1260),
Queliten (vor 1437),
Quelitten (vor 1785),
Quilitten (bis 1947)
Bevölkerung 64 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40156
Postleitzahl 238442
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 825 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 30′ N, 20° 4′ OKoordinaten: 54° 29′ 31″ N, 20° 3′ 41″ O
Schukowka (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Schukowka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Schukowka liegt neun Kilometer nordöstlich der ehemaligen Kreisstadt Mamonowo (Heiligenbeil) an der russischen Fernstraße A 194 (ehemalige deutsche Reichsstraße 1). Die nächste Bahnstation ist Primorskoje-Nowoje (Wolittnick) an der Strecke von Kaliningrad (Königsberg) über Mamonowo nach Polen (ehemalige Preußische Ostbahn).

GeschichteBearbeiten

Der ehemals Quilitten[2] genannte Ort blickt auf ein sehr altes Gründungsdatum zurück: im Jahre 1260 wurde Perapien das erste Mal erwähnt. Vor 1945 bestand das Dorf aus einem großen und mehreren kleinen Höfen. Zwischen 1874 und 1945 war Quilitten Sitz und namensgebender Ort des Amtsbezirk Quilitten[3] im Landkreis Heiligenbeil im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahre 1910 zählte Quilitten 104 Einwohner[4]. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 289 und betrug 1939 noch 259[5].

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam die Gemeinde Quilitten 1945 mit ihren beiden Ortsteilen, den Gutsdörfer Paplauken (heute russisch: Timirjasewo) und Schreinen (der Ort existiert nicht mehr) mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 die russische Bezeichnung „Schukowka“.[6]

Bis zum Jahre 2009 war Schukowka in den Pjatidoroschni selski sowjet (Dorfsowjet Pjatidoroschnoje (Bladiau)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[7] – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) gekennzeichnete Ortschaft innerhalb der Pogranitschnoje selskoje posselenije (Landgemeinde Pogranitschnoje (Hermsdorf)) im Rajon Bagrationowsk.

Amtsbezirk Quilitten (1874–1945)Bearbeiten

Am 11. Juni 1874 wurde der Amtsbezirk Quilitten errichtet, der bis 1945 bestand und anfangs aus zwei Landgemeinden und fünf Gutsbezirken bestand[3]:

Deutscher Name Russischer Name Bemerkungen
Landgemeinden:
Königsdorf Schukowka
Quilitten Schukowka
Gutsbezirke:
Haselau Bogdanowka 1928 in die Landgemeinde Groß Hoppenbruch eingegliedert
Newecken Timirjasewo 1928 in die Landgemeinde Groß Hoppenbruch eingegliedert
Paplauken Timirjasewo 1928 in die Landgemeinde Quilitten eingegliedert
Rauschnick Timirjasewo 1928 in die Landgemeinde Königsdorf eingegliedert
Schreinen 1928 in die Landgemeinde Quilitten eingegliedert
ab 12. Juli 1929:
Landgemeinde Jürkendorf
Bogdanowka wurde aus dem Amtsbezirk Groß Rödersdorf umgegliedert

Am 1. Januar 1945 gehörten zum Amtsbezirk Quilitten aufgrund der Umstrukturierungen noch drei Gemeinden: Jürkendorf (Bogdanowka), Königsdorf (Schukowka, heute nicht mehr existent) und Quilitten selbst.

KircheBearbeiten

Die mehrheitlich evangelische Bevölkerung Quilittens war vor 1945 in das Kirchspiel Bladiau (heute russisch: Pjatidoroschnoje) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Heiligenbeil (Mamonowo) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute liegt Schukowka im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Mamonowo (Heiligenbeil). Sie ist eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) und ist in die Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland eingegliedert.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Qulitten
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Quilitten
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Heiligenbeil
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Heiligenbeil (russ. Mamonowo). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad vom 17. November 1947“)
  7. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 253 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten