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Marijskoje (russisch Марийское, deutsch Weißenstein) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur Landgemeinde Gwardeiskoje im Rajon Bagrationowsk.

Siedlung
Marijskoje
Weißenstein

Марийское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Bagrationowsk
Frühere Namen Weißenstein (bis 1947)
Bevölkerung 165 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Postleitzahl 238423
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 831 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 35′ N, 20° 42′ OKoordinaten: 54° 35′ 10″ N, 20° 42′ 10″ O
Marijskoje (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Marijskoje (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Marijskoje liegt im Nordosten des Rajon Bagrationowsk, 21 Kilometer südöstlich von Kaliningrad (Königsberg (Preußen)) und 27 Kilometer nordöstlich von Bagrationowsk. Durch den Ort verläuft die russische Fernstraße A 196 (ehemalige deutsche Reichsstraße 131), die Kaliningrad mit Prawdinsk (Friedland (Ostpreußen)) und Krylowo (Nordenburg) verbindet. Bis 1945 war Uderwangen (russisch: Tschechowo) die nächste Bahnstation an der Strecke von Königsberg nach Angerburg (heute polnisch: Węgorzewo), die nicht mehr in Betrieb ist.

GeschichteBearbeiten

Der Gutsbezirk und die Landgemeinde Weißenstein gehörte bis 1945 zum Landkreis Königsberg (ab 1939 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1874 wurden beide in den neu gebildeten Amtsbezirk Friedrichstein[2] (russisch: Kamenka) eingegliedert. 282 Einwohner[3] zählte Weißenstein im Jahre 1910, von denen 172 im Gutsbezirk und 110 in der Landgemeinde lebten.

Am 30. September 1928 schlossen sich der Gutsbezirk und die Landgemeinde Weißenstein zur neuen Landgemeinde Weißenstein zusammen. 1930 kam sie zum Amtsbezirk Borchersdorf (heute russisch: Selenopolje) und blieb dorthin zugehörig bis 1945. Im Jahre 1933 zählte Weißenstein (mit dem Vorwerk Blaustein) 339, im Jahre 1939 342 Einwohner[4].

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Weißenstein mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 nach der Herkunft der Neusiedler aus der ASSR der Mari die Bezeichnung „Marijskoje“.[5] Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets. Zunächst sollte der Ort dem Rajon Gurjewsk angehören, wurde im Juli 1947 aber dem Rajon Kaliningrad zugeordnet.[6] Seit 1950 gehörte Marijskoje zum Dorfsowjet Tschechowski, der später in den Rajon Bagrationowsk gelangte. Seit 2008 gehört Marijskoje zur Landgemeinde Gwardeiskoje.

Dorfsowjet Marijski 1947–1950Bearbeiten

Der Dorfsowjet Marijski (ru. Марийский сельский Совет, Marijski selski Sowet) wurde im Juni 1947 zunächst im Rajon Gurjewsk eingerichtet.[5] Im Juli 1947 gelangte der Dorfsowjet in den neu gebildeten Rajon Kaliningrad.[6] Am 7. Oktober 1950 wurde der Dorfsowjet nach Tschechowo verlegt.

Folgende 7 Orte gehörten zum Dorfsowjet:

Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung
Kertschenskoje (Керченское) Unruh 1950
Marijskoje (Марийское) Weißenstein 1947
Partisanskoje (Партизанское) Schönmohr 1947
Prochladnoje (Прохладное) Frisching 1950
Solnetschnoje (Солнечное) Thomsdorf 1947
Tschechowo (Чехово) Uderwangen 1947
Wyssokoje (Высокое) Trinkheim 1950

KircheBearbeiten

Bis 1945 war Weißenstein mit seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung in das Kirchspiel Borchersdorf (heute russisch: Selenopolje) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Königsberg-Land I innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute liegt Marijskoje im Einzugsbereich der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Gwardeiskoje (Mühlhausen), die ihrerseits Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) ist. Sie gehört zur Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • John von Collas, preußischer Gelehrter und Baumeister, starb am 16. Juni 1763 auf Gut Weißenstein

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Friedrichstein/Löwenhagen
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Samland. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)
  6. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 25 июля 1947 г. «Об административно-территориальном устройстве Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 25. Juli 1947: Über den administrativ-territorialen Aufbau der Oblast Kaliningrad)
  7. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info