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Siedlung
Swetloje
Kobbelbude

Светлое
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Erste Erwähnung 1326
Frühere Namen Kobulbude,
Kobbelbude (bis 1947)
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238326
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 825 011
Geographische Lage
Koordinaten 54° 34′ N, 20° 22′ OKoordinaten: 54° 34′ 14″ N, 20° 22′ 16″ O
Swetloje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Swetloje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Swetloje (russisch Светлое, deutsch Kobbelbude, Kreis Königsberg/Samland) ist eine Ortschaft in der Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk im Rajon Gurjewsk.

Geographische LageBearbeiten

Swetloje liegt südwestlich der Gebietshauptstadt etwa acht Kilometer vom Frischen Haff entfernt an der Mündung des Flüsschens Stradick (russisch: Kornewka) in den Frisching (Prochladnaja) unweit der Autobahn Reichsautobahn Berlin–Königsberg. Innerorts begegnen sich die Kommunalstraße 27K-176 von Uschakowo (Brandenburg (Frisches Haff)), die Kommunalstraße 27K-089 von Doroschnoje (Altenberg) und Polewoje (Mahnsfeld) (frühere deutsche Reichsstraße 126) sowie die Regionalstraße 27A-023 von der Berlinka zur Bahnstation Swetloje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Mamonowo, einem Abschnitt der ehemaligen Preußischen Ostbahn. Swetloje ist Haltepunkt der mit Kaliningrad verbindenden Elektritschka.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird erstmals 1326 als Kobulbude im Urkundenbuch des Bistums Ermland erwähnt: „curiam nostram equorum, que Kobulbude dicitur“. Die Staatsdomäne war 782 ha groß. Der deutsche Name[1] leitet sich ab von prußisch kobis, kobniks: Züchter, kobele: Stute. Schon zur Zeit des Deutschen Ordens wurde Pferdezucht betrieben. Oberamtmann Caspari begründete 1903 die Rinderzucht. Sein Sohn Gerhard Caspari machte sie mit 300 Hochleistungsmilchkühen über Ostpreußen hinaus bekannt.[2]

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Kobbelbude ein wichtiger Abzweigbahnhof, an dem die Hauptbahnlinie nach Allenstein von der Preußischen Ostbahn abzweigte.

Zwischen 1874 und 1945 war der Gutsbezirk Kobbelbude in den Amtsbezirk Mahnsfeld[3] (heute russisch: Polewoje) eingegliedert und gehörte zum Landkreis Königsberg, ab 1939 Landkreis Samland, im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Kobbelbude mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Swetloje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Zwetkowski selski Sowet im Rajon Kaliningrad zugeordnet.[4] Später gelangte der Ort in den Nowomoskowski selski Sowet im Rajon Gurjewsk. Von 2008 bis 2013 gehörte Swetloje zur Landgemeinde Nowomoskowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner[5] Bemerkungen
1910 299
1933 293
1939 429
2002 339 Davon in der Siedlung Bahnhof Swetloje 179
2010 298

KircheBearbeiten

Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Kobbelbudes waren vor 1945 evangelischer Konfession. Der Ort war in das Kirchspiel Mahnsfeld (heute russisch: Polewoje) eingepfarrt und gehörte zum Kirchenkreis Königsberg-Land I in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute liegt Swetloje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelischen Gemeinde in Nowo-Moskowskoje (Poplitten). Sie ist Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[6] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

LiteraturBearbeiten

  • Grasilda Blažiene: Hydronymia Europaea, Sonderband II, Die baltischen Ortsnamen. Wolfgang Schmid (Hrsg.), Steiner Verlag, Stuttgart 2000.
  • G. Gerullis: Die altpreußischen Ortsnamen. Berlin, Leipzig 1922.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Kobbelbude
  2. Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002. ISBN 3-88189-441-1
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Mahnsfeld
  4. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  5. Volkszählungsdaten
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive)